*Fleischfresser*

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Wolfgang
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*Fleischfresser*

Beitrag von Wolfgang »

Eigentlich ist Sarracenia purpurea (= Kannenpflanze) eine Insektivore, eine fleischfressende Pflanze, die in ihren mit Wasser gefüllten Kannen Insekten fängt und dann auch "verdaut". - Anm.: Insektivoren müssen jedoch nicht unbedingt Insekten fangen & verdauen, um Überleben zu können ...... Tun´s aber, um einen kleines "Zubrot" zu haben. :wink:

Meine Kannenpflanze hatte vergangenes Jahr bereits eine Blüte und ich war entzückt, weil die nicht sehr oft Blüten machen. :D
Doch heuer hat sie gleich VIER Blüten ...... :D :D :D :D
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Holger
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Beitrag von Holger »

Schöne Pflanze :!:

Meine Tochter hat auch Spaß an den "Fleischfressenden", und das hat den großen Vorteil, dass die berühmt-berüchtigten Trauermücken bei dem einen oder anderen Bonsai-Versuch mittlerweile Geschichte sind :lol: :lol: :lol:
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flix
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Beitrag von flix »

Was für Bedingungen sollte man schaffen um eine Fleischfressende Pflanze am leben zu erhalten?


Felix
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Wolfgang
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Beitrag von Wolfgang »

Felix,
welche "Fleischfressende Pflanze" Pflanze meist du denn :?: - Da gibt´s nämlich eine ganze Menge: in heimischen Mooren, in tropischen Regenwäldern usw.
Bei welcher fleischfressenden Pflanze *drückt dich der Schuh*?
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Tom E.
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Beitrag von Tom E. »

Hallo Wolfgang,

ist dies eine heimische Plfanze? Wie gross ist sie ungefähr und wie kultivierst Du sie?

Ich denke mal für's Fensterbrett ist die nicht, gell?

Viele Grüße,
TOM ENGELN
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Wolfgang
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Beitrag von Wolfgang »

Sarracenia purpurea (ssp purpurea)

Geschichtliches:
Unter Sarracenia purpurea versteht der Botaniker die Sarracenia purpurea ssp purpurea = Northern (Purple) Pitcher Plant. Die Pflanze stellt die Art dar – sie ist also in diesem Sinne keine Subspecies (wie die S. purpurea ssp venosa). Nur bei der Subspecies ssp venosa muss das „ssp“ genannt werden.

Erste Zeichnungen der Pflanze: 1601 durch Clusius
Die erste offizielle botanische Beschreibung erfolgte 1753 durch Linnaeus (Carl von Linne).
Erst 1840 erkannte Rafinesque, dass es sich bei der Pflanze um 2 Subspecies handelte.
1933 untersuchte Edgar T. Wherry die 2 Subspecies genauer. Die nördliche Subspecies wurde damals Sarracenia purpurea ssp gibbosa genannt.
1972 erfolgte die Umbenennung in Sarracenia purpurea ssp purpurea

Die Pflanze wird der Gattung Sarracenia zugeordnet. Diese Gattung besteht aus 8 Arten und zahlreichen Unterarten und gehört zur Familie der Sarraceniaceae, zu der auch die Gattungen Darlingtonia und Heliamphora gezählt werden.

Heimat / Die Pflanze:
Diese Art besitzt das größte Verbreitungsgebiet aller Schlauchpflanzen. Sie ist von Kanada bis Florida zu finden. Im südlichen Verbreitungsgebiet (New Jersey bis Florida) findet man die Subspecies "venosa" – sie bildet im Vergleich dickere und stärker behaarte Schläuche aus. Der kühle/kalte Norden (von Kanada im Gebiet der großen Seen bis New Jersey, USA) ist in fester Hand der Subspecies „purpurea“. Dafür sind die Pflanzen sehr robust bezüglich Kälte – Sarracenia purpurea ssp purpurea hält Fröste bis -25°C aus. Ausgesetzte Zimmerpflanzen finden sich inzwischen auch in Irland und in der Schweiz (sowie angeblich auch in England). Der Boden am Naturstandort reicht von sauren Moorböden bis zu leicht alkalischen Sümpfen. Meist ist der Standort sehr nass – manchmal kurzzeitig teilweise überflutet.
Unter den Schlauchpflanzen stellt Sarracenia purpurea die urtümlichste Art dar. Die Schläuche sind relativ kurz, die Pflanze verwendet (im Gegensatz zu den anderen Arten) noch Bakterien als Verdauungshelfer und benötigt daher Regenwasser in den Schläuchen. Wobei die Studie „Signal Transduction in the Carnivorous Plant Sarracenia purpurea (Regulation of Secretory Hydrolase Expression during Development and in Response to Resources)“ von D. R. Gallie and S. C. Chang im Jahre 1997 das Vorhandensein von paar Enzymen nachgewiesen hat. Sie hat – auch im Gegensatz zu anderen Sarracenien – keinen Deckel über dem Schlaucheingang. Dieser wird erst von Sarracenien gebildet, die eigene Verdauungssäfte bilden und sich komplett auf diese verlassen, um diese zu schützen. Abwärts gerichtete Haare in den Schläuchen verhindern ein entkommen der Insekten. Die Pflanze kann eine stattliche Größe erreichen und ist daher nicht für das Einpflanzen in ein Terrarium geeignet. Ein einzelner Schlauch kann eine Länge von 30cm erreichen. Die Schläuche sterben über den Winter nicht ab. Das Verhältnis von Schlauchöffnung zu Schlauchlänge ist größer als 3:1. Die Schläuche haben zwar paar Häärchen auf der Außenseite, diese fühlt sich jedoch glatt an.
Sarracenia purpurea ssp purpurea hat eine dunklere Blüte (dunkelrot bis violettrot) als Sarracenia purpurea ssp venosa (hellrot - rot). Der Blütenstängel ist 20-40 cm hoch. Die Pflanze blüht aufgrund der langen Kälteperoide am Naturstandort relativ spät – nämlich erst in den Sommermonaten Juli und August

Varietäten/Formen:
Eine Anthocyanin-lose From ist in Michigan, Ontario und der Gegend der Großen Seen gefunden worden. Diese „Albino-„Pflanze ist komplett grün und hat auch nur grüngelbe Blüten. Sie wurde als Sarracenia purpurea ssp. purpurea f. heterophylla aufgenommen.

Kultur:
Die Pflanze ist nicht ganz so häufig im Handel wie die Subspecies ssp. venosa, jedoch ist sie leicht zu halten. Als Substrat eignet sich zwar auch reiner Torf, jedoch ist eine Auflockerung durch Zugabe von Quarzsand von Vorteil. Oft wird ein Torf-Sand-Gemisch von 3:1 verwendet. Die Pflanze ist jedoch bezüglich Substrat sehr robust und verträgt sogar lehmige Untergründe. (Artikel: Experiment: S. purpurea ssp. purpurea im Sumpf). Sarracenia puprurea ssp purpurea ist einen Winter (und damit eine Winterruhe) gewöhnt. Die Winterruhe sollte bei Zimmerhaltung bei 0-5°C erfolgen. Draußen sind auch Fröste von -15°C oder -20°C kein Problem. Als Standort sollte ein luftiger Stellplatz am Südfenster - oder noch besser draussen gewählt werden. Im Sommer hat die Pflanze nichts gegen sommerlich heiße Tage – so lange die „Füße“ nass sind. Die Pflanze ist nämlich für eine Bewässerung im Sommer mit der Anstaumethode dankbar. Im Winter ist der Boden nur noch leicht feucht zu halten, um so Schimmel vorzubeugen. Eine normale bis leicht erhöhte Luftfeuchte genügt (ca. 45-60%) dieser Pflanze vollkommen. Vermehren lässt sich die Pflanze gut über Samen und durch die Teilung von großen Pflanzen. Sarracenia purpurea verträgt auch starkes, direktes Sonnenlicht. Sie färbt sich dann schön rot.
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flix
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Beitrag von flix »

Das ist jetzt ne gute frage :)

Ich hab eigentlich nur nach "Trauermücken" gesucht und bin zufällig auf den Artikel gestoßen.
Meine Mutter hat heufig Probleme mit den kleinen Mückchen und ich dachte das so eine Pflanze ihr vielleicht helfen könnte...

Dann frag ich dich mal anders...helfen Fleischfresser gegen Trauermücken? und welche sind robust und bei uns auch erhältlich?
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Wolfgang
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Beitrag von Wolfgang »

:shock: Du hast doch nicht etwa vor, eine Sarracenia als "Staubsauger" gegen die Trauermücken ( :arrow: vermutlich werden es kleine Fruchtfliegen sein...) deiner Mum zu verwenden :?: :roll: :shock:

Es gehört mit zu den größten Irrtümern der Menschheit, dass Insektivoren wirklich "Fleisch" (Insekten) fressen, um überleben zu können ........
Auch fleischfressende Pflanzen leben wie andere Pflanzen mit Wurzeln zur Wasser- u. Nährstoffaufnahme und Blättern bzw. grünen Pflanzenteilen, mit denen sie Photosynthese betreiben.
Wenn sich natürlich mal ein kleines Insekt in die "Fangorgane" von Insektivoren verirrt, dann wird es von der Pflanze natürlich zersetzt.

Ich vergleiche es vielleicht am besten mit Erdkröten, Igel oder Enten im Garten: die kotzen sich auch vorher an, bevor sie alle Schnecken im Hausgarten auffressen. :?
O.K., dieser Vergleich hinkt. :wink: :lol:
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flix
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Beitrag von flix »

Ich dachte es könnte ein schöner nebeneffekt sein...Sie sehen schön aus und vernichten auch noch Ungeziefer...was sollte man mehr wollen ? :D
Michael T.
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Beitrag von Michael T. »

Hi Wolfgang,

das passt jetzt eigentlich nicht hierher, aber hast Du Dich schon mal an Cypripedien (Frauenschuhorchideen) als Beistellpflanzen versucht? Ich habe mir letztes Jahr ein paar Zuchtformen zugelegt und wollte es eventuell mal versuchen. Wie sind da Deine Erfahrungen?
Viele Grüße aus dem Sauerland,
Michael
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Wolfgang
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Beitrag von Wolfgang »

Michael,
Cypripedien sind im Topf (bzw. in einer Schale) unheimlich schwer zu kultivieren. Die im Handel angebotenen Hybriden (z.B. "Gisela", " Gelbe Gisela" usw.; das sind zumeist Kreuzungen zwischen Cyp. calceolus und Cyp. macranthum bzw. Cyp. reginae) sind zwar etwas robuster, gedeihen aber trotzdem im durchlässig humosen Boden mit hohem mineralischen Anteil im Gartenbeet & im Halbschatten wesentlich besser. Aber selbst im Garten können sie nach 1-2 Jahren "verschwinden" ........ :?
Bin gespannt, wie es dir mit der Topfkultur geht!
Michael T.
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Beitrag von Michael T. »

Hi Wolfgang,
hört sich ja nicht so erfolgverprechend an :?
Naja, von der "Inge" hab ich ein paar Rhizome, da werd ich es mal mit einem probieren.
Viele Grüße aus dem Sauerland,
Michael
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John Quinn
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Beitrag von John Quinn »

Beautiful pic Wolfgang. Here's a pic of a pitcher plant that was used as an accent by a fellow club member at a show last autumn.
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pitcherplant.jpg
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Wolfgang
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Beitrag von Wolfgang »

That´s also nice, John!

Greetings! Wolfgang
http://home.eduhi.at/user/bonsai/putz_start.html
Mihaylov
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Beitrag von Mihaylov »

Hallo Wolfgang!

...Es ist zwar eine alte Beitrag von Dir,
aber ich frage mich immer noch ob Du nicht Fotograph sein solltest!?
:wink:
D as Bild Nr.1 ist besser, als alle Japaner auf alle Ihre Seite zusammen haben!!!

Echt!

MfG:
Mihl.
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