Acer Palmatum

Für ungeklärte(!) Fragen zum Bonsai-Einstieg und den Anfangsjahren. SUCHEN, LESEN, DENKEN und nur POSTEN,
wenn Du selbst KEINE ANTWORT GEFUNDEN hast
BennyS
Beiträge: 26
Registriert: 12.10.2010, 22:32

Acer Palmatum

Beitrag von BennyS »

Hi Leute,
habe von meinen Großeltern einen ca. 8 Jahre alten Acer Palmatum in einer Bonsaischale geschenkt bekommen.
Habe ihn sofort in eine Kiste mit Erde eingebuddelt und ihn an einen WIndgeschützten Ort gestell.
Jetzut ist das so bei uns ist gerade sehr kalt wie kann ich den jetzt am Besten gießen das er nicht Austrocknet.
mfg.
BennyS
Benutzeravatar
Josef Knieke
BFF-Autor
Beiträge: 2290
Registriert: 25.08.2010, 21:19
Wohnort: Niedersachsen

Re: Acer Palmatum

Beitrag von Josef Knieke »

Hi

sofern die Erde nicht gefroren ist, kannst du immer gießen. Allerdings benötigen unsere Bonsai den Winter über auch nicht viel Wasser. Zu viel Nässe in der Schale könnte die Wurzeln schädigen.

Das Bäumchen sollte windgeschützt und nicht in der Sonne stehen. Vor zu starken Frösten schützen Styroporkisten, Luftpolsterfolie u.ä..


Gruß

Josef
BennyS
Beiträge: 26
Registriert: 12.10.2010, 22:32

Re: Acer Palmatum

Beitrag von BennyS »

Danke für den Tip werden ihn einmal leicht Gießen habe ihn in einem Karton an einer WIndgeschützten Mauer stehen mit Erde und Papier eingewickelt.
Sanne
Freundeskreis
Beiträge: 7928
Registriert: 01.02.2009, 19:09
Wohnort: Norddeutschland

Re: Acer Palmatum

Beitrag von Sanne »

Hallo Benny,
auch ich finde das Gießen im Winter ziemlich problematisch. Bei diesem Dauerfrost kann man ja nicht gießen, wenn der Ballen
gefroren ist, aber auf die Substratoberfläche Schnee drauf legen. Gestern habe ich sogar wieder einige Bäume lieber reingeholt
in meine Küche (ca. 10-13 Grad), da in der Nacht bis zu -12 Grad angesagt war. Ist natürlich auch nicht optimal, aber da ich hier in Hamburg seit mindestens 2 Wochen ununterbrochen Frost habe, dachte ich, das geht schon mal für ein Paar Tage. Auf meinem Balkon habe ich die Bäume auch in Noppenfolien geschützt verpackt und auf Styroporplatten gestellt.
Hoffentlich wird es kein allzu langer harter Winter.
Schöne Grüße, Sanne :wink:
Was wären wir ohne den Trost der Bäume…
(Zitat von Gisela V.)
Benutzeravatar
inge
Beiträge: 111
Registriert: 07.07.2006, 19:03
Wohnort: 67141 neuhofen

Re: Acer Palmatum

Beitrag von inge »

Sanne hat geschrieben:Hallo Benny,
Gestern habe ich sogar wieder einige Bäume lieber reingeholt
in meine Küche (ca. 10-13 Grad), da in der Nacht bis zu -12 Grad angesagt war. Ist natürlich auch nicht optimal, aber da ich hier in Hamburg seit mindestens 2 Wochen ununterbrochen Frost habe, dachte ich, das geht schon mal für ein Paar Tage.
Schöne Grüße, Sanne :wink:
Hallo,
deine Bäume werden treiben und dann? Ob 5 Grad Frost oder 15, der Wurzelballen ist eh gefroren. Wind ist der große Feind im Winter.
lg
inge
Benutzeravatar
achim73
Freundeskreis
Beiträge: 11686
Registriert: 30.07.2006, 00:53

Re: Acer Palmatum

Beitrag von achim73 »

hallo inge, so ganz stimmt das leider nicht.
es gibt für jede baumart eine temperaturzone, bis zu der sie überleben können.
und da gibt es auch unterschiede in der minus-zone.
hat grob gesagt etwas mit dem frostschutzmechanismus der wurzeln zu tun.
wenn es dich interessiert, lies mal hier (leider nur englisch):
http://www.evergreengardenworks.com/frzekill.htm

generell sind bäume in schalen empfindlicher als ihre verwandten im freiland, was diesen sachverhalt bestätigt.

die bäume bei starkem frost in die wohnung zu holen, ist sicherlich problematisch,
aber wie uns schon die letzten winter gezeigt haben, ist langer starker dauerfrost für viele bäume, vor allem junge, geschwächte und frisch bgearbeitete, tödlich.
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
chinesische Weisheit
BennyS
Beiträge: 26
Registriert: 12.10.2010, 22:32

Re: Acer Palmatum

Beitrag von BennyS »

Hi Achim,

über dem Baum ist eine ca. 5 cm dicke Schicht Erde glaubst du das reicht bei uns hat es bis ca -15°c was würdest du enpfehlen der Baum ist ca 10 Jahre alt.
Benutzeravatar
achim73
Freundeskreis
Beiträge: 11686
Registriert: 30.07.2006, 00:53

Re: Acer Palmatum

Beitrag von achim73 »

das ist immer schwer zu sagen. ich selbst sammele da auch noch (unschöne :| ) erfahrungen. mein palmatum (wildform) war einer der überlebenden dses letzten winters. ich hatte ihn in rindenmulch in einem kleinen plastikgewächshaus. mehr kann ich dir leider nicht sagen.
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
chinesische Weisheit
Benutzeravatar
Thierry
Beiträge: 4130
Registriert: 22.07.2005, 10:53
Wohnort: Rheinland-Pfalz

Re: Acer Palmatum

Beitrag von Thierry »

Hallo ihr Lieben,

vielleicht kann ich euch ein bisschen behilflich sein.

Ich bin zwar kein Ahorneexperte, aber wir hatten seit mehrere Jahren keine Verluste mehr im Winter (weder Ahorne, noch die anderen Arten aus unserer bescheidenen Sammlung, sogar die Shohins und winzigkleinen Mame), also muss ich während der letzten Winter doch was richtig gemacht haben.

Folgende Aussagen bezüglich Ahorne im Winter beziehen sich auf die umfangreiche Erfahrung von Guy Maillot (DER Spezialist für Ahorne in Europa schlechthin) :

Laut Guy halten Ahorne, die in der Erde im Garten gepflanzt sind, im Winter Temperaturen von -15 °C und sogar -20 °C stand.
In Plastiktöpfe ist das ganz anders.
Der oberirdische Bereich befürchtet die Kälte nicht. -10 °C bis -15 °C dürften keine Probleme darstellen. Eventuell können junge Triebe/Zweige, die nicht genügend verholzt sind (also Triebe vom letzten Herbst) frieren und absterben.
Ahorne in Bonsaischalen sind deutlich sensibler im Wurzelbereich.
Mindesttemperaturen von -5 °C sind bereits das Maximum, um die Wurzeln nicht zu beschädigen. Wenn die Temperaturen darunter sinken, wird der Baum nicht sterben, aber die gefrorenen Wurzeln werden verfaulen, und er muss im Frühjahr einen neuen Wurzelballen machen, was ihn sehr ermüden wird. Beim gerinsten Fehler (des Wässerns zum Beispiel) wird euer Ahorn dann eingehen ohne dass ihr etwas machen könnt.
Also muss man Ahorne im Winter :
- vor starke Winde schützen
- sie beispielsweise unter einer geschützen Gartenlaube bringen oder die Töpfe/Schalen tief genug eingraben, und weitere Schutzmassnahmen vornehmen, die dem Klima von eurer Region angepasst sind.

Zu dieser Aussage von Guy möchte ich noch hinzufügen, dass, entgegen der leider immer noch allgemeinen Meinung, die meisten Bäume im Winter nicht an Kälte sondern an Austrocknung sterben...

BennyS, vielleicht können dir die Bonsaipflegekalender dabei helfen, deinen Baum (bzw. seiner Bedürfnisse während der Wintermonate) besser zu verstehen :
http://www.bonsai-fachforum.de/viewforum.php?f=53

Viele Grüße,

Thierry
Viele Grüße,
Thierry

"A juniper without jin is like a dog without fleas : not natural..." - John Naka
Benutzeravatar
Thierry
Beiträge: 4130
Registriert: 22.07.2005, 10:53
Wohnort: Rheinland-Pfalz

Re: Acer Palmatum

Beitrag von Thierry »

inge hat geschrieben:
Sanne hat geschrieben:Hallo Benny,
Gestern habe ich sogar wieder einige Bäume lieber reingeholt
in meine Küche (ca. 10-13 Grad), da in der Nacht bis zu -12 Grad angesagt war. Ist natürlich auch nicht optimal, aber da ich hier in Hamburg seit mindestens 2 Wochen ununterbrochen Frost habe, dachte ich, das geht schon mal für ein Paar Tage.
Schöne Grüße, Sanne :wink:
Hallo,
deine Bäume werden treiben und dann? Ob 5 Grad Frost oder 15, der Wurzelballen ist eh gefroren. Wind ist der große Feind im Winter.
lg
inge
achim73 hat geschrieben:hallo inge, so ganz stimmt das leider nicht.
es gibt für jede baumart eine temperaturzone, bis zu der sie überleben können.
und da gibt es auch unterschiede in der minus-zone.
hat grob gesagt etwas mit dem frostschutzmechanismus der wurzeln zu tun.
wenn es dich interessiert, lies mal hier (leider nur englisch):
http://www.evergreengardenworks.com/frzekill.htm

generell sind bäume in schalen empfindlicher als ihre verwandten im freiland, was diesen sachverhalt bestätigt.

die bäume bei starkem frost in die wohnung zu holen, ist sicherlich problematisch,
aber wie uns schon die letzten winter gezeigt haben, ist langer starker dauerfrost für viele bäume, vor allem junge, geschwächte und frisch bgearbeitete, tödlich.
Interessantes u. lehrreiches zum Thema Winterhärte :

http://www.yamadori-bonsai.de/f/viewtop ... a37#p65455

http://bonsai-aktuell.de/index.php?opti ... &Itemid=34

*******
Sanne hat geschrieben:Hallo Benny,
auch ich finde das Gießen im Winter ziemlich problematisch. Bei diesem Dauerfrost kann man ja nicht gießen, wenn der Ballen
gefroren ist, aber auf die Substratoberfläche Schnee drauf legen. Gestern habe ich sogar wieder einige Bäume lieber reingeholt
in meine Küche (ca. 10-13 Grad), da in der Nacht bis zu -12 Grad angesagt war. Ist natürlich auch nicht optimal, aber da ich hier in Hamburg seit mindestens 2 Wochen ununterbrochen Frost habe, dachte ich, das geht schon mal für ein Paar Tage. Auf meinem Balkon habe ich die Bäume auch in Noppenfolien geschützt verpackt und auf Styroporplatten gestellt.
Hoffentlich wird es kein allzu langer harter Winter.
Schöne Grüße, Sanne :wink:
Hallo Sanne,

das reicht schon wenn du die Bäume eine Nacht lang in ein Zimmer bei etwa 5 bis 10°C reinholst, damit der gefrorene Wurzelballen wieder auftauen kann und um sie dann ein bisschen giessen zu können, aber ein paar Tage infolge ist zu viel. :wink:

Das Thema Giessen im Winter ist sowieso ein umstrittenes Thema...

Ich werde dir sogar ein kleines "Geheimnis" verraten : ich mache das auch seit Jahren. :wink: Alle unsere Bäume stehen im Winter draussen geschützt, da kommt weder Regen noch Schnee dran. Der Grund dafür ist das ich lieber alleine dafür verantwortlich sein möchte, wann und wieviel Wasser unsere Bäume bekommen, als dem winterlichen Wetter und seine Kapriolen zu vertrauen... Wenn's also draussen sehr kalt ist, hole ich einzelne Bäume kurz in ein frostfreier Raum rein, damit ich das Substrat mit Augen und Fingern kontrollieren kann, ob's noch feucht genug ist und ob gegossen werden muss oder nicht, und dann stell ich sie wieder raus.

Befreundete Bonsaianer/innen haben mich schon tausendmal vom Gegenteil überzeugen wollten, aber wie Walter immer zutreffend zu sowas sagt: nur die langfristigen Ergebnisse/Erfolge zählen!

Und wenn ich um mich herum sehe, wieviele dieser Bonsaifreunde/innen im Winter zahlreiche Bäume verloren haben... und vor allem der kräftige Neuaustrieb unserer Bäume im Frühjahr... dass alles zeigt mir dass meine Frau und ich doch etwas nicht falsch machen.

Und seitdem wir keine Verluste mehr im Winter haben, lass ich unsere Bonsaifreunden/innen (wenn sie wieder mit dem Thema herkommen) lieber weitererzählen... *floet*

Wie gesagt, es gibt eben kein "Kardinalweg" um sowas zu handhaben, jede(r) Bonsaianer/innen muss das probieren was bei ihm/ihr am Besten funktioniert.

Ansonsten kannst du zusätzlichen zu deinen Noppenfolien noch Rindenmulch probieren.

Viele Grüße,

Thierry
Viele Grüße,
Thierry

"A juniper without jin is like a dog without fleas : not natural..." - John Naka
BennyS
Beiträge: 26
Registriert: 12.10.2010, 22:32

Re: Acer Palmatum

Beitrag von BennyS »

Danke nochmal an alle für ihre Anwort da ich ihn am besten Platz stehen habe den ich beiten kann (vor einer Mauer mit einem Dach darüber) werde ich es jetzt so machen ich werde ihn nochmal aus dem Karton nehmen und ihn ohne seine Schale in frische Erde so tief wie möglich eingraben.
mfg.
BennyS
Benutzeravatar
Thierry
Beiträge: 4130
Registriert: 22.07.2005, 10:53
Wohnort: Rheinland-Pfalz

Re: Acer Palmatum

Beitrag von Thierry »

Lass ihn bitte in seiner Schale :!: sonst wird er dir im Frühjahr eingehen.

Du kannst ihn gerne unter einer dicken Erdschicht eingraben (um seine Wurzeln vor der starken Kälte zu schützen), aber ja nicht aus seiner Schale nehmen ! denn ihn jetzt aus seiner Schale herauszunehmen wäre SEHR gefährlich!
(und kontraproduktiv)

Die Chancen sind gross, dass du seine Wurzeln beschädigst wenn du ihn jetzt aus seiner Schale rausnimmst.
Und im Frühjahr hast du dann ein Problem...

Also, eingraben u. vor Wind schützen, fertig. :wink:
Viele Grüße,
Thierry

"A juniper without jin is like a dog without fleas : not natural..." - John Naka
Sanne
Freundeskreis
Beiträge: 7928
Registriert: 01.02.2009, 19:09
Wohnort: Norddeutschland

Re: Acer Palmatum

Beitrag von Sanne »

Hallo Thierry,
heute habe ich meine Bäume nach 3 Tagen auch wieder rausgestellt, da es plötzlich doch wieder mal 0 Grad waren. Aber das Auftauen des zugefrierten Ballens dauert meiner Meinung nach mindestens 2 Tage. Habe dies mit der "Holzstäbchen-Methode" getestet.
Jedenfalls im letzten Winter,der auch ziemlich hart war, hatte ich bei der Pflege kaum Ausfälle, bis auf meinen Dreispitzer, der dieses Jahr ziemlich schlapp war, aber noch lebt.
Schöne Grüße, Sanne
Was wären wir ohne den Trost der Bäume…
(Zitat von Gisela V.)
Benutzeravatar
Josef Knieke
BFF-Autor
Beiträge: 2290
Registriert: 25.08.2010, 21:19
Wohnort: Niedersachsen

Re: Acer Palmatum

Beitrag von Josef Knieke »

Hallo Sanne

Dreispitzer sind auch nicht winterhart! - Sie sind mit dem Fächerahorn diesbezüglich auch nicht zu vergleichen.




Gruß

Josef
Sanne
Freundeskreis
Beiträge: 7928
Registriert: 01.02.2009, 19:09
Wohnort: Norddeutschland

Re: Acer Palmatum

Beitrag von Sanne »

Hallo Josef,
das ist mir inzwischen auch schon klar, dass der Dreispitzer nicht so winterhart ist.
Schöne Grüße, Sanne
Was wären wir ohne den Trost der Bäume…
(Zitat von Gisela V.)
Antworten