Hallo, Ihr Lieben,
vielen Dank für die Glückwünsche! :D
Es war ein besonderes Wochenende und ich werde noch eine Weile brauchen, das alles geistig zu verarbeiten und auch für die Aufbereitung meiner vielen Fotos brauche ich noch etwas Zeit!
Genau wie Sigi hat mich der Workshop am Freitag mit Othmar Auer extrem beeindruckt. Othmar hat seinen legendären Ruf wirklich nicht von ungefähr, er ist ein Bonsai-Gestalter und -Lehrer aus der obersten Liga und dazu ein ausgesprochen feiner, netter Mensch. Meine beiden bearbeiteten Bäume, den Waldkiefer-Literaten und einen noch ganz rohen, kleinen, verschnörkelten Itoigawa-Wacholder, konnten wir enorm voranbringen und ich habe vieles gelernt. In einigen Bereichen müssen die Denkanstöße auch noch sacken und manche Einstellungen noch gründlicher überdacht werden.
Auch die anderen Workshopteilnehmer hatten interessante Bäume dabei, haben damit eine Menge unter Othmars Anleitung aufgestellt und waren alle sehr angenehme Gefährten!
Vielen Dank noch einmal an Othmar und alle anderen Beteiligten, vor allem natürlich auch an Hermann Pieper, der Othmar für uns in den Norden geholt hat!
Gestern war ich noch einmal den ganzen Tag in Enger, hatte viel Zeit zum Gucken, Fotografieren, mit allen netten Bekannten reden, habe einige nette neue Bekanntschaften gemacht und auch mal nach den kleinen Dingen geschaut, an denen ich sonst so leicht vorbeilaufe.
Dass zum Sumpfzypressenwettbewerb nur wenige Bäume angetreten sind, war doch ein wenig überraschend. Hermann Pieper erzählte, dass es 500 Stück waren, die vor 5 Jahren verteilt wurden.
Othmar Auer hat die Bewertung und Kritik der Bäume vorgenommen. Dabei hob er die Unterschiede zwischen meiner schon ziemlich dicken Sumpfi und der zweitplatzierten heraus, die viel dünner war, aber dafür mit einer harmonischeren Verjüngung und geringerer Schnittstelle daher kam.
Othmar sagte, dass ich in den 5 Jahren mit meinem Baum die größte Leistung vollbracht hatte und daher den 1. Platz belegte. Er wies aber darauf hin, dass die zweitplatzierte Sumpfzypresse möglicher Weise in 15 Jahren der bessere Baum sein kann, wenn er weiterhin langsam und fein entwickelt wird.
Diese Philosophie des langsamen und behutsamen Aufbaus hat Othmar in seinem Bildervortrag im Workshop ebenfalls als sehr erstrebenswert und mit wunderbaren Ergebnissen gekrönt präsentiert.
Von meinem Preis habe ich mir einen guten Baum aussuchen wollen und die Qual der Wahl hat mich einige Zeit geplagt. Eine tolle Azalee hätte mich gereizt, eine schöne Quitte, ein feiner japanischer Weißdorn und manche mehr. Aber da meine Nadelbaumabteilung im Verhältnis etwas mager bestückt ist und Othmar an diesem Wochenende bei Workshop und Demo ein gesteigertes Interesse für Wacholder bei mir hervorgerufen hat, habe ich mich am Ende für einen chinesischen Wacholder der wunderschönen Sorte "Itoigawa" entschieden. Leider sind seine Vorzüge auf dem Foto nicht so genau zu erkennen wie in natura.
An ihm habe ich natürlich schon einige Dinge entdeckt, die ich verändern und verfeinern möchte, aber ich lasse mir Zeit damit. Ich zeige Euch erst einmal einen Schnappschuss von seinem Platz in der Bonsaischule Enger. Weiteres kommt später...
Liebe Grüße,
Heike