Lavagranulat=Seramis austauschen

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runger
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Re: Lavagranulat=Seramis austauschen

Beitrag von runger »

holgerb hat geschrieben:
camaju hat geschrieben:Nur mal angemerkt. War heute im hiesigen Raiffeisenmart. Lavagranulat als Streugut, das mit dem blauen Engel. 20 Kg - 11.- euro
finde ich ziemlich teuer.....
Ja, finde ich auch.
Man sollte bis Ende des Winters warten. Um die Paletten zu leeren verschleudern die Märkte das Zeug dann oft um mehr als die Hälfte.
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runger
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Re: Lavagranulat=Seramis austauschen

Beitrag von runger »

Thierry hat geschrieben: ... Nur anhand von Beobachtungen ist mir bisher aufgefallen, daß weder Seramis noch Akadama sehr frostresistent sind, dagegen aber Lavagranulat extrem gut frostresistent. Und diese Frostresistenz ist m.E. kein Risiko, daß wir zu gering schätzen sollten...

Gruß,

Thierry
Hallo Thierry, nichts anderes wollte ich in meinem Beitrag am Anfang dieses Threads dazu gesagt haben, als dass Lavagranulat eben strukturstabiler als Akadama, Kanuma und Seramis ist.
Wer einmal einen Baum aus verdichtetem Material eines dieser drei Substrate befreien musste, weiß wovon ich rede.
Beton ist nur wenig härter.
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Honey
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Re: Lavagranulat=Seramis austauschen

Beitrag von Honey »

Thierry hat geschrieben:Es gibt auch ein einfaches Rezept um die Stabilität/Dauerhaftigkeit zu erhöhen (vorausgesetz man hat nur wenige Bäume) : im Ofen backen.
Funktioniert zB bei Akadama recht gut : wird sehr hart.
Kann man genauso bei Seramis machen : im Ofen backen.
Nur ob die Substrate nach dem Backen noch ihre besonderen Eigenschaften behalten ist eine andere Frage...
Da ich von Natur aus ein neugieriger Mensch bin, habe ich heute eine Hand voll weichem Akadama bei 250° in den Ofen gesteckt :mrgreen:
Zwar habe ich es nur für wenige Minuten gebacken, aber es ist tatsächlich etwas strukturstabiler geworden und hat auch im Vergleich mehr Wasser aufgenommen (da war es zwar noch warm, aber der Unterschied sollte trotzdem nicht sonderlich groß sein).
Nachteil: es hat nun eine sanfte Note von verbranntem Plastik *crazy*

Für weitere Messwerte fehlt mir leider das nötige Zubehör.
Du musst den Asphalt deiner Annehmlichkeiten verlassen
und dich in die Wildnis deiner Intuition begeben...
Was es dort für dich zu entdecken gibt,
ist etwas Wunderbares - nämlich dich selbst.
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Marco Manig
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Re: Lavagranulat=Seramis austauschen

Beitrag von Marco Manig »

Thierry hat geschrieben:Sehr interessant Marco. Danke.
Dürfte man erfahren woher du das alles weißt ?
Das ist angewandtes Halbwissen. Also mehr Schlussfolgerungen als wissenschaftlich fundiert. Ich habe in meinem Studium zum Bauingenieur so 1-30 Vorlesungen in Baustoffkunde gehabt und selbst auch schon mit der Maxit-Schallschutzschüttung auf Baustellen gearbeitet (Fußbodenausgleich in der Altbausanierung z.Bsp.). Die Materialien müssen dafür bestimmte Eigenschaften besitzen, z.Bsp. Druckfestigkeit (deshalb auch bis zum sintern gebrannt), Wärmedämmeigenschaften (Luftporen in den gebrannten Kügelchen), Schallschutzeigenschaften (gebrochene Kügelchen, damit eine Verdichtung der Schüttung möglich ist => Gewicht=Luft-Schallschutz). Bei allen diesen Eigenschaften muss die Blähtonschüttung aber am meisten von allen Eigenschaften die Strukturstabilität haben, damit keine Setzungen im Fußbodenaufbau entstehen. Durch die Verwendbarkeit des Materials schließe ich auf eine entweder geringe bis gar keine Wasseraufnahmefähigkeit (Jürgen hat das Gegenteil bewiesen) oder die Fähigkeit zu einer schnellen Abgabe des gespeicherten Wassers bzw. eine geringe Speicherfähigkeit über längere Zeit (was zu beweisen wäre). Im Betonlabor hab ich mal im Praktikum mittels der Darr-Methode (Beton "kochen" bis zur Massekonstanz) feststellen müssen, wieviel Wasser ein Betonrezept enthält, im Verhältnis zu Zement und Zuschlagstoffen.
Diese Darr-Methode kann man aber auf Jürgens Experiment fortführen, indem man über eine bestimmte Zeit unter einer bestimmten Temperatur (z.Bsp 25°C) beobachtet, wann sich Massekonstanz, also reines Maxit ohne Feuchtigkeit, einstellt. Konstante Luftfeuchtigkeit und Luftdruck sind von Vorteil. Wichtig ist dafür die Festlegung so vieler Faktoren wie möglich, um aussagekräftige Werte zu bekommen. Laborbedingungen also. Ich glaube aber, dass es so genau dann doch nicht sein muss.

(Ich warte ja darauf, dass mich jemand berichtigt, falls was falsch ist. :wink: )
Thierry hat geschrieben:Mir ist übrigens, nachdem ich gestern deine erste ausführliche Erklärung gelesen hatte, was eingefallen : Frostresistenz der Substrate. Da gibt's, meiner Meinung nach, recht wenige Infos. Oder ? Würde mich mal interessieren genauere Infos zur Frostresistenz der Substrate zu finden. Nur anhand von Beobachtungen ist mir bisher aufgefallen, daß weder Seramis noch Akadama sehr frostresistent sind, dagegen aber Lavagranulat extrem gut frostresistent. Und diese Frostresistenz ist m.E. kein Risiko, daß wir zu gering schätzen sollten...

Gruß,

Thierry
Frostresistenz hängt zum einen von der Fähigkeit zur Aufnahme und Abgabe von Wasser ab, zum anderen von mechanischen Belastungen (z.Bsp. Frostaufbrüche bei Straßendecken, Stichwort "Eislinsenbildung") und von den dazugehörigen Temperaturwechseln. Ich bin der Meinung, dass dabei die Anzahl und Homogenität der eingeschlossenen Luftporen eine wesentliche Rolle spielt. Stoffe mit vielen kleinen, ungefär gleich großen Luftporen sind weniger frostresistent als Stoffe mit vielen unterschiedlich großen Luftporen. Durch die Anomalie des Wassers bedingt, dehnt es sich anders als andere Stoffe bei Kälte aus. Die Inhomogenität ( *finger* ) der Stoffe mit den vielen unterschiedlich großen Luftporen gibt dem Eis damit sozusagen Raum zum ausdehnen, weil nicht alle Poren gleichmäßig gefüllt sind, es kommt daher nur zu wenigen Frostabsprengungen. Homogene Stoffe wirken dagegen wie ein Schwamm und nehmen auch homogen Wasser auf, es sind dann sozusagen alle Luftporen gleichmäßig mit Wasser gefüllt (Sättigung). Eis kann sich somit nicht ausdehnen. Bei Bonsaischalen versucht man möglichst homogene Strukturen (mikroskopisch) zu bekommen und diese dann zu sintern, damit möglichst wenig Wasser in das Material eindringen kann. Abplatzende Glasuren sind ein Spannungsproblem zwischen zwei unterschiedlichen Materialhärten.

Schlußfolgerung: Man erhält Frostresistenz entweder, wenn man das Eindringen und Speichern von Wasser verhindert, oder Homogenität in der Struktur der Stoffe selbst vermeidet. Schuld an allem ist das gespeicherte Wasser.

By the Way, dein Link zur Frostfestigkeit funktioniert leider bei mir nicht.

@Honey: Fortschritt benötigt Neugier! :D
Gruß, Marco

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Thierry
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Re: Lavagranulat=Seramis austauschen

Beitrag von Thierry »

Wieder einmal SEHR interessant und lehrreich.
Danke Marco.
Ich muß mir das im Kopf zergehen lassen und einmal intensiv drüber nachdenken. Hum. Sehr interessant. Das würde einiges erklären, was ich beobachtet habe aber nie "wissenschaftlich" erklären konnte weil mir deine Fachkenntnisse aus dieser Bereich fehlen.
Marco Manig hat geschrieben:By the Way, dein Link zur Frostfestigkeit funktioniert leider bei mir nicht.
Das war kein Link sondern nur unterstrichen. :wink:

Viele Grüße,

Thierry
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Thierry

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Re: Lavagranulat=Seramis austauschen

Beitrag von Thierry »

Marco, eine Frage : bei den Substraten, die wir hier haben, meine Frau und ich, habe ich sehr unterschiedliche Reaktionen auf Frost gemerkt, könnte ich dir da mal genauer fragen, wie diese Unterschiede "physisch-gesetzmässig" erklärbar wären anhand von genaueren Angaben (Substramischungen) und anhand von Beobachtungen ? (also nicht laborbedingte Beobachtungen)

Viele Grüße,

Thierry

P.S.: Ich mache dann einen neuen Thread auf
Viele Grüße,
Thierry

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Marco Manig
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Re: Lavagranulat=Seramis austauschen

Beitrag von Marco Manig »

Thierry hat geschrieben:
Marco Manig hat geschrieben:By the Way, dein Link zur Frostfestigkeit funktioniert leider bei mir nicht.
Das war kein Link sondern nur unterstrichen. :wink:

Viele Grüße,

Thierry
Ah, ja. OK. :)

Thierry hat geschrieben:Marco, eine Frage : bei den Substraten, die wir hier haben, meine Frau und ich, habe ich sehr unterschiedliche Reaktionen auf Frost gemerkt, könnte ich dir da mal genauer fragen, wie diese Unterschiede "physisch-gesetzmässig" erklärbar wären anhand von genaueren Angaben (Substramischungen) und anhand von Beobachtungen ? (also nicht laborbedingte Beobachtungen)

Viele Grüße,

Thierry

P.S.: Ich mache dann einen neuen Thread auf

Na wenn ich dir da helfen kann, dann gern. Erwarte aber bitte nicht zuviel, ich denke die Anderen sind da genauso gefragt. Ich freue mich aber auf eine Diskussion zu diesem Thema. Ich hatte auch gerade drüber nachgedacht, dieses Thema in einem neuen Thread näher zu beleuchten.
Gruß, Marco

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Thierry
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Re: Lavagranulat=Seramis austauschen

Beitrag von Thierry »

OK super. Danke Marco.
Ich werde dann morgen mit meinen Tests anfangen (wollte sowieso diesen Winter diverse Substratmischungen auf ihre Frostresistenz "testen" und mit den Substratmischungen vergleichen die wir bei unseren Bäumen derzeit haben).
Werde dann den neuen Thread gegen ende der Woche öffnen.

Viele Grüße,

Thierry
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Thierry

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