Organisch - Mineralisch

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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chris.p
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Re: Organisch - Mineralisch

Beitrag von chris.p »

zopf hat geschrieben:Hallo Chris
Wäre vielleicht ein Gedanke, wenn Du zum BFF-Treffen
Dein Messgerät mitbringst und mal stichprobenartig
das Substrat von ein paar Ausstellungsbäumen misst.
mfG Dieter
Wenn das gewünscht wäre, könnte ich darüber etwas erzählen und auch einige messungen durchführen.
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chris.p
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Re: Organisch - Mineralisch

Beitrag von chris.p »

Viele fragen sind zu beantworten, einige kann ich hier klären, bei anderen würde das sicher besser vorort gehen!
Jetzt mal der Reihe nach.

zu Dieter:

-EC -Wert im Giesswasser von 1,3-1,5 wäre für meine tägliche Düngung zu hoch.
Hängt halt vom LF-Wert des Giesswassers ab. bei mir wären das gut 1000mS Nährsalze. 500 reichen dicke.
- Giesswassertemperatur anpassen ist natürlich super gerade bei extremen Temperaturen. (Schattierung der Behälter, Heizen im Winterbetrieb)

zu Martin:
Alter komm einfach nochmal vorbei und schau Dir das an. Vll. änderst Du Deine Meinung!
Übrigens der bio. Abbau von Biogold ist stark temperaturabhängig und somit nicht täglich gleich.
Pflanzenwachstum ist das auch, aber nicht so stark wie die Zersetzung org.N in mineralischen.

zu Achim:
die Frage ist nicht ganz richtig gestellt.
es geht bei pH-Wert gesteuerter Düngung immer nur darum mit bestimmten N-Verbindungen die Karbonathärte des Düngers zu beeinflussen.
Grundsätzlich sei gesagt NH4 überschüssige Dünger senken den pH. NO3 steigern ihn.

zu zwanziger:

Bilder zu zeigen macht wenig Sinn, weil man keine direkten Vergleiche hat.
Nur mal so. Bei Kiefern 3-4 fache Knospenanzahl im alten Holz als üblich.
Laubbäume( langsamwachsend wie Rotdorn) Spitzenaustrieb 1m in Schale.
Laubbäume schnellwachsend, Eichen bis jetz 4 Austriebe, Quitte bis jetzt 6 Austriebe, potis 60cm Austrieb, Felsahorn in Schale mehr als 1.m Austrieb.
Für manche mag das normal sein, für mich bis jetzt noch nicht.

zu Georg:

Wurzeln brauchen zum gesunden Wachstum Sauerstoff, ein mit O2 gesättigtes Giesswasser beeinflusst das Wurzelwachstum ungemein.


Super das dieser fast eingeschlafene thraed mit enormer Wichtigkeit jetzt in Schwung kommt.
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zopf
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Re: Organisch - Mineralisch

Beitrag von zopf »

Hallo Chris
Ich fände es toll und sehr lehrreich, wenn Du beim BFF-Treffen
etwas über "Tomatenzucht" erklären würdest.
Die Zusammenhänge zwischen Stickstoff und Carbonathärte,
Nährstofffestlegung durch pH-Wert usw
das sind Themen die in meinen Augen wichtig sind.
mfG Dieter
grüsse an die bewohner von melmac
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schmieda
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Re: Organisch - Mineralisch

Beitrag von schmieda »

Hallo Chris

Was mich noch interessieren würde, bringen die Teichbelüfterpumpen nachweislich eine höhere Sauerstoffkonzentration im Wasser?
In der Aquaristik werden diese Pumpen ja gern mal als "bringen nichts" abgetan (zumal sie im Aquarium noch das CO2 austreiben). Besser ist da wohl eine große Oberfläche des Wassers, denn da findet der Sauerstoffaustausch statt.
Eine (standard) Regentonne hat zu ihrem Volumen eine sehr kleine Wasseroberfläche. Ich habe eine Wasserwanne auf dem Balkon, das ergibt eine relativ (zur Regentonne) große Wasseroberfläche.
Gruß
Frank :)

++++ Gießen: Hessischer Botaniker findet heraus, wie Pflanzen länger leben ++++
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BILU
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Re: Organisch - Mineralisch

Beitrag von BILU »

Hallo Zusammen,

ich beschreite in der Zwischenzeit den Weg des intensiven Düngens.

- nur mineralisch (den wasserlöslichen) Dünger für den Profianbau von Compo (gibts in rot blau grün spezial)
- durchlässiges Substrat
- pH Wert messen (Gießmedium)
- EC Wert einstellen
- Versuche mit Cocossubstrat - erstaunlich wieviel Feinwurzeln sich da bilden (auch vorort bei Hartmut M. so gesehen)
- bei fast jedem Giessen düngen entweder Giesswasser "angemacht" oder seit Neustem mit einem automatischem Mischer aus der Schweiz - Top Gerät
- giessen mit Brunnenwasser, eiskalt mit der Pumpe auch über Blätter
- Dünger, der Ph Wert senkt (wegen hoher Wasserhärte)
- Dünger NPK Wert angepasst und im Wechsel (sieh oben Compo rot blau grün ..)

Dies mach ich seit diesem Jahr mit sehr gutem Erfolg - nachdem mir der Ansatz den Dünger einfach oben drauf streuen zu ungenau war

Dh. heißt jedoch nicht, daß organischer Dünger nicht funktioniert

Gruß

Uli
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chris.p
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Re: Organisch - Mineralisch

Beitrag von chris.p »

schmieda hat geschrieben:Hallo Chris

Was mich noch interessieren würde, bringen die Teichbelüfterpumpen nachweislich eine höhere Sauerstoffkonzentration im Wasser?
In der Aquaristik werden diese Pumpen ja gern mal als "bringen nichts" abgetan (zumal sie im Aquarium noch das CO2 austreiben). Besser ist da wohl eine große Oberfläche des Wassers, denn da findet der Sauerstoffaustausch statt.
Eine (standard) Regentonne hat zu ihrem Volumen eine sehr kleine Wasseroberfläche. Ich habe eine Wasserwanne auf dem Balkon, das ergibt eine relativ (zur Regentonne) große Wasseroberfläche.
Oberfläche vergrößern bringt gar nichts.
Um Effizient Sauerstoff einzubringen brauchst du möglichst kleine Blasen und ein möglichst lange Kontaktzeit!
Weiterhin ist die O2 Aufnahme abhängig von Temperatur und Luftdruck
zwanziger
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Re: Organisch - Mineralisch

Beitrag von zwanziger »

Danke Chris,
für deine schnelle Antwort.
Ich wollte nur ein Foto, damit ich mir ungefähr vorstellen kann, wie groß die Blattmasse ist.
Ich wünschte ich könnte da mit halten.
Letztes Jahr hatte ich ein paar Ulmen (Shohins) , die in 5 Monaten 1m Triebe hatten.
Naja wenn das mit dem messen immer so einfach wäre.
Ich bin zu der Erkenntnis gekommen, wenn man von allem eine gleichbleibende größe erzeugen kann,
hatt man das Optimum an Wachstum.
(Feuchtugkeit, wärme, dünger)

Das einzigste,
was seit neuestem wegen der ganzen geschichte durch den Kopf geht ist:
Die hochgezüchteten Tomaten ausm Supermarkt sind groß Wässrig und schmecken einfach nicht so wie die von Oma und Opa.
Heißt das Sommerholz des Baumes ist in meinen Augen erheblich weicher und anfälliger gegen Parasiten als ohne Superfeeding.

Bitte korrigier mich wenn ich falsch liege
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chris.p
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Re: Organisch - Mineralisch

Beitrag von chris.p »

zwanziger hat geschrieben:Danke Chris,
für deine schnelle Antwort.
Ich wollte nur ein Foto, damit ich mir ungefähr vorstellen kann, wie groß die Blattmasse ist.
Ich wünschte ich könnte da mit halten.
Letztes Jahr hatte ich ein paar Ulmen (Shohins) , die in 5 Monaten 1m Triebe hatten.
Naja wenn das mit dem messen immer so einfach wäre.
Ich bin zu der Erkenntnis gekommen, wenn man von allem eine gleichbleibende größe erzeugen kann,
hatt man das Optimum an Wachstum.
(Feuchtugkeit, wärme, dünger)

Das einzigste,
was seit neuestem wegen der ganzen geschichte durch den Kopf geht ist:
Die hochgezüchteten Tomaten ausm Supermarkt sind groß Wässrig und schmecken einfach nicht so wie die von Oma und Opa.
Heißt das Sommerholz des Baumes ist in meinen Augen erheblich weicher und anfälliger gegen Parasiten als ohne Superfeeding.

Bitte korrigier mich wenn ich falsch liege
Auf keinen Fall der Austrieb ist genau richtig, nicht zu mastwüchsig und nicht zu schnell verholzend.
Liegt ganz einfach an der richtigen Düngermischung.
Bei Tomaten wird auf möglichst großes Fruchtfleisch gezüchtet, der geschmack und geruch wird nachträglich, wenn auch schlecht hinzugefügt.
Tomaten ist ja auch nur ein beispiel, ist vll. ein bisschen extrem!
grüße
Chris
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chris.p
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Re: Organisch - Mineralisch

Beitrag von chris.p »

zopf hat geschrieben:Hallo Chris
Ich fände es toll und sehr lehrreich, wenn Du beim BFF-Treffen
etwas über "Tomatenzucht" erklären würdest.
Die Zusammenhänge zwischen Stickstoff und Carbonathärte,
Nährstofffestlegung durch pH-Wert usw
das sind Themen die in meinen Augen wichtig sind.
mfG Dieter
Klar ist das wichtig Dieter!
da gibt es nur noch 2 Probleme
1.) ich mach eine Gestaltungsvorführung in Lippstadt.
2.) Ich bin nicht unbedingt wissenschaftlich ausgebildet und kann bei Detailfragen sicher nicht exakt Auskunft geben.
Ich würde mir ungerne die Blöße geben, etwas nicht zu wissen, da wohl wahrscheinlich bei solch einer Veranstaltung hochrangige wissenschaftlich ausgebildete Fachleute dabei sind, denen ´sicher nichts mehr Spaß machen würde als mich in der Luft zu zerreißen.
grüße Chris
zwanziger
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Re: Organisch - Mineralisch

Beitrag von zwanziger »

Ok,
danke Chris für diese sehr lehrreichen Zeilen.
Ich denk ich werd mich mal über das ganze informieren, ist für mich zwar unerschwinglich aber wer weiß :mrgreen:
Nächstes Jahr werd ich den für mich dritten faktor gleichbleibende wärme anpacken.
Styropor Kügelchen ins Subtrat und kleinere Bäumchen in Styrporkisten stellen und allesamt auf eine Schwarze Matte.
Ficusse gehen dann ab wie Schmitt´s Katze.

Hast du so was schon mal probiert?
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Martin_S
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Re: Organisch - Mineralisch

Beitrag von Martin_S »

Schaue ich mir gerne an Chris (habe eh noch ein paar Taler bei dir gut, gell :mrgreen:) , habe aber eben solche Tests mehr als genug selbst durchgeführt.
Meist mit dem Ergebnis: na ja.
Ich sage auch nicht das es schlecht ist, nur eben bei mir(!) bei weitem nicht so gut wie es gerne geschrieben wird.

Das ist wie mit "Waldleben". 5L habe ich verballtert und kann zeigen dass Orus die bessere Wahl ist. Egal. Davon eventuell später mal mehr.
Cocohum habe ich in einem Pot in einem anderen Spaghnum...Unterschiede? Für mich nicht erkennbar. Im Moos sind genau so reichlich frische Wurzel zu erkennen wie im Coco....

Sauerstoffgehalt im Gießwasser anheben: vor drei, kann auch vier Jahre her sein, ein ganzes Jahr getestet. Ergebnis: na ja. War mal ein heiß gehandelter Tipp eines uralten japanischen Azaleengärtners.....Kann ja sein das es da funktioniert....
Allerdings geht der Chemiefreak hier den Weg des Wasserstoffperoxids. Ist einfacher für mich gewesen und der Effekt, bedingt durch die maximal aufnehmbare Sauerstoffkonzentration in Abhängigkeit der Wassertemperatur ging in das Wasser gar nicht mehr Sauerstoff rein.... Wie gesagt, gebracht hatte es nicht viel.
OK. Das eine wurde bei mir auch nicht in Kombination mit dem anderen gemacht!

Alle Bäume die ich sonst habe, mal abgesehen von sowas wie einer Poti die mal vergessen wurde zu gießen, oder sonst ws was schwächelt, weil ich(!) einen Fehler beim gießen gemacht habe (ich kann mich nicht ständig drum kümmern!) wachsen meine Bäume mit dem herkömmlichen Zeug (Akadama, dein Zeug, Kyriu, Kanuma, Spahgnum, BioGold, Regen oder Brunnenwasser, Vitamin B1) aber auch super.... und da braucht man jetzt diese ganze Wissenschaft?
Wie gesagt. Ich schaue es mir gerne an. Eventuell mache ich ja was falsch :wink:

M
Beste Grüße
Martin

Lieber Querlüften als Querdenken!
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chris.p
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Re: Organisch - Mineralisch

Beitrag von chris.p »

Martin_S hat geschrieben:Schaue ich mir gerne an Chris (habe eh noch ein paar Taler bei dir gut, gell :mrgreen:) , habe aber eben solche Tests mehr als genug selbst durchgeführt.
Meist mit dem Ergebnis: na ja.
Ich sage auch nicht das es schlecht ist, nur eben bei mir(!) bei weitem nicht so gut wie es gerne geschrieben wird.

Das ist wie mit "Waldleben". 5L habe ich verballtert und kann zeigen dass Orus die bessere Wahl ist. Egal. Davon eventuell später mal mehr.
Cocohum habe ich in einem Pot in einem anderen Spaghnum...Unterschiede? Für mich nicht erkennbar. Im Moos sind genau so reichlich frische Wurzel zu erkennen wie im Coco....

Sauerstoffgehalt im Gießwasser anheben: vor drei, kann auch vier Jahre her sein, ein ganzes Jahr getestet. Ergebnis: na ja. War mal ein heiß gehandelter Tipp eines uralten japanischen Azaleengärtners.....Kann ja sein das es da funktioniert....
Allerdings geht der Chemiefreak hier den Weg des Wasserstoffperoxids. Ist einfacher für mich gewesen und der Effekt, bedingt durch die maximal aufnehmbare Sauerstoffkonzentration in Abhängigkeit der Wassertemperatur ging in das Wasser gar nicht mehr Sauerstoff rein.... Wie gesagt, gebracht hatte es nicht viel.
OK. Das eine wurde bei mir auch nicht in Kombination mit dem anderen gemacht!

Alle Bäume die ich sonst habe, mal abgesehen von sowas wie einer Poti die mal vergessen wurde zu gießen, oder sonst ws was schwächelt, weil ich(!) einen Fehler beim gießen gemacht habe (ich kann mich nicht ständig drum kümmern!) wachsen meine Bäume mit dem herkömmlichen Zeug (Akadama, dein Zeug, Kyriu, Kanuma, Spahgnum, BioGold, Regen oder Brunnenwasser, Vitamin B1) aber auch super.... und da braucht man jetzt diese ganze Wissenschaft?
Wie gesagt. Ich schaue es mir gerne an. Eventuell mache ich ja was falsch :wink:

M
genau auf die Antwort hab ich gewartet.
Falsch machst Du garantiert nichts oder nicht viel, aaaaaaaaaaaaaber weißt Du denn wie das aussieht wenn man alles oder fast alles richtig macht?????????????

grüße christian

PS. Das ganze hat überhaupt nix mit irgendwelchen Zaubermittelchen zu tun, die man trotz mangelhafter pflege irgendwo draufschüttet und alles ist gut.
So etwas braucht man mit der Tomatenmethode gar nicht, weil alles optimal kultiviert ist.
MerschelMarco
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Re: Organisch - Mineralisch

Beitrag von MerschelMarco »

chris.p hat geschrieben: Bei Tomaten wird auf möglichst großes Fruchtfleisch gezüchtet, der geschmack und geruch wird nachträglich, wenn auch schlecht hinzugefügt.
Tomaten ist ja auch nur ein beispiel, ist vll. ein bisschen extrem!
grüße
Chris
Über was ich mir bei dieser und ähnlichen Diskussionen schon öfter Gedanken gemacht habe:
Gibt es bei der Optimierung auf den maximalen Zuwachs/Ertrag nicht einen Punkt wo das Ganze umkippt. Chris, dein Beispiel von den Tomaten ist dahingehend bezeichnend. Die schauen toll aus, schmecken nach gar nix mehr, das sind bessere Wasserblasen; also alles nur noch Fasade.
Ist das alleinige Augenmerk auf maximale Wachstumsgeschwindigkeit evtl. ein Holzweg?
Was ist mit der Langlebigkeit solcher Pflanzen, Resistenz gegen Stressfaktoren oder Krankheiten, Holzstabilität, usw..? Gibt es da schon Erfahrungen?
Diese Pflanzen werden immer überversorgt, die haben nie gelernt mit Stressfaktoren umzugehen, dass könnte sich evtl. rächen.
Ich habe da noch keine Erfahrungswerte, aber nur mal so als Denkanstoss.

Grüße,
Marco
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holgerb
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Re: Organisch - Mineralisch

Beitrag von holgerb »

chris.p hat geschrieben:
zopf hat geschrieben:Hallo Chris
Ich fände es toll und sehr lehrreich, wenn Du beim BFF-Treffen
etwas über "Tomatenzucht" erklären würdest.
Die Zusammenhänge zwischen Stickstoff und Carbonathärte,
Nährstofffestlegung durch pH-Wert usw
das sind Themen die in meinen Augen wichtig sind.
mfG Dieter
Klar ist das wichtig Dieter!
da gibt es nur noch 2 Probleme
1.) ich mach eine Gestaltungsvorführung in Lippstadt.
2.) Ich bin nicht unbedingt wissenschaftlich ausgebildet und kann bei Detailfragen sicher nicht exakt Auskunft geben.
Ich würde mir ungerne die Blöße geben, etwas nicht zu wissen, da wohl wahrscheinlich bei solch einer Veranstaltung hochrangige wissenschaftlich ausgebildete Fachleute dabei sind, denen ´sicher nichts mehr Spaß machen würde als mich in der Luft zu zerreißen.
grüße Chris
Das kann ich verstehen und nachvollziehen, nicht jedem ist auf Anhieb klar und kann erklären warum NH4 den pH senkt und NO3 in anhebt. Dunkel ist es mir da aus der Chemie wieder in Erinnerung gekommen und so ganz kann ich das noch nicht nachvollziehen, dazu komme ich nochmal am Ende.
Problem 1 sehe ich genauso an, es wäre sicherlich sehr interessant über diese Methode Details zu erfahren, allerdings könnten wir schnell in die Schwulität geraten, daß das Programm überladen wird und keinr mehr so recht weiß wo er zuerst hin- bzw. weghören soll :wink: .
Mein Vorschlag wäre, das Abends bei ein zwei drei Bierchen im kleineren Kreise zu erörtern (wenn gewünscht).

Zurück zum Nitrat:

Hier habe ich eine nette Schülerversuchsreihe gefunden, in der Stickstoffkreislauf, pH und elektrische Leitfähigkeit ganz gut erklärt werden.
Vielleicht kann der Ein- oder Andere etwas damit anfangen...:

http://www.geographie.ruhr-uni-bochum.d ... kstoff.pdf

Was mir bei der Sache noch Probleme bereitet:

Pflanzen können zwar Ammoniumionen aufnehmen, bevorzugen aber das Nitrat. Ich würde sogar behaupten (so aus dem Bauch), daß Pflanzen fast ausschließlich Stickstoff ohne fremde Hilfe als Nitrat aufnehmen.
Ammoniumionen werden im Boden in zwei Schritten von Bakterien in Nitrat umgewandelt. Hier ist es sehr logisch, daß der erste Schritt den pH-Wert absenkt, da Wasserstoffionen gebildet werden(okay, das wird jetzt ziemlich chemisch):
2NH4+ + 3O2 + 2H2O -> 2NO2- + 4H3O+ (
andere Schreibweise dafür:
2NH4+ + 3O2 + 2H2O -> 2NO2- + 4 H2O + 4H+

und genau die 4 Wasserstoffionen sorgen für das Absinken des pHWertes: pH ist definiert als negativen dekadischer Logarithmus der Wasserstoffionenkonzentration. Der pH-Wert gibt also Auskunft über den Gehalt an Wasserstoffionen im Boden. in Zahlen entspricht ein pH 1: (kann ich nur ausschreiben, hochstellen geht hier nicht) 10hoch-1 mol/l. ausgeschrieben ist das 0,1 mol/l. Ein mol sind 6,023 * 10²³ Teilchen (ausgeschrieben: 60.230.000.000.000.000.000.000) Bei pH7 wären es dann 0,0000001 mol/l.

Mathematisch richtig zu schreiben wäre dann pH 7 = -log 10hoch-7 (aber das nur am Rande, weil zu speziell und eigentlich uninteressant)

Warum aber H3O+ und nicht H2O + H+? (Ich habe noch gelernt H+aq., aq. steht für aquatisiert)

In wässriger Lösung lagern sich um die Ionen Wassermoleküle an, weil diese Teilladungen aufweisen (Stichwort Dipol, kann man sich vorstellen wie die Erde mit +Pol und -Pol). Die Wassermoleküle lagern sich mit der negativen Seite an die H+Ionen an. Das ist keine feste Atombindung wie zwischen H und O in H2O, sondern nur eine Anlagerung durch die unterschiedliche Ladung. Deshalb H3O+.
Wissenschaftlich korrekt ist der pH also eine Maßeinheit für die H3O+ Komplexe.

Noch alle da? *schwitz* Jaja, Chemie hat viel mit Mathe zu tun, das habe ich dann im Abi auch gespürt.....

So und wenn man dann weiter grübelt, dann löst sich auch das Problem:

Nitrate sind Salze der Salpetersäure (HNO3), häufigstes abbauwürdiges,natürliches Vorkommen soll laut Wiki Natriumnitrat sein.
Als Dünger kennt man ja auch Kalisalpeter.
Wie es nun in Düngern vorkommt, weiß ich jetzt gerade nicht.

In wässriger Lösung dissoziiert das Salz (ich nehm' mal Natriumnitrat) in Na+ + NO3- (ja auch hier lagern sich Wassermoleküle an, ganz richtig, spar ich mir jetzt).
Jedes negativgeladene Nitratmolekül neutralisiert ein H+ - Ion, weshalb der pH-Wert dann steigt....

Daß ich das nach so langer Zeit noch auf die Reihe kriege....

Noch alle da? Alle Klarheiten beseitigt?

Die lange Überlegerei hat mir klar gemacht, daß in einem begrenzten Raum wie einer Bonsaischale und dem Substrat die Kontrolle des PH-Wertes viel wichtiger ist, als angenommen, wenn man denn irgendwo ans Optimum kommen will.

Die Depotdüngung mag für den Normaluser genügend sein, allerdings ist es ein Kompromiss aus "die Pflanze kriegt was" und "keine Gedanken machen".

Hmmm....

@MerschelMarco:

Die Pflanzen werden ja eben nicht überversorgt, sondern genau soviel, wie sie brauchen.



Was mich noch interessiert;

Wie sieht es mit den anderen eesentiellen Nährsalzen aus?
"The mind is like a parachute. It doesn't work unless it's open."
- Frank Zappa -
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chris.p
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Re: Organisch - Mineralisch

Beitrag von chris.p »

holgerb hat geschrieben:
chris.p hat geschrieben:
zopf hat geschrieben:Hallo Chris
Ich fände es toll und sehr lehrreich, wenn Du beim BFF-Treffen
etwas über "Tomatenzucht" erklären würdest.
Die Zusammenhänge zwischen Stickstoff und Carbonathärte,
Nährstofffestlegung durch pH-Wert usw
das sind Themen die in meinen Augen wichtig sind.
mfG Dieter
Klar ist das wichtig Dieter!
da gibt es nur noch 2 Probleme
1.) ich mach eine Gestaltungsvorführung in Lippstadt.
2.) Ich bin nicht unbedingt wissenschaftlich ausgebildet und kann bei Detailfragen sicher nicht exakt Auskunft geben.
Ich würde mir ungerne die Blöße geben, etwas nicht zu wissen, da wohl wahrscheinlich bei solch einer Veranstaltung hochrangige wissenschaftlich ausgebildete Fachleute dabei sind, denen ´sicher nichts mehr Spaß machen würde als mich in der Luft zu zerreißen.
grüße Chris

Das kann ich verstehen und nachvollziehen, nicht jedem ist auf Anhieb klar und kann erklären warum NH4 den pH senkt und NO3 in anhebt. Dunkel ist es mir da aus der Chemie wieder in Erinnerung gekommen und so ganz kann ich das noch nicht nachvollziehen, dazu komme ich nochmal am Ende.
Problem 1 sehe ich genauso an, es wäre sicherlich sehr interessant über diese Methode Details zu erfahren, allerdings könnten wir schnell in die Schwulität geraten, daß das Programm überladen wird und keinr mehr so recht weiß wo er zuerst hin- bzw. weghören soll :wink: .
Mein Vorschlag wäre, das Abends bei ein zwei drei Bierchen im kleineren Kreise zu erörtern (wenn gewünscht).

Zurück zum Nitrat:

Hier habe ich eine nette Schülerversuchsreihe gefunden, in der Stickstoffkreislauf, pH und elektrische Leitfähigkeit ganz gut erklärt werden.
Vielleicht kann der Ein- oder Andere etwas damit anfangen...:

http://www.geographie.ruhr-uni-bochum.d ... kstoff.pdf

Was mir bei der Sache noch Probleme bereitet:

Pflanzen können zwar Ammoniumionen aufnehmen, bevorzugen aber das Nitrat. Ich würde sogar behaupten (so aus dem Bauch), daß Pflanzen fast ausschließlich Stickstoff ohne fremde Hilfe als Nitrat aufnehmen.
Ammoniumionen werden im Boden in zwei Schritten von Bakterien in Nitrat umgewandelt. Hier ist es sehr logisch, daß der erste Schritt den pH-Wert absenkt, da Wasserstoffionen gebildet werden(okay, das wird jetzt ziemlich chemisch):
2NH4+ + 3O2 + 2H2O -> 2NO2- + 4H3O+ (
andere Schreibweise dafür:
2NH4+ + 3O2 + 2H2O -> 2NO2- + 4 H2O + 4H+

und genau die 4 Wasserstoffionen sorgen für das Absinken des pHWertes: pH ist definiert als negativen dekadischer Logarithmus der Wasserstoffionenkonzentration. Der pH-Wert gibt also Auskunft über den Gehalt an Wasserstoffionen im Boden. in Zahlen entspricht ein pH 1: (kann ich nur ausschreiben, hochstellen geht hier nicht) 10hoch-1 mol/l. ausgeschrieben ist das 0,1 mol/l. Ein mol sind 6,023 * 10²³ Teilchen (ausgeschrieben: 60.230.000.000.000.000.000.000) Bei pH7 wären es dann 0,0000001 mol/l.

Mathematisch richtig zu schreiben wäre dann pH 7 = -log 10hoch-7 (aber das nur am Rande, weil zu speziell und eigentlich uninteressant)

Warum aber H3O+ und nicht H2O + H+? (Ich habe noch gelernt H+aq., aq. steht für aquatisiert)

In wässriger Lösung lagern sich um die Ionen Wassermoleküle an, weil diese Teilladungen aufweisen (Stichwort Dipol, kann man sich vorstellen wie die Erde mit +Pol und -Pol). Die Wassermoleküle lagern sich mit der negativen Seite an die H+Ionen an. Das ist keine feste Atombindung wie zwischen H und O in H2O, sondern nur eine Anlagerung durch die unterschiedliche Ladung. Deshalb H3O+.
Wissenschaftlich korrekt ist der pH also eine Maßeinheit für die H3O+ Komplexe.

Noch alle da? *schwitz* Jaja, Chemie hat viel mit Mathe zu tun, das habe ich dann im Abi auch gespürt.....

So und wenn man dann weiter grübelt, dann löst sich auch das Problem:

Nitrate sind Salze der Salpetersäure (HNO3), häufigstes abbauwürdiges,natürliches Vorkommen soll laut Wiki Natriumnitrat sein.
Als Dünger kennt man ja auch Kalisalpeter.
Wie es nun in Düngern vorkommt, weiß ich jetzt gerade nicht.

In wässriger Lösung dissoziiert das Salz (ich nehm' mal Natriumnitrat) in Na+ + NO3- (ja auch hier lagern sich Wassermoleküle an, ganz richtig, spar ich mir jetzt).
Jedes negativgeladene Nitratmolekül neutralisiert ein H+ - Ion, weshalb der pH-Wert dann steigt....

Daß ich das nach so langer Zeit noch auf die Reihe kriege....

Noch alle da? Alle Klarheiten beseitigt?

Die lange Überlegerei hat mir klar gemacht, daß in einem begrenzten Raum wie einer Bonsaischale und dem Substrat die Kontrolle des PH-Wertes viel wichtiger ist, als angenommen, wenn man denn irgendwo ans Optimum kommen will.

Die Depotdüngung mag für den Normaluser genügend sein, allerdings ist es ein Kompromiss aus "die Pflanze kriegt was" und "keine Gedanken machen".

Hmmm....

@MerschelMarco:

Die Pflanzen werden ja eben nicht überversorgt, sondern genau soviel, wie sie brauchen.



Was mich noch interessiert;

Wie sieht es mit den anderen eesentiellen Nährsalzen aus?
Alter Schwede Holger,
jetzt hast Du Dir mit Deinem Ausflug in die Ammonifikation und Nitrifikation eine Menge Arbeit gemacht.

Das mit der Nährsalzverteilung ist ganz einfach. 10N+ xP+ 8K +x+x+x+x+x+x+x+x+x+x :?: :?: :?: :?: :?:

Also wichtig ist nur die Verteilung von N/K und die sollte 1/8,8 sein.
Wenn Du einen sog. Grunddünger nimmst hast Du immer genug von allen Nährsalzen und Spurenelementen mit dabei.
Selbst P ist immer ausreichend.
Im Grunddünger ist gar kein oder wenig N dabei.
Du richtest also die N-Menge ( je nach PH NH4 oder No3) die Du als Monostoff zufügst an der Kaliummenge im Grunddünger aus.
Alles gar nicht so schwer!

zu Marco:
speziell zum Thema Bonsai gibt es hier keine Langzeiterfahrungen, aber was im deutschen Erwerbsgartenbau so gemacht wird kann ja auch nicht so falsch sein.
Also ich setze meine Pflanzen keinen absichtlichen Stress aus um sie dadurch härter zu machen. Stress bedeutet Einsatz von Resourcen und die fehlen später für das Wachstum.

grüße
Chris
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