celtis
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Kölnmichel
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celtis
Liebe Bonsaifreunde,
anbei möchte ich meinen Zürgelbaum (celtis sinensis) vorstellen. Den Baum habe ich vor über 20 Jahren privat für DM 250,-- erwoben. Er ist Ende der 70er Jahre nach Deutschland importiert worden. Es müßte sich also um ein Exemplar aus den Anfängen der Bonsaiszene in Deutschland handeln. Er wurde in Bonn über 10 Jahre in einer Wohnung gehalten, genauer gesagt im Schlafzimmer, dort allerdings von einem Gärtner regelmäßig gepflegt. Allerdings ist eine Schnittstelle nicht fachgerecht versorgt worden. Der Baum ist also durch die komplette Knolle durchgefault gewesen. Ich habe über sechs Wochen gekratzt, gepult, geschmiert und geschwitzt. Ich habe Drainagen gelegt, geflucht und mir fast einen Finger amputiert, das Messer ist mir entglitten. Das Ergebnis hat sich jedenfalls gelohnt. Es sind nur noch geringe Spuren von der Behandlung vorhanden. In ca. 10 Jahren sollte der Prozess abgeschlossen sein.
anbei möchte ich meinen Zürgelbaum (celtis sinensis) vorstellen. Den Baum habe ich vor über 20 Jahren privat für DM 250,-- erwoben. Er ist Ende der 70er Jahre nach Deutschland importiert worden. Es müßte sich also um ein Exemplar aus den Anfängen der Bonsaiszene in Deutschland handeln. Er wurde in Bonn über 10 Jahre in einer Wohnung gehalten, genauer gesagt im Schlafzimmer, dort allerdings von einem Gärtner regelmäßig gepflegt. Allerdings ist eine Schnittstelle nicht fachgerecht versorgt worden. Der Baum ist also durch die komplette Knolle durchgefault gewesen. Ich habe über sechs Wochen gekratzt, gepult, geschmiert und geschwitzt. Ich habe Drainagen gelegt, geflucht und mir fast einen Finger amputiert, das Messer ist mir entglitten. Das Ergebnis hat sich jedenfalls gelohnt. Es sind nur noch geringe Spuren von der Behandlung vorhanden. In ca. 10 Jahren sollte der Prozess abgeschlossen sein.
Zuletzt geändert von Kölnmichel am 28.01.2012, 16:18, insgesamt 1-mal geändert.
Re: celtis
Hallo Michel,
schönes Exemplar, Gratulation.
Wo ist denn die faule Stelle?
Gruß Norbert
schönes Exemplar, Gratulation.
Wo ist denn die faule Stelle?
Gruß Norbert
Re: celtis
Dieser Baum gefällt mir richtig gut!
Der hätte auch mal eine schöne Schale verdient.
LG, Heike
Der hätte auch mal eine schöne Schale verdient.
LG, Heike
- Josef Knieke
- BFF-Autor
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- Wohnort: Niedersachsen
Re: celtis
Hi interessantes Bäumchen!
Vllt. liegt es an der Zweidimensionalität der Bilder, aber m.E. stehen die beiden Hauptstämme ein wenig in Konkurrenz. Wenn sie nicht direkt auf einer Ebene stehen, sieht es live vermtl schon harmonischer aus.
Aus meiner Sicht könnte der linke Hauptast ein wenig weiter nach außen geformt werden und der mittlere Hauptast könnte in der Länge ein wenig eingekürzt werden.
Aber wie gesagt, auf Bildern sieht es immer etwas anders aus! Tolles Bäumchen!!
Gruß
Josef
Vllt. liegt es an der Zweidimensionalität der Bilder, aber m.E. stehen die beiden Hauptstämme ein wenig in Konkurrenz. Wenn sie nicht direkt auf einer Ebene stehen, sieht es live vermtl schon harmonischer aus.
Aus meiner Sicht könnte der linke Hauptast ein wenig weiter nach außen geformt werden und der mittlere Hauptast könnte in der Länge ein wenig eingekürzt werden.
Aber wie gesagt, auf Bildern sieht es immer etwas anders aus! Tolles Bäumchen!!
Gruß
Josef
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Kölnmichel
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Re: celtis
Ich hätte den Baum damals gerne oberhalb der Knolle gekappt. Aber folgender Umstand: die Knolle unter der Erde ist fast so groß wie der Kollenteil über der Erde. Der Baum ist ohne Schale fast so schwer, wie ein Kasten Wasser. Er musste also in einer gewissen Größe gestaltet werden. Das Problem sind halt die beiden geraden Äste, aber auch bei einer Einkürzung, die Äste bleiben halt immer noch gerade. Wie gesagt, es ist Altbestand Bonsaiszene, das hat damals niemanden interessiert. Zürgelbaum ist auch nicht einfach, ist kein Baum für Anfänger, nicht winterhart, muß in den Wintergarten, ist meistens zu Sylvester wieder grün, darf auf keinen Fall Spätfrost erhalten, Spätfrost tötet Celtis usw.
Re: celtis
Danke für die Informationen!
Dieser Baum ist auf jeden Fall ein Individuum, das man so nehmen kann und sollte, wie es ist.
Er muss nicht "fehlerfrei" sein, er ist ausdrucksvoll, schön und interessant! Die geraden Substämme stören mich gar nicht.
Liebe Grüße,
Heike
Dieser Baum ist auf jeden Fall ein Individuum, das man so nehmen kann und sollte, wie es ist.
Er muss nicht "fehlerfrei" sein, er ist ausdrucksvoll, schön und interessant! Die geraden Substämme stören mich gar nicht.
Liebe Grüße,
Heike
- heinz leitner
- Beiträge: 1029
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Re: celtis
Hallo MichelKölnmichel hat geschrieben: Zürgelbaum ist auch nicht einfach, ist kein Baum für Anfänger, nicht winterhart, muß in den Wintergarten, ist meistens zu Sylvester wieder grün,
Also ich habe da andere Erfahrungen.
Meine Celtis steht kalt (jetzt ohne Blätter)neben den Oliven und Ahörnern und ist völlig problemlos.
Du hast da einen schönen Baum.
Was mich nur wundert ist ,das du sehr wenig Feinverzweigung hast.
Da müsste nach 20 Jahren mehr da sein.
Gruss Heinz
Re: celtis
Hallo Michel,
ich muss mich Heinz anschliessen. Ich habe einen Celtis Shohin nun fast 15 Jahre,
Ich behandele in wie jeden anderen Outdoor auch, er steht jetzt im Kalthaus und ist völlig kahl über Winter
Was etwas problematisch ist, man darf jetzt im Winter die Äste nicht biegen, sonst brechen sie wie Glas.
Der Baum hat in den 15 Jahren einen super Wurzelansatz bekommen und ist in Besenform fein verzweigt
Du solltest Ihn gut düngen und nicht nach dem ersten Austrieb pinzieren sondern ihn wachsen lassen und
dann wieder zurücknehmen, so wie es Walter Pall hier bei der Pflege seiner Ahorn beschrieben hat.
Dann wirst Du auch mehr Feinverzweigung im laufe der Jahre erhalten. Ich denke deine zu warme Überwinterung schwächt den Baum mehr als das sie ihn schützt. Mit den Spätfrösten hast Du recht, aber da muss man bei allen feinverzweigten Bäumen aufpassen, sonst verliert man Äste. Ein einfacher leichter Vliesstoff über den Baum gelegt verhindert bei leichtem Spätfrost, auf einfachste Weise diese Schäden.
Lieber Gruss
Holger
ich muss mich Heinz anschliessen. Ich habe einen Celtis Shohin nun fast 15 Jahre,
Ich behandele in wie jeden anderen Outdoor auch, er steht jetzt im Kalthaus und ist völlig kahl über Winter
Was etwas problematisch ist, man darf jetzt im Winter die Äste nicht biegen, sonst brechen sie wie Glas.
Der Baum hat in den 15 Jahren einen super Wurzelansatz bekommen und ist in Besenform fein verzweigt
Du solltest Ihn gut düngen und nicht nach dem ersten Austrieb pinzieren sondern ihn wachsen lassen und
dann wieder zurücknehmen, so wie es Walter Pall hier bei der Pflege seiner Ahorn beschrieben hat.
Dann wirst Du auch mehr Feinverzweigung im laufe der Jahre erhalten. Ich denke deine zu warme Überwinterung schwächt den Baum mehr als das sie ihn schützt. Mit den Spätfrösten hast Du recht, aber da muss man bei allen feinverzweigten Bäumen aufpassen, sonst verliert man Äste. Ein einfacher leichter Vliesstoff über den Baum gelegt verhindert bei leichtem Spätfrost, auf einfachste Weise diese Schäden.
Lieber Gruss
Holger
Nichts kann den Menschen mehr stärken,
als das Vertrauen, das man ihm entgegenbringt.
Paul Claudel
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Kölnmichel
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- Registriert: 23.06.2011, 21:30
Re: celtis
An der Sache mit der Überwinterung könnte etwas dran sein. Wahrscheinlich wird der Baum von mir zu viel gepampert. Der Baum stand bis vor 2 Wochen draußen, die Knospen begannen aber anzuschwellen, und grün zu werden. Ich habe daraufhin umgetopft, mit Wurzelschnitt, und das Teil in den Witergarten geschleppt. Ich schätze, daß der Baum in 2 Wochen schon grün sein wird, wie seit 20 Jahren. Ich pinziere nicht, ich lasse bis auf ca. 30 cm durchtreiben, dann Blattschnitt, und anschließend (nach den Eisheiligen) nach draußen. Dann kommt noch ein zweiter Austrieb, deshalb auch die fehlende Feinverzweigung. Der Baum wird auch einfach zu groß, wenn er noch eine ordentliche Verzweigung bekommt. Er muß ja irgendie noch durch die Tür
Re: celtis
Hallo Michel,
wenn bei deinem Baum die Knospen so früh schwellen hat er zu warm und zu hell gestanden.
Laubbäume ohne Laub kannst Du getrost mindestens 2 Monate kalt und dunkel stellen, dann schwellen auch
die Knospen nicht. Nun hast Du Ihn viel zu früh umgetopft, Ruhezeit hat der Baum damit gar nicht.
Jetzt steht er auch noch warm im Wintergarten und schiebt seine Kraft weiter in die Knospen, ohne das sich neue
Wurzeln gebildet haben ... das wird den Baum weiter auszehren ... rausstellen kannst Du Ihn nicht, denn
selbst leichter Frost wäre jetzt der sichere Tod. Du musst Dir einfach für die Zukunft Gedanken machen wie
Du diesen Baum besser über den Winter bringst. Vielleicht gibt es eine frostfreie Unterstellmöglichkeit bei einer Baumschule, einem Bonsaihändler etc. Er steht bei Dir viel zu warm, wenn er vor den Eisheiligen schon
30 cm durchgetrieben hat, das hat er normalerweise Mitte Ende Juni, je nach Witterung. Zurückschneiden und
Blattschnitt ist auch zuviel des Guten ... Bitte nicht böse sein, aber Du kannst froh sein das es so ein grosser
robuster Baum ist, einen Shohin hättest Du mit deinen Methoden schon gen Himmel geschickt.
Ich kann Dir nur empfehlen das Du dich einem Arbeistkreis oder anderen Bonsaifreunden anschliesst.
Austausch von Erfahrungen und Hilfe das ist das was du da erhalten kannst und was Du auch benötigst.
Viele Grüsse
Holger
wenn bei deinem Baum die Knospen so früh schwellen hat er zu warm und zu hell gestanden.
Laubbäume ohne Laub kannst Du getrost mindestens 2 Monate kalt und dunkel stellen, dann schwellen auch
die Knospen nicht. Nun hast Du Ihn viel zu früh umgetopft, Ruhezeit hat der Baum damit gar nicht.
Jetzt steht er auch noch warm im Wintergarten und schiebt seine Kraft weiter in die Knospen, ohne das sich neue
Wurzeln gebildet haben ... das wird den Baum weiter auszehren ... rausstellen kannst Du Ihn nicht, denn
selbst leichter Frost wäre jetzt der sichere Tod. Du musst Dir einfach für die Zukunft Gedanken machen wie
Du diesen Baum besser über den Winter bringst. Vielleicht gibt es eine frostfreie Unterstellmöglichkeit bei einer Baumschule, einem Bonsaihändler etc. Er steht bei Dir viel zu warm, wenn er vor den Eisheiligen schon
30 cm durchgetrieben hat, das hat er normalerweise Mitte Ende Juni, je nach Witterung. Zurückschneiden und
Blattschnitt ist auch zuviel des Guten ... Bitte nicht böse sein, aber Du kannst froh sein das es so ein grosser
robuster Baum ist, einen Shohin hättest Du mit deinen Methoden schon gen Himmel geschickt.
Ich kann Dir nur empfehlen das Du dich einem Arbeistkreis oder anderen Bonsaifreunden anschliesst.
Austausch von Erfahrungen und Hilfe das ist das was du da erhalten kannst und was Du auch benötigst.
Viele Grüsse
Holger
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als das Vertrauen, das man ihm entgegenbringt.
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Kölnmichel
- Beiträge: 26
- Registriert: 23.06.2011, 21:30
Re: celtis
Wie gesagt stand der Baum draußen, in Köln hatten wir Tagestemperaturen um die 10 Grad. Bei dieser Temperatur treibt Celtis einfach aus.
Der Baum würde auch jetzt draußen austreiben, deshalb ist er von mir auch gepöttet worden, und wird frostfrei eingestellt. Ich habe diesen speziellen Baum, welcher die Prozedur seit 30 Jahren kennt, auch schon im März umgetopft, er verträgt es nicht, da sich der Jahreszyklus bei diesem Baum bereits verschoben hat, auch ein jährlicher Blattschnitt ist kein Problem. Falls kein Blattschnitt erfolgt, bekommt der Baum Sonnenbrand, dann ist er fertig. Im Kölner Klima ist keine andere Verfahrensweise möglich, da hilft auch kein "Bonsaifreund", kein Arbeitskreis, und auch kein "Jodel-Diplom" als Bonsai Gestalter. Ich bin mir ganz sicher: Falls ich in 20 Jahren noch lebe, was eher unwahrscheinlich ist, der Baum lebt immer noch. Jetzt bin ich müde, muß ins Bett, schneide noch die Nägel, topfe die Füße, bzw. die Socken um.
Gute Nacht!
Der Baum würde auch jetzt draußen austreiben, deshalb ist er von mir auch gepöttet worden, und wird frostfrei eingestellt. Ich habe diesen speziellen Baum, welcher die Prozedur seit 30 Jahren kennt, auch schon im März umgetopft, er verträgt es nicht, da sich der Jahreszyklus bei diesem Baum bereits verschoben hat, auch ein jährlicher Blattschnitt ist kein Problem. Falls kein Blattschnitt erfolgt, bekommt der Baum Sonnenbrand, dann ist er fertig. Im Kölner Klima ist keine andere Verfahrensweise möglich, da hilft auch kein "Bonsaifreund", kein Arbeitskreis, und auch kein "Jodel-Diplom" als Bonsai Gestalter. Ich bin mir ganz sicher: Falls ich in 20 Jahren noch lebe, was eher unwahrscheinlich ist, der Baum lebt immer noch. Jetzt bin ich müde, muß ins Bett, schneide noch die Nägel, topfe die Füße, bzw. die Socken um.
Gute Nacht!
Re: celtis
Denkst Du ich habe in der Nähe der Bergstraße in Südhessen eine andere Temperatur ?
... und anstatt den Baum mit Blattschnitt weiter zu schwächen, wäre einfach ein Standortwechsel oder ein Schattierungsnetz die bessere Alternative, aber ich geb es jetzt auf ... der Baum wird wenn er denn die nächsten Jahre überlebt, nicht viel anders aussehen wie heute ...
Viele Grüsse
Holger
... und anstatt den Baum mit Blattschnitt weiter zu schwächen, wäre einfach ein Standortwechsel oder ein Schattierungsnetz die bessere Alternative, aber ich geb es jetzt auf ... der Baum wird wenn er denn die nächsten Jahre überlebt, nicht viel anders aussehen wie heute ...
Viele Grüsse
Holger
Zuletzt geändert von Odoridori am 23.01.2012, 21:21, insgesamt 1-mal geändert.
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- heinz leitner
- Beiträge: 1029
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- Wohnort: Wien
Re: celtis
Hallo
Das ist mein Zürgelbaum.
Da gibt es momentan kein Wachstum...
Gruss Heinz
Das ist mein Zürgelbaum.
Da gibt es momentan kein Wachstum...
Gruss Heinz
Re: celtis
Sehr schönes Exemplar, Heinz! 
- heinz leitner
- Beiträge: 1029
- Registriert: 05.04.2006, 19:21
- Wohnort: Wien
Re: celtis
Danke HeikeHeike_vG hat geschrieben:Sehr schönes Exemplar, Heinz!
Entschuldige die schmutzige Schale
Gruss Heinz
