Hallo, Ihr Lieben,
es freut mich, dass die neue Überarbeitung bei Euch auch so gut ankommt!
Dieser Baum liegt mir besonders am Herzen, schließlich habe ich ihn vor 20 Jahren selbst gefunden, eigenhändig ausgegraben und all die Jahre gepflegt und begleitet.
Als ich vor einigen Jahren erstmals mit Othmar an dieser Kiefer wichtige Weichen für die Gestaltung gestellt habe, hatte ich das gute Gefühl, dass er derjenige ist, mit dem ich das auch gerne weiter vorantreiben wollte. Dass ich jetzt die Gelegenheit dazu hatte, war eine große Freude und ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis.
abardo hat geschrieben:Darf ich mir ein Foto bei dir zu Hause im Fotostudio wünschen ? Mit der Kamera im richtigen Winkel und in der richtigen Höhe ?
Ja, gerne. Das letzte Bild war im Abendlicht mal schnell vor Werners Werkstattwand geknipst und wahrlich nicht so toll.
Norbert_S hat geschrieben:Es ist für mich sehr erstaunlich gewesen, wie mit so wenig Astwerk so viel mehr Baum entstehen konnte.
Das ging mir ähnlich. Ich denke das eh oft, wenn ein Profi einen Baum ausgeschnitten hat und vor dem Drahten kaum noch etwas vorhanden zu sein scheint. Nach dem Drahten und Stellen fragt man sich dann, wo auf einmal eine vollständige, dreidimensionale Baumkrone hergekommen ist.
abardo hat geschrieben:ist ja nicht weniger Astwerk als vorher, nur weniger Laub und die Äste deutlich dynamischer gestellt.
Frank, da täuschst Du Dich tatsächlich ein wenig. Es sind nicht nur Nadeln, sondern auch eine ganze Menge Äste und Zweige gefallen!
Aber das dynamischere und doch harmonische Stellen und Formen der Äste und Zweige macht den großen Unterschied.
abardo hat geschrieben:Bei einem Literaten empfinde ich die Sicht auf die Äste und Zweige wesentlich entscheidender als bei anderen Gestaltungen.
Das ist wohl wahr! Und deswegen ist die Gestaltung von Literaten auch so anspruchsvoll. Man hat nur wenige Äste und Zweige und die müssen wirklich stimmig und ausdrucksvoll sein.
Als wir den Baum und das Vorgehen im WS besprochen und erste Äste und größere Zweige beschnitten hatten, trug mir Othmar auf, die Hauptäste und dickeren Zweige zu drahten. Als er dann das nächste Mal wieder vorbei kam, schaute er mit gerunzelter Stirn auf den Baum, guckte dann mich missbilligend an und sagte: "Drahtest du mit Aluminium?? Hast du kein Kupfer da?" und ich musste einräumen, dass ich nur ganz dünnen Kupferdraht hatte, für Feinheiten an Shohin.
Othmar meinte, bestimmt könnte mir einer der Kameraden aushelfen. "Jetzt mach das mal alles wieder raus. Und in Zukunft drahtest du Nadelbäume immer mit Kupfer. Ich drahte teilweise auch Laubbäume mit Kupfer, wenn ich die Drähte mit Floristenband umwickle. Der Draht ist dünner und hält stärker."
Also schnitt ich alles wieder raus und fing von vorne an mit dem Drahten. Mit dem Kupferdraht, den René mir freundlicherweise zur Verfügung stellte, kam ich spontan ziemlich gut klar, zumal ich keine wirklich großen Stärken brauchte. Aber es ist schon klar, dass man bei Kupfer fast nichts korrigieren kann, wenn die jeweilige Windung nicht beim ersten Versuch richtig sitzt.
Nun werde ich mich also auf der nächsten Noelanders Trophy ausreichend mit Kupferdraht in den gängigen Stärken ausstatten...
Beim nächsten Umtopfen werde ich zusehen, dass der Baum möglichst in die Mitte der Schale gepflanzt wird, was beim letzten Umtopfen wegen starker Wurzeln, an denen ein Großteil der feinen Wurzeln saßen, noch nicht ohne großes Risiko möglich war.
Da der unterste Stammbereich noch immer ein wenig dünner ist und weniger große Borkenschuppen hat, werde ich im nächsten Frühjahr noch einmal Löchlein pieksen. Wir haben im darüberliegenden Bereich, der besonders dick erschien und stark abstehende Borkenschuppen hatte, einen Teil dieser Schuppen entfernt, um die Dicke des Stamms optisch ein wenig auszugleichen.
2018 hoffe ich den Literaten auf einer größeren Ausstellung zeigen zu können. Othmar meinte, das wäre nicht unrealistisch, der Baum würde jetzt reif werden.
Liebe Grüße,
Heike
Liebe Grüße,
Heike