schmieda hat geschrieben:Dieses Thema entstand aus Organisch - Mineralisch
Hallo
Ich habe mich nochmal etwas belesen, zumindest habe ich es versucht. Es ist ja schon ziemlich komplex. Daraus ergibt sich ein "Sack voller Fragen".
Ich würde das Thema langsam angehen, angefangen bei der Leitfähigkeit.
Meine Idee mit der Düngelösung (Wasser plus Wochenration Dünger/7) klingt, bei täglicher Verwendung, logisch. Wenn ich aber wöchentlich Dünge, wird die Konzentration so sein, das ich die Pflanzen bei der Menge nicht "verbrenne", da ja eine relativ hohe Konzentration einmalig gegeben wird. Das kann aber bei täglicher Anwendung (Konzentration/7) schon wieder zu wenig sein. Also sollte ich vielleicht doch ein Leitwertmessgerät benutzen. Solange es kein Kombigerät bzw. ein ultragenaues Laborgerät ist, gibt es die wirklich relativ günstig.
Bei täglicher Düngung, von welchem EC reden wir da eigentlich? Wenn ich danach suche, komme ich nur in irgendwelchen Hanfforen raus, und die sind bei einem EC von 0,8 mS/cm.
Ich gehe jetzt mal von einem EC zwischen 0,5 bis 1,5 (mS/cm) aus, also sollte ich doch mit einem Gerät von 0 - 1999 µS/cm (Auflösung 1µS/cm), also einem EC von 0 - 2 mS/cm, gut beraten sein, oder?
Ich habe mir noch ein anderes Gerät rausgesucht, geht von 0 - 19,99 mS/cm (Auflösung 0,01mS/cm, also das 10fache). Würde das auch reichen bzw. wäre "alltagstauglicher"?
Den Salzgehalt der Düngerlösung bekomme ich ja direkt aus dem EC Wert, oder? Ich habe zumindest gelesen, dass der TDS (Total dissolved solids in mg/l) in Lösungen direkt proportional zur Leitfähigkeit ist.
TDS (in ppm = mg/l) x 0.64 = EC (in mS/cm)
Die Sache mit dem PH Wert würde ich dann vielleicht danach angehen wollen.
Für die Beantwortung meiner Fragen bedanke ich mich schon mal.
PS: Laut meinen Wasserwerken hat unser Leitungswasser 610 µS/cm, also einen EC von 0,61 mS/cm, und einen PH von 7,73 (gemessen mit Aquarienzubehör hab ich es mit glatt 7).
OK , Schmieda
auch wenn es viel Arbeit macht ich versuch mal alle Punkte nach und nach zu (mit meinen unbedarften Mitteln) zu erklären, ist aber alles ohne Gewähr.
LEITFÄHIGKEIT (Salzkonzentration)
Die Salzkonz. gemessen als EC Wert kommt begriffstechnisch aus der landwirtschaft, in der Labortechnik wird allgemein von Leitfähigkeit gesprochen. Die Einheit mS/cm ist etwas blöd da sie nicht gut gegenständlich erklärt werden kann(Ich könnte schon lass es aber lieber).
Man kann über den gemessenen LF/EC wert aber Rückschlüsse auf die gesamtsalzkonz. schließen, hierzu multipliziert man einfach den gemessenen LF Wert mal 0,58. So erhält man eine ausreichend genaue Summe seiner Gesamtsalzkonz. in mg/l im medium.
Das ganze hilft aber nicht wenn man nicht weiß das empfindliche Pflanzen( wir bleiben bei denen, dann kann mit den anderen gar nichts falsch machen) nicht mehr als 500mg/l Salz vertragen ohne das sie ihr Wachstum reduzieren.
Wenn wir also von Schmiedas Wasser ausgehen ( falls es nicht zu hart ist, das ist aber ein anderes Thema) und eine LF von 610mikrosiemens/ cm annehmen so haben wir eine Grundlast von 353mg/l Salz im Wasser.
Dieser Wert ist schon ganz schön hoch und lässt nur eine eine Nährstoffzugabe von ca 150 mg/l zu. Andersrum gerechnet wäre ein EC-Wert von 0,9-1 also optimal.
Schauen wir uns mal eine Analyse von Trinkwasser etwas genauer an.
2 salzionen sind dabei enorm wichtig das sind Na+ und Cl-.
Mit 150mg/l je Inhaltsstoff in der EU Trinkwasserverordnung als maximalwert angegeben.
Leider zieht bei diesen salzen der Spruch "Was für den menschen gut ist, ist es für Pflanzen allemal" überhaupt nicht. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen das Pflanzen beide Ionen nur bis 50mg/l gut vertragen ohne Ihr Wachstum zu reduzieren. Leider wird dieser Wert bei heutigen Trinkwassern oft übertroffen. Da hilft nur verschneiden mit enthärteten Wasser (Regenwasser).
Alle anderen Salze sind bis auf die Sulfate nur als Härtebildener( wird noch ganz wichtig) im Wasser vorhanden.
Nun zum Meßgerät:
Auf dem Markt gibt es unzählige Geräte zum messen des EC/LF-Wertes.
von Analysequalität bis Pocketgerät. Für uns, die wir Messungen im Boden und im Flüssigmedium durchführen wollen, reicht ein Pocketgerät das aber eine Bodenelektrode haben muss, so etwas gibt es unter 100€.
Der Messbereich sollte auf jeden Fall relativ eng gestellt sein das man 0-2000 mikrosiemens messen kann. Die genauigkeit sollte bei +/-50 liegen.
Ich hoffe alle Fragen zu diesem Thema beantwortet zu haben.
Ich würde sagen wir machen mit dem Härtegrad des Wassers weiter Schmieda?
Stell Deine Fragen und wir spielen das Spiel weiter!
grüße
Chris