neuer Apfelbaum
- Andreas Ludwig
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Ich staune: «Zuwenig gedrahtet, zuwenig rausgeschnitten, unklare Linienführung, da zu viele Äste, zu dicke Spitzen, kein alter Apfelbaum, vielleicht ein Gebüsch…».
Da denke ich erstmal, es ist offenbar viel leichter, etwas zu überarbeiten, als etwas zu erarbeiten. Mach was, die Kritik kommt dann schon…
Dann die Sache mit dem Bild. Es ist ein BILD. Schaut mal nach: Wir wissen nicht mal genau, wie gross dieses Kerlchen ist. Aber jeder von uns hat die Erfahrung schon mal gemacht, wie anders das Original wirken kann. Da wird ein Baum plötzlich raumgreifend. Da man sich stets leicht bewegt, entsteht Klarheit und man kann alles erfassen, was das 72dpi-Abbild nicht hergibt.
Aber was ist es nun? Offenbar nicht das, was viele gerne hätten. Ist das der Fehler des Baums oder der des Betrachters? «Zu dicke Astenden» – fehlt da nicht die Voraussicht, die Phantasie, sich eine von Walters meisterlichen Feinverzweigungen dazu zu denken? «Eher ein Gebüsch» - ja, warum nicht? Ich kenne herrliche Gebüsche und habe nie verstanden, dass die Japaner diesen Gestaltungsraum bei der Festlegung ihrer Stilregeln ganz ausliessen (noch weniger verstehe ich, dass wir das hier manchmal so tel quel nachbeten).
Für mich ist der Baum – wenn ich die ganze Stilkunde jetzt mal bewusst weglasse – ein kleines Kraftpaket auf den ersten Blick, ein zäher alter Europäer. Auf den zweiten Blick ist es feiner, als man meint. Im kompakten Gesamtbild erschliessen sich Sub- und Sub- und Substrukturen. Da beginne ich dann, das Handwerk zu bewundern. Ja, man sieht die Verläufe manchmal nicht so ganz genau. Aber gerade das gefällt mir. Es erinnert mich an den Ausspruch eines verärgerten Künstlers, der über ein Bild von sich sagte: «Es ist nur Grafik, keine Kunst. Es ist viel zu sauber geraten». Walters Apfelbaum ist eben mehr.
Da denke ich erstmal, es ist offenbar viel leichter, etwas zu überarbeiten, als etwas zu erarbeiten. Mach was, die Kritik kommt dann schon…
Dann die Sache mit dem Bild. Es ist ein BILD. Schaut mal nach: Wir wissen nicht mal genau, wie gross dieses Kerlchen ist. Aber jeder von uns hat die Erfahrung schon mal gemacht, wie anders das Original wirken kann. Da wird ein Baum plötzlich raumgreifend. Da man sich stets leicht bewegt, entsteht Klarheit und man kann alles erfassen, was das 72dpi-Abbild nicht hergibt.
Aber was ist es nun? Offenbar nicht das, was viele gerne hätten. Ist das der Fehler des Baums oder der des Betrachters? «Zu dicke Astenden» – fehlt da nicht die Voraussicht, die Phantasie, sich eine von Walters meisterlichen Feinverzweigungen dazu zu denken? «Eher ein Gebüsch» - ja, warum nicht? Ich kenne herrliche Gebüsche und habe nie verstanden, dass die Japaner diesen Gestaltungsraum bei der Festlegung ihrer Stilregeln ganz ausliessen (noch weniger verstehe ich, dass wir das hier manchmal so tel quel nachbeten).
Für mich ist der Baum – wenn ich die ganze Stilkunde jetzt mal bewusst weglasse – ein kleines Kraftpaket auf den ersten Blick, ein zäher alter Europäer. Auf den zweiten Blick ist es feiner, als man meint. Im kompakten Gesamtbild erschliessen sich Sub- und Sub- und Substrukturen. Da beginne ich dann, das Handwerk zu bewundern. Ja, man sieht die Verläufe manchmal nicht so ganz genau. Aber gerade das gefällt mir. Es erinnert mich an den Ausspruch eines verärgerten Künstlers, der über ein Bild von sich sagte: «Es ist nur Grafik, keine Kunst. Es ist viel zu sauber geraten». Walters Apfelbaum ist eben mehr.
Zuletzt geändert von Andreas Ludwig am 14.04.2005, 14:59, insgesamt 1-mal geändert.
Hallo Andreas,
für den Gestalter sollten die Meinungen völlig egal sein. Ob Busch, Baum, dicke oder dünne Enden. Was spielt das schon für eine Rolle, wenn er für sich gestaltet.
Aber jeder von uns hat ein ästethisches empfinden und interpretiert dementsprechend nach seinem persönlichen Geschmack dieses Objekt (wurde schon viel hier im Forum darüber geschrieben). Und bekanntlich lässt es sich über Geschmack nicht streiten.
Ein Bild sagt nicht alles, aber eine ganze Menge. Du wirst feststellen, dass niemand - aufgrund der fehlenden Dreidimensionalität- etwas über die Rückseite und das Verhältnis der Tiefe erwähnt. Sehr wohl aber über das, was ein zweidimensionales Bild darstellen kann.
Recht hast Du. In Wirklichkeit sehen Bäume in NATURA immer besser aus.
Schön, dass der Baum dir gefällt und nicht alles entweder schwarz oder weiß ist.
gruß
Niko
für den Gestalter sollten die Meinungen völlig egal sein. Ob Busch, Baum, dicke oder dünne Enden. Was spielt das schon für eine Rolle, wenn er für sich gestaltet.
Aber jeder von uns hat ein ästethisches empfinden und interpretiert dementsprechend nach seinem persönlichen Geschmack dieses Objekt (wurde schon viel hier im Forum darüber geschrieben). Und bekanntlich lässt es sich über Geschmack nicht streiten.
Ein Bild sagt nicht alles, aber eine ganze Menge. Du wirst feststellen, dass niemand - aufgrund der fehlenden Dreidimensionalität- etwas über die Rückseite und das Verhältnis der Tiefe erwähnt. Sehr wohl aber über das, was ein zweidimensionales Bild darstellen kann.
Recht hast Du. In Wirklichkeit sehen Bäume in NATURA immer besser aus.
Schön, dass der Baum dir gefällt und nicht alles entweder schwarz oder weiß ist.
gruß
Niko
- Andreas Ludwig
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Hi Niko
«Über Geschmack lässt sich nicht streiten» sagen meist die, die ihren Geschmack nicht begründen können. Stimmt zwar irgendwie – über Geschmack lässt sich nicht streiten. Aber diskutieren. Nur ist diskutieren ganz was anderes als (ab)qualifizieren ohne saubere Begründung. Was immer man beispielsweise zu diesem Baum denkt, schreibt und sagt, ganz sicher können wir doch sein, dass Walter das SO wollte. Also sind Überlegungen, wo seine Konkavzangen grad waren, irgendwie fehl am Platz …

«Über Geschmack lässt sich nicht streiten» sagen meist die, die ihren Geschmack nicht begründen können. Stimmt zwar irgendwie – über Geschmack lässt sich nicht streiten. Aber diskutieren. Nur ist diskutieren ganz was anderes als (ab)qualifizieren ohne saubere Begründung. Was immer man beispielsweise zu diesem Baum denkt, schreibt und sagt, ganz sicher können wir doch sein, dass Walter das SO wollte. Also sind Überlegungen, wo seine Konkavzangen grad waren, irgendwie fehl am Platz …
Nicht wenn jemand danach fragt Andreas.Andreas Ludwig hat geschrieben:Hi Niko
« Über Geschmack lässt sich nicht streiten» sagen meist die, die ihren Geschmack nicht begründen können. Stimmt zwar irgendwie – über Geschmack lässt sich nicht streiten. Aber diskutieren. Nur ist diskutieren ganz was anderes als (ab)qualifizieren ohne saubere Begründung. Was immer man beispielsweise zu diesem Baum denkt, schreibt und sagt, ganz sicher können wir doch sein, dass Walter das SO wollte. Also sind Überlegungen, wo seine Konkavzangen grad waren, irgendwie fehl am Platz …
Nochmals: Eine Meinung - wie alle oben bereits dargelegt - ist und bleibt für den Schreiben immer objektiv. Und wer hat überhaupt recht. Der am längsten mit Bonsai arbeitet?
gruß
Niko
- Andreas Ludwig
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Na ja - «rhetorische Fragen» sind eine Klasse für sich. Die haben gerne etwas Hämisches an sich.
«Objektiv für den Schreiben»? Meinst du jetzt «subjektive Sicht des Schreibenden»? Oder «zwar subjektive Ansicht, aber für das Subjekt objektive Wahrheit»? Schnall ich nicht.
«Recht» im Sinne von «richtig» ist was für Mathematiker und Buchhalter. Hat mit Gestaltung nichts zu tun. Allenfalls könnte man die Summe der vorgebrachten und erwogenen Meinungen als «richtig» bezeichnen. Das wäre dann aber ein weites Feld, eine Ebene, auf der so manches gleichberechtigt nebeneinander stehen kann. Da könnte man dann vielleicht sagen: «Ein wunderschönes Gebüsch, obwohl ich Gebüsche an sich nicht so mag». Wär doch auch eine Möglichkeit. Oder jeder hat für sich recht wie immer. Aber – was machen wir dann hier?
Ich bin ganz sicher nicht der, der am längsten mit Bonsai arbeitet. Recht hab ich auch nicht. Ich bin bloss dafür, dass wir aus Neugier und Liebe zur Sache gerecht bleiben. Eine Heidenarbeit. So. Jetzt soll mal wer anderes was schreiben, bevor ich allen auf den Wecker gehe.
«Objektiv für den Schreiben»? Meinst du jetzt «subjektive Sicht des Schreibenden»? Oder «zwar subjektive Ansicht, aber für das Subjekt objektive Wahrheit»? Schnall ich nicht.
«Recht» im Sinne von «richtig» ist was für Mathematiker und Buchhalter. Hat mit Gestaltung nichts zu tun. Allenfalls könnte man die Summe der vorgebrachten und erwogenen Meinungen als «richtig» bezeichnen. Das wäre dann aber ein weites Feld, eine Ebene, auf der so manches gleichberechtigt nebeneinander stehen kann. Da könnte man dann vielleicht sagen: «Ein wunderschönes Gebüsch, obwohl ich Gebüsche an sich nicht so mag». Wär doch auch eine Möglichkeit. Oder jeder hat für sich recht wie immer. Aber – was machen wir dann hier?
Ich bin ganz sicher nicht der, der am längsten mit Bonsai arbeitet. Recht hab ich auch nicht. Ich bin bloss dafür, dass wir aus Neugier und Liebe zur Sache gerecht bleiben. Eine Heidenarbeit. So. Jetzt soll mal wer anderes was schreiben, bevor ich allen auf den Wecker gehe.
Bin Anfänger und habe mit Bonsai noch nicht viel Erfahrung.
Wenn hier diskutiert wird, der Baum sehe nicht wie ein Apfelbaum aus, muß ich mich fragen, wie sieht denn ein natürlich gewachsener Apfelbaum aus.
Die meisten Apfelbäume (Streuobstwiesen, Gärten) sind sicher nicht in natürlicher Form gewachsen, sind als Hochstamm etc. aus verschiedenen Gründen gezüchtet worden. So sehen und kennen wir die Apfelbäume und folglich stellen wir uns die Bäume auch entsprechend vor.
Ich finde den Baum von Walter sehr interessant.
Grüße
Thommy
Wenn hier diskutiert wird, der Baum sehe nicht wie ein Apfelbaum aus, muß ich mich fragen, wie sieht denn ein natürlich gewachsener Apfelbaum aus.
Die meisten Apfelbäume (Streuobstwiesen, Gärten) sind sicher nicht in natürlicher Form gewachsen, sind als Hochstamm etc. aus verschiedenen Gründen gezüchtet worden. So sehen und kennen wir die Apfelbäume und folglich stellen wir uns die Bäume auch entsprechend vor.
Ich finde den Baum von Walter sehr interessant.
Grüße
Thommy
- Kränzle S.
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Es geht doch hier nicht um objektiv oder subjektiv oder sonstiges hochgestochen geschwollenes Gelaber sondern darum, dass Walter diesen Baum ins Forum schmeißt um irgendwelche Reaktionen zu erzielen......deswegen war auch meine erste Frage ob der Baum "fertig" ist. Ich denke der Walter hat diesen Baum genauso wie manche anderen die vor diesem waren oder noch folgen werden, ganz bewußt nur gezeigt um den noch ungewohnten Pfad dem Ziel ein wenig näher zu bringen. Mir gefällt nicht jedes Auto, aber wenn man öfter mal ein ungewohntes eher komisches Bild eines Autos sieht gewöhnt man sich eher an das was man eigentlich nicht mag...............und letztendlich akzeptiert man was, was man eigentlich nie gewollt hätte......

- Köhler Rudolf
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Hallo,
ich bin der Meinung, dass ein Apfelbaum nach einem Apfelbaum aussehen sollte und nicht nach einer geschniegelten Mädchenkiefer.
Von der Seite gefällt mir der Baum von Walter.
Das viele Bäume nach gleichem Muster gestaltet werden, gefällt mir persönlich nicht.
Ich bin jedoch der Meinung, dass der eine oder andere Ast noch weg könnte, oder? (Kann nur Walter beantworten)
Die Frage ist, was Walter haben möchte:
Einen alten gepflegten oder einen ungepflegten Apfelbaum.
Auf die Antwort bin ich gespannt.
Viele Grüße
Rudi K. :D :D :D
ich bin der Meinung, dass ein Apfelbaum nach einem Apfelbaum aussehen sollte und nicht nach einer geschniegelten Mädchenkiefer.
Von der Seite gefällt mir der Baum von Walter.
Das viele Bäume nach gleichem Muster gestaltet werden, gefällt mir persönlich nicht.
Ich bin jedoch der Meinung, dass der eine oder andere Ast noch weg könnte, oder? (Kann nur Walter beantworten)
Die Frage ist, was Walter haben möchte:
Einen alten gepflegten oder einen ungepflegten Apfelbaum.
Auf die Antwort bin ich gespannt.
Viele Grüße
Rudi K. :D :D :D
- Walter Pall
- Botschafter
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Jetzt muss ich mich outen, So hat der Apfelbaum ausgesehen, nachdem er das Alpinum verlassen hat. Trotz jahrelanger Erfahrung und massivem Gerät, wie Bauarbeiterpickel ist es mir nicht gelungen, mehr als diese Wurzeln aus den Steinen zu holen.
Das kann natürlich nichts werden. Nur so als Warnung.
Kleine oder eher grössere Schande. Sowas darf einfach nicht passieren.
Das kann natürlich nichts werden. Nur so als Warnung.
Kleine oder eher grössere Schande. Sowas darf einfach nicht passieren.
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Meine Beiträge und Bäume dürfen gerne kritsch beurteilt und diskutiert werden.
Aber bitte nicht unbedingt mit mir.
mit freundlichen Grüßen
Walter Pall
Aber bitte nicht unbedingt mit mir.
mit freundlichen Grüßen
Walter Pall
- Wolfgang
- Ehren-Autor
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- Registriert: 05.01.2004, 14:19
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Du bist nicht der ERSTE, dem so was passiert ist, Walter .........

Grüße! Wolfgang
http://www.yamadori-bonsai.info
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- Walter Pall
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Nun, dann beende ich das Spiel. 13 Monate nach dem Entsetzen sieht der Baum überall so aus. Für alle, die meinen, dass ein Apfelbaum so niemals überleben kann: was sind denn die komischen grünen Dinger an den Ästen?
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Meine Beiträge und Bäume dürfen gerne kritsch beurteilt und diskutiert werden.
Aber bitte nicht unbedingt mit mir.
mit freundlichen Grüßen
Walter Pall
Aber bitte nicht unbedingt mit mir.
mit freundlichen Grüßen
Walter Pall
wo wir grad beim thema apfel sind, ist es jemandem von euch auch mal passiert , das der baum im sommer plötzlich total verbrannte braune blätter bekommt ?
meiner hatte das letztes jahr , jetzt ist er wieder sehr gut ausgetrieben,aber ich frag mich immer noch was das wohl war, er stand in voller sonne wurde gut gedüngt und gegossen, trieb gesund aus,blühte gesund und plötzlich wird alles braun.....
auf dem bild erkennt man das etwas,komischerweise hingen die blätter auch nicht runter ,wie es bei wassermangel zu vermuten wäre.
meiner hatte das letztes jahr , jetzt ist er wieder sehr gut ausgetrieben,aber ich frag mich immer noch was das wohl war, er stand in voller sonne wurde gut gedüngt und gegossen, trieb gesund aus,blühte gesund und plötzlich wird alles braun.....
auf dem bild erkennt man das etwas,komischerweise hingen die blätter auch nicht runter ,wie es bei wassermangel zu vermuten wäre.
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