Globuli bei Bonsai...oder Spinnmilben adé

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
MerschelMarco
Beiträge: 1621
Registriert: 20.05.2007, 10:43

Re: Globuli bei Bonsai...oder Spinnmilben adé

Beitrag von MerschelMarco »

avicenna hat geschrieben: p.s. ... Also bei meinen Bäumen die von Spinnmilben befallen sind hilft oft, wenn ich bei Vollmond auf einem Bein rückwärts um sie herum hüpfe. Möglicherweise stört sie ja das Schwingungsgefüge oder die Energieflüsse ... oder so ... irgendwie ... ich weiß es auch nicht ... aber es scheint geholfen zu haben ... also hüpfe ich kräftig ... des nachts ... bei Vollmond ... so bei Spinnmilbenbefall ... :D .
Also avicenna,
hast du es mal schulmedizinisch gesehen mit stationärer Psychotherapie versucht? :wink:

In meinem Bekanntenkreis gibts einige esotherisch veranlagte Menschen. Was da zum Teil für ein hanebüchener Bullshit kursiert spottet jeder Beschreibung. Da scheint z.T. jegliche kritikfähigkeit abhandengekommen sein. Und wie Ulf schon sagte, disskutieren ist nicht.

Bei Homöopathie sehe ich das Ganze entspannter, ein paar Kugeln einwerfen, fertig. Kein Tamtam drumrum, oder pseudoreligiöses getue.
Als Pragmatiker denke ich mir, wenns hilft passts! Ob das jetzt Placebo- oder was auch immer -effekt ist, wurscht wenns hilft.
Den Wissenschaftler in mir beunruhigt das. Nicht erklärbar heißt hochgradig skeptisch bleiben und immer hinterfragen.
Das wechselt so hin und her.
Nun wurde ich blöderweise schon selbst Opfer einer positiv verlaufenden homöopathischen Behandlung, obwohl ich wirklich nicht daran glaubte.
Von daher würde ich jetzt Globulis nicht in eine Ecke der Scharlatanerie stellen, wo sie nicht hingehört und sie entsprechend veräppeln.

Deutliche Skepsis sollte aber schon erlaubt sein.

Grüße,
Marco
Benutzeravatar
avicenna
Beiträge: 2307
Registriert: 04.08.2009, 22:29
Wohnort: niedersachsen ... emsland

Re: Globuli bei Bonsai...oder Spinnmilben adé

Beitrag von avicenna »

Hallo Marco,
ich habs schulmedizinisch-psychotherapeutisch schon versucht. Der Therapeut sagte ... wenns hilft, soll ich ruhig weiterhüpfen ;-) und dann war die Sitzung in der Gruppe nach vielem Reden, spannenden Selbstbeobachtungen, tollen Geschichten von Wirkungen bei Tieren und bei vielen Menschen und so ..., spannenden Berichten über Magnetfeldeinflüsse, Wasseradern unter dem Schlafplatz, Energieflüssen bei besonderen Sternenkonstellationen, irren Energieübertragungen die mit allen bereits bekannten Messmethoden des Max-Plank-Institutes für physikalische Messmethodik nicht nachweisbar waren aber dennoch "irgendwie" so wirkten etc., schnell vorüber ... und nu hüpfe ich eben weiter ;-) variiere aber im Selbstversuch einen spontanen Beinwechsel und beobachte dabei die Wirkung auf Birnengitterrost ;-). Mal sehen wie sich mein betroffener Juniperus nach dem nächtlichen Hüpfen im April -Mai verhält ;-)

Spass beiseite ...
ich bin schon der Meinung, dass es einen Schlüssel gibt , mit dem man unserer Immunsystem aufschließen und zur Aktivität bringen kann, so wie es die Natur seit langer Zeit im Rahmen der evolutionären Entwicklung praktiziert hat und es auch zu funktionieren scheint ( denken wir nur an die Berichte von Spontanremissionen bei infausten Prognosen etc.).
Was nun dieser Schlüssel sein kann, liegt im eigenen Schloß in unserem Gehirn oder wo auch immer. Das Gehirn ist mit unseren immunstoffproduzierenden Zentren wie Lymphknoten etc. nervös verbunden ... .
Bei dem einen kann es das nächtliche Hüpfen sein ;-), bei dem anderen das Hahnenblut das einem bei Vollmond über den Kopf geschüttet wird, bei wiederum anderen können es Globuli sein die nichts von dem Wirkstoff beeinhalten etc.. Hauptsache ist, dass der Schlüssel ins Schloss paßt und etwas aktiviert werden kann.
Nur spielt sich dabei alles im Rahmen eines vermeintlichen " Schlüsselpassungseffektes" ab, d.h., der Klient muss den Eindruck für sich intern entwickeln, dass eine Aktion in der Lage sein kann, das Schloß aufschließen zu können.
Bei Tieren sehe ich hier den Effekt in der Betreuungszeit den man den kranken Tieren widmet, wenn man überhaupt eine Wirkung einer Globuligabe oder ähnliches initiiert hat.
Bei Pflanzen kann es sicher ähnlich sein, wo hingegen hier nicht die wahrgenommene Fürsorge eine Rolle zu spielen scheint, sondern eher der Nebeneffekt eines genauer Hinsehens und der daraus folgenden Aktion einer Vermeidung schadender Einflüsse etc.

Also, dem Spruch ... Wer heilt hat Recht ... würde ich zustimmen, solange es demjenigen, der diese Einwirkungen über sich ergehen läßt, keinen Schaden zufügt.

Folge daraus ... ich hüpfe weiter wenns Vollmond ist und wechsele nun ab und zu das Bein ;-)
saludos
avicenna
Zuletzt geändert von avicenna am 13.02.2010, 10:20, insgesamt 3-mal geändert.
Benutzeravatar
Barbara
Freundeskreis
Beiträge: 6537
Registriert: 09.03.2004, 17:38
Wohnort: Inning a. Ammersee

Re: Globuli bei Bonsai...oder Spinnmilben adé

Beitrag von Barbara »

flu hat geschrieben:
Aber warum gibt es bis heute keine einzige unabhängige Studie, die belegt, das Homöopathie wirksam ist? Weil die Pharmaindustrie jede freie Wissenschaft untergräbt, sabutiert und korrumpiert? Wohl kaum....(Zitat flu Ende)
Das kann ich Dir sagen, Ulf:
Weil die Homöopathie eine individuelle Therapieform ist, die sich nicht für Massenstudien eignet. Du kannst nicht mal eben 50 oder 100 Leute nehmen und ihnen dasselbe geben. Es müssen bei jedem Einzelnen die individuellen Krankheitssymptome aufgenommen werden. Die besonderen Symptome, die nicht unbedingt für die entsprechende Krankheit typisch sind, sondern sich nur bei dieser Person zeigen, spielen dabei die größte Rolle und weisen oft den Weg zum richtigen Mittel.
Alles was über einen Kamm geschoren wird kann hier gar nicht helfen.Es gibt eben nicht Mittel A hilft bei Krankheit B. Es sind bei fast jeder Person verschiedene Mittel für dieselbe Krankheit nötig.
Die Heilung verläuft dann auch bei jedem unterschiedlich, das hängt u.a. von den Vorerkrankungen und der Stärke der Lebenskraft ab. Bei manchen Patienten sind mehrfache Wiederholungen der Gabe nötig, manchmal über Jahre, bei anderen reicht ein einzige Gabe.
Der Zeitpunkt der Wiederholung kann auch nur wieder anhand von individuellen Symptomen bestimmt werden.Manchmal ist zwischenzeitlich auch ein Folgemittel nötig.
Wie soll das bei einer Studie realistisch durchführbar sein?

Avicenna,
die Art und Weise, wie Du Dich darüber lustig machst, zeigt, dass Du null Erfahrungen mit der Materie hast. Solche Menschen wie Du weigern sich nämlich grundsätzlich, die Homöopathie auszuprobieren, denn meist geht es ihnen dann so wie Marco.... :wink:
Es ist lustig, wie Du krampfhaft versuchst, auch bei Tieren und Pflanzen den Effekt als Placebo darzustellen. Ich habe meinen Hibiskus außer dem Gießen zwei Monate nicht näher angeschaut und es hat trotzdem funktioniert...und jetzt?

Apropos Mittelalter, Homöopathie war so ziemlich die einzige Therapie, die damals gegriffen hat und deshalb auch immer mehr Anhänger fand. Mit dem Aderlass ist man ja bekanntlich nicht sehr weit gekommen...

Man kann übrigens die Wirkung der Globuli sehr gut selbst testen. Wenn man sie zu lange, zu oft, oder eine zu hohe Potenz einnimmt, zeigen sich DIE Symptome, die diese Arznei eigentlich heilt.

Es wird kein Mensch gezwungen Homöopathie anzuwenden- nur mitreden, bzw. darüber lästern kann man dann fairerweise wohl kaum....

Liebe Grüße,
Barbara
"Sorge Dich um den Beifall der Leute, und Du wirst ihr Gefangener sein." LAOTSE
Benutzeravatar
avicenna
Beiträge: 2307
Registriert: 04.08.2009, 22:29
Wohnort: niedersachsen ... emsland

Re: Globuli bei Bonsai...oder Spinnmilben adé

Beitrag von avicenna »

So eine Stelle gibts in Freiburg ... und die Ergebnisse sind für die Homöopathie eben zerschmetternd. Iss zwar schade - iss aber so.

Ich versuche krampfhaft ? ;-)... Soso ... und das angebliche Totschlargument mit der individuellen Krankheit ... soso, klingt zwar im ersten Augenblick plausibel , iss es aber dann doch nicht ... eben nur eine kleine Ausflucht. Wer sich einer wissenschaftlichen Prüfung nicht stellen kann bleibt eben auf dem Gebiet des komisch verstellten hängen. Iss zwar auch doof, iss aber so. :-).
Und das, was ich über Pflanzen und Tiere gesagt habe gesagt habe, entspricht eben einer objektiven Einschätzung. Ich frage dich mal ganz direkt, kennst du Studien mit Tieren und Pflanzen in Bezug auf Homöopathie ? und weißt du überhaupt was d12 bedeutet ? auch wenn man noch so kräftig nach jeder Potenzierung schüttelt und bei jeder Potentierung 10 x weiterhin auf ein Lederkissen schlägt wird das Problem nicht deutlicher gelöst, eben nur dann, wenn es so funktioniert wie ich es beschrieben habe. Und dazu brauche ich keine Globuli ;-). Iss auch wieder doof - iss aber auch so :-).
Und und und ... aber ich denke nicht , dass hier ein Platz ist um über Homöopathie zu streiten ;-)
Also lassen wir jedem seinen Weg zum Glück ;-)


saludos
avicenna
Zuletzt geändert von avicenna am 13.02.2010, 10:27, insgesamt 1-mal geändert.
marius
Beiträge: 1598
Registriert: 09.10.2006, 23:01

Re: Globuli bei Bonsai...oder Spinnmilben adé

Beitrag von marius »

hm, es gibt mehr als genug leute, deren unerschütterliche glaube in die moderne medizin dazu führt, davon mehr zu sich zu nehmen als wirklich gesund ist. (um es mal anders zu formulieren.) :wink:

das andere mag in dem zusammenhang vielleicht nicht diesen wirkungsgrad erreichen, aber schaden scheints auf alle fälle auch nicht. ich mein, man kann sich mit 40 auch zum therapeuten auf die couch legen und über gliederschmerzen klagen oder aber zeitig genug vorbeugen. (okay, einfaches beispiel. aber ist oft genug so.)

mir ist das im grunde eigentlich auch recht egal, weil das jeder ehe mit sich ausmachen muß. man sollte damit nur niemanden schaden. was dann wieder für alles gilt. :wink:

gruß marius
Benutzeravatar
Bergi
Beiträge: 1468
Registriert: 21.07.2007, 12:36
Wohnort: westlich von München

Re: Globuli bei Bonsai...oder Spinnmilben adé

Beitrag von Bergi »

Guten Abend,

es ist albern, auf solch pseudowissenschaftliche Weise die interessanten Beobachtungen von Barbara runter zu machen.

Gerade wenn man gerne den Akademiker raushängen lässt, sollte man besser unterscheiden zwischen Dingen, die man "weiß", weil man sie z.B. aus Fachartikeln entnommen hat, und solchen, zu denen man sich nur über Hörensagen und aus dritter Hand eine Meinung gebildet hat.
Eine weitere Variante ist das sogenannte "Mietmaul" - man weiß es zwar besser (bzw. weiß, dass man es auch nicht besser weiß), aber gibt eine bestimmte Auffassung zum Besten, weil das opportun oder lukrativ ist (aber das will ich hier keinem unterstellen).

Die Frage "Placebo oder nicht" wurde wissenschaftlich relativ gut untersucht, und die Ergebnisse sprechen überwiegend dafür, dass Homöopathie kein reines Placebo ist. Wohlgemerkt: Placebos an sich sind natürlich auch schon effektiv, aber Homöopathie zeigte sich häufig noch überlegen. Ein typisches Ergebnis ist "Based on this evidence we would be ready to accept that homoeopathy can be efficacious, if only the mechanism of action were more plausible". Es kann also keine Rede davon sein, dass "die Wissenschaft" generell "die Homöopathie" ablehnt.

Wer ein bisschen was dazu lesen will, hier z.B. eine ganz gute Zusammenfassung: http://www.adhom.com/adh_download/evid82.PDF

Gruß,
Stefan
"Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen, und es wird ein Teil der Zeremonie." (F. Kafka)
Benutzeravatar
flu
Beiträge: 4632
Registriert: 13.07.2004, 21:43
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Globuli bei Bonsai...oder Spinnmilben adé

Beitrag von flu »

Versuchen wir die Sache doch mal anders zu betrachtet.
Warum sagen wir, wenn wir von Placebo reden, eigentlich immer: das ist nur Placebo?
Ist Placebo nicht eigentlich der Kardinalweg? Die Kraft die hinter fast jeder Heilung steht?

Dazu möchte ich gerne anmerken, dass auch die Schulmedizin ihren Erfolg zu großen Teilen Placebo zu verdanken hat (die erfolgreichsten chirurgischen Eingriffe sind bezeichnenderweise die, bei denen nur ein Schnitt in die Haut gemacht wurde und sonst nichts).

Auch die heilende Kraft der Schamanen Südamerikas ist meiner Meinung nach purer Placebo.
Ein kranker Mensch, der mitbekommt, wie plötzlich ein langhaariger Mann in eigenartiger Bemalung und mit allerlei Räucherwerk verschiedenster Düfte um einen herum tanzt, dabei Formeln murmelt und Knochen in den Sand wirft - und das alles nur wegen ihm, dem Kranken - der muss doch schon aus Respekt vor dieser aufopfernden Hingabe dieses Fremden wieder gesund werden.

Placebo ist ein fantastisch kraftvolles Instrument gegen allerlei Widrigkeiten des Lebens.
Den Placebo-Effekt selbst gilt es eigentlich zu stärken.
Aber das möchte ich zumindest unter Beobachtung eines Ethilk- und Moral-Ausschusses wissen, besser noch unter wissenschaftlicher Anleitung ... aber sicher nicht in den Händen Gläubiger!
BildBildBild
Benutzeravatar
Andreas Ludwig
Mentor
Beiträge: 6756
Registriert: 29.03.2005, 16:50
Wohnort: Schweiz

Re: Globuli bei Bonsai...oder Spinnmilben adé

Beitrag von Andreas Ludwig »

Und wie erklärst du das einem Baum..?
It is not enough to be busy. So are the ants. The question is: What are we busy about?
(Thoreau)
Yami
Beiträge: 822
Registriert: 30.09.2005, 22:29
Wohnort: Dudenhofen
Kontaktdaten:

Re: Globuli bei Bonsai...oder Spinnmilben adé

Beitrag von Yami »

Ulf,
gerade als derjenige, der sich auf die Wissenschaft beruft sollte dir diese Mär von den "erfolgreichsten chirugischen Eingriffen mittels alleinigem Hautschnitt" höchst zweifelhaft sein.
Was vergleichst du da: die legendären "Knie-Endoprothesen-Studien" (von diesen OPs sind wirklich sehr viele überflüssig ) mit onkologischer Chirurgie. Oder mit Schildrüsen-OPs?
Das gehört ja alles in einen Topf.

Beruflich beschäftige ich mich gerade mit Forschung in der Chirurgie.

Der Plazebo-Effekt ist sicher da, aber das Pankreas-Karzinom lässt das eher kalt.

Homöopathie in allen Ehren, aber bei wirklich vital bedrohlichen und malignen Erkrankungen sollte man doch eher auf die Schulmedizin vertrauen.
Grüße Martin
Frühlingstage am 06./07.04.13 - bringt eure Bäume mit!
Infos unter: http://www.bonsai-sturm.de
Benutzeravatar
bock
Freundeskreis
Beiträge: 6141
Registriert: 25.02.2009, 14:20
Wohnort: EU, D, S-H (z.Z. Langenhorn)

Re: Globuli bei Bonsai...oder Spinnmilben adé

Beitrag von bock »

Yami hat geschrieben:...

Homöopathie in allen Ehren, aber bei wirklich vital bedrohlichen und malignen Erkrankungen sollte man doch eher auf die Schulmedizin vertrauen.
Grüße Martin
Moin Martin,
generell bin ich ja deiner Meinung - aber wenn ich bei Darmkrebs mit Chemotherapie behandelt werde bis ich kotze, anschließend bestrahlt werde bis mir die Haare ausfallen und zum guten Schluß trotzdem den A... zukneife weil die Behandlung nicht anschlug - darf ich mir als mündiger Bürger da nicht selbst aussuchen, welcher Weg mir lieber ist?
Gerade bei Tumorerkrankungen hat die Schulmedizin in den letzten Jahrzehnten gewaltige Fortschritte gemacht, es gibt aber noch nicht die Therapie bei Krebs. Auch bei den Ursachen der Tumorentstehung und -entartung ist noch nicht der Stein der Weisen gefunden, nicht zu vergessen diverse Berichte von Spontanremission.
Kann es nicht auch ein Weg sein, statt der Symptome der Krankheit (Tumore) den Patienten zu behandeln - die Lebensumstände zu verbessern, die körpereigene Abwehr (Interferon) zu stärken und den Placebo-Effekt zu nutzen oder zumindest vor der Behandlung einen Stufenplan anzuwenden?
Als Beispiel sei hier von einem Gesäugetumor der Hündin die Rede.
Die Empfehlungen der Schulmedizin ändern sich alle paar Jahre: Tumor chirurgisch entfernen, Gesäugekomplex chirurgisch entfernen, Gesäugeleiste chirurgisch entfernen - je nach Zeitgeschmack. Gesäugekomplex: bei der Hündin die Gesamtheit der Milchdrüsen, die in einer Zitze münden; Gesäugeleiste: alle Gesäugekomplexe einer Körperseite.
Besagter Gesäugetumor ist in 60% der Fälle maligne (bösartig, sprich Krebs).
Oft werden die Patientinnen erst in einem sehr späten Stadium vorgestellt (Tumor kindskopfgroß, Haut ulceriert, Gewichtsverlust und allgemeine Krankheitssymptome) - für eine OP wegen Metastasen oft zu spät. Aber betrachten wir doch mal das Frühstadium:
Tumor bis haselnußgroß, Wachstum geringer als Verdoppelung in 14 Tagen (die aggressiver wachsenden Tumoren sollte man sofort chirurgisch entfernen, Erfolgsaussicht gleicht dem Lottospiel...).
Beim Frühstadium halte ich es für vertretbar, eine konservative (homöopathische) Therapie zu versuchen. Tritt innerhalb von vier Wochen kein Erfolg ein, kann man immer noch zum Messer greifen.
In meiner 15jährigen Erfahrung mit diesem Verfahren bin ich in etwa 80% der Fälle um ein chirurgisches Vorgehen herumgekommen - für die Hundehalter durchaus auch ein finanzieller Vorteil. Leider endeten auch nicht wenige a priori chirurgisch versorgte Fälle binnen kurzem fatal - was sicherlich auf das aggressive Wachstum dieser Tumore zurückzuführen ist. Lässt sich also folgern, dass die konservative Behandlung nur bei den gutartigen Tumoren erfolgversprechend ist. Aber immerhin wird dann aus dem gutartigen Tumor auch kein bösartiger.
Auch gegen Erkältungskrankheiten hat die Schulmedizin noch kein Heilmittel gefunden - Nasensprays, Hustensaft und NSAID lindern nur die Symptome (NSAID: non-steroidal anti-inflammatory drugs = Entzündungshemmer außer Cortison, sprich Aspirin (R) und Co.) die gute alte Hausapotheke wie Kamillendampfbad, heiße Zitrone, Zwiebelsaft etc wirken oft besser ohne dass wir die enthaltenen Wirkstoffe im einzelnen kennen oder ihre Wirkungsweise erklären können. Hier empfiehlt der Homöopath oft Echinacea (Sonnenhut) oder andere aus der Phytotherapie bekannte Präparate - dem einen hilfts, der andere schluckt lieber Tabletten, bis er nicht mehr ohne auskommt...
liebe Grüße Andreas
Ein Leben ohne Bonsai ist möglich - aber völlig sinnlos! :faellen:
besucht mich auf flickr
Yami
Beiträge: 822
Registriert: 30.09.2005, 22:29
Wohnort: Dudenhofen
Kontaktdaten:

Re: Globuli bei Bonsai...oder Spinnmilben adé

Beitrag von Yami »

Zur Tiermedizin kann ich keinster Weise etwas sagen.

In der Humanmedizin setzt man bei verschiedenen malignen Erkrankungen ja schon Interferon ein - nur mit gewaltigen Nebenwirkungen (oft stärker als bei der vergleichbaren Chemoth.)

Nur es ist einfach unverantwortlich einem an Krebs erkrankten Patienten Homöopathie oder sonstiges zu empfehlen. Allein Mistelth. hilft gegen die Nebenwirkungen einer Chemo.
Natürlich kann es sich jeder aussuchen. Nur bei dem von dir angesprochenen "Darmkrebs" ( hier gibt es ja weit mehr als eine Variation) gibt es im Hinblick auf eine Heilung zur Schulmedizin keine Alternative. Wer das nicht möchte, muss darüber aufgeklärt werden, dass seine Chancen gegen null gehen geheilt zu werden. Beim Pankreaskarzinom ist das z.B. noch schlimmer, weil das meist sehr schnell fortschreitet.

Ich habe nichts gegen alternative Therapien - nur sie sollten sich da befinden und angewandt werden, wo sie auch Sinn machen.

Viele Grüße Martin
Frühlingstage am 06./07.04.13 - bringt eure Bäume mit!
Infos unter: http://www.bonsai-sturm.de
Benutzeravatar
achim73
Freundeskreis
Beiträge: 11686
Registriert: 30.07.2006, 00:53

Re: Globuli bei Bonsai...oder Spinnmilben adé

Beitrag von achim73 »

ich finde immer die sichtweise drollig, dass ich persönlich zufällig das glück erwischt haben sollte, in dem historischen moment zu leben, in dem die naturgesetze vollkommen entschlüsselt und erklärt sind.
mal ehrlich : vor 500 jahren "wusste" die wissenschaft, dass die sonne sich um die erde dreht.
unsere wissenschaft beruht auf experimenten, auf empirie, auf beweisbarkeit.
das hat letzten endes etwas mit unseren sinnen zu tun. wir glauben nur, was wir sehen bzw. was wir aus beobachtungen ableiten können. dieses konzept stösst aber, zb. in der physik, zunehmend an seine grenzen.
d.h., wir werden uns daran gewöhnen müssen, dinge als real zu akzeptieren, die unserem "gesunden menschenverstand" zunehmend phantastisch vorkommen.
insofern habe ich kein problem damit, phänomene wie homöophatie oder auch den bereich des "übersinnlichen" (der mittlerweile erstaunlich umfangreich dokumentiert wurde) als gegeben anzunehmen.
schwierig wird es für mich, wenn behauptet wird, diese phänomene zu verstehen und (sinnvoll) einsetzen zu können.
das ist dann oft nichts weiter als die gute alte scharlatanerie.
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
chinesische Weisheit
Benutzeravatar
Holger
Freundeskreis
Beiträge: 3304
Registriert: 07.01.2004, 19:30
Wohnort: Essen

Re: Globuli bei Bonsai...oder Spinnmilben adé

Beitrag von Holger »

... und ich finde etwas anderes drollig - sozusagen ein roter Faden, der sich immer wiederfindet:

Da will jemand, auf welcher Grundlage auch immer, lediglich einen Tipp zur Pflege geben - ob man ihn gut findet oder nicht oder ob man ihn anwendet oder nicht bleibt ja jedem selbst überlassen - und plötzlich findet man sich in einer Grundsatzdiskussion bis hin zum Darmkrebs wieder- wenn man mich fragt, ein klein bisschen schräg, aber nur ein kleines bisschen.. :wink:

Gruß
Holger
Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit.
Beim Universum bin ich mir aber noch nicht ganz sicher
(Albert Einstein)
Benutzeravatar
achim73
Freundeskreis
Beiträge: 11686
Registriert: 30.07.2006, 00:53

Re: Globuli bei Bonsai...oder Spinnmilben adé

Beitrag von achim73 »

ja, dass ist bei solchen themen öfter der fall. :D
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
chinesische Weisheit
Benutzeravatar
Barbara
Freundeskreis
Beiträge: 6537
Registriert: 09.03.2004, 17:38
Wohnort: Inning a. Ammersee

Re: Globuli bei Bonsai...oder Spinnmilben adé

Beitrag von Barbara »

Das ist schon ok, Holger und Achim- ich finde das sehr interessant, was sich aus meinem Ursprungspost entwickelt hat.

Zu Avicenna schreibe ich nichts mehr, das ist in meinen Augen nur noch Polemik- außerdem hat Stefan dazu schon alles gesagt...
Yami hat geschrieben: Natürlich kann es sich jeder aussuchen. Nur bei dem von dir angesprochenen "Darmkrebs" ( hier gibt es ja weit mehr als eine Variation) gibt es im Hinblick auf eine Heilung zur Schulmedizin keine Alternative. Wer das nicht möchte, muss darüber aufgeklärt werden, dass seine Chancen gegen null gehen geheilt zu werden. Beim Pankreaskarzinom ist das z.B. noch schlimmer, weil das meist sehr schnell fortschreitet.

Ich habe nichts gegen alternative Therapien - nur sie sollten sich da befinden und angewandt werden, wo sie auch Sinn machen.

Viele Grüße Martin
Martin,
"Heilung" wird in der Homöopathie anders definiert als in der Schulmedizin. Bei letzterer gilt ja schon die Beseitigung der Symptome, bzw. das Herausschneiden des Tumors mit ein paar Jährchen Symptomenfreiheit als Heilung.Gut, manchmal geht es halt nicht anders, da zu gefährlich, aber Heilung im eigentlichen Sinne ist das nicht. Andreas`(Bock) Ausführungen hierzu finde ich auch höchst interessant.

In der Homöopathie gibt es einen ganzheitlichen Ansatz. Krankheit entsteht, wenn die Lebenskraft gestört ist, durch Ereignisse, die (über längere Zeit) auf den Organismus negativ einwirken, wie z.B. Dauerstress, Tod von geliebten Personen, Mobbing, und viele andere...

Der Organismus erzeugt dann irgendwelche Symptome, die bei fast jedem Menschen anders aussehen- je nach "Schwachstelle". Werden jetzt diese Symptome schulmedizinisch beseitigt (im homöopatischen Sinne unterdrückt), ist damit nicht die Lebenskraft wieder im Lot, sondern sie produziert dann im Laufe der Zeit eben andere Symptome, die dann tiefer gehen. Bei Hauterkrankungen (wie Neurodermitis), die mit Cortison o.ä. "unterdrückt" wurden, entsteht z. B. später oft Asthma
Bei (korrekter) homöopatischer Behandlung des Asthmas kommt dann im Zuge der Heilung die Hauterkrankung wieder, vergeht dann aber nach einer Weile. Sollte sie später nochmals auftreten (bei erneuter Schwächung der Lebenskraft), genügt i.d.R.eine weitere Gabe des Kostitutionsmittels.

Alle "alten" Erkrankungen müssen quasi "aufgearbeitet" werden, von innen nach außen- erst dann tritt Heilung ein.
Die Schulmedizin kann chronische Krankheiten nicht wirklich heilen. Trotzdem gebe ich Dir recht, dass sie unerlässlich ist. Bei Unfällen zum Beispiel, oder bei lebensbedrohlichen Erkrankungen, die schnell fortschreiten, möchte ich auch nicht auf die Schulmedizin verzichten.
Aber, ich würde immer begleitend homöopatisch behandeln. :wink:

Außerdem...erspart mein Arzt den Krankenkassen jährlich ca 30 000 Euro, weil er vorwiegend homöopathisch arbeitet... :wink:

Alles kann die Homöopathie natürlich nicht heilen- was einmal zerstört ist, kann nicht wiederhergestellt werden, Es kann nur etwas, was aus dem Gleichgewicht geraten ist, wieder ins Lot gebracht werden, dabei bekommt der Körper nichts anderes als einen Impuls vom richtig gewählten Mittel- quasi Hilfe zur Selbsthilfe.....

Ulf,
Placebo spielt beim Menschen sicherlich eine Rolle, ich sehe das nicht negativ, im Gegenteil. Aber wie Andreas (Ludwig ) schon fragte:"Wie erklärst Du das einem Baum?
Auch bei den Pferden funktioniert es ohne vermehrte Zuwendung. Das Placebo- Argument greift hier nicht.....

homöopathische Grüße :D
Barbara
Zuletzt geändert von Barbara am 13.02.2010, 18:19, insgesamt 4-mal geändert.
"Sorge Dich um den Beifall der Leute, und Du wirst ihr Gefangener sein." LAOTSE
Antworten