Der Schirmeffekt

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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zopf
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Der Schirmeffekt

Beitrag von zopf »

Hallo
Das eine ausladende Krone viel Regen abschirmt
und daher auch bei Regen kontrolliert gegossen werden sollte
dürfte allgemein bekannt sein.
Den selben Schirmeffekt hat allerdings auch ein ausgebildetes
Feinwurzelsystem. Im Laufe der Zeit sterben viele kleine Wurzeln ab,
neue bilden sich und es entwickelt sich ein Geflecht was die Wasseraufnahme
begrenzt. Trotz ordentlichem Giessen werden die inneren Bereiche der Schale
nicht benässt und der Baum zeigt Trockenschäden.
Daher wäre es ratsam einen Baum nach dem Giessen zu tauchen.
Beim Tauchen könnt Ihr anhand aufsteigender Luftbläschen erkennen
ob das Substrat beim Giessen gesättigt wurde oder nicht.

Bei Substraten mit Torfanteilen sollte das Substrat prinzipiell etwas feuchter
gehalten werden. (Welkepunkt)

In diesem Sinne friedlichen Guss
Dieter
grüsse an die bewohner von melmac
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mohan
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Re: Der Schirmeffekt

Beitrag von mohan »

Oh, danke!
Das ist mir neu. :)
Viele Grüße
monika
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Thierry
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Re: Der Schirmeffekt

Beitrag von Thierry »

Dieter,
deine Beiträge sind immer wieder der Hammer
(ich denke gerade, an den "Extrem-Fall", in-die-Breite-gehende-Nebaris von klassichen Ahorne).
Du bist wirklich ein Meister der Logik. *clap*

Danke Dieter dafür, dass du uns immer wieder Stoff zum Nachdenken gibst/schenkst.
Viele Grüße,
Thierry

"A juniper without jin is like a dog without fleas : not natural..." - John Naka
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crimson
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Re: Der Schirmeffekt

Beitrag von crimson »

Ich habe diesen Effekt bei einer Hainbuche. Die hat nicht nur ein sehr dichtes Dach, sondern zusätzlich noch ein extrem festen Wurzelballen, der nur mit sehr viel Teit zu Gießen ist. Schnell mal ein paar Liter drüber kippen bringt da gar nichts. Perlt einfach ab. Wenn ich den Ballen aber erst mal anfeuchte und dann mehr mals nachgieße nimmt er langsam Wasser auf. Leider hat der Baum bzw. die Schale Ausmaße, die es schwer bis unmöglich machen ihn zu tauchen.
I say, if your knees aren't green by the end of the day, you ought to seriously re-examine your life.
(Calvin & Hobbes)
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manuu29
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Re: Der Schirmeffekt

Beitrag von manuu29 »

oje es wird bald ein baum psychologe fällig *nenene*


das ist halt die natürliche auslese und in freier natur sucht sich schon jeder einzelne baum seine eigene ``quelle`` die pflanzen können uns noch so einiges vormachen , gibts ja auch schon l#änger


gruss manuu *confused2*


ps:und bei schirmen giesst man halt darunter *nenene*
wenn die die reinwollen die die rauswollen nicht rauslassen,können die die rauswollen die die reinwollen nicht reinlassen (ganz logisch oder)
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schmieda
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Re: Der Schirmeffekt

Beitrag von schmieda »

Danke Dieter

Auch wenn es vielen bekannt sein wird, so ist es doch immer wieder schön, wenn hier Leute einfach mal kurz ihre Erfahrung wiedergeben. *daumen_new*
Schade, wenn es dann von so unqualifizierten Kommentaren begleitet wird. *autsch*
Gruß
Frank :)

++++ Gießen: Hessischer Botaniker findet heraus, wie Pflanzen länger leben ++++
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Holger
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Re: Der Schirmeffekt

Beitrag von Holger »

schmieda hat geschrieben:Danke Dieter

Schade, wenn es dann von so unqualifizierten Kommentaren begleitet wird. *autsch*
Es gibt dann einen schönen Spruch (da ein Baum beinhaltet ist, passt es besonders gut):

Was stört's die deutsche Eiche... :wink:

Ansonsten finde ich es immer wieder beeindruckend, wie Dieter Aspekte ins Spiel bringt, über die zumindest ich noch gar nicht so nachgedacht habe...

Gruß
Holger
Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit.
Beim Universum bin ich mir aber noch nicht ganz sicher
(Albert Einstein)
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zopf
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Re: Der Schirmeffekt

Beitrag von zopf »

Man kann Bäumchen auch wie Maschinen betrachten,
die Ihr eigenes System haben um zu funktionieren.
Die Grundlagen der Maschinenwartung gelten wohl
für fast alle Maschinen und da versuche ich ein bisschen zu vermitteln.
Fächerahorne verbrennen, Hitzeschock und was sonst noch alles
so geschrieben wird, hört sich ja nett an,
aber der Kernpunkt bei diesen Sachen ist immer
eine Verantwortungsverschiebung in Richtung "Natur".
Ein gut gepflegter, gesunder Baum kann in der Vollsonne stehen
und das Schlimmste was passiert, sind hängende Blätter,
die sich kurze Zeit nach dem Guss wieder mit prallem Leben füllen.
Was stört den Baum wenn von 300 Blättern ein paar vertrocknete Spitzen haben ?

Die Natur ist schön, aber brutal,
weder Freund noch Feind,
aber wie im JiuJitsu kann man sich die Kraft zu Nutze machen.
grüsse an die bewohner von melmac
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runger
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Re: Der Schirmeffekt

Beitrag von runger »

zopf hat geschrieben:Ein gut gepflegter, gesunder Baum kann in der Vollsonne stehen
und das Schlimmste was passiert, sind hängende Blätter,
die sich kurze Zeit nach dem Guss wieder mit prallem Leben füllen.
Was stört den Baum wenn von 300 Blättern ein paar vertrocknete Spitzen haben ?
Danke für diesen Beitrag!

Es ist klar, dass Bäume aus mediterranen Regionen sonnenhungriger sind als solche aus nördlicheren Breiten.
Bei Azaleen habe ich mich damit abgefunden, dass in den Foren einige vollsonnig als völlig normalen Standort ansehen, andere wiederum unbedingt Halbschatten einfordern.

Als relativer Neuling musste ich mir bei Berichten zum Standort verschiedener anderer Bäume dann doch oft verwundert die Augen reiben.
Von "vor Mittagssonne schützen" bis "keine pralle Sonne" über "vor direktem Regen schützen" wird eine breite Palette von oft widersprüchlichen und manchmal unerfüllbaren Ratschlägen ausgebreitet.

Danach habe ich mich oft gefragt, wie kommen die Bäume in der Natur denn damit klar?
Hiermit ein klares Bekenntnis zur Aussage von Zopf.
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MarionS
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Re: Der Schirmeffekt

Beitrag von MarionS »

runger hat geschrieben:Danach habe ich mich oft gefragt, wie kommen die Bäume in der Natur denn damit klar?
Ganz einfach: sie gedeihen an den Standorten am Besten, wo die idealen Bedingungen herrschen, an den weniger Guten mit Abstrichen, und wo es nicht passt, eben gar nicht. In der Natur scherts keinen.

Bonsai haben von vorne herein einen "weniger guten" Standort, da sie nicht wurzeln können wie es ihnen beliebt. Wer da nicht auf braune Blattspitzen steht, der muss eben die trinkfreudigeren Gesellen schattieren.
Und wer nicht auf Mehltau steht, muss spritzen. Meine Kleinen hier oben plagen sich höchstens mit Tupfen, aber die "wilden" Eichen unten im Hof sind völlig verseucht. Tut ihnen aber keinen Abbruch.
Der Schirmffekt: das Gleiche. Handgemachtes Problem, das in der Natur durch tiefe Wurzeln und weiten Boden ausgeglichen würde.

"Vor direktem Regen schützen" sollte man AFAIK den Deshojo, wobei ich mir nicht sicher bin, ob das nicht eine menschengemachte Zuchtform ist und hier in D zudem gar nicht zu Hause. Also mal gar nix mit Natur. Der würde sich anpassen - oder er käm nicht weit.
Gruß,
MarionS

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holgerb
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Re: Der Schirmeffekt

Beitrag von holgerb »

Nun ja.

Die Sache mit dem Schirmeffekt und dem bei Regen trotzdem Wässern müssen ist eben doch nicht überall so geläufig, wie man denkt.
Ich werde heute noch von der Mutter meines Chefs schräg angeguckt und "ausgelacht" wenn ich trotz Regen wässern gehe ( und die Firma besteht seit über 40 Jahren).

Es sind manchmal die Dinge, die so offensichtlich sind, daß man daran gar nicht denkt, also gut kombiniert Holmes!

Allerdings denke ich, daß Substrate mit höherem Torfanteil "feuchter" gehalten werden müssen, also mehr Wasser bekommen müssen, sondern, daß sie nicht austrocknen dürfen, also gleichmässiger feucht gehalten werden müssen (geringeres Porenvolumen, Welkepunkt).


Tauchen ist allerdings für viele, größere Bäume so gut wie unmöglich und mit einer Riesenklauerei verbunden...
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achim73
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Re: Der Schirmeffekt

Beitrag von achim73 »

Riesenklauerei
:shock:

hoffentlich nicht... :D
Gruss, Achim
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holgerb
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Re: Der Schirmeffekt

Beitrag von holgerb »

Okay, ich muss das erklären:

Riesenklauerei hat im westfälischen zwei Bedeutungen, was auf zwei unterschiedliche Wortbedeutungen in der Umgangssprache zurückzuführen ist:

Die erste Bedeutung hat ihren Ursprung im Verb "klauen", das im westfälischen umgangssprachlich für "stehlen" benutzt wird.

Eine Riesenklauerei ist also ein großer Coup, eine große Nummer, das ganz große Ding, das gedreht werden soll. Passt in Zusammenhang mit Bäume tauchen nicht wirklich, auch wenn der ein oder ander leider schon mit einer Riesenklauerei zu tun hatte..

Bedeutung Nummer zwei bezieht sich auf das umgangssprachliche Verb "klauern", man beachte das eingeschobene "r", welches dem Wort eine ganz neue Bedeutung verleiht.
"Klauern" ist der westfälische Ausdruck für das, was mein täglich Brot ist. So richtig tief im Schlamm und Dreck wühlen. Wenn Du Abends wie ein Erdferkel aussiehst, dann hast Du wohl eine Riesenklauerei veranstaltet (Vgl. Cavin & Hobbes: “Ich finde, wer am Ende des Tages keine grünen Knie hat, sollte sein Leben ernsthaft überdenken.”).

Dennoch lassen sich beide Bedeutungen in einer dritten zusammenfügen, die dann auch dem mittelhochdeutsch Begabten (das sind die wenigsten in Deutschland) einsichtig wird.

Riesenklauerei steht ist de facto eine Riesensauerei, ob als Bestohlener oder als im Dreck suhlender, womit dem Wort eine eindeutige Definition zugeordnet wäre.

Ich danke für ihre Aufmerksamkeit und gebe ab ins Funkhaus an meinen Kollegen Dieter Z.
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