Hallo Stefan,
Deine Zelkowe hat alle Voraussetzungen für eine gute Zukunft.
Wurzelansatz, Stamm und untere Äste, alles vielversprechend.
Nur, was ist mit dem 3. Ast links?, könnte ein Rückseitenast sein.
Fotos bilden ja nun alles platt aufeinander ab, aber der scheint nicht günstig zu stehen. Kannst Du den anheben?
Beste Grüsse,
Heiner
Ein Tag ohne Beschäftigung mit Bonsai ist ein verlorener Tag!
Danke für das Feedback! ja, der geht nach hinten, erst nach oben, dann mit einem Knick nach unten (durch Rückschnitt auf einen Seitenast, ähnlich wie beim 1. Ast rechts). Stark biegen lässt er sich nicht mehr, aber vielleicht genügt ein leichtes Anheben.
Ein wenig Kopfzerbrechen machen mir auch die drei relativ starken Äste, in die sich die Krone auflöst. Die sind ein wenig zu dick und haben auch zu wenig Verjüngung, vor allem der rechts auf dem Bild. Da müsste man wohl auch radikal zurückschneiden, aber dazu konnte ich mich bislang noch nicht durchringen ...
Viele Grüße,
Stefan
Whenever there is any doubt, there is no doubt. - Sam in 'Ronin'
bzgl. Deiner Zelkowe musst ganz allein Du entscheiden, ob Du mit dem Gerüst, das der Baum jetzt bietet, weitermachen willst oder ob Du Dich zu einem Schritt entschliesst, der, zugegeben, am Anfang im wahrsten Sinne des Wortes einschneidend ist (passt zur Thread-Überschrift ).
Du müsstest dann allerdings den Baum im Frühjahr aus der schönen Schale in ein geräumigeres Gefäß auspflanzen, ihn radikal zurückschneiden und einige Jahre mit einem vordergründig weniger ansprechenden Bild leben.
Der Baum wird Dir dann wegen seines enormen Austriebs an den gewünschten und auch unerwünschten Stellen jede Menge Möglichkeiten bieten, die passenden Triebe auszuwählen.
Wie auch immer Du Dich entscheiden wirst: Wie´s mit Deinem Baum weitergeht, interessiert mich sehr!
Den Rest per PN,
beste Grüsse,
Heiner
Ein Tag ohne Beschäftigung mit Bonsai ist ein verlorener Tag!
Hallo Heiner
Es freut mich sehr zu sehen das es auch noch Bonsai-Freunde gibt,
die "einfache" klassische Bäume von der Pike her aufbauen.
Neben der Freude nach vielen Jahren einen solchen Baum selbst "gemacht" zu haben
kommt dazu noch der wesentliche Aspekt das diese Art Bonsai erhalten werden muss.
Nicht kann oder sollte, nein muss.
Probieren, spielen, neue Wege beschreiten auch das muss sein,
aber darüber das "Alte" vergessen oder gar ablehnen
ist einfach nicht der richtige Weg.
mfG Dieter
ps Mal sehen ob Zellkowen auch als Steckhölzer anwachsen,
dann mach ich mich auch mal auf den Weg.
schön, daß Du Dich gemeldet hast.
Probieren und spielen, ja, das habe ich jahrelang gemacht. Hat mir einfach mehr Sinn gegeben, als vorgestaltete, "perfekte" und nicht zuletzt auch teure Bäume zu erstehen, mir fremde Federn an den Hut zu stecken und damit auf Ausstellungen zu glänzen.
Ein weiteres Beispiel zu diesem Thread. Ist zwar keine Zelkowe, gehört aber immerhin zur Ulmenfamilie.
Die "ulmus elegantissima, Jacqueline Hillier" habe ich vor Jahren als Jungplänzchen bekommen. Warum diese Art den Beinamen "elegantissima" bekommen hat, ist mir bis heute schleierhaft. Man behauptet von ihr, daß sie von ganz allein in die Besenform wachse, daß sie sehr austriebswillig sei und auch Pflegefehler verzeihe. - Kann ich alles bestätigen.
Dieses Pflänzchen war mein erstes Übungsobjekt und eignet sich wohl ganz besonders wegen der beschriebenen Eigenschaften dafür.
Zuerst wurde das unansehnliche Nebari per Abmoosung verbessert, hat ganz gut geklappt.
Meine Neugier ging aber weiter: Die Pflanze wurde radikal gekappt, um zu prüfen, ob der Kronenaufbau auch funktioniert.
Anbei die Bilder. Ich muß gestehen, die Hillier-Ulme führt bei mir ein Schattendasein, steht ziemlich in der Ecke. Das Herbstlaub ist wenig attraktiv, aber um Erfahrungen mit der Ulmenfamilie zu sammeln, ein ideales Übungsobjekt. Allerdings muss man sich hüten zu glauben, daß die außergewöhnliche Austriebs- und Verzweigungswilligkeit auf die ganze Ulmengruppe gleichermassen übertragbar wäre.
Beste Grüsse,
Heiner
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Ein Tag ohne Beschäftigung mit Bonsai ist ein verlorener Tag!
Hallo,
lese sehr interessiert die Beiträge hier und freue mich daran, daß es Leute gibt, die auch diesen klassischen Weg der Besenform versuchen.
Ich persönlich habe für mich die Erfahrung gemacht, daß dieser Weg leider garnicht so einfach ist und m.E. viel kontinuierlichen Pflegeaufwand erfordert.
Umso mehr werde ich Euch und Eure Bemühungen mit viel moralischer Unterstützung ( bringt Euch allerdings nix ) und Daumendrücken verfolgen!
Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben geben, daß Du es sagen darfst(Voltaire)
Wunderschön, Heiner!
Ich bin durch Deinen Baum sehr motiviert, mein hässliches Zelkowen-Entlein doch noch in einen ähnlichen Schwan zu verwandeln, egal wie lange es dauert.
Liebe Grüße,
Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...
ich durfte heute heiners bäume in natura sehen und ich bin begeistert. so bedächtig und zielorientiert über viele jahre gearbeitet - das ist für mich absolut vorbildlich. die sammlung kann ich echt empfehlen.
danke nochmal, heiner!
grüße fritze
Hallo bonsaiheiner
Ich freue mich sehr das du hier deine Arbeit der ganzen Jahre vorstellst,es
ist sagenhaft zu sehen was du aus einem Steckling gemacht hast,das ist ganz großes
Kino,ich hoffe bald noch andere arbeiten von dir hier zu sehen,danke fürs zeigen.
Sehr schöne Zelkove hast du da, dass inspiriert mich auch da zu mal diesen weg zu gehen und es selbst zu versuchen. Einfach Klasse. Um was für eine zelkove handelt es sich bei deiner langen Gestaltung? Wie hoch ist sie? Weist du in etwa noch mit was für einem stammdurchmesser du vor 12 Jahren angefangen hast und wo du jetzt bist?
habe gar nicht mitbekommen, daß dieser Thread noch fortgesetzt wurde, daher meine verspätete Antwort.
@fritze,
hat mir sehr viel Spass gemacht, mit Dir zu fachsimpeln. Danke für Deine Substrat-Tipps.
@nemo,@arkadius,
Zur Klarstellung: die Zelkowe mit dem total-drastischen Rückschnitt ist ein Steckling, der aus der reiferen Zelkowe (die mit dem Herbstlaub, Foto von Ende Okt 2010) hervorgegangen ist. Der Aufbau einer vernünftigen Krone wird mich hier noch wohl einige Jahre beschäftigen.
Die reifere Mutterzelkowe wartet auf ihre passende Schale (von Erwin). Dieser Pflanze habe ich vor 12-13 Jahren ihre komplette Rückseite genommen. Sie wurde nach der Methode Wachsen-lassen und Rückschnitt peu à peu neu aufgebaut.
An der Hillier-Ulme habe ich probiert, ob drastischer Rückschnitt überhaupt klappen kann.
Vielleicht war es etwas verwirrend, drei Pflanzen in einem Thread zusammenzufassen.
Diese Zelkowen nannte man früher zelkova carpinifolia, auch die aus Japan stammenden. Z.c. kommt aber aus dem Kaukasus und hat etwas kleinere rundlichere Blätter, daher seit einigen Jahren die korrekte Richtigstellung: Zelkova serrata. Phänomenal ist der Unterschied in der Blattgrösse: lässt man die Triebe auswachsen, werden sie 4-5 mal größer als die an den pinzierten Zweigen, wobei die ersten zwei Blättchen die kleinsten sind und auch klein bleiben, schon das 3. Blatt ist deutlich größer.
Bei Erwerb hatte diese Zelkowe eine Stammstärke von ca 2,5 cm und ist jetzt bei knapp 5 cm angelangt.
Beste Grüsse,
Heiner
Ein Tag ohne Beschäftigung mit Bonsai ist ein verlorener Tag!
nein das mit den verschiedenen Bäumen habe ich schon verstanden. Mich hat aber deine längere Gestaltung interessiert. Das ist ein sehr schöner Baum und die Jahre arbeit waren gut investiert...