auf die Idee, mehrere kleine Bäume zu einem großen Baum zusammenwachsen zu lassen, sind ja schon einige gekommen. Neu ist diese Art Experiment also nicht.
Trotzdem wollte ich euch gerne mal den aktuellen Stand meines Fusions-Experiments zeigen, das seit etwas über einem Jahr läuft.
Es handelt sich um ein Bündel Ficus-Natasja-Jungpflänzchen. Sie waren schon beim Kauf an den Wurzeln zusammengewachsen, also konnte ich sie nicht komplett neu anordnen. Aber ich habe ein Drahtgestell in die Mitte gebaut und die Pflanzen darum angeordnet und mit Bast umwickelt. Nach etwa 4 Monaten habe ich den Bast entfernt. Einige Monate später habe ich den Stamm ein zweites Mal mit Bast umwickelt, diesmal schon wesentlich höher. Auch dieser Bast ist mittlerweile runter. Teilweise ist der Stamm schon sehr schön zusammengewachsen (was ich nach so kurzer Zeit echt nicht gedacht hätte...), auch wenn natürlich noch sehr viele Lücken vorhanden sind.
Aber es ist ja auch erst ein Jahr um
Tolle Entwicklung!
So hast Du innerhalb kurzer Zeit eine optische Stammverjüngung erzeugt.
Bald sieht man nicht mehr, das es ein Baum aus vielen zusammengesetzten Bäumen ist.
Ich denke mal, mit dieser Technik kann man auch ein super Nebari erreichen.
Ich habe schon mal vor 10 Jahren einen solchen Bericht im BCD-Forum gelesen. Kanntest Du diesen Bericht?
Liebe Grüße Eva Warthemann
An Mitgift ist noch keiner gestorben
Mitglied im BCD
Ja, ich bin über das Forum hier auf mehrere Erfahrungsberichte mit solchen Versuchen gestoßen und habe Bilder von japanischen Bonsais gesehen, die auch auf diese Weise entstanden sind.
Leider wird das Nebari bei meinem Exemplar vermutlich nie besonders schön werden, weil die Wurzeln anfangs bereits zusammengewachsen waren. Auf den Bildern sieht man das nur nicht so. Ich denke aber, mit viel Geduld kann man da noch einiges rausholen und eine lehrreiche Übung wird der Ficus so oder so sein. (Stehe ja noch ganz am Anfang und muss noch viel lernen.)
Ich bin auf jeden Fall selbst mal gespannt, wie sich das Ganze weiterentwickelt und ob eines Tages wirklich etwas bonsaiartiges dabei herauskommt oder ob der Ficus doch nur eine liebgewonnene Zimmerpflanze bleibt...
Abgefahren, was mit Ficus immer wieder möglich ist.
Halt uns bitte auf dem Laufenden.
Gruß,
Wanderbarde
PS: Mich persönlich würde es stören, wenn man das Drahtgestell sehen kann. Vielleicht kannst du ja Stecklinge von deinem Baum nehmen und sie wieder mit Bast an die Stellen binden, wo man noch Draht sieht. Dann hättest du auch unterschiedlich dicke Stämme im Stamm (wenn du weißt, was ich meine), das würde optisch bestimmt gut wirken.
Klar, dass man das Drahtgestell noch sehen kann stört natürlich. Es sind noch ziemlich viele ziemlich große Lücken, die sich noch schließen müssen. Ich werde erstmal noch ein-zwei Jahre normales Wachstum abwarten und zwischendrin ein paar weitere Einwickelphasen durchlaufen. Am Stammansatz kommen auch von selbst neue Triebe, teilweise sogar an sehr günstigen Stellen, die werde ich dann in die Lücken binden.
In dem Bericht von vor 10 Jahren ist mir in Erinnerung, das da ein entsprechender kegelförmiger Stamm, statt ein Drahtgestell, als Grundlage benutzt worden.
Ob man so einen Stamm noch nachträglich einfügen kann, oder ist der Draht schon eingewachsen?
Liebe Grüße Eva Warthemann
An Mitgift ist noch keiner gestorben
Mitglied im BCD
Ja, das mit dem keilförmigen Holz habe ich auch gesehen. Allerdings habe ich auch Beispiele mit Drahtgestell gesehen und da mir diese Lösung für meine Grundlagenpflanzen leichter und effektiver erschien, habe ich sie gewählt. Man sieht das Drahtgestell ja auch nur an zwei kleinen Ritzen durchschimmern. Die werden sich aber hoffentlich in nicht allzu langer Zeit von selbst schließen, dann kann man nix mehr sehen. Nachträglich einfügen geht nicht, da müsste ich den Baum in zwei Hälften sägen...und das wäre wohl eher kontraproduktiv.