Hallo,
ich bin neu hier im Forum und will erstmal alle herzlich grüßen.
Zu meinem Problem, ich habe vor ein paar Tagen (ich glaube vor 3 oder 4) eine eigentlich recht schöne Buche aus unserem Wald ausgegraben, habe sie aber leider nicht in ein ordentliches Substrat pflanzen können, nur in eine Erde aus Süditalien, die ich in den Pfingstferien für meine dort gesammelten Yamadori mitgebracht habe, denn ich habe gerade die letzte Erde verbraucht. Seit heute lässt sie auf einmal ihre Blätter hängen und bekam an zwei Blättern weiß bis graue kleine Punkte (anbei auch Bilder von den beiden befallenen Blättern. Die letzten Tage hat es bei uns recht viel geregnet, wodurch kaum Sonne an den Baum kamen, das könnte evtl. ein Problem gewesen sein (ich kenne mich aber leider mit Krankheiten überhaupt nicht aus, es könnte also auch etwas ganz anderes sein). Gegossen habe ich ihn immer recht gut.
Ich hoffe ihr könnt mir sagen was ich da für eine Krankheit habe und vor allem wie ich die Buche wieder retten kann.
vini_22 hat geschrieben:Zu meinem Problem, ich habe vor ein paar Tagen (ich glaube vor 3 oder 4) eine eigentlich recht schöne Buche aus unserem Wald ausgegraben,
Hallo Vinzenz,
na klasse, gilt in Westerham eigentlich ein anderer Kalender? Oder hast Du einfach nur mal ein wenig gebuddelt, ohne jegliche Kenntnis bestimmter *zwingender* Rahmenbedingungen?
In der Hoffnung, dass Du Dich gleich mal ein wenig mehr informierst, nur ein paar Anmerkungen: völlig falscher Zeitpunkt / zu kleines Gefäss / eventuell zu wenig Wurzeln erhalten. Für die Buche war's ein Schock, aus dem angestammten Raum heraus geholt zu werden, zumal, wenn auch noch ein grosser Teil Wurzeln verloren wird.
Sprachloser Gruss.
Edit: P.S.: Nach einer Grabegenehmigung frage ich dann besser auch nicht...
"Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal Fresse halten." [Dieter Nuhr]
ich denke das Deine Buche nicht überleben wird. Wie mein Vorredner schon geschrieben hat...
völlig falscher Zeitpunkt, kein gutes Substrat und dann auch noch gleich drahten... das kann nichts werden...
Tut mir leid, aber ein typischer Anfängerfehler... (zum Trost, als ich mit dem schönsten Hobby der Welt angefangen habe, habe ich auch mal den gleichen Fehler gemacht und im Hochsommer ausgegraben. Aber das überlebt so gut wie kein Baum)
Ich habe auf einer Internetseite gelesen, dass man auch im Sommer Pflanzen ausgraben kann, deshalb habe ich mich als "Ausgrabanfänger" voll darauf verlassen und dass wohl falsch. Macht denn ein zu kleiner Topf denn so einen Unterschied, ich meine, solange alle Wurzeln hineinpassen kann das doch auf so kurze Zeit keinen großen unterschied machen(bitte berichtigt mich wenn ich falsch liege und dass doch ein Unterschied macht). Was könnte man den nmachen, wieder in den Wald pflanzen und noch bis nächsten Frühling warten oder ist schon alles zu spät? Zur Ausgrabgenehmigung: Das ist unser Wald, er gehört zu unserem Grundstück, also brauche ich wohl keine.
vini_22 hat geschrieben:Ich habe auf einer Internetseite gelesen, dass man auch im Sommer Pflanzen ausgraben kann,
Wenn ich jetzt also auf _(irgend-)eine_ Internetseite schreibe, dass man auch von einem Hochhausdach springen kann, weil einem flugs Flügel wachsen... RIP
Zum Topf: na klar macht ein grösseres Behältnis Sinn - oder möchtest Du, dass der Stängel bei der momentanen "Dicke" bleibt? Eben...
Och, Vinzenz, jetzt muss ich tatsächlich -in *Deinem* Interesse- nochmals darum bitten, dass Du ein wenig liest. Pflanzen sind kleine Ökosysteme, die auf Veränderungen reagieren - auf schlechte halt negativ, auf positive meist mit erfreulichem Wachstum. Du hast nicht nur einen Teil der für das Pflanzenwachstum wichtigen Wurzeln (stark) reduziert, sondern auch kaum Raum gegeben, um nach dieser im wahrsten Sinne einschneidenden Aktion -mangels Platz- neue zu bilden. Dazu kommt noch Dein wahrscheinlich wenig durchlässiges Substrat.
Ich bin geneigt, Stefan zuzustimmen, dass diese Buche es eigentlich hinter sich hat. Daher ist es nun an Dir, alles zu versuchen, sie doch noch am Leben zu halten und über den nächsten Winter zu bringen (*nein*, selbst wenn in *eurem* Wald noch mehr davon stehen sollten!). Zurück solltest Du sie aber auch nicht bringen - dann ist sie mit Sicherheit eine gewesene Buche...
"Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal Fresse halten." [Dieter Nuhr]
Barbara hat geschrieben:hast Du von Anfang an gleich alles richtig gemacht?
Auch wenn es nicht zum eigentlichen Thema gehört: nein.
ABER ich habe mich damals informiert (Heidelberg/Enger), *bevor* ich Hand angelegt habe.
[Und das war Anfang der 80er Jahre -mangels Internet- bestimmt ungleich schwerer.]
"Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal Fresse halten." [Dieter Nuhr]
manuu29 hat geschrieben:sieht nich gesund aus deine pflanze
ab ins beet oder inn ein pflanzteichkorb (alles andre schädigt mehr)
Was ist eigentlich das Besondere/Vorteilhafte an Pflanzteichkörben?
Gruß
Lempira
Der wahre Weg geht über ein Seil, das nicht in der Höhe gespannt ist, sondern knapp über dem Boden. Es scheint mehr bestimmt stolpern zu machen, als begangen zu werden. (Franz Kafka)
Ohne zweifel stimmt es ja das es nicht der zeit punkt zum ausgraben ist, das der Behälter zu klein gewählt wurde und das das Substrat nicht optimal aussieht!
Aber jetzt mal ganz im ernst ich finde das kann man auch freundlicher mitteilen!
Ich bin selber noch blutiger Anfänger und dann macht man halt Fehler, das sieht ja auch jeder ein aber mir kommt es so vor als wenn ein paar der "alten" Hasen Spaß daran haben direkt jmnd. dafür an den Pranger zu stellen!
Ich meine woher kommt dieser erhebliche teil an Überheblichkeit!
Ich will damit nicht sagen das alle hier so reagieren, ich finde die Community Nett und Hilfsbereit, zumal hier viele auch bereit sind ihre Erfahrungen zu teilen!
LG tim
Lempira hat geschrieben: Was ist eigentlich das Besondere/Vorteilhafte an Pflanzteichkörben?
Wenn eine Pflanzenwurzel gegen eine geschlossene Topfwandung stößt, wächst sie weiter in die Länge, immer schön der Rundung (meistens runde Topfform) folgend. Die Wurzel wird sehr lang, aber verzweigt nicht.
Beim Korb findet die Wurzel eine gelochte Topfwand vor. Die Wurzelspitze trocknet an der Luft ab und somit entsteht an dem recht kurzen Wurzelstrang schnell ein dichtes Seitengeflecht. Da das bei allen Wurzeln der Pflanze so funktioniert, entsteht in kurzer Zeit direkt unter dem Stamm ein dichtes Wurzelgeflecht, das den Baum/die Pflanze gut ernähren kann.
Ich lasse mal alle vorherigen Beiträge unkommentiert stehen, wir wollen uns ja nicht wieder in Grabenkämpfe verzetteln, sondern Du brauchst Hilfe.
Was auch immer Du auf der Internetseite gelesen hast war grundsätzlich nicht falsch, ist aber nur unter besonderer Vorgehensweise von Erfolg gekrönt.
Zunächst aber zum zu kleinen Topf:
Naja, Pflanzen und Bäume sind schon noch Lebewesen, Wurzeln einfach so in einen viel zu kleinen Topf zu stopfen ist ungefähr so, als wenn Du einem Husky (Schlittenhund) Betonklötze an die Beine hängst.
Zunächst also erstmal komplett raus das Ding da und in einen größeren Topf. Als Substrat würde ich ausnahmsweise kein allzu durchlässiges Substrat benutzen, der Baum hat nicht die Kraft dieses zu durchwurzeln, die Devise heisst jetzt: am Leben erhalten.
Ich benutze in solchen Fällen groben Weißtorf, der bleibt für das eine Jahr stabil genug und hält den Wurzelballen gleichmässig feucht. Natürlich darfst Du da nicht volle Kanne giessen, sondern musst das Substrat zwar feucht, aber nicht zu nass halten.
Als Topfgröße würde ich doppelt so groß wie der Ballen vorschlagen.
Zum Ausgraben im Hochsommer:
Das ist ein ziemlich kritisches Unterfangen und würde ich niemals mit äusserst wertvollen Yamadoris aus dem Hochgebirge veranstalten, da die ja nun eher wenig wirklichen Wurzelballen haben.
Wenn man also im Wald einen Sämling wie Deinen findet, dann muss man ihn so groß wie nötig ausstechen. So groß wie nötig ist so, daß man alle Wurzeln erwischt und zwar mit Erde, die würde ich keinesfalls dann entfernen. Ballen danach sofort gegen Austrocknen schützen. Da ich auf der Baustelle manchmal fix entscheiden muss, haben sich da alte Plastiksäcke (von Torf u. ä.) ganz gut gemacht. Noch wichtig: Ebenfalls die Blattmasse schattieren, um die Verdunstung so gering wie möglich halten, am besten für den Transport ganz verdunkeln.
Topfen so wie oben beschrieben, mit dem ganzen Ballen, Pflanze möglichst schattig aufstellen oder mit einer durchscheinenden Gardine schattieren und diese öfters mit Wasser besprühen (Stichwort: Verdunstungskühle).
Am Baum nix machen, nicht schneiden, alles das entscheidet der Baum jetzt selbst (auch ob er überleben wird). Das ist besser so, weil dann der Baum aus den absterbenden Teilen noch Energie ziehen kann. Und dann heisst es, er schaffts oder er schaffts nicht.
Vor zwei Wochen habe ich so erst zwei Eiben (eine kleinere und eine größere) nehmen müssen, die Alternative war der Schredder.
Ganz wichtig:
Wenn man aber einen eigenen Wald vor der Haustür hat, dann kann man doch viel besser vor Ort die Pflanzen vorbereiten und sie dann ernten, wenn der Zeitpunkt der richtige ist. Und zwar dann, wenn die Knospen prall geschwollen sind...
Ernten im Sommer ist eine reine Notsituation, wenn es nun gar nicht anders geht.
Gruß
Holger
"The mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open."
- Frank Zappa -
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