Totholz Übung

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Thierry
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Re: Totholz Übung

Beitrag von Thierry »

Hallo Heike und Ingo,

danke für das schöne Kompliment.
Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut ankommt. :oops: Aber wenn's euch gefällt, dann mache ich beim nächsten Totholzgestalten noch mehr Bilder.

Viele Grüsse,

Thierry
Viele Grüße,
Thierry

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Heike_vG
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Re: Totholz Übung

Beitrag von Heike_vG »

Oh ja, gerne! Solche Inspirationen kann man immer gebrauchen. :-D
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland
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SteSt
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Re: Totholz Übung

Beitrag von SteSt »

Heute hab ich wieder mal weitergemacht, aber da hab ich noch was vor mir! 8)


lg Stefan
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Thierry
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Re: Totholz Übung

Beitrag von Thierry »

Hallo Stefan,
wieso hast du nach dem Abreissen mit der Zange (Bild 3) direkt gebürstet (Bild 4) ?
(du bürstet dich noch zu Tode, wenn du das so machst... ;-))
LG,
Thierry
Viele Grüße,
Thierry

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SteSt
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Re: Totholz Übung

Beitrag von SteSt »

Thierry hat geschrieben: wieso hast du nach dem Abreissen mit der Zange (Bild 3) direkt gebürstet (Bild 4) ?
(du bürstet dich noch zu Tode, wenn du das so machst... ;-))

Hallo Thierry,

ich hab keine anderen Optionen gesehen! :oops:

Da das Holz an manchen Stellen relativ weich war, und ich ein paar neue Bürstensätze zum Probieren gekauft habe, wolltw ich einfach mal loslegen!
(verschiedene Stahlbürsten und Kunststoffbürsten)

Wie wärst du vorgegangen?


lg Stefan
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Karl T.
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Re: Totholz Übung

Beitrag von Karl T. »

Thierry hat geschrieben:Zum Thema Totholzübungen, ein paar Impressionen vom heutigen Nachmittag in unserem Garten.
(ich hatte wieder ein bisschen Zeit für Totholzarbeiten)
LG,
Thierry
Hallo Thierry, ich verfolge schon den ganzen Artikel aber speziell von dem Laubholz würde mich die Ausgangssituation, vor der Bearbeitung sehr interessieren. Kompliment sehr gute Totholzarbeit.
Herzliche Grüße aus Wien!
Ihr seit gerne eingeladen in meine http://www.bonsaiwerkstatt.at/
Karl Thier
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Thierry
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Re: Totholz Übung

Beitrag von Thierry »

Hallo Karl,

danke für das schöne Kompliment. :oops: Nächstes mal, mache ich Vorher-Bilder. *daumen_new*

LG,
Thierry
SteSt hat geschrieben:
Thierry hat geschrieben: wieso hast du nach dem Abreissen mit der Zange (Bild 3) direkt gebürstet (Bild 4) ?
(du bürstet dich noch zu Tode, wenn du das so machst... ;-))
Hallo Thierry,

ich hab keine anderen Optionen gesehen! :oops:

Da das Holz an manchen Stellen relativ weich war, und ich ein paar neue Bürstensätze zum Probieren gekauft habe, wolltw ich einfach mal loslegen!
(verschiedene Stahlbürsten und Kunststoffbürsten)

Wie wärst du vorgegangen?

lg Stefan
Hallo Stefan,

OK, also wolltest du nur dein neues Material probieren. Das ist verständlich.

Es ist allgemein nicht empfehlenswert, direkt nach dem Abreissen mit der Zange, schon zu bürsten.
Die Zange dient der "Grobgestaltung". Mit ihr reisst man viel Holz ab. Danach sieht es allerdings noch nicht sehr natürlich aus (Ausnahme: es gibt Leute, die es schaffen, daß es direkt nach dem Abreissen mit der Zange schon relativ natürlich aussieht, aber das sind Ausnahmen...).
Bürsten werden u.a. nach dem "Flambieren"/Brennen benutzt, um die kleinen schwarzen Kohlreste wegzubürsten.

Würde man direkt nach dem Abreissen mit der Zange, das Holz bürsten, müsste man sehr sehr lange und sehr intensiv bürsten, bis das Ergebniss mehr o. weniger zufriedenstellend ist, und das ist nicht wirklich der Sinn vom Bürsten...
Metallbürsten (Stahl und Kupfer) lassen, wenn man zu intensiv drückt, tiefe Spuren, und das sieht man später (diese Spuren sieht man z.B. auf deine Bilder).

Natürlich gibt es auch Bürsten, die nicht für diese Verfeinerung dienen, sondern viel Holz abtragen können. Aber alles der Reihe nach, ich habe ein paar Bilder gemacht, von einige Werkzeuge, und schreibe auch kurz was dazu.

Wichtig ist v.a. beim Totholzgestalten, dass es keinen einzigen Weg gibt, um ein gutes Erbegniss zu erreichen, sondern diverse Wege.
Und sehr wichtig: jeder muss probieren, mit welchen Werkzeuge er das am besten erreicht, mit welchen Werkzeuge man sich am wohlsten fühlt, ganz egal ob Samurai, Dremel, oder Handwerkzeuge. Werkzeuge sind nur das Mittel. Wichtig ist das Resultat nach ein paar Jahren.


Also, um deine Frage zu beantworten :

Da man mit der Zange größere Holzstücke abreisst, kann man z.B. (erste Möglichkeit) folgende Holzmesser danach benutzen :
Werkzeug Totholzbearbeitung 007.jpg
Werkzeug Totholzbearbeitung 008.jpg
Werkzeug Totholzbearbeitung 010.jpg
Wie du siehst, sind das keine Holzmesser deren Kopf gerade ist. Holzmesser deren Kopf gerade ist, sind für unsere Zwecke nicht interessant, weil sie gerade Spuren hinterlassen. Aber in der Natur gibt es kein gerade Spuren am Totholz. Also benutze ich z.B. diese Holzmesser, deren Köpfe spitz und rund sind.

Neben diesen Holzmesser, kann man auch (zweite Möglichkeit) z.B. folgende Büsteneinsätze benutzen :
Werkzeug Totholzbearbeitung 032.jpg
Die Bürste aus Messing, links oben, trägt sehr viel Holz ab, und lässt deutliche Spuren wenn man sie zu intensiv einsetzt.
Die orange Bürste, rechts oben, hingegen, trägt auch sehr viel Holz ab, hinterlässt allerdings nicht so tiefe Spuren.
Die kleineren Bürsten, unten auf dem Bild, haben auch verschiedene Einsatzzwecke. Die linke ist aus Stahl, und trägt viel Holz ab, hinterlässt aber Spuren, dient also nicht der Verfeinerungsarbeit. Die mittlere und die rechte dienen schon eher der Verfeinerung.
Z.B. ist diese Bürste sehr gut (finde ich) :
Werkzeug Totholzbearbeitung 035.jpg
Wichtig ist v.a. diese Einsätze nicht direkt auf eine Dremel zu benutzen, sondern eine Verlängerung zu nehmen, um besser und flexibler arbeiten zu können :
Werkzeug Totholzbearbeitung 036.jpg
Werkzeug Totholzbearbeitung 037.jpg
Eine weitere (dritte) Möglichkeit (neben Holzmesser und Bürsteneinsätze), welche Werzeuge man nach der Zange benutzen kann, sind folgende Einsätze :
Werkzeug Totholzbearbeitung 042.jpg
Werkzeug Totholzbearbeitung 043.jpg
Werkzeug Totholzbearbeitung 046.jpg
Diese Köpfe sind aus sehr hartem Stahl, und tragen viel Holz ab, also achtung beim Benutzen! Allerdings kann man damit viel präziser arbeiten als mit einer Zange. Deshalb der Einsatz danach.

Wie du siehst, gibt es mehrere Möglichkeiten. Es gibt, wie gesagt, kein einziger Weg. Probieren, probieren, probieren ist wichtig.
Z.B. wende ich jetzt nicht mehr nur die "Si-Diao-Techniken" von Cheng Cheng Kun an, weil ich gemerkt habe, daß es andere Techniken gibt deren Resultate mir besser gefallen.
Beim nächsten "Master Class" zeige ich das vllt. an einem Wacholder, der schon eine etwas längere Geschichte hinter sich hat... Ursprünglich ein Yamadori von Jürgen Zaar, an dem ich Itoigawa gepropft habe um einen sogenannten "Kleiderwechsel" zu machen (kompletter Laubwechsel), und dessen Einpflanzwinkel radikal geändert wurde (von einem Moyogi zur Halbkaskade). An diesem Baum wurde sehr viel Totholz gestaltet (und wird es in Zukunft, schrittweise, noch gemacht). Vllt. kann ich dann an diesem Beispiel zeigen, wann welche Werkzeuge zur Totholzgestaltung (und wofür) eingesetzt wurden.

Liebe Grüße,

Thierry
Viele Grüße,
Thierry

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Thierry
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Re: Totholz Übung

Beitrag von Thierry »

Der Vollständigkeitshalber, um deine Frage weiterhin zu beantworten :

Auf Martins Bilder sieht man sehr gut, welches Werkzeug Kawabe danach (nach dem Abreissen von großen Holzstücken) benutzt. Kawabe benutzt gerne diese Maschine z.B. nach dem Einsatz von Holzmesser, Beitel und Hammer. Oder nach dem Einsatz von Zangen.

Es ist dieses hier (das mit dem roten Pfeil gezeigte Werkzeug) :
kawabe6_b.JPG
Und hier sieht man sehr gut die diversen Bürsteneinsätze, die er benutzt :
kawabe7_b.JPG
Das wäre eine andere Möglichkeit, welches Werkzeug du nach dem Abreissen anwenden könntest.

Ich hoffe, ich konnte deine Frage beantworten.

LG,
Thierry
Viele Grüße,
Thierry

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Thierry
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Re: Totholz Übung

Beitrag von Thierry »

Zum Thema Totholzgestalten, möchte ich euch etwas sehr interessantes und lehrreiches zeigen.

Ich habe versucht, aus ältere Magazine (u.a. die französische "Bonsai Création" von 1992 bis 1993), Detailfotos mit meinem Apparat zu schiessen, und dann am Computer mehrere Bildermontage probiert, bis man etwas richtiges sehen konnte. Das war, ehrlich gesagt, nicht einfach...

Hier geht es nicht um das Ausüben o. Probieren von Werkzeuge zur Totholzbearbeitung, sondern um was genauso wichtiges : das Sehen lernen und üben.

Auf folgenden Fotomontagen, seht ihr z.B. 3 Bereiche, an denen man sehr gut sehen kann, wie und warum Kimura das Totholz bearbeitet hat.
Totholzgestaltung_3.jpg
Totholzgestaltung_4.jpg
Totholzgestaltung_5.jpg
Scheut euch diese Details genau an, und vergleicht die 3 Stufen (wo hat er was weggenommen, warum, wo hat er was behalten, warum, usw.).
Sehr interessant und sehr lehrreich (finde ich).

Demnächst zeige ich noch detaillierte Bilder, wo man noch mehr Details einer Totholzbearbeitung sieht.

Wie Peter vor kurzem zutreffend sagte, es sind die Details die ein Werk vollenden.

Viele Grüße,

Thierry
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Thierry

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Thierry
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Re: Totholz Übung

Beitrag von Thierry »

Ein anderes sehr interessantes und lehrreiches Beispiel :
Totholzgestaltung_8.jpg
Totholzgestaltung_10.jpg
Wie man sieht, arbeiten die großen Gestalter sowohl in die Richtung der Holzfasern, wie auch daß sie diese Richtungen und Bewegungen sehr stark akzentuieren.
Wenn man genau beobachtet, machen sie es schrittweise, nach und nach, und man kann ganz genau sehen wo sie welche Bewegungen des Totholzes bzw. der Fasern benutzt haben, um sie in eine größere Bewegung einzubeziehen.

Ich hoffe, das interessiert euch. :oops:

LG,
Thierry
Viele Grüße,
Thierry

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SteSt
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Re: Totholz Übung

Beitrag von SteSt »

Thierry,

ich danke dir für deine Bemühungen uns sehr lehrreichen Erläuterungen!

Da kommt ja noch eine menge Arbeit auf mich zu! *daumen_new*

Ich freu mich!


lg Stefan
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ED1982
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Re: Totholz Übung

Beitrag von ED1982 »

*huldigen* *daumen_new* > sagt mehr als 1000 Worte.

Trotzdem noch mal in Sprache - Thiery, danke für deine lehrreichen Beiträge zum Thema Todholz.

Eine Frage zu den kleinen "Metallstiften" welche Du zum Teil benutzt (auch Fräsköpfe genannt) - nutzt Du nur diese oder hast Du auch schon mal die so genannten "Schleif / Gravierwerkzeuge" ausprobiert.
Diese sollten auch recht viel Holz abtragen - die Werkzeugspuren müssten allerdings noch weniger zu sehen sein als mit den Fräsköpfen (da die einzelnen "Schneiden" aus winzigen Industriediamanten bestehen).

Prinzipiell kann ich empfehlen auch mal bei dem Werkzeug für des Konkurenzproduktes der Firma Proxxon zu schauen - die haben generell noch etwas mehr Aufsätze, Schleifspitzen etc zur Auswahl als Dremel ( zum Teil auch günstiger-passt aber ebenfalls auf die Dremmel)

Mit freundlichen Grüßen (und gespannt auf den oben genannten Wachholder)
Erik
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Thierry
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Re: Totholz Übung

Beitrag von Thierry »

ED1982 hat geschrieben:Eine Frage zu den kleinen "Metallstiften" welche Du zum Teil benutzt (auch Fräsköpfe genannt) - nutzt Du nur diese oder hast Du auch schon mal die so genannten "Schleif / Gravierwerkzeuge" ausprobiert.
Nein, ich benutze nicht nur diese Fräsköpfe. Die Gravier- u. Schleifköpfe kenne ich auch (allerdings bin ich noch nicht sehr zufrieden über das was man mit diesen Gravierköpfe machen kann).
Ich habe eine relativ breite Auswahl an Fräsköpfe in versch. Grössen, und für versch. Maschinen.
Das waren nur ein paar Beispiele. Ich könnte die Liste der unterschiedlichen Werkzeuge (ob Handwerkzeuge oder Maschinen oder Aufsätze), welche ich benutze, gar nicht aufzählen... es sind wahrscheinlich über 100...
LG,
Thierry
Viele Grüße,
Thierry

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Thierry
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Re: Totholz Übung

Beitrag von Thierry »

Profitieren wir vom Beitrag über Ingos Wacholder (Link: http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... =4&t=29709) um uns etwas intensiver mit dem Thema Saftbahnen und Shari-Erweiterung zu beschäftigen (gleichzeitig zeige ich euch einen kleinen Trick ;-)).

Bei der Gestaltung von Totholz im Stammbereich (Shari bzw. Sharimiki) ist es wichtig auf einige Punkte zu achten :

Der Stamm wird nicht irgendwie geschält, ohne klare Linie, sondern man muss immer auf die Vorder- und die Rückseite des Baumes achten. Die Priorität ist dabei die Breite der Stammbewegung. Wenn man sich Baumstämme genaustens anschaut, sieht man, daß kein Stamm regelmässig ist. Der Stamm verdickt sich als Konsequenz vom Wachstum der Äste. In der Realität sieht man also daß kein Stamm rund ist. Die Umfänge der Stämme sind in Form eines Oval. Aus diesem Grund sieht ein Stamm mehr o. weniger dick aus je nachdem wo sich der Betrachtungswinkel befindet.

Die Qualität der Totholzbereiche hängt auch davon ab, auf welcher Seite man die lebenden Saftbahnen sieht. D.h., wenn wir überlegen, über die Vorderseite eines Bonsai, und uns dafür entscheiden, wo wir Totholz gestalten (und zwangsläufig wo die Saftbahnen hinkommen sollen), dann wäre das "Ideal" wenn sich die Saftbahnen seitlich des Stammes befinden oder ein bisschen nach vorne.

Da unsere Bäume nur über die Saftbahnen leben, die das ganze Laub versorgen, sind die Saftbahnen die einzigen Bereiche vom Stamm, die sich im Laufe der Jahre kontinuierlich verdicken werden. D.h., wenn sich die Saftbahnen auf der Seite vom Stamm befinden, wird sich der Stamm im Laufe der Jahre "deformieren" und sich "verbreiten". Andersrum, wenn sich die Saftbahnen auf der Vorderseite befinden, oder auf der Rückseite, wird der Stamm sich nach vorne (bzw. nach hinten) verdicken. Und von vorne betrachtet, wird der Stamm dann nicht den Eindruck erwecken, als würde er sich verdicken. Wir sehen dann den Stamm von seiner schmalsten Seite, was nicht interessant ist.

Wenn wir also Totholz gestalten, sollten wir es in den Bereichen machen, wo es am interessantesten ist. Man schält (o. andere Techniken) also die Stammpartien die am interessantesten sind im Hinblick auf die Zukunft des Baumes (immer weit voraus denken!).

Dies wird leider nicht oft bedacht, in der Gestaltung von Bonsai & Totholz...

Dennoch, wenn man scharf drüber nachdenkt, es dies logisch, oder?

Sehen wir uns das also auf ein paar Skizzen an :
Totholzgestaltung_13d.jpg
Auf der zweiten Skizze, zeige ich euch ein kleiner "Trick", wie man einen Shari erweitert bzw. die Saftbahnen schmälert, ohne dabei das Überleben der damit in Kontakt gesetzte Äste zu gefährden :
Totholzgestaltung_14.jpg
Der Trick besteht also darin, zuerst mit einer Kreide, die Bereiche zu zeichnen, wo der Shari erweitert wird und wo wir also die Rinde abtragen wollen.
Dann bohrt man alle paar Zentimeter Löcher in die Rinde (nicht zu tief, sondern bis zum Xylen, und nicht ins harte Kernholz).
Der Baum reagiert darauf so, daß er versucht, zwischen den abgekappten Saftbahnen wieder "Kontakte" aufzubauen (man spricht beispielsweise beim Wacholder über sogenannte "gekreuzte Saftbahnen").

Im Vergleich mit der normalen Methode (Rinde schneiden und direkt abtragen) ist der Vorteil natürlich daß wir damit das Überleben der Äste nicht gefährden.

Dies ist z.B. sehr empfehlenswert wenn man das Totholz eines ehrwürdigen alten und schon sehr schönen Bonsai erweitert. Doch dieser Trick kann man auch an jüngere Bäume, z.B. an Baumschulbonsai anwenden. Wenn man den Trick verstanden hat, gibt es keine Grenzen mehr.

Dann auf der dritten Skizze, zeige ich euch wie sowas an einem ganzen Baum aussieht :
Totholzgestaltung_12c.jpg
Schaut euch jetzt beide an, sowohl die dritte Skizze als auch das Bild von Ingo :
Vorderseite Sommer 2011.jpg
Man sieht jetzt sehr eindeutig, wo und wie man den Sharibereich des Wacholders von Ingo erweitern kann (und wie das mit dem "Trick des Bohrens" auch fachmännisch machen kann, ohne dabei das Überleben der Äste zu gefährden).

Ich weiß nicht, ob ihr diesen "Trick" kanntet, falls nicht hoffe ich, daß er euch hilft, eure Bonsai noch besser zu gestalten.

Viele Grüße,

Thierry
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Re: Totholz Übung

Beitrag von Heike_vG »

Gute Hinweise und sehr anschauliche Bilder, Thierry!
Vielen Dank dafür! :-D

Liebe Grüße,

Heike
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