Der Ficus - doch ne Zicke ? - Erfahrungen gesucht

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Der Ficus - doch ne Zicke ? - Erfahrungen gesucht

Beitrag von camaju + »

Anhand meiner Frage und der Antwort von Chris

http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... 15#p305440

bin ich jetzt doch Neugierig geworden. Welche Erfahrungen habt ihr gemacht. Ich schreib nachher auch noch was dazu, muss aber erst mal Bilder machen.

Vielleicht kann das ja dann sogar nen Artikel für's Fachwissen (Baumportrait) werden. Gibts noch nicht.
Gruß Jürgen *wink*

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jupp

Re: Der Ficus - doch ne Zicke - Erfahrungen gesucht

Beitrag von jupp »

Hallo Jürgen
Bei mir stehen die im Sommer alle draußen und das bekommt jedem Ficus super. Einige "Wackelkandidaten" bekomme ich immer wieder nach dem Winter gebracht und pepple sie dann wieder auf.
Meine eigenen haben da komischerwese keine Probleme. Die werden ab und zu gedreht, stehen am Fenster OHNE zusätzlich Lampe und das wars auch schon. Ach ja, etwas Dünger im Winter zwischendurch... aber mäßig.
Meine Serissa behandle ich genau so und das geht seit ca 15 Jahren gut.
Serissa, Ficus benjamina und Ficus Natascha(auf dem Bild links ) sind mir, den andren, mageren Benjamina bin ich am aufpeppeln und den retusa hab ich wieder in der Spur. Der hatte die ganze Krone im Winter eingebüßt.
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Paul S.
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Re: Der Ficus - doch ne Zicke - Erfahrungen gesucht

Beitrag von Paul S. »

Mit dem normalen Ficus hab ich auch keine Probleme aber die "Natasja"-Varietät ist bei mir sehr zickig...


ok ich hab ihr auch ziemlich viel zugemutet...
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camaju +
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Re: Der Ficus - doch ne Zicke - Erfahrungen gesucht

Beitrag von camaju + »

So, jetzt mal "meine Erfarung" dazu. Bonsai in dem Sinn hab ich aktuell keine. Ich mach mir immer wieder mal Stecklinge, die immer wieder von weiblichen Langfingern abgegriffen werden, wenn sie ein bestimmtes alter haben. Ist für mich eigentlich auch nur ein bisschen Winterbeschäftigung und damit die Fensterbank nicht so leer aussieht ;-)

Zuerst mal mein Großer. Der steht da schon seit 1991. Das Fenster ist von Früh- bis Spätjahr, wenn's keine jungen Hunde regnet, immer offen. Den hab ich vor ca. 2 Wochen dieses Jahr zum zweiten mal gestuzt. Steht in der Vormittagssonne
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Dann meine aktuellen Stecklinge, die ich in der Woche nach Pfingsten (in dieser Größe) eingestöpselt habe. War ja schön heiß in dieser Zeit. So wie's aussieht sind die auch alle angesprungen, es grünt überall. Gut, es kam das ein oder andere gelbe Blatt, aber das war's schon. Standort, ein paar Tage Schatten, dann volle Sonne Süd-Westbalkon.

In meinen Augen ist das Unkraut, siehe Stecklinge. ;-)
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Und jetzt noch ein, auch nicht mehr vorhandener, Retusa. Bei dem hatte ich, auch im Sommer, nen kompletten Blattschnitt gemacht. Übrig blieb nur das rote gezeichnete Gerippe. Der Austrieb war, wie auf dem Bild zu sehen, nach ca. 3 Wochen voll im Gang. Standort nach dem Schnitt, volle Sonne.
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Den Rest hab ich mir bei Jupp geklaut (darf ich doch, oder Jupp ?) :mrgreen:

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Holger
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Re: Der Ficus - doch ne Zicke - Erfahrungen gesucht

Beitrag von Holger »

Na endlich etwas, wozu ich auch meinen Senf geben kann... 8)

Eigentlich ist ein Ficus so mit das Robustete, was es gibt (wenn man mal vom Jadebaum absieht...), ich habe nur bei mir selber festgestellt, dass man halt manches Mal glaubt, die Robustheit zu übertreiben - und dann geht es auch schon mal schief. Und ich habe jeden Winter mal wieder ein kleines Spinnmilbenproblem, trotz ab Frühling draußen, und wenn man da mal bei jüngeren Ficen etwas zu spät kommt...

Aber wie gesagt, ich würde einen Ficus als Indoor immer als erstes empfehlen wollen - nur sollte man nicht jede Zimmer"ruine" zum Ficus umgestalten wollen - da kommt halt noch das Problem dazu, das Schnittstellen nur schlecht überwallen.

Gruß
Holger
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Beim Universum bin ich mir aber noch nicht ganz sicher
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Paul S.
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Re: Der Ficus - doch ne Zicke - Erfahrungen gesucht

Beitrag von Paul S. »

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Re: Der Ficus - doch ne Zicke - Erfahrungen gesucht

Beitrag von camaju + »

Bei mir nicht mehr Paul. Die langen Finger :mrgreen:
Gruß Jürgen *wink*

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navi
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Re: Der Ficus - doch ne Zicke - Erfahrungen gesucht

Beitrag von navi »

Hallo,
ich finde auch das der ficus ziemlich pflegeleicht ist. Zumindest der retusa. Habe hier im forum aber gelesen das es ein paar arten gibt die sehr zickig sind. Heike hat da glaube ich so eine art.

Lg patrick
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Re: Der Ficus - doch ne Zicke - Erfahrungen gesucht

Beitrag von camaju + »

Ja, ich weiß, der religiosa. Ich stell da auch keineswegs Heikes Fachkompetenz in Frage. Es gab aber Beträge, das dem nicht so sei. Das ist ja mit ein Grund, warum ich das hier angezettelt hab ;-)
Gruß Jürgen *wink*

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Re: Der Ficus - doch ne Zicke - Erfahrungen gesucht

Beitrag von Marc Berenbrinker »

Meiner Erfahrung nach sind die gängigen Ficis ( Reusa, Benjamina ) keine Zicken, sofern man die Grundregeln was Standort und Pflege angeht beachtet.

Meine stehen den ganzen Sommer über draußen in der prallen Sonne und bevor diese im Spätsommer/Herbst wieder reinkommen, werden sie stark eingekürzt, damit sie im Winter mit der geringeren Lichtmenge(trotz Südfenster) keine Probleme haben.

Hohe Luftfeuchtigkeit und gut durchlässiges Substrat sind dabei sehr wichtig.
Für die Luftfeuchtigkeit hilft regelmäßiges übersprühen und feuchter Kies unter der Schale.

Als Substrat verwende ich ein gemisch aus Akadama und Kies. Auf organische Erde verzichte ich gänzlich.

Den Winter überstehen meine Ficis fast gänzlich ohne Blattverlust.
http://www.mb-bonsaischalen.de
.....viele Grüße,
Marc
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Re: Der Ficus - doch ne Zicke ? - Erfahrungen gesucht

Beitrag von Heike_vG »

Mit den "normalen" Ficus-Arten habe ich am wenigsten Probleme überhaupt, die sind für mein Empfinden wirklich das dankbarste und pflegeleichteste Bonsaimaterial von allen, vor allem auch das wohnungstauglichste. :-D
Der Ficus religiosa ist anspruchsvoll, aber wenn man seine Bedürfnisse erfüllt, was mir ja mittlerweile offensichtlich gelingt, dankt er es einem. Wie alle anderen "besonderen" Baum- und Pflanzenarten auch.

LG, Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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raga
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Re: Der Ficus - doch ne Zicke ? - Erfahrungen gesucht

Beitrag von raga »

Ah mein Stichwort :lol:

Ja der Ficus religiose ist ne Zicke, aber ne sehr widerstandsfähige :wink: . Wenn ihm was nicht passt, quittiert er das mit minimalem oder null Wachstum. Und das hält er über Monate durch.
Mein Vater hat, trotz größter Anstrengungen über zwei Jahre gebraucht um einen totzupflegen.

In den nunmehr 17 Jahren die einige Ficus religiosa bei mir wachsen konnte ich ganz gut beobachten was sie mögen und was nicht.

Die Bäume sind eigentlich sehr Anspruchslos, sie benötigen „nur“:
- so viel Sonne wie irgendwie geht (zu wenig Licht führt zu sehr dünnem Austrieb mit langen Internodien und auf Dauer zum Absterben der Pflanze)
- Temperaturen von mindestens 18°C besser 25 – 40 °C (die Mindesttemp. gilt vor allem für das Absinken derTemp. nachts; ->Achtung beim nach draußen setzen im Frühjahr: niedrige Tem. (auch z.B. +5°C) können genauso zu Blattschäden führen wie UV-Strahlung wenn die Blätter es nicht gewohnt sind; ->einen Sommer wie diesen hält er draußen durchaus aus der Zuwachs hält sich aber in Grenzen (bei mir sind es dieses Jahr zwischen 1 und 3 cm in "normalen" sind es oft 20 bis 50 cm (in in den Tropen könne es im Jahr auch mehrere Meter sein)))
- neutrale bis leicht saure Erde (alkalische oder versalzte Erde verträgt der Baum auch, nur wachsen tut er da nicht :? )
- eine ausreichende Versorgung mit Wasser und Dünger (dabei wird Ballentrockenheit kurzzeitig vertragen aber mit Blattabwurf beantwortet Staunässe ist die schnellste Möglichkeit den Baum umzubringen)

Der Ficus religiosa lässt im untern Bereich gelegendlich auch ältere Äste ohne erkennbaren Grund absterben. Mein erste Vermutung war zu wenig Licht in diesem Beriech aber das alleine kann es nicht sein (im letzten Winter habe ich gezielt für viel Licht auch für die unter Äste gesorgt und trotzdem einer abgestorben) Ich vermute, dass wenn man einen Bereich frei wachsen lässt andere Bereiche (mit weniger Licht) nicht mehr versorgt werden (da bin ich aber noch am testen).

An Schädlingen konnte ich bisher nur Spinnmilben und Blattläuse beobachten.
- Blattläuse kommen auf Dauer wohl mit dem Milchsaft nicht klar und verschwinden bald wieder
- Spinnmilben schaden den älteren Blättern und neue könne nicht nachwachsen der Baum sie abwirft sobald sie von den Milben befallen sind (Der Baum hält das über Monate aus ohne viel Kraft zu verlieren sieht aber ausgesprochen unschön aus so ohne Blätter und mit Gespinst)

Die Vermehrung ist einfach: aus Samen wenn man hat oder einen verholzten Stechling in feuchtes Substrat stecken und gleichmäßig feucht halten. Der Durchmesser der Steckling ist vermutlich egal (mit 2cm funktioniert das auch noch prima und dickere sollten auch keine Probleme machen).
Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass Steckling anfanngs (ca 2 Jahre) auch unter guten Bedingungen (sonnenreicher Sommer, Südfenster) nur langsam wachsen.

Gruß raga
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AboutChris
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Re: Der Ficus - doch ne Zicke ? - Erfahrungen gesucht

Beitrag von AboutChris »

@jupp

wiedermal sehr schöne bäume ;)

was absolut stimmt ist dass ficus wenn er im sommer nicht die chance hat raus zu kommen sich schwer tut schön dicht zu werden, meiner meinung....und dann von draußen nach drinnen kostet auch einiges an laub....und wenn ich an meinen normalen, großen zimmerficus benjamin denke der mal top mal flop ist, mal im dichten vollen laub steht und dann wieder aussieht als begeht er selbstmord....
und retusa ist halt auch nicht retusa, kennt man eh, gute pflanzqualität und von anfang an spärlich wachsende züchtungen....

hatte einen retusa "bonsai" vor jahren, hab ihn dann mal verschenkt, typischer baumarktbaum, aber vor 15 jahren, da war der im gegensatz zu heute preislich sehr günstig für das was geboten wurde....und trotz guter pflege waren es einfach riesige blätter die ich kaum kleiner bekam durch schnitt oder düngerwechsel...und die großen blätter sind dann nicht so viele was eine unechte baumoptik bringt....das gute man kann sehr gut drahten üben.
aber finde da zB einen liguster oder eine ulme fast leichter für anfänger, und man kann einfach bisschen mehr üben weil sie schneller ihr laub entwickeln....aber nur meine persönliche erfahrung....wie man merkt sind die meinungen groß da jeder andere standorte und möglichkeiten hat und bieten kann.

meine ficus religiosa erfahrungen habe ich auch...mit laaaangsamem wachstum....genauso "spannend" wie eine steineibe*ggg*

also ficus würde mir als bonsai nur noch in sehr stattlicher größe ins haus kommen, sprich ab 50cm.....und ob ich ihn als anfängerpflanze empfehlen würde...schwer zu sagen...zumindest ist beim pflege üben mit einem günstigen ficus nicht viel verhaut....
Chris
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raga
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Re: Der Ficus - doch ne Zicke ? - Erfahrungen gesucht

Beitrag von raga »

AboutChris hat geschrieben:meine ficus religiosa erfahrungen habe ich auch...mit laaaangsamem wachstum....genauso "spannend" wie eine steineibe*ggg*
Wenn du den Baum noch hast stell ihn mal so auf wie Heike_vG ihren Überwintert.
Also Heizmatte drunter Pflanzenlampe drüber (oder war das umgekehrt *crazy* ) durchlässige Erde (Akadama (vieleicht auch Kanuma), Torf und noch irgendwas zu auflockern) dann noch gleichmäßig feucht halten (besser Tauchen als Gießen damit sich keine Salze im Substrat anreichern) und ich bin mir sich du bekommst bald Platzprobleme :twisted: .

PS: bei dieser Behandlung regelmäßig auf Spinnmilben kontrollieren. Häufiges besprühen (mit Regenwasser) mindert das Befallsriseko auch bei dieser Pflanze.
Zuletzt geändert von raga am 11.08.2011, 14:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der Ficus - doch ne Zicke ? - Erfahrungen gesucht

Beitrag von Honey »

Anfangs hatte ich es mit Ficus Starlight versucht (panaschiert), die Blätter sind wie beim Pandora sehr klein zu bekommen, allerdings ist mir diese Varietät aus unerfindlichen Gründen regelmäßig eingegangen, bevorzugt im Herbst, wenn ich sie wieder ins Haus geholt habe.
Inzwischen haben Ficus Pandora mein Herz erobert. Die Blätter erreichen bei viel Licht nur eine Größe von 1 cm oder weniger mit sehr kurzen Internodien. Rückschnitte verursachen keine Probleme, sofern man die Schnittstellen wie gewohnt mit Wasser besprüht, um den Saftfluss zu stoppen. Auch Spinnmilben sind gut zu handeln, Stecklinge leicht zu ziehen.
Ficus Sikkimensis/Neriifolia ist da etwas pflegeaufwendiger. Er wächst IMO sehr langsam, darf max. 1x jährlich zurückgeschnitten werden, da der Neuaustrieb u.U. so langsam erfolgt, dass die verbliebenen Blätter zwischenzeitlich abfallen und der Ast vertrocknet. Auch auf Spinnmilben reagiert er empfindlich mit schnellem Blattabwurf. Stecklinge sind mir erst 3 Stück gelungen, da aufgrund des besagten langsamen Wachstums oft die letzten Blätter abfallen, vor Frische nachwachsen. Der Prozess zieht sich über 1-1,5 Jahre.

Zusatzbeleuchtung ist bei beiden nicht notwendig, aber förderlich.

Edit: noch n Ausschnitt aus meinem Pandora-wald-Rohling.
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