Mal 'ne Larix gedreht ...

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
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avicenna
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Mal 'ne Larix gedreht ...

Beitrag von avicenna »

Diese Larix steht schon seit einigen Jahren im Topf. Das Nebari ist recht ansehnlich, der untere Stammschwung war ok, jedoch im oberen Drittel war sie seht gerade gewachsen und durch eine Änderung des Standwinkels war nicht viel zu holen. Daher hatte ich im letzten Jahr im oberen Bereich einen shari angelegt aber der allein hat den geraden Verlauf auch nicht entkräftigt. Also aufs Ganze gehen ... den gesamtem Stamm mit der Makita ausgehöhlt und drei ca. fingerdicke Lebenslinien stehn lassen um diese im Anschluß in sich drehen zu können. Das Ganze dann noch mit einer Verbeugunbg nach vorn versehen und gut wars. Mal schauen wie sich im nächsten Jahr die Wunden schließen und umwallt.

saludos
avicenna
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avicenna
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Re: Mal 'ne Larix gedreht ...

Beitrag von avicenna »

...
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Dirk Dabringhausen
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Re: Mal 'ne Larix gedreht ...

Beitrag von Dirk Dabringhausen »

Hallo Avicenna,

Beim Betrachten Deiner Bilder stelle ich mir immer wieder die selbe Frage: "Warum?" *kopfkratz*

Ich stehe eigentlich auf dem Standpunkt, man sollte die Bäume entsprechend ihres Potentials gestalten und diese Lärche hatte etwas herrliches ruhiges, mit ganz wenigen minimalen ruhigen Bewegungen und einem schmalen Stamm. Das wäre bestimmt ein super Literat geworden.
Die Verletzungen, die Du ihm beigefügt hast, spiegeln etwas sehr dramatisches wieder. Die neuen Bewegungen jedoch nicht. Somit hast Du keine Harmonie gewonnen.
Wenn einem die Bäume nicht zusagen, die man im Garten stehen hat, oder man keinen Zugang zu ihnen findet, dann kann man sie doch vielleicht tauschen oder verkaufen.

Nichts desto trotz wünsche ich Dir viel Erfolg mit dem Baum und hoffe, dass er das alles gut übersteht.

LG, Dirk
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avicenna
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Re: Mal 'ne Larix gedreht ...

Beitrag von avicenna »

Hallo Dirk,
vielen Dank für deinen Kommentar. Ich hab leider versäumt ein Bild vom Ausgangszustand zu machen. Für einen Literaten war der Stammschwung, wie oben gesagt, nur im unteren Anteil lieblich und ansehnlich. Im oberen Teil war er einfach stumpf gerade und ohne jegliche Dynamik. Diese Aktion jetzt hat durch das Aushöhlen und Verdrehen erst den jetzigen Schwung gebracht. Im Weiteren wird der oberste Anteil im nächsten Jahr ebenso behandelt, weiter ausgehöhlt, um die Spitze weiter zu verdrehen und wieder aufzurichten. Das ich dabei Schäden gesetzt habe nehme ich zunächst in Kauf, denke aber, dass diese sehr marginal sein werden. Lediglich die Kernholzbereiche sind ausgecarvt worden und das lebende Leitgewebe ist unverletzt. Lärchen stecken solche Aktionen in der Regel bei vitalem Wachstum gut weg und umwallen sehr schnell. Also gehe ich von einer guten Heilung aus.

Und das mit dem Zugang zum Baum ... eben gerade dieser hat sich nach langem Weg bei mir in dieser Form herausgebildet. :) Liebliche Literaten mit einer sich wenig verjüngenden oberen Stammpartie, die sich darüberhinaus noch stumpf gerade emporschieb, lassen in meiner Sichtweise nur diesen Zugang zu :)

saludos
avicenna
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weeijk
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Re: Mal 'ne Larix gedreht ...

Beitrag von weeijk »

Kannst du mal nen Bild ohne Nadeln reinstellen, dann ist besser zu beurteilen wohin deine Weg gehen soll und warum du Den verfolgst.
Wie Dirk, bin ich auch nicht so Charmiert von verletzen um was zu stande zu bringen, aber wir werden sehen.

mfG Wessel
Jeder Baum könnte ein Bonsai sein, aber nur einige werden es.
MrBigWednesday
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Re: Mal 'ne Larix gedreht ...

Beitrag von MrBigWednesday »

die rein handwerkliche/technische umsetzung gefällt mir. gestalterisch finde ich jedoch hast du nichts natürlich wirkendes geschaffen. ich glaube ich nicht, dass diese drehung in 10 jahren natürlich wirken wird. dies sei aber dahingestellt.
da hast du weniger zugang zum baum gefunden als zugang in der ausreizung mit dem überlebenswillen der lärche.
aber ich bin dennoch auf die entwicklung gespannt.
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Anja M.
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Re: Mal 'ne Larix gedreht ...

Beitrag von Anja M. »

Ich denke gerade noch einen Schritt weiter, wenn schon so radikal, warum nicht irgendwie auch mit etwas mehr Stammverjüngung?

Warum nicht so ein Versuch, wenn man vielleicht ohnehin mehrere gerade Stecken sein eigen nennt. In 10 Jahren haben wir dann immerhin ein Beispiel, wie es gehen könnte oder auch nicht.
73 Anja
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mano
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Re: Mal 'ne Larix gedreht ...

Beitrag von mano »

Ich finde solche Aktionen spannend, besonders, da ich sowas nie machen werde, weil mir das Material dazu fehlt und deshalb auch das nötige Können.
Nun in ich echt gespannt wie sich der Baum sich in Zukunft entwickelt.
Halte uns bitte auf dem Laufenden.
Viele Grüße
Norbert

Arbeitskreis Bonsaifreunde Ostalb
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Heike_vG
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Re: Mal 'ne Larix gedreht ...

Beitrag von Heike_vG »

Hallo Dietmar,

wenn das gut geht und die Lärche ihre legendär starke Kallusbildung macht, kann das irgendwann einmal ziemlich gut und interessant aussehen. Es kann dann aber auch irgendwann alles komplett wieder zusammenwachsen.
An einigen Stellen, die man auf den Fotos sieht, denke ich allerdings, dass die verbliebene Holzschicht arg dünn und an manchen Stellen die Saftbahn bedenklich schmal geworden ist. Ich hätte meine Zweifel, dass das alles vital bleibt und überlebt.
Aber lassen wir uns überraschen, ich bin gespannt.

Liebe Grüße,

Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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avicenna
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Re: Mal 'ne Larix gedreht ...

Beitrag von avicenna »

Die Kommentare zeigen mir, dass doch einiges Unverständniss für diese drastische Gestaltungsalternative besteht ... daher hier nochmal eine kleine "Rechtfertigung" :)
-das Nebari ist recht ansprechend -
- aus dem Stammsockel bewegt sich der Baum im unteren Drittel ansehnlich
-nach der ersten Biegung nimmt die Stammlinie einen streng geraden Verlauf
-der Durchmesser der obersten Stammpartie entspricht in ihrem Durchmesser dem des Sockels, also keinerlei Verjüngung
- ein Biegen und Winden des Stammes ist aufgrund seines Durchmessers nicht mehr möglich
- der Nebariverlauf widerspricht einer Veränderung des Standwinkels
-sharimaßnahmen im oberen Teil würden allein zwar zu einer Verjüngung geführt haben, hätten aber den geraden Verlauf nicht aufgehoben.
Meine Überlegungen dazu waren folglich ...
-zunächst ein Aushöhlen des Kernholzes im unteren Anteil bis hinauf in die Spitze bis auf die Lebensbahnen
-dadurch wurde der Baum mit seinen verbleibenden Lebensbahnen dreh-und formbar
-eingelagerte, runde Steine verhindern bei der Drehung eine Annäherung der Lebensbahnen und daurch eine unregelmäßige Verjüngung und Verdickung der Stammlinien
- ein recht dicker , unterer Ast ( 1.Ast) konnte durch das Drehen auf die andere Seite verlegt werden und folgt daurch einem Schwung nach links in die Neigungsebene der Spitze.
- nach Lösen der Stabilisierungshilfsmittel( Fahrradschlauch) ist eine Durchsicht durch den eröffeneten Stamm möglich -die Lebensbahnen schieben sich in einer Drehung um den Stamm bis hinauf in die Spitze.
- im zweiten Gestaltungsschritt soll die obereste Stammpartie ebenso weiterbearbeitet werden um ein Aufrichten zu ermöglichen und die Schwungführung bis in die Spitze weiterzuführen.
Ob die ganze Aktion letztlich "natürlichen" Entwicklungen entsprechen könnte oder ob der Eindruck real erwachsen erscheint, bleibt dahingestellt und liegt sicher in der Fantasie des Betrachters. Letzlich bleibt mir dann das Argument, einen skulpturalen Aspekt miteingearbeitet zu haben ... dann kann er immernoch als eine Naturskulptur durchgehen ...
saludos
avicenna
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Odoridori
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Re: Mal 'ne Larix gedreht ...

Beitrag von Odoridori »

"Dirk Dabringhausen"
Beim Betrachten Deiner Bilder stelle ich mir immer wieder die selbe Frage: "Warum?" *kopfkratz*
Hallo Avicenna,

ich schließe mich da Dirk völlig an.
Ob Sie überhaupt, diesen so drastischen Eingriff überleben kann ?

Man muß nicht aus jedem Material krampfhaft versuchen etwas spektakuläres zu machen.

Viele Grüße
Holger
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Norbert_S
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Re: Mal 'ne Larix gedreht ...

Beitrag von Norbert_S »

Moin Dietmar

Das ist doch wieder ein gelungener typische Avicenna. Das scheint einfach deine Sicht- und Herangehensweise zu sein.

Wünsche darf man ja haben; mein Wunsch wäre ein Wechsel deiner Vorgehensweise bei deinen Bäumen.
Tausche doch einfach die Lust auf carven mit der Unlust beim schneiden überflüssigen Grüns. Deine Gestaltungen würden spektakulär werden, die Rohlinge dafür hast du zu Hauf.
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avicenna
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Re: Mal 'ne Larix gedreht ...

Beitrag von avicenna »

Odoridori hat geschrieben:Man muß nicht aus jedem Material krampfhaft versuchen etwas spektakuläres zu machen.
Hallo Holger ... man muß nicht ... aber man kann ...

saludos
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Odoridori
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Re: Mal 'ne Larix gedreht ...

Beitrag von Odoridori »

Man sollte nur dabei bedenken das auch ein Baum ein Lebewesen ist ...

Viele Grüße
Holger
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avicenna
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Re: Mal 'ne Larix gedreht ...

Beitrag von avicenna »

Odoridori hat geschrieben:Tausche doch einfach die Lust auf carven mit der Unlust beim schneiden überflüssigen Grüns.

Hallo Norbert,
das Schneiden überflüssigen Grüns war schon oft Thema zwischen uns ... ob es sich um Kiefern, Lärchen, Hainbuchen, oder Eichen etc. gehandelt hat ist gleich. Wenn ich Bäumen einen kräftigen schari verpasse oder ich der Meinung bin, sie seien noch nicht vital genug um drastische Rückschnitte zu verkraften, lasse ich sehr viel Laub am Baum. Das Motto ..." ab geht immer noch" hat dann bei mir erste Priorität. Würde ich, und das ist meine Denkweise !, zu früh viel Laub schneiden, Äste entfernen, Äste zu stark einkürzen ohne das eine entsprechende Vitalität vorhanden ist, stelle ich mir die Frage ... wer soll denn dann überhaupt das Wachstum der Wurzeln und der Astpartien vermitteln ? Aus meinen pflanzenphysiologischen Kenntnissen heraus ergibt sich für mich keine Logik aus einer Rückschneidewut und einem Aufbau-enthusiasmus, nur um schnell einen ästhtisch reduzierten Eindruck zu erhalten. Wenn Grünmasse entfernt wird, hat die Pflanze weniger Fläche und Masse für die Fotosynthese ( Assimilation), also fehlt ihr Treibstoff für die Veratmung ( Dissimilation ). Ergo das Wachstum ist gebremster, die Kallusbildeung reduzierter, die Entwicklung einer Mykorhizza gebremster etc.. Wenn ich, wie oben erklärt, diesen drastischen Schritt bei dieser Lärche gewählt habe, erschließt sich für mich nur die Konsequenz, den Baum nicht noch großerAstpartien zu entledigen. Im nächsten Jahr soll er so viel Grünmasse wie eben möglich produzieren um schnell Kallus zu bilden. Dass er das überleben wird ? ... nun ... Ich hab keine Wurzeln geschädigt, ich hab den Baum als recht vital eingestuft, aus der Erfahrung weiß ich, dass Lärchen solche Eingriffe ohne Sorge wegstecken ... die Wundränder sind abgefämmt, Eiweiße geronnen, Wunden also verschlossen ,,, was soll das passieren ( sag ich mal ganz kühn ...) Beim Posten dieses Baumes im nächsten Jahr werden wir mehr wissen :) ... und unter uns gesagt :) ... wenn das Aufrichten und Verdrehen der Apix dann auch noch klappen sollte würde ich mir ein Loch in den Bauch freuen wenn dann die jetzigen Kritker ans staunen kommen :-D ... Das soll das Ziel sein ... in diesem Sinne ...

saludos avicenna
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