Hallo,
ich habe kürzlich eine Granatapfel-Jungpflanze bekommen. Das Alter ist mir nicht bekannt, die Höhe beträgt etwa 30 cm ohne Topf. Nun bin ich etwas unschlüssig was die Gestaltungsmaßnahmen und -möglichkeiten anbetrifft, da ich kaum Erfahrungen habe.
Bin ich durch die gegenwärtige Form schon zu sehr in den Gestaltungsmöglichkeiten eingeschränkt, oder ist da noch ein anderer Stil machbar? Eine konkrete Vorstellung habe ich noch keine. Was mich aber etwas stört, ist die schon so hoch ansetzende Krone. Höher sollte er auch nicht unbedingt werden.
Zudem befürchte ich, dass im Inneren der Krone weitere Blätter absterben könnten. Es sieht dort jetzt schon recht dünn aus. Sollte die Krone vielleicht etwas ausgelichtet werden? Oder könnte man alternativ die dicken Äste weiter auseinanderbiegen, um damit auch gleichzeitig die Krone etwas ausladender zu bekommen? Oder gerät er dadurch zu sehr aus der Form?
Sind im mittleren und unteren Bereich noch Austriebe zu erwarten? So wie es jetzt aussieht vermutlich nicht. Wenn die Krone weiter nach oben wächst und die darunterliegenden Blätter verliert, dürfte das mit den ohnehin schon langen, vertikalen Ästen vielleicht irgendwann sehr dürr aussehen.
Bin für Ratschläge dankbar.
Akra
Gestaltungsmöglichkeiten an Punica granatum Jungpflanze?
Re: Gestaltungsmöglichkeiten an Punica granatum Jungpflanze?
Gruß Jürgen 
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Re: Gestaltungsmöglichkeiten an Punica granatum Jungpflanze?
HiAkra hat geschrieben: Hallo
Eher drei, maximal fünf Jahre. Getunt in einem Gewächshaus.Akra hat geschrieben: Granatapfel-Jungpflanze […] Alter ist mir nicht bekannt
Akra hat geschrieben:Zudem befürchte ich, dass im Inneren der Krone weitere Blätter absterben könnten. Es sieht dort jetzt schon recht dünn aus. Sollte die Krone vielleicht etwas ausgelichtet werden?
Na ja - absterben. Das klingt nach Tod und Verwesung. Dabei produziert der Baum bloss eine Unzahl Triebe und lässt dann verkümmern, was nicht dienlich ist. Also don't panic.
Akra hat geschrieben: Oder könnte man alternativ die dicken Äste weiter auseinanderbiegen, um damit auch gleichzeitig die Krone etwas ausladender zu bekommen? Oder gerät er dadurch zu sehr aus der Form?
Könnte man. Das Problem ist dir aber bewusst, wie man sieht. Viel Arbeit, wenig Ertrag.
Vertraue in die Macht. Aber bitte die des Baumes - der kann fast alles. Wenn du es auslöst, zumindest. Das geht so: Im Frühjahr wird dein Küchenbesen austreiben. Dann schneide mal 2/3 bis 4/5 der Krone weg. Ein winziges Grüntriebchen (ganz genau sind sie karminrot beim Austreiben) pro Stumpen reicht. Keine Gestaltung, kommt alles später weg. Erneut austreiben lassen. Das bleibt mal, so als Futterquelle. Er wird jetzt auch weiter unten schubweise austreiben. Jetzt oben sukzessive weghauen. Bis zum nächsten August kannst du dieses Ding runter bis zur ersten, jetzt noch kahlen Astverzweigung haben. Von da aus ist dann doch einiges möglich.Akra hat geschrieben: Sind im mittleren und unteren Bereich noch Austriebe zu erwarten? So wie es jetzt aussieht vermutlich nicht.
Ist dir unwohl, mach zwei Jahre draus und lerne vom ersten Schnitt etwas über Schnittüberwallung. Weil es grad wieder mal so diskutiert wurde: Granatapfel reagiert bei (den hier zwingend nötigen) Schnitten der Hauptäste gut auf Wundknete. Grossügig bemessene Kugel mit angefeuchtetem Daumen auf die Schnittstelle drücken, einmal rundrum die Kante gut abdecken. Lässt du es, kriegst du «Eulenhöhlen». Die sind möglich, aber besser sparsam eingesetzt. Bei dir werden ein paar obenliegend sein - solche «Armbeugen» sehen verschlossen eigentlich besser aus. Also früh dran denken!
Eine schulbuchmässige «Erstgestaltung», wo man radikal des Gestaltungsgerüst raushaut, würde ich übrigens nicht machen. Der Austrieb ist dichter und vor allem zahlreicher bei gestuftem Vorgehen. Das ist besser bei ganz jungem Laubbaummaterial, wo man noch nicht so genau weiss, wo es lang geht.
Im übrigen schön giessen und kühl überwintern.
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Re: Gestaltungsmöglichkeiten an Punica granatum Jungpflanze?
Danke, das hilft wir schon mal weiter. Ich hätte nicht erwartet, dass er im unteren Bereich nochmal so kräftig austreiben wird (hoffe ich mal). Was ich so gelesen habe, sind Bäume in dieser Hinsicht sehr unterschiedlich bereitwillig.
Allerdings gibt es dort noch zwei 2mm dünnen Äste/Zweige, die bis in die Krone reichen und blattlos sind. Ein vorsichtiges Schaben an deren Rinde brachte kein Grün zum Vorschein. Die scheinen dann wohl abgelebt zu sein und können getrost entfernt werden?
Wenn die Äste eh fallen werden, ist es dann nicht auch möglich, den einen oder anderen vorher durch Abmoosen zu retten?
Noch ne Frage zu Stecklingen: Ich hab gelesen, daß sie im blattlosen Zustand gepflanzt werden sollen. Warum? Ist damit der Zeitpunkt gemeint, wenn sie im Winter/Frühjahr ohnehin noch keine Blätter haben? Oder sollen die Blätter beim Pflanzen schlichtweg entfernt werden?
Vielen Dank soweit.
Akra
So schlimm war’s nicht gemeint. Nenn ich es mal Blattverlust oder Ableben in den betreffenden Bereichen. Wenn das so seine Eigenart ist, ok.Andreas Ludwig hat geschrieben:Na ja - absterben. Das klingt nach Tod und Verwesung. Dabei produziert der Baum bloss eine Unzahl Triebe und lässt dann verkümmern, was nicht dienlich ist. Also don't panic.
Allerdings gibt es dort noch zwei 2mm dünnen Äste/Zweige, die bis in die Krone reichen und blattlos sind. Ein vorsichtiges Schaben an deren Rinde brachte kein Grün zum Vorschein. Die scheinen dann wohl abgelebt zu sein und können getrost entfernt werden?
Wenn ich die Krone bis auf einen Trieb pro Ast wegschneide, dann sind doch aber deutlich mehr als 2/3 bis 4/5 der Krone weg. Oder doch etwa soviel dranlassen wie auf diesen Bildern?Andreas Ludwig hat geschrieben:Im Frühjahr wird dein Küchenbesen austreiben. Dann schneide mal 2/3 bis 4/5 der Krone weg. Ein winziges Grüntriebchen (ganz genau sind sie karminrot beim Austreiben) pro Stumpen reicht.
Gut zu wissen, dass das möglich wäre. Aber ist es auch ratsam? Im Extremfall blieben dann nur noch der Stamm und die neuen, dünnen Austriebe. Viel wäre damit doch nicht gewonnen, mit Ausnahme des etwas dickeren Stammes. Vielleicht doch eher die Äste nur bis zur Hälfte runterschneiden?Andreas Ludwig hat geschrieben:Bis zum nächsten August kannst du dieses Ding runter bis zur ersten, jetzt noch kahlen Astverzweigung haben. Von da aus ist dann doch einiges möglich.
Wenn die Äste eh fallen werden, ist es dann nicht auch möglich, den einen oder anderen vorher durch Abmoosen zu retten?
Was bitte sind „Eulenhöhlen“? Hast du dazu einen link oder Bilder? Hab auf die schnelle selbst nichts gefunden.Andreas Ludwig hat geschrieben:Grossügig bemessene Kugel mit angefeuchtetem Daumen auf die Schnittstelle drücken, einmal rundrum die Kante gut abdecken. Lässt du es, kriegst du «Eulenhöhlen». Die sind möglich, aber besser sparsam eingesetzt. Bei dir werden ein paar obenliegend sein - solche «Armbeugen» sehen verschlossen eigentlich besser aus. Also früh dran denken!
Noch ne Frage zu Stecklingen: Ich hab gelesen, daß sie im blattlosen Zustand gepflanzt werden sollen. Warum? Ist damit der Zeitpunkt gemeint, wenn sie im Winter/Frühjahr ohnehin noch keine Blätter haben? Oder sollen die Blätter beim Pflanzen schlichtweg entfernt werden?
Vielen Dank soweit.
Akra
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Re: Gestaltungsmöglichkeiten an Punica granatum Jungpflanze?
Der Reihe nach:
1. Klar - was trocken ist, kann eh weg.
2. Das von mir gezeigte Beispiel hat bereits Verzweigung. Die fehlt bei dir total. Bilde dir nicht ein, dass das auf wundersame Weise irgendwas wird - du musst bis auf die erste Verzweigung zurück. Damit sind wir bei
3. Du meinst, ausser einem dickeren Stamm hättest du nichts gewonnen. Abgesehen davon, dass das im Moment so ziemlich die Hauptsache wäre - was gewinnst du durch diese Äste? Du verzögerst es dann bloss, denn in wenigen Jahren bist du genau gleich weit wie jetzt, wenn du das alles nicht dicht und kompakt kriegst.
4. Abmoosen kann man schon. Bloss ist dir diese Installation dann im Weg und stört das Vorgehen am Baum. Lohnt das?
5. Eulenhöhlen sind Höhlen, in denen Eulen wohnen. Manchmal wohnen auch Fledermäuse, Marder, Siebenschläfer, Spechte oder andere Höhlenbrüter drin. Ein nicht verheilter Astschnitt nahe dem Stamm sieht so aus wie eine winzigkleine Eulenhöhle. Darum nenne ich die so.
6. Stecklinge brauchen schon ein paar grüne Blätter, sonst ist ja nichts da, was Photosynthese betreibt und die Wurzeln füttert. Allerdings verschimmeln Blätter, die am Boden oder am gefässrand ankommen. Darum gehören die weg, sonst vergammelt alles. Der Spitzentrieb bleibt. Im Winter Stecklinge zu machen, gelingt nur bei Indoors, oft auch da nur bei Pflege mit Lampen etc. Sicher nicht bei laubabwerfenden Bäumen. Gut ist das späte Frühjahr. Im übrigen gleiche Frage wie bei abzumoosenden Ästen: Lohnt das? - Ich würde mir eher ein Dutzend neue säen.
Mein Eindruck: Du zierst dich, konsequent nach gestalterischen Gesichtspunkten vorzugehen. Teils, weil dir die Erfahrung fehlt, was Unsicherheit erzeugt, teils, weil du das vorhandene Material «nicht vergeuden» willst. Das ist ein Zielkonflikt, da musst du entscheiden. Meine Äusserungen beziehen sich nur auf den Wunsch, einen Punica-Bonsai zu gestalten. Leider ist es eine Mär, dass der Baum «mit der Zeit schon schön wird, wenn man bloss gut zu ihm ist». So macht man bloss kleine Gartensträucher.
Wenn dir die Pflanze aber wichtig ist und sei das eine unerklärliche Smypathie, gilt das durchaus. Solche Sachen kann, darf, soll man vielleicht sogar haben - bei mir etwa Weihnachtsstern oder Wollmispel. Aber da habe ich mich ganz klar von einer eigentlichen Gestaltung verabschiedet.
1. Klar - was trocken ist, kann eh weg.
2. Das von mir gezeigte Beispiel hat bereits Verzweigung. Die fehlt bei dir total. Bilde dir nicht ein, dass das auf wundersame Weise irgendwas wird - du musst bis auf die erste Verzweigung zurück. Damit sind wir bei
3. Du meinst, ausser einem dickeren Stamm hättest du nichts gewonnen. Abgesehen davon, dass das im Moment so ziemlich die Hauptsache wäre - was gewinnst du durch diese Äste? Du verzögerst es dann bloss, denn in wenigen Jahren bist du genau gleich weit wie jetzt, wenn du das alles nicht dicht und kompakt kriegst.
4. Abmoosen kann man schon. Bloss ist dir diese Installation dann im Weg und stört das Vorgehen am Baum. Lohnt das?
5. Eulenhöhlen sind Höhlen, in denen Eulen wohnen. Manchmal wohnen auch Fledermäuse, Marder, Siebenschläfer, Spechte oder andere Höhlenbrüter drin. Ein nicht verheilter Astschnitt nahe dem Stamm sieht so aus wie eine winzigkleine Eulenhöhle. Darum nenne ich die so.
6. Stecklinge brauchen schon ein paar grüne Blätter, sonst ist ja nichts da, was Photosynthese betreibt und die Wurzeln füttert. Allerdings verschimmeln Blätter, die am Boden oder am gefässrand ankommen. Darum gehören die weg, sonst vergammelt alles. Der Spitzentrieb bleibt. Im Winter Stecklinge zu machen, gelingt nur bei Indoors, oft auch da nur bei Pflege mit Lampen etc. Sicher nicht bei laubabwerfenden Bäumen. Gut ist das späte Frühjahr. Im übrigen gleiche Frage wie bei abzumoosenden Ästen: Lohnt das? - Ich würde mir eher ein Dutzend neue säen.
Mein Eindruck: Du zierst dich, konsequent nach gestalterischen Gesichtspunkten vorzugehen. Teils, weil dir die Erfahrung fehlt, was Unsicherheit erzeugt, teils, weil du das vorhandene Material «nicht vergeuden» willst. Das ist ein Zielkonflikt, da musst du entscheiden. Meine Äusserungen beziehen sich nur auf den Wunsch, einen Punica-Bonsai zu gestalten. Leider ist es eine Mär, dass der Baum «mit der Zeit schon schön wird, wenn man bloss gut zu ihm ist». So macht man bloss kleine Gartensträucher.
Wenn dir die Pflanze aber wichtig ist und sei das eine unerklärliche Smypathie, gilt das durchaus. Solche Sachen kann, darf, soll man vielleicht sogar haben - bei mir etwa Weihnachtsstern oder Wollmispel. Aber da habe ich mich ganz klar von einer eigentlichen Gestaltung verabschiedet.
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Re: Gestaltungsmöglichkeiten an Punica granatum Jungpflanze?
Mir ist schon klar, dass die Bäume nicht vergleichbar sind und ich bilde mir auch nicht ein, dass er so aussehen wird. Ich hatte einen Vergleich gesucht lediglich im Hinblick auf die Krone im Früjahr: keine Belaubung, Anzahl dünner Zweige und Triebe pro Ast, etwa ein Trieb pro „Stumpen“. Hab ich vergessen zu erwähnen. Vermutlich trotzdem ein unpassender Vergleich.Andreas Ludwig hat geschrieben:Das von mir gezeigte Beispiel hat bereits Verzweigung. Die fehlt bei dir total. Bilde dir nicht ein, dass das auf wundersame Weise irgendwas wird
Es ging darum, mir das verbleibende Fünftel der Krone bildlich vorstellen zu können, nachdem die besagten 4/5 weggeschnitten sind. Wie ich schon schrieb, kann ich mir schwer vorstellen, dass nach Entfernung der 4/5 lediglich ein Trieb pro Ast übrig bleibt, sondern eher mehr.
Dabei ist mir auch aufgefallen, dass ich gar keine genaue Definition vom Baumkrone habe. Wo beginnt sie und was umfasst sie alles? Nur die belaubten Zweige? Ab einer bestimmten Höhe? Oder beginnt sie schon bei den ersten unteren Astverzweigungen?
Vielleicht nehm ich es auch nur zu genau. Ich werd’s wohl sehen, wenn ich drauf los schneide.
Da muß ich deinen Eindruck korrigieren. Einen Zielkonflikt sehe ich auch nicht.Andreas Ludwig hat geschrieben:Mein Eindruck: Du zierst dich, konsequent nach gestalterischen Gesichtspunkten vorzugehen. Teils, weil dir die Erfahrung fehlt, was Unsicherheit erzeugt, teils, weil du das vorhandene Material «nicht vergeuden» willst. Das ist ein Zielkonflikt, da musst du entscheiden.
Ich habe durchaus vor, den Baum nach deinem Vorschlag zu behandeln. Aber was spricht dagegen, z.B. den Verschnitt weiter zu verwenden? Vorausgesetzt natürlich, dass es der eigentlichen Baumbehandlung nicht im Wege steht. Das habe ich wohl vergessen zu erwähnen. Ich habe damit keine Erfahrungen, deswegen frage ich ja nach.
Beim Abmoosen bin ich mal davon ausgegangen, dass dieser Prozess bis zum Frühjahr längst beendet wäre und somit nicht stört. Wenn ich damit falsch liege, laß ich es halt. Vermutlich wäre jetzt eh nicht die richtige Zeit, dies durchzuführen.
Lohnt es sich denn Äste, die man noch verwenden könnte, wegzuschmeissen und stattdessen ähnliches Material zu kaufen? Und Stecklinge zu ziehen anstelle einer Aussaat von Kernen, würde einen zeitlichen Vorsprung bedeuten. Ich seh das in dem Fall eher ökonomisch. Das hat nichts mit Verliebtheit in den Baum zu tun.
Die Äste nur bis zur Hälfte runterzuschneiden war eine Idee, die sich hierauf bezog:
Ich hatte den Schnitt bis zur ersten Astverzweigung als Möglichkeit verstanden, nicht als Notwendigkeit. So dass u.U. auch der halbe Weg in Frage käme. Ob ich durch diese Äste dann etwas gewänne, wäre meine Frage gewesen.Andreas Ludwig hat geschrieben:Bis zum nächsten August kannst du dieses Ding runter bis zur ersten, jetzt noch kahlen Astverzweigung haben. Von da aus ist dann doch einiges möglich.
Akra
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Re: Gestaltungsmöglichkeiten an Punica granatum Jungpflanze?
Akra - ich empfehle dir pauschal, es nicht zu intellektuell anzugehen. Es sind Bäume. Bäume sind - aus unserer Sicht - ziemlich dumm. (Für alle, die das herabsetzend finden: Aus Baumsicht - denke ich mal - sind wir Menschen hyperneurotische, daueraktive Vollidioten, die sich selbst Dinge wie «Burn-out» oder «Midlife-Crisis» anzüchten. Das sollte als Ausgleich genügen).
Zurück zu deinem einzelnen, im Heideggerschen Sinne «so-seienden» Baum, mehr ist ja realiter nicht da: Ich sehe da weit unten den brauchbaren Anatz eines frei aufrechten Laubbauems mit breiter Krone. Nichts anderes. Um das ausbauen zu können und weil die Art Punica Granatum das hergibt (bei anderen Arten wäre alles ganz anders!), ziele ich auf diesen massiven Rückschnitt, allerdings stufenweise, um ein Maximum an Austrieb auszulösen. Soweit die Theorie, zur Praxis kann ich nach zahlreichen Punica-Versuchen meinerseits sagen: «Doch, das geht.»
Der Unterschied zwischen meinem und deinem Punica ist ganz einfach, dass ich bereits einige Stufen habe, einen Stamm, Hauptäste, abzweigende Nebenäste, sogar Feintriebe. Wir reden also konkret davon, wie wir deinen Baum dahin kriegen, die Basis zu dem zu bilden, was meiner schon hat. Dazu muss man keine Krone definieren (muss man eigentlich nie - wozu sollen solche Defintionen taugen?)
Bleibt die Frage nach dem «Verschnitt». Das klingt nach schlechtem Fusel, nennen wir es also «Abschnitt». Nun - viele Wege führen nach Rom. Einige führen auch nach Hammerfest, Acapulco oder Leverett. Alles schöne Orte. Ich kann nur berichten, wie es mir auf meinen Wegen erging, die teilweise sogar, wiederum im Heideggerschen Sinne, «Holzwege waren. Ja, man kann mit Abschnitten allerhand machen. Zur rechten Zeit zumindest. Punica ist aus meiner Sicht zwingend ein Kalthausbaum, kein Indoor, also ist ein Abmoosen über den Winter gänzlich ausgeschlossen. Dieses fiele in den Sommer, den du aber eher für andere Massnahmen brauchst - meine ich. Dazu ist Punica so keimfreudig wie Brunnenkresse und so wüchsig wie Löwenzahn. Ich habe einiges abgemoost, Stecklinge gemacht, welche zusammengewickelt, allerhand halt. Aber letztlich denke ich heute, Aussaat sei bei Punica der einfachste und beste Weg zum Erfolg. Das musst du nicht tel quel übernehmen, im Gegenteil: Man lernt nie so viel wie mit Experimenten. Mach sie darum ruhig.
Letzte Frage deinerseits: Ob man in einem oder zwei Schritten vorgehen sollte. Nun, da schliesst sich der Kreis: Gesamthaft muss es runter - aus meiner Sicht, siehe oben. Sicherer ist das in zwei Schritten, möglich ist es in einem. Entscheide selbst. Aber (für mich sicher) das, was mehr als drei Zentimeter lang ist an den bestehenden Ästen, ist auf lange Sicht kein Gewinn. Es führt bloss zu einer arg aufstrebenden Form. Dazu sehe ich unterhalb aber optisch kein Fundament.
Zurück zu deinem einzelnen, im Heideggerschen Sinne «so-seienden» Baum, mehr ist ja realiter nicht da: Ich sehe da weit unten den brauchbaren Anatz eines frei aufrechten Laubbauems mit breiter Krone. Nichts anderes. Um das ausbauen zu können und weil die Art Punica Granatum das hergibt (bei anderen Arten wäre alles ganz anders!), ziele ich auf diesen massiven Rückschnitt, allerdings stufenweise, um ein Maximum an Austrieb auszulösen. Soweit die Theorie, zur Praxis kann ich nach zahlreichen Punica-Versuchen meinerseits sagen: «Doch, das geht.»
Der Unterschied zwischen meinem und deinem Punica ist ganz einfach, dass ich bereits einige Stufen habe, einen Stamm, Hauptäste, abzweigende Nebenäste, sogar Feintriebe. Wir reden also konkret davon, wie wir deinen Baum dahin kriegen, die Basis zu dem zu bilden, was meiner schon hat. Dazu muss man keine Krone definieren (muss man eigentlich nie - wozu sollen solche Defintionen taugen?)
Bleibt die Frage nach dem «Verschnitt». Das klingt nach schlechtem Fusel, nennen wir es also «Abschnitt». Nun - viele Wege führen nach Rom. Einige führen auch nach Hammerfest, Acapulco oder Leverett. Alles schöne Orte. Ich kann nur berichten, wie es mir auf meinen Wegen erging, die teilweise sogar, wiederum im Heideggerschen Sinne, «Holzwege waren. Ja, man kann mit Abschnitten allerhand machen. Zur rechten Zeit zumindest. Punica ist aus meiner Sicht zwingend ein Kalthausbaum, kein Indoor, also ist ein Abmoosen über den Winter gänzlich ausgeschlossen. Dieses fiele in den Sommer, den du aber eher für andere Massnahmen brauchst - meine ich. Dazu ist Punica so keimfreudig wie Brunnenkresse und so wüchsig wie Löwenzahn. Ich habe einiges abgemoost, Stecklinge gemacht, welche zusammengewickelt, allerhand halt. Aber letztlich denke ich heute, Aussaat sei bei Punica der einfachste und beste Weg zum Erfolg. Das musst du nicht tel quel übernehmen, im Gegenteil: Man lernt nie so viel wie mit Experimenten. Mach sie darum ruhig.
Letzte Frage deinerseits: Ob man in einem oder zwei Schritten vorgehen sollte. Nun, da schliesst sich der Kreis: Gesamthaft muss es runter - aus meiner Sicht, siehe oben. Sicherer ist das in zwei Schritten, möglich ist es in einem. Entscheide selbst. Aber (für mich sicher) das, was mehr als drei Zentimeter lang ist an den bestehenden Ästen, ist auf lange Sicht kein Gewinn. Es führt bloss zu einer arg aufstrebenden Form. Dazu sehe ich unterhalb aber optisch kein Fundament.
It is not enough to be busy. So are the ants. The question is: What are we busy about?
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Re: Gestaltungsmöglichkeiten an Punica granatum Jungpflanze?
Ich auf jeden Fall machen die Zeit scheint sehr gut

