Mein Felsen-Ahorn -- als Rohmaterial geeignet?

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Dirk K. aus L.
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Mein Felsen-Ahorn -- als Rohmaterial geeignet?

Beitrag von Dirk K. aus L. »

Moin miteinander!

Nach dem vielen "Theorie-Gewichse" soll es für mich nun endlich in die Praxis gehen.

Auf den beigfügten Bildern seht ihr einen Acer monspessulanum, den ich letzten Sommer in einer herkömmlichen Baumschule erstanden habe.

Lässt sich daraus etwas machen? Ich weiß, die Substämme sind schon recht dich, so dass größere Schnittstellen unvermeidbar sind. Über das Nebari kann ich leider noch keine Aussage machen: Es handelt sich um Ballentuchware; umgetopft werden soll der Ahorn in diesem Frühjahr, dann kann ich mehr sagen/zeigen.

Sorge macht mir allerdings die Stelle, an der sich der Stamm in zwei Substämme gabelt. Dort ist ein feiner Riss zu sehen, aus dem bei Regen zudem eine dunkle Flüssigkeit rinnt. Ein Pilz? Ist der Baum dadurch verloren? Fände ich schade. Mit Laub wirkt der Baum jedenfalls höchstgesund.

Bin gespannt auf euer Feedback.


Grüße

Dirk
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Der wahre Weg geht über ein Seil, das nicht in der Höhe gespannt ist, sondern knapp über dem Boden. Es scheint mehr bestimmt stolpern zu machen, als begangen zu werden. (Franz Kafka)
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camaju +
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Re: Mein Felsen-Ahorn -- als Rohmaterial geeignet?

Beitrag von camaju + »

hallo dirk,

aus deinem ahorn lässt sich bestimmt was mahcen. lommt halt drauf an, wie es im topf aussieht und wie dann die weiteren schritte wären.

zu deiner astgabel, lass doch mal den forscher in dir raus und leg ne grabstelle an :wink:
Gruß Jürgen *wink*

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Heike_vG
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Re: Mein Felsen-Ahorn -- als Rohmaterial geeignet?

Beitrag von Heike_vG »

Hallo Dirk,

die Nebariwurzeln müsstest Du natürlich mal ein bisschen freilegen, damit man Aussagen über die Qualität des Rohmaterials machen könnte. Das Nebari ist immer eins der Hauptqualitätsmerkmale und sollte deswegen schon vor dem Kauf erkundet werden.
Ich kenne Bonsaianer, die immer Gummihandschuhe und einen Holzspatel für solche Zwecke dabei haben! :wink:

Der Stamm an sich sieht recht gut aus, die dicke Gabelung ist allerdings nicht sehr schön. Die kann man eigentlich auch nur eliminieren, indem man einen der beiden Substämme komplett entfernt. Dann würde man auch genau sehen, was an der Nahtstelle zwischen den beiden Substämmen los ist.
Eigentlich denke ich, dass dort nichts ungewöhnliches los ist. Solch eine Nahtlinie bildet sich immer, wenn die betreffenden Äste oder Stämme, die in einem relativ spitzen Winkel zu einander stehen, Dickenwachstum machen.
Wenn dort Wasser herunterläuft, so kommt es meistens von weiter oben herabgeflossen, sammelt sich an der Nahtstelle und rinnt weiter den Stamm herab.
Sollte allerdings der Baum in der Baumschule achtlos an einem der beiden Substämme getragen worden sein, kann diese Stelle auch eingerissen sein und sich Fäulnis darin gebildet haben.

Viele Grüße,

Heike
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Dirk K. aus L.
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Re: Mein Felsen-Ahorn -- als Rohmaterial geeignet?

Beitrag von Dirk K. aus L. »

Hallo, Heike!

Zunächst schönen Dank, dass du so ausführlich auf mein Posting eingegangen bist.
Heike_vG hat geschrieben: die Nebariwurzeln müsstest Du natürlich mal ein bisschen freilegen, damit man Aussagen über die Qualität des Rohmaterials machen könnte. Das Nebari ist immer eins der Hauptqualitätsmerkmale und sollte deswegen schon vor dem Kauf erkundet werden.
Ich kenne Bonsaianer, die immer Gummihandschuhe und einen Holzspatel für solche Zwecke dabei haben! :wink:
Ursprünglich war der Ahorn als normale Kübelpflanze eingeplant. Und sollte das Nebari gar kein Potential haben, stelle ich ihn auf die Terrasse. Dem Umtopfen sehe ich also ganz entspannt entgegen.
Der Stamm an sich sieht recht gut aus, die dicke Gabelung ist allerdings nicht sehr schön. Die kann man eigentlich auch nur eliminieren, indem man einen der beiden Substämme komplett entfernt.
Solch eine "Totaloperation" kommt für mich nicht in Frage. Ich für meinen Teil finde die Gabelung sogar recht ansprechend.
Dann würde man auch genau sehen, was an der Nahtstelle zwischen den beiden Substämmen los ist.
Eigentlich denke ich, dass dort nichts ungewöhnliches los ist. Solch eine Nahtlinie bildet sich immer, wenn die betreffenden Äste oder Stämme, die in einem relativ spitzen Winkel zu einander stehen, Dickenwachstum machen.
Wenn dort Wasser herunterläuft, so kommt es meistens von weiter oben herabgeflossen, sammelt sich an der Nahtstelle und rinnt weiter den Stamm herab.
Sollte allerdings der Baum in der Baumschule achtlos an einem der beiden Substämme getragen worden sein, kann diese Stelle auch eingerissen sein und sich Fäulnis darin gebildet haben.
Ich glaube auch nicht, dass es ein Pilz ist. Aber vielleicht ist auch nur die Hoffnung Mutter des Gedankens ...


Grüße

Dirk
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Heike_vG
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Re: Mein Felsen-Ahorn -- als Rohmaterial geeignet?

Beitrag von Heike_vG »

Lempira hat geschrieben:Solch eine "Totaloperation" kommt für mich nicht in Frage. Ich für meinen Teil finde die Gabelung sogar recht ansprechend.
Na ja, jetzt vielleicht noch. Aber denk mal einige Jahre weiter. Du baust eine schöne Verzweigung auf, verbesserst das Nebari bei jedem Umtopfen und pflegst den Baum hingebungsvoll, setzt ihn irgendwann in eine edle Schale. Aber was passiert inzwischen an dieser Gabelung? Mit fortschreitendem Dickenwachstum wachsen die Substämme von unten nach oben immer mehr zusammen und daher wird diese Gabelung immer dicker, schließlich viel dicker als der Stamm darunter. Der Baum wird an dieser Stelle immer hässlicher werden, während Du Dir so viel Mühe überall drumherum gibst, den Baum immer schöner zu machen. :(
Lempira hat geschrieben:Ich glaube auch nicht, dass es ein Pilz ist. Aber vielleicht ist auch nur die Hoffnung Mutter des Gedankens ...
Ich glaube auch nicht, dass da ein Pilz drin ist und wenn irgendeine kleine Fäulnis eingedrungen sein sollte, könnte man ihr auch wieder Herr werden, davon stirbt der Baum nicht gleich, er kann sich dagegen ja abschotten.

Viele Grüße,

Heike
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Dirk K. aus L.
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Re: Mein Felsen-Ahorn -- als Rohmaterial geeignet?

Beitrag von Dirk K. aus L. »

Gehen wir doch einmal davon aus, dass Nebari sei gut, so dass die Bonsai-Gestaltung in Angriff genommen werden könnte.

Dann würde ich die Schnittstellen folgendermaßen ansetzen.

Was meint ihr dazu?
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Re: Mein Felsen-Ahorn -- als Rohmaterial geeignet?

Beitrag von zopf »

Hallo Dirk
Bist Du sicher das es ein Acer monspessulanum ist ?
Wenn es wirklich einer sein sollte, würde ich die Wuchsgeschindigkeit,
die Kallusbildung usw berücksichtigen.
mfG Dieter
grüsse an die bewohner von melmac
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Dirk K. aus L.
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Re: Mein Felsen-Ahorn -- als Rohmaterial geeignet?

Beitrag von Dirk K. aus L. »

Hallo, Heike!
Heike_vG hat geschrieben:
Lempira hat geschrieben:Solch eine "Totaloperation" kommt für mich nicht in Frage. Ich für meinen Teil finde die Gabelung sogar recht ansprechend.
Na ja, jetzt vielleicht noch. Aber denk mal einige Jahre weiter. Du baust eine schöne Verzweigung auf, verbesserst das Nebari bei jedem Umtopfen und pflegst den Baum hingebungsvoll, setzt ihn irgendwann in eine edle Schale. Aber was passiert inzwischen an dieser Gabelung? Mit fortschreitendem Dickenwachstum wachsen die Substämme von unten nach oben immer mehr zusammen und daher wird diese Gabelung immer dicker, schließlich viel dicker als der Stamm darunter. Der Baum wird an dieser Stelle immer hässlicher werden, während Du Dir so viel Mühe überall drumherum gibst, den Baum immer schöner zu machen. :(
Das hatte ich in der Tat nicht bedacht. Ich war der Auffassung, dass nach einem baldigen Umsetzen in eine Bonsai-Schale das Dickenwachstum nur noch minimal zunehmen würde.

Die nötige Schnittstelle wäre allerdings sehr groß. Wie gut verheilt das bei dieser Ahorn-Art?


Gruß

Dirk
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Re: Mein Felsen-Ahorn -- als Rohmaterial geeignet?

Beitrag von Dirk K. aus L. »

Hallo, Zopf!

Schön, dass du dich meldest.
zopf hat geschrieben: Bist Du sicher das es ein Acer monspessulanum ist ?
Zu 95 %.
Wenn es wirklich einer sein sollte, würde ich die Wuchsgeschindigkeit,
die Kallusbildung usw berücksichtigen.
Ich kann dir leider nicht ganz folgen. Worauf genau willst du hinaus? Ich weiß, dass diese Art eher langsam wächst. Mit Kallusbildung meinst du Wundverheilung, oder?

Hilfst du mir auf die Sprünge?


Gruß

Dirk
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Re: Mein Felsen-Ahorn -- als Rohmaterial geeignet?

Beitrag von Heike_vG »

Hallo Dirk,

leider habe ich da keine eigenen Erfahrungen, weil ich selbst erst seit einem Jahr einen A. monspessulanum besitze. Einige Jahre würde das aber sicher dauern, bis die Schnittstelle zuwächst. Vielleicht müsste man den Kallus auch immer mal wieder durch leichtes Anritzen neu aktivieren. Aber dafür wird die Sache mit der Zeit schöner und nicht hässlicher. Außerdem sitzt sie seitlich und nicht mitten auf der Ansichtsseite.
Das Dickenwachstum verlangsamt sich zwar in der Schale, gegenüber großem Kübel oder Freiland, aber wenn man den Baum gut ernährt und pflegt, macht er schon weiteres Dickenwachstum. Wir denken ja nicht über 2 - 3 Jahre, sondern über viel länger Zeiträume nach.

Um das zu verdeutlichen, hier mal zwei Fotos meines Feuerahorns, das erste aus dem Jahr 2000, das zweite 8 Jahre später. Man sieht deutlich, dass Dickenwachstum erfolgt ist, obwohl der Baum nur in der Schale stand und dass die Gabelung (die hier aber schöner geformt und weniger dick und plump ist) viel weiter zusammengewachsen ist.

Viele Grüße,

Heike
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Re: Mein Felsen-Ahorn -- als Rohmaterial geeignet?

Beitrag von bonsaiheiner »

Hallo,
ich finde es ganz prima, wenn man seine Aussage, wie bei Heike, durch Fotos untermauern kann.
Beste Grüsse,
Heiner
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Dirk K. aus L.
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Re: Mein Felsen-Ahorn -- als Rohmaterial geeignet?

Beitrag von Dirk K. aus L. »

Hallo!
Heike_vG hat geschrieben: Um das zu verdeutlichen, hier mal zwei Fotos meines Feuerahorns, das erste aus dem Jahr 2000, das zweite 8 Jahre später. Man sieht deutlich, dass Dickenwachstum erfolgt ist, obwohl der Baum nur in der Schale stand und dass die Gabelung (die hier aber schöner geformt und weniger dick und plump ist) viel weiter zusammengewachsen ist.
Tja, die durch dein Bildmaterial dokumentierte Entwicklung ist in der Tat bemerkenswert.

Ich bin also überzeugt. Ein Substamm müsste geopfert werden.

Nur welcher?
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Re: Mein Felsen-Ahorn -- als Rohmaterial geeignet?

Beitrag von Heike_vG »

Hallo Dirk,

von den Fotos her würde ich sagen, den rechten opfern. Wenn man den linken Substamm beibehält, ergibt sich eine hübsche leichte Stammbewegung nach links. Würde man den rechten Substamm behalten, würde es ein sehr gerader Stamm.

Viele Grüße,

Heike
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Re: Mein Felsen-Ahorn -- als Rohmaterial geeignet?

Beitrag von mohan »

Hallo, wenn es meine Pflanze wäre, aus der ich einen Bonsai machen wollte, dann würde ich das so angehen wie unten agbildet.
Natürlich gibt es noch andere Möglichkeiten.
Die Gabelung ist nicht wirklich schön, die oberen Abschnitte sind auch schon viel zu gerade.
Bei Bonsai wird Mut oft belohnt :wink: .
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Viele Grüße
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Re: Mein Felsen-Ahorn -- als Rohmaterial geeignet?

Beitrag von olli.w. »

Hallo Dirk.

Von den Foto´s ausgehend ist das ein Felsenahorn.

Große Schnittstellen wachsen bei dieser Art sehr langsam oder gar nicht zu!

Im Gegensatz zu seinen wüchsigen Artgenossen ( Feld oder auch Feuerahorn) bilden der Felsenahorn einen ganz feinen und dünnen Kallus der sorgsam gehegt und gepflegt werden muß.
Schneidet man den Kallus zu oft an um ihn zu "aktivieren" stellt er an dieser Stelle das Wachstum ein und "bockt rum ".
Das Dickenwachstum verhält sich ebenfalls im Vergleich zu seinen" Brüdern" eher mäßig.
Deshalb teuscht man sich z. B. bei Pflanzen aus der Natur im Alter, ein Stamm mit einer gescheiten Unteramdicke ist meist 30 Jahre und älter.

Wenn du dich für nur einen Stamm entscheidest solltest du die Schnittstelle eher als Shari daurhaft gestalten.

Ich wünsch dir viel Spaß mit deiner Pflanze, Olli.
Mosel-Riesling !
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