Blattschäden an Buchs

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Carmen_G.
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Blattschäden an Buchs

Beitrag von Carmen_G. »

Pilz, Parasiten oder andere Wucherung?

Beim letzten WS in Schwarzenfeld erhielt ich einen Buchsbaum.
Ungefähr die Hälfte der Triebe hatte eine ins Orange gehende Blattfarbe. Im Winter hatte ich das schon öfters bei Buchs festgestellt, sobald die Wachstumsperiode wieder los geht änderte sich die Farbe wieder in sattes Grün.

Aber jetzt fiel mir bei der Gestaltung auf, das an einigen dieser Blätter an der Unterseite Wucherungen sind. Diese sind in etwas so hoch wie die Blattstärke ist.
Das Blatt läßt sich in der Stärke halbieren und die Verdickungen sitzen nur auf der Unterseite des Blattes. Innen sind auch mit Lupe weder Hohlräume noch Parasiten zu sehen.
Diese harten Auftreibungen lassen sich auch nicht ablösen und sind aus dem Blatt entstanden.
Bis jetzt habe ich befallene Triebe einfach mal abgeschnitten.

Googeln hat hier kein Ergebnis gebracht, weiß jemand von Euch vielleicht was das ist?

Wenn ja würde ich mich über einen Hinweis oder Link freuen.

Vielen Dank und liebe Grüße
Carmen
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Liebe Grüße
Carmen
Iggdrasil
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Re: Blattschäden an Buchs

Beitrag von Iggdrasil »

http://www.ulmer.de/Artikel.dll/nb-1205 ... kxNzU5.PDF
Könnte es vielleicht sein, hoffe es für Deine Pflanze und Dich jedoch , daß nicht.
Mfg Jörg
Same, Sämling, Sonnenlicht , mehr braucht es zur Hoffnung nicht !
Freundlichst Jörg
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Carmen_G.
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Re: Blattschäden an Buchs

Beitrag von Carmen_G. »

Hallo Jörg,

dieser gemeine Pilz ist es schon mal nicht. Im BCD-Forum habe ich von Jupp einen guten Hinweis bekommen und wie es aussieht ist es die Buchsbaumgallmücke. Die ist mir wesentlich lieber wie der Pilz.

Trotzdem vielen Dank für Deinen Tip.

viele Grüße
Carmen
Liebe Grüße
Carmen
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holgerb
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Re: Blattschäden an Buchs

Beitrag von holgerb »

Hallo Carmen...

Säße ich mit Jupp beim Pilawa, würde ich "Veto" einlegen und die Frage tauschen....

Aber Du bist nicht der Pilawa und doch lege ich ein Veto ein.

Die Buchsbaumgallmücke (Monarthropalpus buxi) ist es mit ziemlicher Sicherheit nicht, nach einigem Suchen habe ich dazu was gefunden:

http://www.arbofux.de/buchsbaumgallmuecke.html

Das wären einfach zu kleine Gallen, daß Meisen sie aufpicken könnten und das Schadbild passt in diesem Falle überhaupt nicht.

Bei Arbofux bzw. in meinem Gehölzkrankheitenbuch meine ich dennoch fündig geworden zu sein:

Der Pilz Ascochyta buxicola wird als weißliche Flecken mit braunem Rand beschrieben. Ich kann Dir natürlich nicht sagen, in wie weit das zutrifft, dafür sind die Spitzlichter vom Blitz zu stark, aber es sieht sehr stark danach aus.

Hier der Link bei Arbofux:
http://www.arbofux.de/pilzliche-blattfl ... buchs.html

Lass' Dich in diesem Fall nicht vom Foto irritieren, hier sind pilzliche Erkrankungen zusammengefasst u.a. A. buxicola.
Hier der für Deinen Buchs wesentliche Teil.
Die Flecken sind artabhängig unregelmäßig bis rundlich-oval, im Durchmesser schwankend (Einzelgröße häufig 2-5 mm, oft auch zusammenfließend, auch können ganze Blätter erfasst werden), in der Farbe braun, gelb oder auch grau-weißlich und teilweise ist der Fleck zusätzlich von einem schwarzen oder rötlichen Rand umgeben. Innerhalb der Flecken, unter feuchten Bedingungen, kommt es dann zur Bildung der Fruchtkörper, die teilweise auch mit Hilfe einer Lupe erkannt werden können: Pyknidien, flaschenförmige Gebilde mit einer an der Spitze gelegenen Öffnung, werden beispielsweise von verschiedenen Pilzarten gebildet (an Buchs sind u.a. beschrieben: Ascochyta buxicola, Phyllosticta limbalis, Phyllosticta buxina, Guignardia buxi). Über die hier gebildeten, mikroskopisch kleinen Konidien können leicht andere Blätter neu infiziert werden und das Schadbild in der Summe weiter verstärken. Im weiteren Krankheitsverlauf verfärben sich je nach Befallsstärke die Blätter braun, verwelken und fallen ab (deutliche Zunahme meist im unteren, bodennahen Bereich). Die Überwinterung der Pilze erfolgt stets im Falllaub in Form ihrer winterharten Fruchtkörper. Bei geeigneter Witterung im Frühjahr infizieren die neu gebildeten Konidien, verbreitet mit Hilfe von Wind und Wasserspritzern, dann wieder die Buchsblätter. Insbesondere bei feuchten Wetterperioden können sich die pilzlichen Blattfleckenerreger rasch ausbreiten und lokal für Probleme sorgen.
Vorbeugung und Bekämpfung:
Entfernen des Falllaubes (und befallener Blätter) im Herbst. Möglichst ein schnelles Abtrocknen der Blätter nach dem Gießen gewährleisten, auch ein luftiger Standort gehört dazu. Im Bedarfsfall Einsatz von Fungiziden.

Zusätzlich zur Vorbeugung würde ich noch auf eine optimale Nährstoffversorgung setzen. Pilze sind in den meisten Fällen Schwächeparasiten, setz' Dich also hin und mach' Dir Gedanken, was im Pflegeablauf eventuell nicht optimal gelaufen sein könnte.

Hoffe, ich habe dir helfen können

Holger
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Carmen_G.
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Re: Blattschäden an Buchs

Beitrag von Carmen_G. »

Hallo Holger,

vielen Dank daß Du Dich weiter kümmerst und mir die Links geschickt hast.

Wie Du selber sagst kommt das Schadbild auf meinen Fotos farblich etwas zu hell wegen dem Blitz. Die Farbe der Wuchwerungen ist wie die Blattfarbe auf der Unterseite grün-gelblich und am Rand um die Erhebungen herum ins orange gehend.
Das Bild mit den Fraßgängen ist wirklich total verschieden, aber ich denke, das es zu späterem Zeitpunkt, also so April bis Mai nachdem die Mückenlarven geschlüpft sind, aufgenommen ist.
Bei mir ist das noch viel anders weil um diese Jahreszeit ja wohl erst die kleinen Eier da drinnen sind.
Hier hab ich mal ein Bild gefunden das dem meinen schon recht ähnlich sieht (ganz links):
schaeden_an_formgehoelzen_6_MzQ2NjU0.pdf
(244.57 KiB) 574-mal heruntergeladen
Mit den unregelmäßigen blasenförmigen Aufwölbungen würde das besser passen wie bei dem Pilz.

Auf alle Fälle habe ich alle befallenen Bereiche komplett entfernt, auch das alte Laub auf dem Substrat.
Was die Pflege angeht und was da im Pflegeablauf nicht optimal gelaufen sein könnte kann ich nicht sagen, den Baum habe ich erst am Faschingswochenende bekommen. Diesen Baum hat Chris P. erst da mit nach Schwarzenfeld gebracht.
(Chris, hast Du evtl. eine Ahnung was dies sein könnte?)

Ein Buchs aus der selben Charge den ich letztes Frühjahr bei Chris gekauft hatte und seitdem bei mir stehen habe der hat ein fettes sattes Grün und keinerlei Anzeichen auf Schäden.

Auf alle Fälle werde ich die beiden mal nicht zusammenstellen und möglichst optimal versorgen. Nachdem es aber vorerst nur vereinzelte Triebe gewesen sind welche diese Symptome zeigen und die jetzt weg sind mache ich mir mal keine allzu großen Sorgen und halte Euch auf dem Laufenden.

Nochmals vielen Dank für die Hilfe und

liebe Grüße
Carmen
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Carmen
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holgerb
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Re: Blattschäden an Buchs

Beitrag von holgerb »

Carmen,

Gewissheit hast Du ganz schnell, indem Du die Blätter aufschneidest (bzw. die Gallen). Wenn Larven oder Eier drin sind, na dann ist es klar. Solange will ich Dir/Euch aber weiterhin widersprechen (ist so'ne blöde Angewohnheit, aber ich will damit auch das Auge schulen und das Beachten auch noch allzu winziger Details):

Du schreibst, daß die Schädigungen schon ähnlich aussehen, ja, aber aus Erfahrung weiß ich, daß Schadbilder nahezu identisch sind.

Was mir auffällt:

Die Erhebungen auf Deinen Buchsbaumblättern sind scharf abgegrenzt und sehr unregelmäßig in der Form, wie Inseln aussehend mit Buchten und Riffen (so als Vergleich). Zur Färbung hast Du geschrieben, daß sie grünlich-gelblich auf der Erhebung ist. Ein ganz gravierender Unterschied ist jedoch die Randung der Erhebungen, sie ist ganz deutlich gerötet, die Erhebungen sind sogar richtig rot umrandet (ich würde das vom optischen her mit einer menschlichen Entzündung vergleichen). Diese Rotfärbung verläuft sich je weiter man von den Erhebungen wegkommt.

Bei der Buchsbaumgallmücke handelt es sich tatsächlich um Blasen und genauso sehen die auch aus. Wie Blasen. Nahezu rundlich, keine starken Buchtungen. Als wenn jemand vorsichtig die Epidermis ablöst und etwas darunter schiebt, mit anderen Worten: flach ansteigende Ränder. Die Färbung ist gelblich blattoberseits. Gelbliche Larven in den Blasen.


Erschieß mich, aber das sind niemals Buchbaumgallmücken...


Wenn Du den Baum erst kürzlich erworben hast, kann Streß durchaus ein Faktor sein, der schwächend wirkt. Eine schlechte Versorgung bei Chris kann ich mir nicht vorstellen. Da wird ordentlich gefüttert.
Immer kann die Schwäche auch in der Genetik des Individuums liegen (es sei denn, es handelt sich um vegetativ vermehrte Pflanzen, dann hat sich das mit Individuum).
Da ist genug Platz zum spekulieren, aber das hilft ja dann nicht weiter.

Mit der richtigen Versorgung machst Du sicher nichts falsch und das Problem sollte lösbar sein, zumal es allem Anschein nach früh entdeckt wurde und nun per Schnitt auch beseitigt.....

Gruß

Holger
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Carmen_G.
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Re: Blattschäden an Buchs

Beitrag von Carmen_G. »

Hallo Holger,

Deine Beschreibung was Dir auffällt trifft es genau! Unregelmäßige Form wie Inseln mit Buchten und der farblichen Umrandung.
Die Erhebungen sind auch vom Rand bis zur Mitte gleich hoch, wie eine Hochenene sozusagen.
Also keine Blasen mit Wölbung.

Blätter aufschneiden hatte ich auch schon versucht, man ist ja neugierig. :wink: :
Das Blatt läßt sich in der Stärke halbieren und die Verdickungen sitzen nur auf der Unterseite des Blattes. Innen sind auch mit Lupe weder Hohlräume noch Parasiten zu sehen.
Aber eins ist sicher, Gallmücke oder nicht Du wirst nicht erschossen! *nono*
Dann könnte man Dich ja Nichts mehr fragen. :mrgreen:

Streß durch den Umzug vom kürzlichen Erwerben ist es nicht, das Erscheinungsbild hatte der Baum ja da schon.
Die "Fütterung" bei Chris ist auch sicher kein Grund für diese Blatterscheinungen wobei ich nicht weiß ob der Baum durchgehend bei Chris stand. Für Befall mit Parasiten oder Pilz kann ja auch keiner was, Hauptsache es ist nicht der Cylindrocladium buxicola - Pilz.
Noch giebt es den hier bei uns nicht und das sollte auch so bleiben. (ist hier übrigens meldepflichtig).

Jetzt hoffe ich mal das es eine einmalige Erscheinung und mit der Vernichtung von den befallenen Triebe beseitigt ist.

viele Grüße
Carmen
Liebe Grüße
Carmen
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