schon seit langem frage ich mich, ob ich dieses heikle Thema hier im Forum anschneiden soll. Irgendwie glaube ich aber, dass es an der Zeit ist, die Dinge hinsichtlich „Yamadori“ von einer ganz anderen Seite zu zeigen. Diejenigen, die meine Beiträge mitverfolgen - werden wissen, dass ich auch ein leidenschaftlicher Yamadori-Sammler bin.
Mir fällt auf, dass das Thema „Yamadori“ gerade im Internet immer mehr an Präsenz gewinnt. Viele Leute werden dadurch noch stärker motiviert Ausflüge in die Natur zu unternehmen, um nach Material zu suchen. Insbesondere Anfänger sehen in jedem, auch noch so jungem Bäumchen einen potentiellen Kandidaten und würden am liebsten alles ausgraben was ihnen unter die Augen kommt. Die Fortgeschrittenen und Profis hingegen, trachten jedes Jahr auf´s neue, ein besseres Material zu holen.
Leider gibt´s dann auch noch diese skrupellosen Bonsai-Leute, die mit leeren Lieferwagen in die Natur fahren und erst dann wieder zurückfahren, wenn der Wagen bis zum Dach voll ist. Und das nicht nur einmal, sondern Jahr für Jahr. Schließlich so lange bis ganze Hänge von Gebirgsgegenden aus Schlaglöchern, Müll und abgesägten Baumteilen bestehen.
Ich frage mich, warum man so etwas macht!? Kann die Gier nach Rohmaterial wirklich so groß sein, dass es viele Bonsai-Freaks dazu zwingt, schonungslos, zerstörend und respektlos durch die Natur zu ziehen?
Oftmals werden Gummihandschuhe, Plastiksäcke, Klebeband, Bierdosen, PET-Flaschen etc. am Standort zurückgelassen. Einmal habe ich eine ausgegrabene Mugo entdeckt, dessen Wurzelballen schon im Nylonsack verpackt war. Der komplette Baum wurde vor Ort zurückgelassen. Als ich den Baum gesehen habe, war er schon hinüber. Ich habe bis heute keine Ahnung, warum man die Mugo dort verrecken ließ. Jahrhunderte alte Bäume werden auf diese Art und Weise sinnlos vernichtet!
Die letzten Jahre wurde ich schon von einigen Forumsmitgliedern wegen den Yamadoris kontaktiert. Manche wollen auf meine Touren mitgehen. Andere wollen wissen ob man wirklich mit Genehmigungen ausgräbt oder ob dies doch nur ein „Scherz“ ist, unter dessen Vorwand man die Ausbeute öffentlich rechtfertigen kann.
Zitat aus einer E-Mail, die vor einigen Wochen an mich gesendet wurde:
„Wie kommt man unerkannt mit Beute vom Berg? Und braucht man wirklich eine Erlaubnis? Ich weiß nicht, ob ich in einem Forum dazu eine Antwort bekomme, deshalb frage ich dich auf diesem Weg!“
Solche Aussagen unterstreichen genau das, was mich an der gesamten Sache so gewaltig anwidert. Ich kann es kaum in Worte fassen, wie sehr mich so etwas aufregt!
Ich glaube, dass Bilder mehr wie tausend Worte sprechen. Mehr brauche ich nicht mehr zu kommentieren. Schaut her, wie diese besessenen Fanatiker Kiefern "ausgraben" und eine schöne Gebirgsgegend behandeln. Eine Schande eigentlich ...

















Was haltet Ihr denn davon? Die Schäden, welche in diesem Gebiet angerichtet worden sind, sind großflächig und so schnell nicht wieder behebbar. Landschaftsbilder möchte ich keine herzeigen. Was würdet ihr denken, wenn sich eine Landschaft in eurer Umgebung in so etwas verwandelt?
Es mag hier in Europa sicherlich noch viele ergiebige Yamadorigebiete geben, wie so manch einer glaubt! Aber nur für wie lange noch? Wenn derartige Raubzüge in diesem Tempo fortgesetzt werden, dann sehe ich schwarz. Was hat denn eigentlich so etwas mit "Naturverbundenheit" oder mit dem Gedanken von "ZEN" zu tun, von dem so viele Bonsai-Freaks in den Foren klugscheißen?
Das traurige an diesem Thread ist, dass ich weiß, dass auch bestimmte Mitglieder dieses Forums zu diesen Typen gehören. Über die Sinnhaftigkeit einen solchen Thread zu erstellen, habe ich lange nachgedacht. Auch wenn mich dafür viele hassen mögen, aber solche Bilder gehören in die Öffentlichkeit! Vielleicht öffnet´s dem einen oder anderem doch noch die Augen ...
Gruß,
Igor
P.S.:
In letzter Zeit werden auch in diesem Forum vermehrt Bilder von Yamadoris und dessen Fundorten aus den Threads gelöscht. Eigenartig, nicht wahr?

