10. Spätsommertreffen, Neue Technik von Frau Jasenska?

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
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Uwe_Kl
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10. Spätsommertreffen, Neue Technik von Frau Jasenska?

Beitrag von Uwe_Kl »

Hallo,


ich stelle die Frage hier, das sie mEnach besser in diesen Themenbereich passt, als unter Aktuelles.

Vorab.
Vielen Dank an Dich Walter, Deine Frau und Deine Helfer für die Organisation des Spätsommertreffens. Ich war und bin begeistert, Deine Sammlung zu sehen und das im Zelt gehörte klingt sicher noch sehr lange nach. Trotz des suboptimalen Wetters eine aus meiner Sicht kaum zu topende Veranstaltung. Details sind ja im entsprechenden Threat zu lesen.

Zu meiner Frage:
Frau Sarka Jasenska hat während der Einleitung und der Besprechung der Bergkiefer eine neuen Technik angekündigt. Ich konnte leider nur live mitverfolgen, wie ihr "Helfer" den großen Seitenast (oder ist es ein Nebenstamm?) entrindet hat. Ich musste zu früh gehen, um den weiteren Wertegang zu verfolgen.

Auf den Bildern der Demo von Frau Jasenska ist zu sehen, dass bei der Gestaltung des Totholzes ein Heißluftfön, Alufolie und ggf. ein "Zaubermittel" zum Einsatz kam, um dieses tolle Ergebnis zu erzielen.

Könnte bitte eine/r der Teilnehmer/Innen des Treffens ggf. Details dieser Technik weitergeben?


Danke und mfG Uwe
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Robert S.
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Re: 10. Spätsommertreffen, Neue Technik von Frau Jasenska?

Beitrag von Robert S. »

Hallo Uwe,

Sarka's Technik ähnelt der des berühmten Möbelherstellers Thonet, der Holz unter heißem Dampf verformt hat.
Der entrindete Ast wurde mit einer Stoffbandage (ob diese feucht war, kann ich leider nicht sagen) eingewickelt.
Anschließend wurde das ganze noch mit Alufolie, quasi als Dampfabschluß, umwickelt. Dann wurde das ganze mit einem Heißluftföhn (das sind die Dinger die man z.B. zum Lackabbrennen, Kunststoff verformen benutzt. Ein normaler Haarfön erreicht wohl die nötige Hitze nicht) erhitzt. Dabei das lebendige Grün gut abdecken und schützen. Wenn das Holz ordentlich "kocht" läßt es sich biegen.
Sei noch zu erwähnen, und diese Idee fand ich besonders gut, daß bei dem zu verformendenen Stamm auf einer Seite noch Holz abgetragen wurde was auf den ersten Blick böd aussieht. Wenn man nun aber das Holz beim Biegen nochmal in sich selbst verdreht entsteht eine sehr schöne, interessante Spiraloptik im Totholz.
Ich finde diese Technik sehr interessant. Bislang bin ich mit der Flamme an Holz gegangen um es zu verformen. Das geht zwar auch, aber immer unter Inkaufnahme von Substanzverlust am Holz, da Teile davon verkokeln. Bei dieser Technik ist dies nicht der Fall.

Servus,
Robert
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ChristianB
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Re: 10. Spätsommertreffen, Neue Technik von Frau Jasenska?

Beitrag von ChristianB »

Hallo Uwe,

kleine Ergänzung zu Roberts Ausführungen:
Die Stoffbandagen waren nass/feucht (ich hab weiter vorne gesessen :mrgreen: )
Die Technik erfordert mindestens zwei Personen: Eine fönt, die andere biegt.
Viele Grüße

Christian
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Robert S.
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Re: 10. Spätsommertreffen, Neue Technik von Frau Jasenska?

Beitrag von Robert S. »

Hallo Christian,

danke für den Zusatz. Ich stand leider ganz hinten und hab nicht jedes Detail mitbekommen.

Ich könnte mir allerdings vorstellen, das Sarka's Technik nur an frisch entrindetem Holz gut funktioniert. Wenn es Jin schon eine Weile steht, dürfte es auch mit dieser technik schwer sein, genug Feuchte wieder ins Holz zu bringen. Testen werd ich das allemal.

Servus,
Robert
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Karl T.
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Re: 10. Spätsommertreffen, Neue Technik von Frau Jasenska?

Beitrag von Karl T. »

Robert S. hat geschrieben:Hallo Christian,

danke für den Zusatz. Ich stand leider ganz hinten und hab nicht jedes Detail mitbekommen.

Ich könnte mir allerdings vorstellen, das Sarka's Technik nur an frisch entrindetem Holz gut funktioniert. Wenn es Jin schon eine Weile steht, dürfte es auch mit dieser technik schwer sein, genug Feuchte wieder ins Holz zu bringen. Testen werd ich das allemal.

Servus,
Robert
Diese Technik ist eigentlich nichts neues ich verwende die auch bei dicken Ästen an der Nigra. Bei älterem Holz empfiehlt sich vorab ein aufrauen der Holzoberfläche mit einer Stahlbürste, dass macht die Bohren aufnahmefähiger. Dann das Holz einige Zeit mit nassen Tücher umwickeln und einwirken lassen, danach so wie auf der Demo verfahren und es funktioniert. Bei frischem Holz geht es natürlich besser.
Herzliche Grüße aus Wien!
Ihr seit gerne eingeladen in meine http://www.bonsaiwerkstatt.at/
Karl Thier
Gamma
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Re: 10. Spätsommertreffen, Neue Technik von Frau Jasenska?

Beitrag von Gamma »

Hallo,
ist diese Methode nur für Nadelhölze geeignet oder funktioniert es bei Laubbäumen auch?
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Robert S.
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Re: 10. Spätsommertreffen, Neue Technik von Frau Jasenska?

Beitrag von Robert S. »

Gamma hat geschrieben:Hallo,
ist diese Methode nur für Nadelhölze geeignet oder funktioniert es bei Laubbäumen auch?
Hallo Gamma,

ich denke daß solche Biegungen nur mit Nadelhölzern möglich sind. Wobei ich mit viel Totholz, insbesorders Jins, an Laubbäumen keine Erfahrung habe.

Servus,
Robert
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avicenna
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Re: 10. Spätsommertreffen, Neue Technik von Frau Jasenska?

Beitrag von avicenna »

Holz ist Holz ... oder ? mit einem feuchten Lappen und mit Alufolie umwickelt reagiert auch Laubbaumholz wie erwartet, ansonsten könnte man keine Stuhllehnen aus Buchenholz formen, oder ?
saludos
avicenna
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Robert S.
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Re: 10. Spätsommertreffen, Neue Technik von Frau Jasenska?

Beitrag von Robert S. »

avicenna hat geschrieben:Holz ist Holz ... oder ? mit einem feuchten Lappen und mit Alufolie umwickelt reagiert auch Laubbaumholz wie erwartet, ansonsten könnte man keine Stuhllehnen aus Buchenholz formen, oder ?
saludos
avicenna
Hallo Dietmar,

Holz ist Holz? Also kann ich einen Ahornzweig genauso stark biegen, wie den eines Wacholders, einer Fichte, einer Mugo? Wohl eher nicht, oder? Also ist Holz nicht Holz. Stuhllehnen aus Buchenholz werden in Formen gebogen. Diese Formen fehlen uns bei Arbeiten am konkreten Jin. Die Stuhllehnen werden sie ganz anders bedampft / "gekocht" (Zeit / Temperatur) als dies am Baum möglich ist.
Daß es mit dieser Methode selbst bei Nadelhölzern heikel ist, hat Sharka ja selbst vor der Demo erwähnt und angeführt, daß es auch schief gehen kann und es *knacks* macht.

Servus,
Robert
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Bodo.P.
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Re: 10. Spätsommertreffen, Neue Technik von Frau Jasenska?

Beitrag von Bodo.P. »

Hallo Robert

Es geht sicher an jedem Holz,tot oder frisch. Bei totem Holz muß ich nur länger einweichen. Bei Jean P. Polmans habe ich gesehen wie er
das Totholz mit einer Plastiktüte eingepackt hat und diese einige Stunden mit einem Dampfreiniger befeuchtet hat.

mfg
Bodo.P.
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