Guten Abend miteinander,
ich spiele schon längere Zeit mit dem Gedanken für meine Bäume (einheimische Gehölze) ein Gewächshaus zu kaufen. Der Grund ist folgender: Da wir hier in Deutschland eher ein kühles und nasses Klima haben, ist auch die Wachstumsperiode der Bäume nicht allzu lange (Ende April - Mitte Oktober). Mit einem Treibhaus könnte man aber doch diese Vegetationsphase künstlich verlängern, da höhere Temperaturen herrschen würden. Die Bäume würden also länger und u. U. schneller wachsen.
Ich bin mir aber nicht sicher, ob unser einheimischen Gehölze (Buchen, EIchen, Fichten, Apfel, ...) dafür geeignet wären, d.h. ob die höheren Temperaturen am Ende vielleicht sogar schädlich sind!
Hat jemand von Euch Erfahrung in dieser Angelegenheit oder kennt sich mit solch spezifischen Fragen aus??
BIn für JEDE Antwort dankbar!!
Tschüss
Bonsai im Gewächshaus
- Kurt Gagel
- Beiträge: 340
- Registriert: 06.01.2004, 12:11
- Wohnort: Michelau
- Kontaktdaten:
Hallo Kurt,
für den Winter würde ich das Gewächshaus sowieso nicht hernehmen. Mir geht es mehr darum den Austrieb im Frühling zu beschleunigen und etwas zu verfrühen. Da ich in einer Region wohne wo sich das mit dem Frühling schon mal ne ganze Zeit hinziehen kann (anders wie z.B. im Breisgau, Rheinebene,...) wäre mir so ein Treibhaus schon ganz recht.
für den Winter würde ich das Gewächshaus sowieso nicht hernehmen. Mir geht es mehr darum den Austrieb im Frühling zu beschleunigen und etwas zu verfrühen. Da ich in einer Region wohne wo sich das mit dem Frühling schon mal ne ganze Zeit hinziehen kann (anders wie z.B. im Breisgau, Rheinebene,...) wäre mir so ein Treibhaus schon ganz recht.
Hallo Bäuml,
klar geht das mit dem Gewächshaus. Die speziellen Bedingungen in einem Gewächshaus musst Du halt rausfinden, am Ende aber ist das nicht schwieriger als ohne.
Ich kenne eine bekannte Münchner Bonsaiistin, die nutzt ihr Gewächshaus seit Jahren mit großem Erfolg. Sie hat übrigens alle der von Dir oben genannten Pflanzenarten und noch etliche mehr.
klar geht das mit dem Gewächshaus. Die speziellen Bedingungen in einem Gewächshaus musst Du halt rausfinden, am Ende aber ist das nicht schwieriger als ohne.
Ich kenne eine bekannte Münchner Bonsaiistin, die nutzt ihr Gewächshaus seit Jahren mit großem Erfolg. Sie hat übrigens alle der von Dir oben genannten Pflanzenarten und noch etliche mehr.
Grüße aus dem sonnigen Baden
Gary
Arbeitskreis Karlsruhe im BCD
Gary
Arbeitskreis Karlsruhe im BCD
HI Bäuml,
mir liegen diesbezüglich zwar keine Erfahrungen vor, doch würde ich von so einem Vorhaben abraten. Ich könnte mir vorstellen, dass die Pflanzen pro Jahr vielleicht tatsächlich mehr Zuwachs zeigten, andererseits aber auch Schädlings- und Krankheitsanfälliger werden könnten.
Physiologisch haben sich einheimische Gehölze auf hiesige Klimata angepaßt. Über die Veränderung einzelner abiotischer Faktoren (hier vor allem Temperatur) aber Beibehaltung anderer (wie Licht) wirst du möglicher Weise ein nicht arttypisches Wachstum forcieren. Mit anderen Worten: Wenn du im Frühjahr die Temperatur erhöhst, dann musst du parallel auch die Belichtungszeit künstlich verlängern, ansonsten etioliert (vergeilt) dir die Pflanze. Das Resultat wären dann lange Internodien, was, je nach Entwicklungsstadium des Bonsais entweder egal ist (Aufbau eines dicken Stammes) oder unerwünscht (Aufbau einer feinen Verzweigung).
Gleiches gilt für den Herbst. Auch hier wirst du bei künstlich verlängerter Vegetationsperiode die Physiologie des Baumes nur dann ausgeglichen halten, wenn du neben der Temperaturerhöhung auch die Belichtungsphasen künstlich länger hälst.
Aber Versuch macht kluch!
mir liegen diesbezüglich zwar keine Erfahrungen vor, doch würde ich von so einem Vorhaben abraten. Ich könnte mir vorstellen, dass die Pflanzen pro Jahr vielleicht tatsächlich mehr Zuwachs zeigten, andererseits aber auch Schädlings- und Krankheitsanfälliger werden könnten.
Physiologisch haben sich einheimische Gehölze auf hiesige Klimata angepaßt. Über die Veränderung einzelner abiotischer Faktoren (hier vor allem Temperatur) aber Beibehaltung anderer (wie Licht) wirst du möglicher Weise ein nicht arttypisches Wachstum forcieren. Mit anderen Worten: Wenn du im Frühjahr die Temperatur erhöhst, dann musst du parallel auch die Belichtungszeit künstlich verlängern, ansonsten etioliert (vergeilt) dir die Pflanze. Das Resultat wären dann lange Internodien, was, je nach Entwicklungsstadium des Bonsais entweder egal ist (Aufbau eines dicken Stammes) oder unerwünscht (Aufbau einer feinen Verzweigung).
Gleiches gilt für den Herbst. Auch hier wirst du bei künstlich verlängerter Vegetationsperiode die Physiologie des Baumes nur dann ausgeglichen halten, wenn du neben der Temperaturerhöhung auch die Belichtungsphasen künstlich länger hälst.
Aber Versuch macht kluch!



- Wolfgang
- Ehren-Autor
- Beiträge: 9765
- Registriert: 05.01.2004, 14:19
- Wohnort: Oberösterreich
- Kontaktdaten:
In diesem Fall
würde ich Ulf recht geben und dazu raten, von einer solchen Kultivierung eher Abstand zu nehmen ....... 
Grüße! Wolfgang
http://www.yamadori-bonsai.info
http://www.yamadori-bonsai.info
