Zweite Geschichte :
Die Geschichte hinter dem
Juniperus Phoenicia von Thierry Font :
So sah der Baum bei der diesjährigen EBA aus :
Die Geschichte dieses Baumes kann man in der französischen Bonsaizeitschrift "France Bonsai" Nr. 41 aus dem jahre 2003 lesen.
Da aber wahrschinelich die meisten unter euch kein Zugang zu dieser Zeitschrift haben, werde ich euch nicht destotrotz das Wichtigste darüber erzählen.
Besonders interessant an dieser Gestaltung ist die Geschichte der Totholzgestaltung und der zwei ersten Gestaltungsoptionen.
Der Ursprungsbaum
Die Geschichte dieses Baumes begann 2003 in Spanien, als Grossmeister Takeo Kawabe nach Coma-Ruga kam, um daran eindrucksvolle Totholzarbeiten auszuführen. Thierry Font hatte diesen Wacholder (Juniperus Phoenicia) im Jahre 2000 ausgegraben.
Drei Jahre nach der Bergung, sah er so aus :
Die Erstgestaltung mit Takeo Kawabe
Hier ein paar Bilder, wo man sehr gut die Werkzeuge und die Techniken von Meister Kawabe erkennen kann (wenn ihr euch an meine Kommentare im Thread "Totholz-übungen" erinnert).
Erwehnenswert ist hier,
dass die Arbeit am Totholz sich nicht zw. Japan und Europa unterscheidet. Die Technik besteht darin, "einfach" zu arbeiten. Das bedeutet, man entfernt langsam die äusseren Schichten vom Totholz, um damit die inneren Formen zu entdecken.
Es gibt keine Techniken für japanische Bäume und Techniken für europäische Bäume. Die Bonsaitechnik ist die gleiche: es gibt nur gute und schlechte Techniken. Bonsai machen bedeutet Bäume zu verstehen, und Totholz gestalten bedeutet, die "Schätze", die sich unter der Rinde/Borke verstecken, zu entdecken.
Das Ergebnis nach der Gestaltung des Totholzes :
Danach wurde über die Vorderseite und über den Einpflanzwinkel entschieden :
Die Zukunft
Zwei Optionen wurden besprochen :
In der ersten Option bleibt der Baum kompakt, und es wird versucht, das Auge des Betrachters auf das komplexe Totholz zu richten.
In der zweiten Option ist der linke Ast länger, und der Baum orientiert sich in eine Halb-Kaskaden Form, und gibt den Ganzen viel mehr Bewegung.
Jetzt schaut euch nochmal das Bild während der EBA an.
LG,
Thierry
P.S.: Kommentare dürfen selbstverständlich gemacht werden.