wieder einmal habe ich eine Lärche, die ich euch gerne zeigen möchte.
Während eines Spazierganges, im Jahre 2010, durch den nahe gelegenen Wald entdeckte ich die, am Hang mit dem Leben und nach Licht kämpfende Lärche. Ich betrachtete sie mir mal aus der Nähe und sah dann einen, für mich interessanten Stamm. Dieser, so scheint es, brach vor einigen Jahren durch irgend welche fraglichen Einflüsse ab, sodas sich nun ein Nebenast als Hauptast weiter entwickelte. Auch war zu erkennen das der eigentliche Hauptstamm abgestorben war sodas nun eine Überwallung des toten Bereichs einsetzte.
Aus den überwallenden Bereich schaute noch ein Teil des alten Kernholzes raus, welches schon am verroten war und durch die Umwelteinflüse ausgebleicht war.
Nach der erstandenen Erlaubnis die Pflanze mit nach Hause nehmen zu dürfen, machte ich mich so gleich ans Werk und war so Vorsichtig das sich das Ausgraben über eine ganze Weile hinzog - sie war schließlich meine aller erste Lärche
Zu Hause angekommen bekam sie für den relativ gut ausgeprägten und Stammnahen Wurzelbereich einen passenden Topf. Ich nahm für den kleinen Schützling eine Blähton-/Torfmischung und stellte sie erst einmal für einige Zeit in eine Geschützte Ecke.
Ich wartete und drehte Däumchen, ging jeden Tag zu ihr und hoffte auf den noch ausstehenden Austrieb. Dann eines Tages war es endlich soweit, ich freute mich wie ein kleines Kind.
Das ganze Jahr über konnte ich, Gott sei Dank, keine braunen Nadeln oder andere Schäden feststellen. Nach einiger Zeit begann ich dann auch mit dem Düngen und die Pflanze dankte es mir, wenn auch nur sehr mager mit einem 3 cm langen Langtrieb. Dieser kurze Trieb wies aber komischerweise nicht die schöne hellgrüne Färbung auf die sie sonst haben. Eher einen dunkel Grünen touch. Ich wunderte mich zwar, aber verbuchte dies als "Ausgrabstress".
Das Jahr verging und ich zermaterte mir den Kopf und suchte in Foren nach Lösungen wo ich denn die Pflanze am besten Überwintern lassen kann.
Nach vielen verschiedenen Lösungen entschied ich mich sie in ein mühsam ausgegrabens Loch zu setzen. Der Standort allerdings erwies sich nicht als Perfekt, da sie dort auch im Winter Sonne abbekam.
So begann ein erneutes Bangen und Hoffen ob sie denn im kommenden Jahr (2011) wieder aus ihrem Schönheitsschlaf erwacht. Der Winter verstrich und die Zeit des Neuaustriebes kam...
Und tatsächlich, die Knospen wurden Grün und ich sprang im Dreieck, Viereck und anderen geometrischen Formen...
Ich holte sie aus ihrem Wintergrab raus, säuberte sie und stellte sie an ein neuen, Wingesschützen aber sonnigen Platz.
Der Austrieb der im vergangen Jahr so sparsam war, übertraff in dem neuen Jahr meine Erwartungen. Ich schnitt der Pflanze zwar ein paar gakelige Äste weg, aber das schien sie nicht weiter zu stören.
Im gesamten Jahr 2011 ließ ich die Lärche in ruhe, düngte sie und arbeitete ein klein wenig am ausgehöhlten Stamm. Die langen Neutriebe schossen quasi überall aus ihr raus, sodass sie nach kurzer Zeit wie ein Bodendecker aussah.
Nun ist es bald wieder soweit, der Winter entfernt sich nach und nach und macht wieder - hoffentlich - Platz für den Frühling. In diesem Jahr (2012) wird die Lärche Grundgestaltet und evtl. in einen für sie entsprechende Schale gesetzt.
Die Pflanze selbst ist zwar kein jahrzehnte alter Gebirgsyamadori und besitzt nur einen dünnen Stamm, dennoch, da sie meine aller erste Lärche war, ist sie mir durch den vielen "Kopfstress" den sie mir in den wenigen Jahren bereitete ans Herz gewachsen und finde das aus ihr mal etwas tolles werden kann.
Ich würde mich freuen wenn sich noch andere finden die ihre Geschichten wie sie zu ihren Pflanzen gekommen sind erzählen wollen. Die Idee für so etwas kam mir beim lesen von einigen Beiträgen von Herbert A. (sry, deinen Nachnamen weiß ich leider nicht
Ich hoffe daher auf viele schöne Beiträge von euch.
Viele Grüße
