Ich möchte hier einmal am Beispiel meines chin. Ligusters zeigen, dass nicht jeder Unfall so tragisch ist, wie es anfangs scheint. Den Baum habe ich seit Anfang 2007, er stammt natürlich aus einem Baumarkt und gehört wirklich zum "harten Kern" meiner Sammlung. So sah der Gute aus nachdem ich ihn das erste Mal gestaltet hatte: Im Herbst des darauf folgenden Jahres hatte sich der Baum gut entwickelt (für meine Begriffe seinerzeit). Auch wenn er schief stand und die typische 2D-Anfänger-Krankheit deutlich zu erkennen ist, war ich stolz auf mein Werk. Dieses Foto habe ich imho sogar in meinem Fachbeitrag über diese Baumart verwendet:
Tja, und dann war es passiert. Beim Umtopfen eine ungeschickte Handbewegung gemacht und knack... war die Spitze ab.
Dieses Unglück geschah natürlich nicht ohne Grund. Die typische Schnittstelle auf dem ersten Bild, entlarvt fast jeden Baumarkt-Bonsai. Da die Dinger im Akkord gezogen werden ist für Dinge wie Wundverschluss, saubere Schnitte, Wunde aushöhlen etc. natürlich keine Zeit. Also ist das Holz, ausgehend von dem offenen Stumpf, immer weiter verfault. Bis die Spitze eigentlich nur noch von der Rinde gehalten wurde. Bis dahin zumindest.
Seit diesem Jahr habe ich endlich wieder mehr Zeit für meine Bäume. Außerdem kam Walters Dünger-Artikel genau zum richtigen Zeitpunkt. (Pflichtlektüre für jeden Anfänger!) Wie bei all meinen Bäumen war der Zuwachs wirklich enorm und ich bin mit dem Ergebnis mehr als zufrieden:
Jetzt sieht der Baum nicht mehr wie typische Baumarkt-Ware aus und entwickelt sich langsam in einen Liguster-Bonsai. Mit flacher, weit ausladender Krone, also fast wie "in echt". :D
Über Feedback, Kritik und Schalenvorschläge würde ich mich sehr freuen.
Beste Grüße
Markus
