Im Moment drehe ich einige "wilde" Schalen fuer die Ausstellung in Hallein am 4./5.Juni im Salzburgerland. Ein wenig Backstageperspektive >>
Fuer diese Schalen verwende ich ganz grob schamottierten Ton mit 40% Kornanteil und einer Korngroeße bis 5mm. Eigentlich ist dieser Ton fuers Drehen voellig ungeeignet. Die Schamotte ist teilweise sehr scharf, daher verwende ich einen Gummihandschuh - der schuetzt etwas. Hinterher hat man jedenfalls eine Haut feiner als die vom Konderpopo.
Phase 1: Zentrieren der Masse
Phase 2: Festlegen der Grundform
Jetzt lege ich fest, um welche Form es gehen soll - in diesem Fall mittelhohe Schale mit Lippe nach außen.
Wie auf dem Bild ersichtlich, arbeite ich ohne Spritzwanne - ergibt eine Mordssauerei, ist mir aber so lieber, da habe ich einen direkteres Feeling.
Phase 3: Das Deformieren
Jetzt kommt der heikelste Teil: das Deformieren. Rauskommen soll bei diesem Prozess eine Schale, die einen gewissen Spirit hat. Dabei kommt es schon auch vor, dass man ordentlich herummatscht, bis das Resultat passt.
Phase 4: Abheben
Viele Schalen drehe ich auf einer Gipsplatte, insbesondere dann, wenn die Schale formstabil bleiben soll. Bei diesem Schalentypus gehoert die zusaetzliche Deformation, die durch das Abheben im nassen Zustand entsteht, sozusagen zum kreativen Prozess.
Phase 5: Antrocknen
Jetzt geht es darum, die Schale etwas kernig werden zu lassen, damit die Fueße montiert werden koennen. Ein heißer Sonnentag, eine saugfaehige Unterlage erleichtert die Sache.
Phase 6: Montage der Fueße - vorlaeufiges Endresultat
Die Fueße sind montiert - nun lasse ich die Schale lederhart trocknen, dann beginnt die "Malerei" mit diversen Engoben und Oxiden.
Phase 7: fertige Schale
Das Bild zeigt eine fertige Schale aus dieser Serie. Sie ist im Einmalbrand bei Steinzeugtemperatur gebrannt, hat ein Finish aus Engobe, Asche- und einem Hauch grauer Glasur.
Danke fuers Reinschauen
Horst