Hallo Karl,
danke für das schöne Kompliment.

Nächstes mal, mache ich Vorher-Bilder.
LG,
Thierry
SteSt hat geschrieben:Thierry hat geschrieben:
wieso hast du nach dem Abreissen mit der Zange (Bild 3) direkt gebürstet (Bild 4) ?
(du bürstet dich noch zu Tode, wenn du das so machst...

)
Hallo Thierry,
ich hab keine anderen Optionen gesehen!
Da das Holz an manchen Stellen relativ weich war, und ich ein paar neue Bürstensätze zum Probieren gekauft habe, wolltw ich einfach mal loslegen!
(verschiedene Stahlbürsten und Kunststoffbürsten)
Wie wärst du vorgegangen?
lg Stefan
Hallo Stefan,
OK, also wolltest du nur dein neues Material probieren. Das ist verständlich.
Es ist allgemein nicht empfehlenswert, direkt nach dem Abreissen mit der Zange, schon zu bürsten.
Die Zange dient der "Grobgestaltung". Mit ihr reisst man viel Holz ab. Danach sieht es allerdings noch nicht sehr natürlich aus (Ausnahme: es gibt Leute, die es schaffen, daß es direkt nach dem Abreissen mit der Zange schon relativ natürlich aussieht, aber das sind Ausnahmen...).
Bürsten werden u.a. nach dem "Flambieren"/Brennen benutzt, um die kleinen schwarzen Kohlreste wegzubürsten.
Würde man direkt nach dem Abreissen mit der Zange, das Holz bürsten, müsste man sehr sehr lange und sehr intensiv bürsten, bis das Ergebniss mehr o. weniger zufriedenstellend ist, und das ist nicht wirklich der Sinn vom Bürsten...
Metallbürsten (Stahl und Kupfer) lassen, wenn man zu intensiv drückt, tiefe Spuren, und das sieht man später (diese Spuren sieht man z.B. auf deine Bilder).
Natürlich gibt es auch Bürsten, die nicht für diese Verfeinerung dienen, sondern viel Holz abtragen können. Aber alles der Reihe nach, ich habe ein paar Bilder gemacht, von einige Werkzeuge, und schreibe auch kurz was dazu.
Wichtig ist v.a. beim Totholzgestalten, dass es keinen einzigen Weg gibt, um ein gutes Erbegniss zu erreichen, sondern diverse Wege.
Und sehr wichtig: jeder muss probieren, mit welchen Werkzeuge er das am besten erreicht, mit welchen Werkzeuge man sich am wohlsten fühlt, ganz egal ob Samurai, Dremel, oder Handwerkzeuge. Werkzeuge sind nur das Mittel. Wichtig ist das Resultat nach ein paar Jahren.
Also, um deine Frage zu beantworten :
Da man mit der Zange größere Holzstücke abreisst, kann man z.B. (erste Möglichkeit) folgende Holzmesser danach benutzen :
Wie du siehst, sind das keine Holzmesser deren Kopf gerade ist. Holzmesser deren Kopf gerade ist, sind für unsere Zwecke nicht interessant, weil sie gerade Spuren hinterlassen. Aber in der Natur gibt es kein gerade Spuren am Totholz. Also benutze ich z.B. diese Holzmesser, deren Köpfe spitz und rund sind.
Neben diesen Holzmesser, kann man auch (zweite Möglichkeit) z.B. folgende Büsteneinsätze benutzen :
Die Bürste aus Messing, links oben, trägt sehr viel Holz ab, und lässt deutliche Spuren wenn man sie zu intensiv einsetzt.
Die orange Bürste, rechts oben, hingegen, trägt auch sehr viel Holz ab, hinterlässt allerdings nicht so tiefe Spuren.
Die kleineren Bürsten, unten auf dem Bild, haben auch verschiedene Einsatzzwecke. Die linke ist aus Stahl, und trägt viel Holz ab, hinterlässt aber Spuren, dient also nicht der Verfeinerungsarbeit. Die mittlere und die rechte dienen schon eher der Verfeinerung.
Z.B. ist diese Bürste sehr gut (finde ich) :
Wichtig ist v.a. diese Einsätze nicht direkt auf eine Dremel zu benutzen, sondern eine Verlängerung zu nehmen, um besser und flexibler arbeiten zu können :
Eine weitere (dritte) Möglichkeit (neben Holzmesser und Bürsteneinsätze), welche Werzeuge man nach der Zange benutzen kann, sind folgende Einsätze :
Diese Köpfe sind aus sehr hartem Stahl, und tragen viel Holz ab, also achtung beim Benutzen! Allerdings kann man damit viel präziser arbeiten als mit einer Zange. Deshalb der Einsatz danach.
Wie du siehst, gibt es mehrere Möglichkeiten. Es gibt, wie gesagt, kein einziger Weg. Probieren, probieren, probieren ist wichtig.
Z.B. wende ich jetzt nicht mehr nur die "Si-Diao-Techniken" von Cheng Cheng Kun an, weil ich gemerkt habe, daß es andere Techniken gibt deren Resultate mir besser gefallen.
Beim nächsten "Master Class" zeige ich das vllt. an einem Wacholder, der schon eine etwas längere Geschichte hinter sich hat... Ursprünglich ein Yamadori von Jürgen Zaar, an dem ich Itoigawa gepropft habe um einen sogenannten "Kleiderwechsel" zu machen (kompletter Laubwechsel), und dessen Einpflanzwinkel radikal geändert wurde (von einem Moyogi zur Halbkaskade). An diesem Baum wurde sehr viel Totholz gestaltet (und wird es in Zukunft, schrittweise, noch gemacht). Vllt. kann ich dann an diesem Beispiel zeigen, wann welche Werkzeuge zur Totholzgestaltung (und wofür) eingesetzt wurden.
Liebe Grüße,
Thierry