Linde
- Andreas R.
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Linde
Hallo,
weil dies mein erster Beitrag hier ist möchte ich mit einem Baum beginnen, der noch relativ am Anfang seiner Gestaltung steht. Es handelt sich um eine Winterlinde (Tilia cordata) aus der Sammlung meines Vaters. Er musste sie aus Platzmangel im Frühjahr an mich abgeben. Ursprünglich hatte er sie vor vier Jahren als Baumschulpflanze (Ballenware) zusammen mit vielen anderen Bäumen erworben, von denen wir die schönsten zur Bonsaigestaltung selektiert hatten, der Rest wurde im Garten als Sichtschutz, Hecke etc. gepflanzt. Diese Linde verbrachte dann zwei Jahre im Trainingsbeet und wurde letztes Jahr von meinem Vater grundgestaltet und in eine Trainingsschale gesetzt.
Als ich sie jetzt in mein Überwinterungsbeet eingegraben habe ist mir aufgefallen, dass die oberen Äste deutlich dicker sind als die unteren. Ast 1 und Ast 2 sind je nur 8mm dick, während Ast 4 einen Durchmesser von 11mm hat und Ast 3 sogar 14mm.
Grund dafür ist, dass Äste weiter oben am Baum immer stärker wachsen als die unteren. Dieser Effekt nennt sich Apikaldominanz und wird durch Hormone gesteuert. Man kann ihm entgegenwirken indem man die oberen Äste häufiger zurückschneidet und die unteren auswachsen lässt. Das geht aber in diesem fortgeschrittenen Stadium wohl nur noch schlecht.
Besonders der Ast 3 und ein weiterer Ast im Kronenbereich direkt darüber werden immer störend wirken, weshalb ich Ast 3 bis auf die Basis eingekürzt habe und auch vom Ast darüber um einen großen Teil abgeschnitten habe (dieser wird aber evtl. noch komplett entfernt). Ich bitte die schlechten Bilder zu entschuldigen, aber wie man sehen kann steht der Baum schon im Überwinterungsbeet und ich wollte ihn nicht nochmal ausgraben.
weil dies mein erster Beitrag hier ist möchte ich mit einem Baum beginnen, der noch relativ am Anfang seiner Gestaltung steht. Es handelt sich um eine Winterlinde (Tilia cordata) aus der Sammlung meines Vaters. Er musste sie aus Platzmangel im Frühjahr an mich abgeben. Ursprünglich hatte er sie vor vier Jahren als Baumschulpflanze (Ballenware) zusammen mit vielen anderen Bäumen erworben, von denen wir die schönsten zur Bonsaigestaltung selektiert hatten, der Rest wurde im Garten als Sichtschutz, Hecke etc. gepflanzt. Diese Linde verbrachte dann zwei Jahre im Trainingsbeet und wurde letztes Jahr von meinem Vater grundgestaltet und in eine Trainingsschale gesetzt.
Als ich sie jetzt in mein Überwinterungsbeet eingegraben habe ist mir aufgefallen, dass die oberen Äste deutlich dicker sind als die unteren. Ast 1 und Ast 2 sind je nur 8mm dick, während Ast 4 einen Durchmesser von 11mm hat und Ast 3 sogar 14mm.
Grund dafür ist, dass Äste weiter oben am Baum immer stärker wachsen als die unteren. Dieser Effekt nennt sich Apikaldominanz und wird durch Hormone gesteuert. Man kann ihm entgegenwirken indem man die oberen Äste häufiger zurückschneidet und die unteren auswachsen lässt. Das geht aber in diesem fortgeschrittenen Stadium wohl nur noch schlecht.
Besonders der Ast 3 und ein weiterer Ast im Kronenbereich direkt darüber werden immer störend wirken, weshalb ich Ast 3 bis auf die Basis eingekürzt habe und auch vom Ast darüber um einen großen Teil abgeschnitten habe (dieser wird aber evtl. noch komplett entfernt). Ich bitte die schlechten Bilder zu entschuldigen, aber wie man sehen kann steht der Baum schon im Überwinterungsbeet und ich wollte ihn nicht nochmal ausgraben.
Zuletzt geändert von Andreas R. am 02.11.2011, 00:34, insgesamt 1-mal geändert.
- Andreas R.
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Re: Linde
Die Schnitte sind relativ großflächig, ich werde aber trotzdem nichts draufschmieren, weil an den alten Schnittflächen nach der Behandlung mit Verschlusspaste teilweise keine schöne Kallusbildung stattgefunden hat. Ich werde sowohl die alten als auch die neuen Schnittflächen noch einmal im Zuge der Endgestaltung nächstes Jahr mit dem Schnitzwerkzeug nacharbeiten um glaubhafte Totholzflächen zu erzeugen.
Zuletzt geändert von Andreas R. am 02.11.2011, 00:16, insgesamt 1-mal geändert.
- Andreas R.
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Re: Linde
Für die Endgestaltung sehe ich zwei Möglichkeiten.
1.
Der ursprüngliche Plan war wohl einen aufrechten Baum mit sehr breit ausladenden, tiefen Ästen zu schaffen. Ich könnte dabei bleiben und Ast 3 wieder in die Länge ziehen oder alternativ einen der kleinen, jungen Triebe daneben länger werden lassen. (Ast 3 könnte dann vielleicht(!) eine Nebenkrone werden, so wäre der dicke Ansatz besser erklärbar)
2.
Zur zweiten, etwas radikaleren Möglichkeit hat mich die alte Linde auf unserem Dorfplatz inspiriert. Ich könnte die rechte Hälfte der jetztigen Krone entfernen, so dass dort ein ausgeprägter Totholzbereich entsteht der sich noch ein kleines Stück nach unten zieht und den Blick in den ausgehöhlten Stamm freigibt. Der Ast links oben würde zur neuen Krone. Insgesamt wäre der Baum dann recht breit, was aber natürlich wirken würde, weil er ja offensichtlich mal höher war.
So oder zumindest ähnlich könnte das dann aussehen:
1.
Der ursprüngliche Plan war wohl einen aufrechten Baum mit sehr breit ausladenden, tiefen Ästen zu schaffen. Ich könnte dabei bleiben und Ast 3 wieder in die Länge ziehen oder alternativ einen der kleinen, jungen Triebe daneben länger werden lassen. (Ast 3 könnte dann vielleicht(!) eine Nebenkrone werden, so wäre der dicke Ansatz besser erklärbar)
2.
Zur zweiten, etwas radikaleren Möglichkeit hat mich die alte Linde auf unserem Dorfplatz inspiriert. Ich könnte die rechte Hälfte der jetztigen Krone entfernen, so dass dort ein ausgeprägter Totholzbereich entsteht der sich noch ein kleines Stück nach unten zieht und den Blick in den ausgehöhlten Stamm freigibt. Der Ast links oben würde zur neuen Krone. Insgesamt wäre der Baum dann recht breit, was aber natürlich wirken würde, weil er ja offensichtlich mal höher war.
So oder zumindest ähnlich könnte das dann aussehen:
- Andreas R.
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Re: Linde
Wo findest du nur immer dieses alte Zeug?
Den hätte ich selbst nicht mehr gefunden.
Ja, die Linde habe ich noch.
Sie ist inzwischen in eine Schale umgetopft. Die Schnittstellen sind so weit verwachsen dass es gut aussieht.
Man erkennt schon auf den alten Bildern recht gut, dass die unteren Äste einfach sch.... ausschauen.
Das liegt daran, dass derjenige der die Erstgestaltung gemacht hat (das war nicht ich!) den Baum in einen "Bonsai" verwandeln wollte.
Deshalb hat er die untersten Äste innen komplett entastet und nur an den Spitzen ein Büschel stehen lassen, wie bei einem Pudel.
In den letzten drei Jahren habe ich darauf gehofft, dass diese Äste innen wieder aus schlafenden Augen austreiben und so auch innen Zweige entstehen.
Das ist aber leider nicht passiert.
Es ist schon frustrierend wenn man sieht dass einmal genau da Zweige waren wo man sie unbedingt braucht...
Deshalb habe ich vor ein paar Wochen, als ich den Baum noch einmal komplett überarbeitet habe, die unteren Äste auf gut Glück, quasi "blind" zurück geschnitten, ohne dass da noch Knospen gewesen wären.
Das hat die Linde offenbar überzeugt und sie hat genau da aus dem alten Holz ausgetrieben wo ich es mir seit drei Jahren wünsche.
Ich werde heute oder morgen Bilder vom momentanen Zustand machen, wenn ich Zeit dazu finde.
P.S.: Lest bitte nicht diesen Schmarrn den ich vor drei Jahren geschrieben hab. Das war mein allererster Beitrag im BFF und... vergessen wir ihn einfach.
Den hätte ich selbst nicht mehr gefunden.
Ja, die Linde habe ich noch.
Sie ist inzwischen in eine Schale umgetopft. Die Schnittstellen sind so weit verwachsen dass es gut aussieht.
Man erkennt schon auf den alten Bildern recht gut, dass die unteren Äste einfach sch.... ausschauen.
Das liegt daran, dass derjenige der die Erstgestaltung gemacht hat (das war nicht ich!) den Baum in einen "Bonsai" verwandeln wollte.
Deshalb hat er die untersten Äste innen komplett entastet und nur an den Spitzen ein Büschel stehen lassen, wie bei einem Pudel.
In den letzten drei Jahren habe ich darauf gehofft, dass diese Äste innen wieder aus schlafenden Augen austreiben und so auch innen Zweige entstehen.
Das ist aber leider nicht passiert.
Es ist schon frustrierend wenn man sieht dass einmal genau da Zweige waren wo man sie unbedingt braucht...
Deshalb habe ich vor ein paar Wochen, als ich den Baum noch einmal komplett überarbeitet habe, die unteren Äste auf gut Glück, quasi "blind" zurück geschnitten, ohne dass da noch Knospen gewesen wären.
Das hat die Linde offenbar überzeugt und sie hat genau da aus dem alten Holz ausgetrieben wo ich es mir seit drei Jahren wünsche.
Ich werde heute oder morgen Bilder vom momentanen Zustand machen, wenn ich Zeit dazu finde.
P.S.: Lest bitte nicht diesen Schmarrn den ich vor drei Jahren geschrieben hab. Das war mein allererster Beitrag im BFF und... vergessen wir ihn einfach.
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Borkenkäfer
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Re: Linde
Ich bin schon gespannt auf die neuen Bilder! Ich liebäugel derzeit auch mit einem fetten alten Linden-Yamadori. Irgendwie haben diese Bäume was... :-)
Herzlichst,
Stefan
Das letzte Wort hat immer der Baum!
Stefan
Das letzte Wort hat immer der Baum!
- Andreas R.
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Re: Linde
Hier jetzt also die versprochenen Bilder.
Viel sieht man nicht, es ist sehr schwer das zu fotografieren weil es einerseits sehr kleine Details sind, andererseits aber auch viel vom Baum mit aufs Bild müsste damit man sieht wo er da jetzt austreibt.
Wenn man, so wie Martin, den Baum vor ein paar Wochen live gesehen hat und jetzt die Reaktion auf den Rückschnitt sieht, dann wird eigentlich erst klar was ich meine.
Viel sieht man nicht, es ist sehr schwer das zu fotografieren weil es einerseits sehr kleine Details sind, andererseits aber auch viel vom Baum mit aufs Bild müsste damit man sieht wo er da jetzt austreibt.
Wenn man, so wie Martin, den Baum vor ein paar Wochen live gesehen hat und jetzt die Reaktion auf den Rückschnitt sieht, dann wird eigentlich erst klar was ich meine.
Re: Linde
Hallo Andreas,
es ist schon erstaunlich, wie schön Linden auf starken Rückschnitt reagieren. Wenn man das ein mal mitgemacht hat, traut man sich irgendwann auch Schnitte, vor denen es einem eigentlich früher gegruselt hat.
Der Baum ist auf einem gutem Weg.
es ist schon erstaunlich, wie schön Linden auf starken Rückschnitt reagieren. Wenn man das ein mal mitgemacht hat, traut man sich irgendwann auch Schnitte, vor denen es einem eigentlich früher gegruselt hat.
Der Baum ist auf einem gutem Weg.
Tschüüss, Michael
Schützt unsere Wälder, eßt mehr Biber!
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