Bohrpfropfung bei Birke

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
Julian90
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Bohrpfropfung bei Birke

Beitrag von Julian90 »

Hallo,

ich habe hier eine kleine Birke stehen und für meinen Geschmack fehlt recht weit unten
ein Hauptast. Birken haben ja so ganz gute Rückknospung, aber da es einer der Hauptäste
werden soll (später), wollte ich mal fragen, ob man bei der Größe schon eine Bohrpfropfung
durchführen kann?

Wenn ja, ist im Frühjahr, kurz vor der Knospenöffnung der richtige Zeitpunkt?

Ich hab gesehen, dass man auch Zweige von anderen Birken nehmen kann, das würde ich
dann auch gerne tun! Die Rinde von dem Zweig wird ja nur an einer kleinen Stelle einge-
schnitten, wo er am Baum anwachsen soll, oder?

Was passiert, wenn ich ein Loch bohre, den neuen Zweig reinstecke und dieser z.B. nicht
"angenommen" wird oder abstirbt? Kann ich das Loch dann einfach nochmal frisch aufmachen
(Kambium erneut einritzen) und einen neuen Versuch starten?

Genug Fragen erstmal... noch ein Bild: Noch nicht wirklich doll, aber er ist ja auch noch
jung ;) Ich mag ihn trotzdem sehr.
IMG_6630.JPG
LG, Julian
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bock
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Re: Bohrpfropfung bei Birke

Beitrag von bock »

Julian90 hat geschrieben:...er ist ja auch noch
jung ;) Ich mag ihn trotzdem sehr.


LG, Julian
Moin Julian,
genau das ist der springende Punkt. Der anzubohrende Stamm macht noch nicht genügend jährlichen Zuwachs zum Bohrpfropfen, du riskierst Saftrückzug aus der Krone, weil du zuviel Splintholz verletzt.
Mein Vorschlag wäre: spanne die vier unteren Äste ab (etwa 60°), lasse sie ein, zwei Jahre wachsen, kürze weiter oben regelmässig auf 2 Blätter. In drei Jahren wirst du keinen unteren Ast mehr vermissen... ;)
liebe Grüße Andreas
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Re: Bohrpfropfung bei Birke

Beitrag von Heike_vG »

Wie ist denn der Durchmesser dieses Stämmchens? Das sieht so aus, als wäre es zu dünn, um eine Bohrpfropfung sinnvoll durchführen zu können.

LG, Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland
Julian90
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Re: Bohrpfropfung bei Birke

Beitrag von Julian90 »

Hallo,

der Stammdurchmesser beträgt gerade einmal 12mm.

Ich denke, ich werde im Frühling den Vorschlag von Andreas probieren. Wenn es mir in
ein paar Jahren immernoch nicht gefällt, dann kann ich ja doch mal eine Pfropfung versuchen.

Ab welchem Durchmesser würde es gefahrlos möglich sein?

Gruß, Julian
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Josef Knieke
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Re: Bohrpfropfung bei Birke

Beitrag von Josef Knieke »

Hallo Julian

stell deine Birke in einen übergroßen Topf oder ins Beet und lass sie dort ungehindert wachsen. Dann bekommt der Stamm eine entsprechende Dicke und wenn du Glück funktiobiert es auch mit Rückknospung!

Eine Bohrpfrofung würde ich in diesem Fall (noch) ablehnen!




Gruß

Josef
Zuletzt geändert von Josef Knieke am 11.01.2012, 12:06, insgesamt 1-mal geändert.
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camaju +
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Re: Bohrpfropfung bei Birke

Beitrag von camaju + »

Hallo Julian,,

dazu hat Josef einen tollen Beitrag geschrieben

http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... 52&t=27031

Ich habs zwar noch nicht probiert, könnte mir aber vorstellen, dass das Loch schon so groß sein muss, das du die Knospen heil durchbringst.

Von daher schließ ich mich mal Heike und Andreas an.
Gruß Jürgen *wink*

Wer nicht mit Pflanzen und Tieren kann, kann auch nicht mit Menschen.

Ich moderiere in blau, der Rest ist nur meine Meinung
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Urikawa
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Re: Bohrpfropfung bei Birke

Beitrag von Urikawa »

Eine Birke bohrpfropfen zu wollen is reine glückssache. Weil der Saftdruck dieser Baumart sehr gross ist gelingen nur 5 von 100 versuche. Wenn dabei kommt das man wenig erfahrung mit pfropfen ins algemein hat, ist davon abzuraten dis bei Birken ausführen zo wollen.
Wer bin ich das ich sagen darf wie man die Bonsaikunst erleben sollte.
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Bergi
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Re: Bohrpfropfung bei Birke

Beitrag von Bergi »

Hallo Julian,
das Foto ist zwar ziemlich grottig, aber es sieht so aus, als ob an der Stelle mit dem Pfeil sowieso eine Knospe sitzen würde...?
Wenn man den Baum stark zurückschneidet - eventuell nicht diese Jahr, weil er vielleicht noch zulegen soll, aber möglich wär's schon - dann treibt er aus so einer Knospe auf jeden Fall aus.
Gruß,
Stefan
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jonesbonsai
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Re: Bohrpfropfung bei Birke

Beitrag von jonesbonsai »

Und es gäbe auch noch die Möglichkeit des Kerbschnitts über dem Auge. Dies ist ein Sichelförmiger Einschnitt in die Rinde bis ins Kambium um den Saftfluss nach unten zu unterbrechen. So kann man den Austrieb eines schlafenden Auges begünstigen.

Gruß

Karsten
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Achim13
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Re: Bohrpfropfung bei Birke

Beitrag von Achim13 »

Hallo zusammen,

das mit dem Kerbschnitt würde ich lassen.

Es handelt sich bei dem Baum um eine Jungpflanze, die am Anfang ihrer Entwicklung steht und noch einiges an Zuwachs bekommen wird.

Warum denn jetzt schon sowas wie Bohrpfropfen und Kerbschnitt machen?

Beide Verfahren verletzen den Baum und können zu erheblichen Schäden an den Saftbahnen und zum Absterben ganzer Bereiche führen.

Wenn die Pflanze gut versorgt, gedüngt und gegossen wird, muss man sie mindestes 2 mal im Jahr pinzieren oder zurückschneiden und dabei die neuen Austriebe wieder in die richtige Richtung bringen.

Ich denke da wird es schon noch die Möglichkeit geben, ein paar Lücken am Baum zu schließen.


Gruß Achim *wink*
Julian90
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Re: Bohrpfropfung bei Birke

Beitrag von Julian90 »

Hi Achim,

so werde ich es machen, Birken wachsen ja wie Unkraut und 2 Jahre kann ich noch
warten :)

An Karsten: Trotzdem danke für die Info, wieder was dazugelernt!

LG, Julian
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Schanananinchen
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Re: Bohrpfropfung bei Birke

Beitrag von Schanananinchen »

Zur Bohrpfropfung allgemein: Was ist, wenn die Bohrpfropfung an für sich gut läuft, und es aber zu einer Wulstbildung an der Pfropfstelle kommt? Sollte dann der Ast auf der Durchsteckseite abgetrennt werden? Und wie könnte man diese Wulst einigermaßen "schönzaubern"?
-----------------Grüße, Janina--------------------
www.jart-bonsaischalen.de

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Urikawa
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Re: Bohrpfropfung bei Birke

Beitrag von Urikawa »

Wulstbildung an der Pfropfstelle
Deutet bei Birken immer darauf das der Ast absterben wird..

Im algemeinen ist es fragelich ob der Ast angewachsen ist wenn von Wulstbildung die rede ist. Schneiden oder solch eingriffen verschlimmern nur die sache. Sieht man solch etwas passieren sollte man gleich ein stück vom Innenreifen eines Rades verwenden. Die Wulst kann sich nicht nach aussenhin nicht entfalten.
Wer bin ich das ich sagen darf wie man die Bonsaikunst erleben sollte.
jonesbonsai
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Re: Bohrpfropfung bei Birke

Beitrag von jonesbonsai »

Hallo Janina,

diese Wulstbildung der Austrittsseite des neuen Astes hab ich auch bei einer Bohrpfropfung an einer Bergulme (siehe Foto). Was man im nachhinein machen kann, weiß ich auch nicht. Aber bei der nächsten Pfropfung werde ich das Bohrloch noch zusätzlich ansenken, so das ich hoffe der Wulst wird dann nicht mehr so ausgeprägt zu sehen sein.

Gruß

Karsten
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wulst.jpg
wulst.jpg (56.53 KiB) 2209 mal betrachtet
Zuletzt geändert von jonesbonsai am 16.01.2012, 11:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Josef Knieke
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Re: Bohrpfropfung bei Birke

Beitrag von Josef Knieke »

jonesbonsai hat geschrieben:Hallo Janina,

Aber bei der nächsten Pfropfung werde ich das Bohrloch noch zusätzlich ansenken, so das ich hoffe der Wulst wird dann nicht mehr so ausgeprägt zu sehen sein.

Gruß

Karsten
???????... hallo Karsten

wenn du den Rand der Bohrung ansenkst, beschädigst du die Kambiumschicht!! *nono*
Dadurch wird das Anwachsen beeinträchtigt oder gar verhindert! Arbeite sauber und genau, dann hast du keine Wulstbildung.

Gruß

Josef
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