Ein Bonsai als Geschenk... Ups!

Der richtige Ort Bonsai (Baum in Schale mit gewisser Reife) vorzustellen und zu präsentieren. Der Threadersteller möge bitte im Eröffnungsthread darauf hinweisen wenn allgemeine Kommentare unerwünscht sind. Andernfalls stellt sicher, dass ihr etwaige fachliche Kritik durch die "DREI SIEBE" gesiebt habt!
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bonsaiheiner
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Re: Ein Bonsai als Geschenk... Ups!

Beitrag von bonsaiheiner »

Hallo Michael,

Hast Du Geduld?

Bevor Du Deine China-Ulme auf Daumeslänge kappst und eine Besenform anstrebst, schau doch mal hier:

http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... la#p267376

Ist mir spontan in den Sinn gekommen, als ich die fast immer anzutreffende ach so schnuckelige S-Form gesehen habe,
aber bitte nicht als Eigenlob verstehen, will Dir nur eine weitere, wenn auch zeitraubende, Möglichkeit aufzeigen.

Beste Grüsse,
Heiner
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migo
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Re: Ein Bonsai als Geschenk... Ups!

Beitrag von migo »

@Heiner
Deine durch Abmoosen gewonnene Ulme habe ich seinerzeit schon sehr bewundert. Ich fürchte allerdings, dass meine dafür an keiner Stelle eine vernünftige Ausgangsposition hergibt. Werde morgen mal versuchen, den Stamm genauer abzulichten. Jetzt wo sie kein Laub hat, wird das ganze Drama ersichtlich.
Zuletzt geändert von migo am 24.01.2011, 22:58, insgesamt 1-mal geändert.
Tschüüss, Michael

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bonsaiheiner
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Re: Ein Bonsai als Geschenk... Ups!

Beitrag von bonsaiheiner »

Hallo Michael,

so würde ich das nicht sehen!

Setze Deine Pflanze in einen grösseren Anzuchttopf, mäste sie ein paar Jahre lang, forme den aus der Konkavität wachsenden Ast links in der Zwischenzeit schon mal etwas nach oben, (den, der in der Gegend des 3. Stammknicks nach links wächst),
und Du wirst sehen: Da bildet sich ein ganz hoffnungsvoller Zweierstamm (nach Abmoosung unter dem 3. Stammknick) heran, mit dem Du weiterplanen kannst.
Die von Dir favorisierte Alternative wäre ja ein völlig neu aufzubauender Besen, der aber gleichfalls einige Jahre benötigt:
Als Beispiel dafür gestatte mir bitte, daß ich in Deinem Thread ein Bäumchen zeige, welches einen Stamm von Daumeslänge(!) besitzt, nur so als Inspiration..
Beide Lösungen führen weg von der üblen S-Form, die so häufig angeboten wird, wo man mit vordergründigen, billigen, vom Kommerz gesteuerten Effekten eine nicht wirklich attraktive Bonsaigestalt vortäuschen will. Beide Lösungen brauchen Jahre, bis die kritischen Augen sagen: "So jetzt bin ich annähernd zufrieden". Beim Besen stellt sich noch die Frage: "Was habe ich denn jetzt für einen Nebariansatz? Kann ich mit dem weiterarbeiten?" Die Zweierstammlösung nach Abmoosung, hat was! Ich würde sie nicht vorschnell verwerfen.

Beste Grüsse,
Heiner
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ca 7-8 Jahre in Pflege
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migo
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Re: Ein Bonsai als Geschenk... Ups!

Beitrag von migo »

@Heiner
Tolles Bäumchen, der Kleine - so hab ich mir das vorgestellt, selbst wenn es Jahre dauert.

Natürlich werde ich bei meinem zu allererst den Wurzelansatz anschauen.

Und jetzt bin ich mal gespannt, was ihr so zu den "Nacktaufnahmen" sagt. Vorab aber noch mal das schöne Herbstlaub.
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Tschüüss, Michael

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bonsaiheiner
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Re: Ein Bonsai als Geschenk... Ups!

Beitrag von bonsaiheiner »

Hallo Michael,

ich bin´s nochmal.
Wenn es überhaupt etwas positives über diese Ulme zu berichten gibt, dann ist es die Farbe des Herbstlaubes, sorry!
Also, die Ausgangslage bei Deiner Pflanze ist ziemlich bescheiden und enttäuschend. Mein oben geposteter Vorschlag lässt sich wohl nicht so ohne weiteres realisieren. Der nach unten abknickende Ast bei 3 kann nicht stimmig aufgerichtet werden. Die Schnittstelle bei 4 hat zu einer noch viele Jahre lang sichtbaren Verdickung geführt. Ich glaube jetzt nicht mehr daran, dass eine spätere Abmoosung bei 3 wirklich der beste Weg sein wird.

Wieviel Stamm steckt noch unter der Substratoberfläche? Kann man mit dem jetzt vorhandenen Wurzelansatz weiter arbeiten? Wenn die Pflanze aus einem Steckling stammt oder vielleicht sogar schon einmal abgemoost wurde, kannst Du vielleicht mit einem verwertbaren Wurzelansatz rechnen.
Das musst Du, wie Du ja schon gesagt hast, als erstes klären. Dann umtopfen in größeren Behälter, Wurzelansatz optimieren, mästen, den Stamm sich verdicken lassen und dann, so wie Du es geplant hast, fortfahren, wenn überhaupt...
Vielleicht kennt jemand einen anderen gangbaren Weg bei diesem ungünstigen, schwierigen Ausgangsmaterial.

Beste Grüsse,
Heiner
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ChSchulz
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Re: Ein Bonsai als Geschenk... Ups!

Beitrag von ChSchulz »

Also bei mir Sprühen die Gedanken förmlich. :)

Aus dem Material kann man langfristig alles machen. Selbst wenn du auf Daumenlänge abschneidest, kannst du aus dem Stummel machen was du willst. Bevor du das aber machst, plädiere ich auf Abmoosen (1) und diesen interessanten Abschnitt darüber als Mehrfachstamm nutzen.

Dann mach ich mit meiner Geschenk-Ulme gleich mit. Die hat nämlich immer noch einen besch *kotz* Wurzelansatz. ;)
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Re: Ein Bonsai als Geschenk... Ups!

Beitrag von migo »

Ja das Herbstlaub, wenn das nicht wäre... also ich habe alle Vorschläge gedanklich mal durchgespielt und mein Entschluss steht jetzt fest. Ich werde die Radikallösung nehmen, so wie ich es schon am Anfang angedacht hatte.
Drückt mal die Daumen, dass die kommenden Triebe auch an den richtigen Stellen erscheinen. Werde zu gegebener Zeit weiter berichten.
Tschüüss, Michael

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Re: Ein Bonsai als Geschenk... Ups!

Beitrag von migo »

*updated*
Es kam, wie es kommen musste...

Nachdem sie ja Mitte Januar begonnen hatte bei ca 5°C in meinem Kaltraum die Knospen anschwellen zu lassen, wurde einen Tag nach dem letzten Posting ausgetopft, gekappt, Nebari geordnet (könnte schlechter sein) und ab in den TPK.
Anfang März hatte der Stumpf neue Knospen aus schlafenden Augen angesetzt.
Heute noch eine schöne Entdeckung gemacht, es bilden sich Triebe, die direkt aus dem Wundkitt heraus schieben. :-D

Schätze mal, einer Besenform steht nichts mehr im Wege.
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Zuletzt geändert von migo am 04.03.2014, 14:25, insgesamt 1-mal geändert.
Tschüüss, Michael

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Re: Ein Bonsai als Geschenk... Ups!

Beitrag von migo »

...und wächst und wächst und...

im Juli die Triebe das erste mal etwas gekürzt,
Anfang Nov. schon wieder total lang.
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Zuletzt geändert von migo am 04.03.2014, 14:25, insgesamt 1-mal geändert.
Tschüüss, Michael

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Re: Ein Bonsai als Geschenk... Ups!

Beitrag von bonsaiheiner »

Na bitte, geht doch!

Gruss,
Heiner
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Totoro

Re: Ein Bonsai als Geschenk... Ups!

Beitrag von Totoro »

Hallo zusammen,

und dieses Bäumchen soll jetzt also gegenüber der Ausgangsgestaltung verbessert worden sein ? Die S-Form wird hier ja geradezu als Lästerung empfunden. Warum eigentlich ? Jede noch so individuelle naturalistische Gestaltung ist doch auch "erlaubt". Nur weil es die S-förmigen Supermarktbonsai in Massen gibt bedeutet das doch nicht das diese Form auch mal ganz nett sein kann. Nach etwa einem Jahrzehnt guter Pflege beginnen auch solche Bäume Reife in der Schale zu entwickeln. Sich zwanghaft auf Individualität und Einzigartigkeit seiner Bäume zu konzentrieren wirkt oft nur "uncool" und gezwungen.

Das soll jetzt nicht heißen das er aus dem "Stümpfchen" nicht auch einen Bonsai zaubern könnte. :)


Gruß

Dirk
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Re: Ein Bonsai als Geschenk... Ups!

Beitrag von Heike_vG »

S-Form und S-Form kann noch ein enormer Unterschied sein, Dirk. Niemand hat behauptet, dass sie nicht schön sein kann. Ich persönlich mag sie bei manchen Bäumen sehr, wenn sie schön angelegt ist und die Äste dazu passen. Leider ist das selten der Fall und die hässlichen S-Formen sind so in der Überzahlt, dass ich sie auch nicht mehr sehen kann.
Schlecht sieht sie in meinen Augen aus, wenn das S zu stark gebogen ist, übertrieben gestaucht und dabei künstlich und unharmonisch, z.B. über den Biegungen wieder ein gerader Stamm. Dann noch aufwärts angesetzte und mit einem Knick heruntergebogene Äste, die dann wieder gerade und viel zu dick sind, noch ein hässlicher Knubbel im Stamm - all das ist bei Michaels geschenktem Baum der Fall gewesen. In diesem Fall fand ich das Vorgehen genau richtig. Aus einer hässlichen S-Form kann noch eine schöne Besenform werden, sogar eine ganz klassische. Aber noch so viele Jahre Pflege und Reife machen keine schöne S-Form daraus.

Das hat nichts mit japanisch kontra naturalistisch zu tun, auch wenn Du das immer wieder gerne provokant und mit vielen negativen Begriffen hineinprojizieren möchtest. "Lästerung", "Zwanghaftigkeit", "uncool" und "gezwungen", das lässt ja reichlich Verkniffenheit auf Deiner Seite erahnen.
Ich sehe das alles überhaupt nicht so verbissen und die meisten Bonsaifreunde, die ich kenne, auch nicht.
Jeder Stil hat seine Berechtigung und schließt sich nicht gegenseitig aus. In meiner Sammlung z.B. findet sich beides.

LG, Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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Re: Ein Bonsai als Geschenk... Ups!

Beitrag von migo »

Vielen Dank für Dein klasse Statement, Heike!
Damit ist eigentlich alles gesagt.

@Dirk (Totoro)
Hast du dir mal meine Fotos 1- 4 (rote Zahlen im Bild) genauer angesehen? Was der "Hersteller" da dem Baum angetan hat, kann die Natur auch nicht in 50 Jahren wieder korrigieren. Sei mal ehrlich.
Tschüüss, Michael

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Re: Ein Bonsai als Geschenk... Ups!

Beitrag von MarionS »

Mir haben meine Kollegen mal eine Fukientee in S-Form verehrt. Fotos gibts keine...

Er durfte ein Jahr in artgerechter Haltung verbringen, also draußen bzw im Kalthaus und wurde dann, als er mich schlussendlich genug genervt hatte, noch mal ordentlich auf Vorrat getränkt und auf dem Sperrmüll "entsorgt".
Ihr kennt ja Sperrmüll - alle möglichen Leute flohen das auf die Straße gestellte Zeug und nehmen mit, was ihnen brauchbar erscheint - irgendsoein Glückspilz konnte dann halt ganz stolz einen echten Bonsai nach Haus tragen! :-D
Gruß,
MarionS

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Re: Ein Bonsai als Geschenk... Ups!

Beitrag von migo »

MarionS hat geschrieben:- irgendsoein Glückspilz konnte dann halt ganz stolz einen echten Bonsai nach Haus tragen! :-D
*lach* *lach*
Tschüüss, Michael

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