A propos Lavagranulat : Wusstet ihr, daß es mehr als 2 Sorten Akadama gibt ? Und daß es ein natürliches Akadama gibt das fast identisch mir unserem Vulkan/Lavagestein ist ?
Bei uns in Europa denkt man, es gebe nur zwei Sorten Akadama (das mit dem doppelstreifen und das andere). Aber diese beiden Sorte sind niedrige Qualität im Vergleich zum natürlichen Akadama, daß aus den japanischen Steinbrüchen kommt und dessen Kern sehr dunkel ist und genauso hart wie unser europäisches Vulkangestein. Dieses Akadama ist selten und teuer. Und man findet es kaum in Europa. Das was wir Akadama nennen, und das wir hier kaufen, ist nur gepresster und erhitzer "Akadama-Rest" (außerhalb der Gebiete in Japan wo das seltene natürliche Akadama zu finden ist, gibt es große Mengen an Erden die das Ende des Degradationsprozesses von natürlichen Akadama sind - und aus dieser "Erde", durch pressen und erhitzen, fabriziert man das was wir hier als Akadama kennen...).
Nur so zur Information.
Viele Grüße,
Thierry
"A juniper without jin is like a dog without fleas : not natural..." - John Naka
Wieder sehr ausführlich!
Macht immer wieder spaß von dir zu lesen.
Und aus dem Grund,
kann ich einfach nicht verstehen,
warum Erde aus Japan importiert wird, obwohl wir hier die selbe Qualität erreichen können.
Vor ein paar Jahren hab ich in meiner Heimat Thüringen etwas über Zeolith Gestein gelesen,
an einem nicht mehr aktivem Vulkan und ein halbes Jahr später gibtz das plötzlich aus Frankreich.
Zwanziger,
Zeolith gibt es schon länger in jedem halbwegs gut sortieren Aquarium-/Zoofachhandel. Das ist aber teilweise teurer wie ein Sack Akadama.
Lavagranulat, mit etwas größerer Körnung als das Streugut, ist auch als Teichzubehör im Gartencenter für wenig Geld erhältlich (15-20L für ca. 8,-€).
Du musst den Asphalt deiner Annehmlichkeiten verlassen
und dich in die Wildnis deiner Intuition begeben...
Was es dort für dich zu entdecken gibt,
ist etwas Wunderbares - nämlich dich selbst.
Stimmt Honey,
da ich dieses Jahr gesehen hab wie sich Wurzeln in Bims entwickeln,
bin ich neugierig auf Chabasai geworden schon allein wegen der Werbung muss ichs ausprobieren.
Mit Lava hatte ich noch nich so gute Erfolge.
So lansam entwickeln sich meine Erdmischungen. :D
runger hat geschrieben:Nein! Lavagranulat ist strukturstabil, Seramis aber nicht.
Das habe ich jetzt hier schon mehrmals gelesen, verstehe es aber nicht ganz - bei allem, was ich in Seramis gesehen habe (das waren allerdings Topfpflanzen, die im Zimmer standen, also frostfrei), waren die Körnchen noch nach Jahren unverändert. Unter welchen Umständen gehen die kaputt?
Ich werd deine Frage nochmal aufgreifen, was das Zersetzen von Seramis betrifft. Seramis ist ein Abfallprodukt aus der Ziegelindustrie, was man dann als Pflanzgranulat für Hydrokultur entdeckt hat. Ziegel bestehen im Normalfall aus Ton, z.T. etwas Lehm, Sandanteilen, Schamotte usw., die ganzen Schalenfreaks wissen wovon ich rede. Dieses Tongemisch wird nun zu kleinen Wüstchen gepresst die dann zu Granulat zerkleinert und bei einer bestimmten Temperatur gebrannt werden (ich glaube das ist so ca. das, was man als Schrühbrand bezeichnet 800-900°C ?). Seramis ist aber dafür ausgelegt, Wasser aufzunehmen (Porenvolumen) und es bei Bedarf wieder abzugeben. Das sollte für die Zimmerpflanzengärtner das häufige Giessen ihrer Pflanzen reduzieren. Um diese Wasser-Aufnahmefähigkeit zu erhalten, darf der Ton aber nicht so hoch gebrannt werden, dass die äußere Schicht des Granulates sintert und somit wasserdicht ist. Zum Problem wird die Wasseraufnahmefähigkeit erst, wenn Frost-Tauwetter-Wechsel dazukommen. Das Seramis friert einfach kaputt. Meine Erfahrung damit ist aber ähnlich, wie hier schon berichtet wurde.Es bleibt lange genug stabil, zumindest bei reglemäßigem Umtopfen. Ich habe Seramis in meinen Substraten auch schon beigemischt,weil ich kein Akadama hatte, verwende jetzt aber Schallschutzschüttung im Gemisch mit Torf. Pur verwende ich Seramis nur bei Zimmerpflanzen, und das mit Erfolg bzw. ohne Mißerfolg. Ich hoffe ich konnte dir damit etwas Info geben. Die Anderen können natürlich korrigierend eingreifen, wenn es nötig ist.
Gruß, Marco
"Eines ist sicher! Nichts ist sicher! Nicht einmal das ist sicher!" Ringelnatz (bin mir aber nicht sicher)
Marco Manig hat geschrieben:verwende jetzt aber Schallschutzschüttung im Gemisch mit Torf
Schallschutzschüttung : Was ist das ?
Und welche Eigenschaften hat das ? (in Bezug auf Bonsai, also: Wasseraufnahmefähigkeit, Sauerstoff-Prozentsatz/-Gehalt, Beschaffenheit, Dichte, CEC-Austauschfähigkeit, usw)
LG,
Thierry
Viele Grüße,
Thierry
"A juniper without jin is like a dog without fleas : not natural..." - John Naka
Thierry hat geschrieben:Sehr interessant Marco.
Danke.
Eine Frage :
Marco Manig hat geschrieben:verwende jetzt aber Schallschutzschüttung im Gemisch mit Torf
Schallschutzschüttung : Was ist das ?
Und welche Eigenschaften hat das ? (in Bezug auf Bonsai, also: Wasseraufnahmefähigkeit, Sauerstoff-Prozentsatz/-Gehalt, Beschaffenheit, Dichte, CEC-Austauschfähigkeit, usw)
LG,
Thierry
Hallo Thierry,
Was das ist, haben dir die anderen ja schon beantwortet. Zu Wasseraufnahmefähigkeit, o2-Prozentsatz und den ganzen anderen Zahlen kann ich dir leider keine Auskunft geben, da es sich um ein Produkt der Bauindustrie handelt was für Bonsai nur "mißbraucht" wird. Maxit hat es aber auch schon als "Multisubstrat" verkauft, leider ist aber die Seite für die Produktbeschreibung nicht mehr vorhanden. Von der Beschaffenheit ist es gebrochener Blähton, somit steht auch ein großes Porenvolumen zur Verfügung. Es ist auf jeden Fall höher gebrannt als Seramis, da die Blätonkügelchen gesintert werden und dadurch auch frostsicher sind.Die Schallschutz-Variante wird verwendet, da die normale Trockenschüttung nicht gebrochen ist, sondern aus ganzen Kügelchen besteht. Ich denke, das es bei diesem Substratbestandteil nicht so sehr auf das Vermögen zur Wasseraufnahme und -speicherung ankommt, sondern eher auf die gute Belüftung des Substrates durch den Blätonbruch. Die Wasseraufnahme und -speicherung übernehmen die anderen Anteile des Substrates wie Torf oder Akadama oder ähnliches. Als Substrat allein kann man die Schüttung für unsere Zwecke glaub ich nicht gebrauchen. Seramis ist ja eigentlich eher für eine pure Anwendung gedacht und muss daher alle Eigenschaften besitzen.
Vielleicht hab ich ja mal Muße und kann die Aufnahmefähigkeit des Blähtonbruches bestimmen, aber ich glaube die Aufnahme von Wasser ist in dem Fall schon schwierig.
Weitere Infos findest du hier.
Gruß, Marco
"Eines ist sicher! Nichts ist sicher! Nicht einmal das ist sicher!" Ringelnatz (bin mir aber nicht sicher)
Sehr interessant Marco. Danke.
Dürfte man erfahren woher du das alles weißt ?
Mir ist übrigens, nachdem ich gestern deine erste ausführliche Erklärung gelesen hatte, was eingefallen : Frostresistenz der Substrate. Da gibt's, meiner Meinung nach, recht wenige Infos. Oder ? Würde mich mal interessieren genauere Infos zur Frostresistenz der Substrate zu finden. Nur anhand von Beobachtungen ist mir bisher aufgefallen, daß weder Seramis noch Akadama sehr frostresistent sind, dagegen aber Lavagranulat extrem gut frostresistent. Und diese Frostresistenz ist m.E. kein Risiko, daß wir zu gering schätzen sollten...
Gruß,
Thierry
Viele Grüße,
Thierry
"A juniper without jin is like a dog without fleas : not natural..." - John Naka