"elaeagnus ebbingei" - die immergrüne Ölweide

Für ungeklärte(!) Fragen zum Bonsai-Einstieg und den Anfangsjahren. SUCHEN, LESEN, DENKEN und nur POSTEN,
wenn Du selbst KEINE ANTWORT GEFUNDEN hast
landschrabbler
Beiträge: 70
Registriert: 03.04.2008, 21:36

"elaeagnus ebbingei" - die immergrüne Ölweide

Beitrag von landschrabbler »

Hallo z'samm,
als Bonsai-Beginner bin ich bislang schon über einige (die üblichen?) Steine gestolpert - anscheinend ist man am Anfang nicht besser als ein kleines Kind, dass sich erst die Finger verbrennen muss, bevor es den "Alten" Glauben schenkt... :roll:
soll heißen, von "ich finde den Superbonsai hinten in der Gärtnerei" bis "ich pflanz mir meinen eigenen" hatten wir (fast) schon alles :?

Nun setzen wir gerade im Garten eine Reihe Büsche der Gattung "elaeagnus ebbingei" - die immergrüne Ölweide. Und wahrscheinlich habe ich mehr Büsche als notwendig. Und einer ist dabei, der als "Einstamm" eigentlich zu wenig Volumen für das Gebüsch mitbringt. Und schon ist die Begehrlichkeit geweckt...
Aber ich bin (doch) nicht total beratungsresistent und möchte (gerade in der Begeisterung nach einem Bonsai-Workshop) nicht noch eine Pflanze umbringen - und frag erstmal:

Ist "elaeagnus ebbingei" überhaupt als Material geeignet?
Hier im Forum habe ich nur eine einzige Ölweide gefunden. Woran liegt's?

Danke vorab für eure Hilfe,
Jörg
Benutzeravatar
Heike_vG
Beiträge: 24312
Registriert: 04.09.2005, 20:30
Wohnort: Norddeutschland
Kontaktdaten:

Re: "elaeagnus ebbingei" - die immergrüne Ölweide

Beitrag von Heike_vG »

Hallo Jörg,

zeig doch mal ein Foto von Deinem Kandidaten! Dann wissen wir bald, ob sich dieses Exemplar wirklich eignet.
Ölweiden werden in Japan durchaus öfter zu Bonsai gestaltet, vor allem die immergrünen Arten. In den Bonsai-Fachzeitschriften und Bildbänden sieht man da manchmal wunderschöne Exemplare.
Ich habe eine laubabwerfende Ölweide als Shohin. Mir gefallen die Ölweiden sehr gut, schwierig zu pflegen sind sie meines Erachtens auch nicht und warum man sie hierzulande nicht öfter als Bonsai sieht, verstehe ich eigentlich gar nicht. :wink:

Viele Grüße,

Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland
landschrabbler
Beiträge: 70
Registriert: 03.04.2008, 21:36

Re: "elaeagnus ebbingei" - die immergrüne Ölweide

Beitrag von landschrabbler »

Hallo Heike,
genau Deine Ölweide hatte ich gemeint :wink:

Okay, das ist der Busch:

Bild

Bild

Beste Grüße,
Jörg
Benutzeravatar
Heike_vG
Beiträge: 24312
Registriert: 04.09.2005, 20:30
Wohnort: Norddeutschland
Kontaktdaten:

Re: "elaeagnus ebbingei" - die immergrüne Ölweide

Beitrag von Heike_vG »

Hallo Jörg,

der sieht ja gar nicht mal so übel aus, versuch es doch ruhig mit dem!
Vielleicht kannst Du einen Doppelstamm daraus machen? Die Äste und der potenzielle "Sohn"-Stamm sind allerdings lang, unverzweigt
und die Äste weisen zu sehr aufwärts, daher müsste man sie stark kürzen und den zweiten Stamm müsste man noch näher an den Hauptstamm ziehen.
Leider ist die Jahreszeit jetzt schon etwas ungünstig für starke Eingriffe, vor allem an den Wurzeln.

Ich habe auch noch eine selbst aus Samen gezogene laubabwerfende Ölweide, die hat im Alter von einem Jahr schon geblüht und macht sich nach dem ersten Rückschnitt im TPK schon erstaunlich gut, sieht zweijährig danach aus, dass sie auch ein netter Shohin werden könnte.

Viele Grüße,

Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland
landschrabbler
Beiträge: 70
Registriert: 03.04.2008, 21:36

Re: "elaeagnus ebbingei" - die immergrüne Ölweide

Beitrag von landschrabbler »

'n Abend... und Danke Heike für Deine Antwort!

Also: Ölweide ist prinzipiell nicht ungeeignet und außer mir sieht noch jemand eine Zukunft für ihn außerhalb der Hecke :D
damit ist zumindest entschieden, dass er nicht im Garten verschart... äh, ich meine natürlich gesetzt wird :wink:

Ich hätte jetzt wohl zuerst einmal den Baum in einen etwas kleineren Topf umgesetzt, wobei ich den Wurzelballen ungefähr um 1/3 im Durchmesser und in der Höhe verringert hätte. Dazu noch ein wenig frische Pflanzerde, und dann (nach erstem Zuschnitt) in den Garten gestellt und abgewartet. Ist das schon ein zu starker Eingriff? Oder soll ich ihn doch lieber im Wurzelbereich unberührt lassen und abwarten? Und wieviel ist "obenrum" zuzumuten? Bei den Bäumen im Garten sagt der Gärtner "maximal zwei große Äste pro Jahr absägen"...

Grüßle,
Jörg
Benutzeravatar
Norbert Jäger
Beiträge: 323
Registriert: 03.10.2007, 13:21
Wohnort: RV

Re: "elaeagnus ebbingei" - die immergrüne Ölweide

Beitrag von Norbert Jäger »

Hy Jörg,

Heike hat´s treffend ausgedrückt. An den Wurzeln dieses Jahr nichts mehr machen. Ich (!) würde einen größeren Topf/ Schale nehmen und die Ölweide unter Zugabe von Substrat hineinpflanzen.
Für "Obenrum"... wenn´s die Meine wäre... momentan alles so lassen und treiben lassen.


Herzliche Grüße

Norbert
Benutzeravatar
Heike_vG
Beiträge: 24312
Registriert: 04.09.2005, 20:30
Wohnort: Norddeutschland
Kontaktdaten:

Re: "elaeagnus ebbingei" - die immergrüne Ölweide

Beitrag von Heike_vG »

Hallo Jörg,

da bin ich mit Norbert einer Meinung. :wink:

Viele Grüße,

Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland
landschrabbler
Beiträge: 70
Registriert: 03.04.2008, 21:36

Re: "elaeagnus ebbingei" - die immergrüne Ölweide

Beitrag von landschrabbler »

Moin,
okay, dann sei es so: der (noch-)Busch bleibt so wie er ist - dann habe ich auch mehr Zeit zu überlegen, was ich draus mache :wink:
Bleibt mir als (erst mal) letzte Frage: habt ihr einen Tip zum Thema Substrat?
Danke nochmal,
und beste Grüße
Jörg
Benutzeravatar
camaju +
Freundeskreis
Beiträge: 10634
Registriert: 11.03.2005, 01:53
Wohnort: Ludwigshafen

Re: "elaeagnus ebbingei" - die immergrüne Ölweide

Beitrag von camaju + »

Guck mal hier

http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopic.php?t=20043

Kannst auch noch im Fachwissen A-Z (ganz rechts) lesen, da gibt es noch einige Beträge :wink:
Gruß Jürgen *wink*

Wer nicht mit Pflanzen und Tieren kann, kann auch nicht mit Menschen.

Ich moderiere in blau, der Rest ist nur meine Meinung
landschrabbler
Beiträge: 70
Registriert: 03.04.2008, 21:36

Re: "elaeagnus ebbingei" - die immergrüne Ölweide

Beitrag von landschrabbler »

Danke für den Link. Mein erstes selbstgemischtes Substrat bestand aus Pflanzerde, Akadama (aber nur wenig, eher nur als Feuchtigskeitsindikator), Splitt und Lavasubstrat... da werde ich nochmal nachbessern. Aber ich verstehe es richtig: in meinem Fall grobes Substrat?

Stelle ich den Wurzelballen unbehandelt in das Substrat, oder säubere ich vorher die Wurzeln (oder nur einen Teil außenrum)? Ich frage wegen wegen "an den Wurzeln nichts mehr machen" - oder bezog sich das nur auf Volumenverringerung?

Sorry wenn ich da auf der Leitung stehe... :?
Jörg
landschrabbler
Beiträge: 70
Registriert: 03.04.2008, 21:36

Re: "elaeagnus ebbingei" - die immergrüne Ölweide

Beitrag von landschrabbler »

Moin,
ich weiß, für ein Update bin ich "a weng" früh dran... aber ich freu mich grad daran wie der Busch im großen Topf austreibt:
Bild

Und nein, ich will auch nicht gleich loslegen mit Aktion - aber ich überlege mir schon, wie ein weiteres Vorgehen aussehen könnte. Ich wiederhole mal die Frage
landschrabbler hat geschrieben:Und wieviel ist "obenrum" zuzumuten? Bei den Bäumen im Garten sagt der Gärtner "maximal zwei große Äste pro Jahr absägen"...
und ergänze sie: würde man schon im Herbst zwei Äste kappen und dann im Frühjahr nochmal zwei (ich denke an die vier Äste zwischen dem "zweiten Stamm" und der angedachten Krone), oder alle vier im Frühjahr?
Und dann gleich noch die Frage: was kommt nach dem Topf? Ich lese (und sehe) hier immer wieder, dass ihr die Pre-Bonsais in Teichpflanzkörbe setzt... ist das ein notwendiger Schritt, oder nimmt man gleich eine Trainingsschale?

Danke vorab für "Input" - ihr helft damit, das Sommerloch zu überbrücken...

Beste Grüße,
Jörg
landschrabbler
Beiträge: 70
Registriert: 03.04.2008, 21:36

Re: "elaeagnus ebbingei" - die immergrüne Ölweide

Beitrag von landschrabbler »

...und ich gleich nochmal mit der nächsten Frage - die Äste der Ölweide sehen am Stamm folgendermaßen aus (beispielhaft drei besonders "häßliche"...):
Bild
Gehe ich recht in der Annahme, dass diese Äste durch Bohrpropfen gesetzt wurden? Was hat man an Möglichkeiten, den Übergang Stamm/Ast harmonischer resp. natürlicher zu gestalten? Mir kommt es so vor, als ob so ziemlich alle Äste an diesem Busch aufgepropft wurden, was deren teilweise extrem geraden Wuchs und manchmal merkwürdigen Stärkenverlauf erklären würde...
Besten Dank vorab,
Jörg
Benutzeravatar
Heike_vG
Beiträge: 24312
Registriert: 04.09.2005, 20:30
Wohnort: Norddeutschland
Kontaktdaten:

Re: "elaeagnus ebbingei" - die immergrüne Ölweide

Beitrag von Heike_vG »

Hallo Jörg,

Du kannst davon ausgehen, dass diese Äste natürlich gewachsen sind. Solche aufwändigen Methoden wie Bohrpfropfen werden garantiert nicht an gewöhnlicher Baumschulware angewendet.
Später, nächstes Frühjahr z.B., kannst Du diese unverjüngten, dicken Äste kurz schneiden und mit dem neuen Austrieb Verzweigung aufbauen.
Bisher sieht es gut aus mit Deiner Ölweide, aber lass sie mal jetzt schön in Ruhe kräftig werden. :wink:

Liebe Grüße,

Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland
landschrabbler
Beiträge: 70
Registriert: 03.04.2008, 21:36

Re: "elaeagnus ebbingei" - die immergrüne Ölweide

Beitrag von landschrabbler »

Hallo Heike,
Heike_vG hat geschrieben:Du kannst davon ausgehen, dass diese Äste natürlich gewachsen sind. Solche aufwändigen Methoden wie Bohrpfropfen werden garantiert nicht an gewöhnlicher Baumschulware angewendet.
okay... klingt logisch. Ich hatte grad ein Buch in der Hand, in dem die Technik des Bohrpfropfens beschrieben wurde, da fielen mir diese (für mein Auge) ungewöhnlichen Astansätze auf.
Heike_vG hat geschrieben:Bisher sieht es gut aus mit Deiner Ölweide, aber lass sie mal jetzt schön in Ruhe kräftig werden. :wink:
Keine Angst, bis zum Frühjahr hat sie Ruhe - alle Fragen sind nur "vorbereitend" :wink:
Beste Grüße,
Jörg
landschrabbler
Beiträge: 70
Registriert: 03.04.2008, 21:36

Re: "elaeagnus ebbingei" - die immergrüne Ölweide

Beitrag von landschrabbler »

Hallo,
meine Ölweide hat vor einigen Wochen ihren Topf verlassen und sitzt jetzt in einer kleineren Schale. Außerdem habe ich sie ein wenig zurückgeschnitten. Inzwischen treibt sie auch schon wieder wunderbar aus, sie scheint das Umtopfen gut vertragen zu haben...
Bild

Mein nächstes Ziel: die beiden Stämme näher zueinander zu bringen.
Bild

Was nicht so schön ist: die ausgeprägte 2-Dimensionalität - leider ein Resultat des Zurückschneidens.
Bild

Frage: soll ich den großen Stamm noch weiter zurückschneiden - oder abwarten...?

Beste Grüße
Jörg
Antworten