zopf hat geschrieben:Hallo
Wenn ich die Kurven der sylvestris richtig interpretiere,
ergibt sich die Hauptwachstumskurve der Wurzeln
aus dem neuen Wachstum der Triebe, neue Nadeln brauchen neue Wurzeln.
Also wäre ein "optimaler" Zeitpunkt Anfang Juli,
da dort die Kurve stark ansteigend ist.
Anfang August ist der Zeitpunkt der größten Stickstoffaufnahme
daher hätten die Wurzeln 1 Monat Zeit sich vom Wurzelschnitt zu erholen
um dann mit der Nährstoffaufnahme/Einlagerung für den nächsten Austrieb zu beginnen.
Wir hätten eine Übergangssituation maximale Nadelmasse - reduziertes Wurzelwerk
müssten dem Baum also mit z.B. Nebelanlagen über diesen Monat helfen
und gleichzeitig dafür sorgen das sich die Feinwurzeln stark entwickeln.
Wenn wir dem Baum helfen wollen indem wir die Nadelmasse reduzieren
wäre es am sinnvollsten im unteren Bereich zu "entnadeln",
da im oberen Bereich die Hormonproduktion am effektivsten ist.
Das widerum wäre kontraproduktiv zu unseren Zielen
hauptsächlich den unteren Bereich zu stärken.
Vorrangig wäre die Frage ob z.B. eine Nebelanlage die Wurzeln eher träge macht ?
mfG Dieter
Hallo Dieter
sehr kühn!! So was würde ich mich nicht trauen hier zu schreiben!
Ich höre mir gerne solche Sachen an wenn sie von Erfahrenen Leuten (wie dir) kommen.
Du kennst das bestimmt alles, aber nochmal als Info auch für andere und die Kiefer betreffend.
Es gibt den übersetzten Artikel von Hans van Meer "Die Pflege zweinadeliger Kiefern" hier im Forum und hier:
http://www.karamotto.org/index.php?page=40
dort bemerkt er das er eigentlich immer im Frühjahr topft jedoch zunehmend zu dem Schluss kommt es im August zu tun, weil dann Wurzelwachstum stattfindet. Ein Jahr später revidiert er das ganze nachzulesen hier:
http://www.karamotto.org/index.php?page=47
Zwei wertvolle Bäume sind eingegangen!?
Nun unterstellen wir mal, das so ein erfahrener Mann weiß was er tut und weiß worauf es ankommt, denn im August kann es bekanntlich sehr heiß werden.
Wir wissen nicht was, wieviel und wo er an den Wurzeln geschnitten hat. Wir kennen nicht das Substrat, den Nährstoffzustand der Bäume die zugrunde gingen, die Bewässerung, Schutz vor übermässiger Verdunstung usw.
Da Nadelbäume sowieso ein höher strukturiertes Phellem als Laubbäume haben, besteht auch die Gefahr des eindringens Pathogener Keime in den Wurzeln.
Deshalb ja oben schon vermerkt dieser immer wieder berühmte "Äpfel mit Birnen" Vergleich.
Aber lass uns mal philosophieren.
Wie Norbert schon sagte gilt das Diagramm für die ungestörte Wachstumsdynamik innerhalb der Vegetationsperiode.
Es ist jedoch förderlich wenn wir in einen günstigen Bereich hineinkommen in dem der Baum sowieso gerne Wurzeln bildet.
Das Diagramm soll eigentlich dazu dienen den ganzen Sachverhalt auf einen Blick darzustellen, es verleitet jedoch dazu die Dinge zu theoretisch zu betrachten, wobei dies natürlich abdinglich ist.
Theorie muss sein!
Bei den im August umgetopften Bäumchen von Hans van Meer, die nun kaputt sind, könnte es durchaus sein, das sie nicht gut im Futter standen. Für den Aufbau neuer Wurzeln wird ja nunmal auch Energie benötigt, aber woher nehmen wenn nicht stehlen, angenommen der frisch umgetopfte Bonsai wurde (nach dem umtopfen) nicht gedüngt (da streiten sich die Gelehrten oder Experten) dann nimmt der Baum die Energie dazu von seinen Reserven, also zweigt er oben was ab (natürliche Überlebensstrategie). Leider hat es nicht funktioniert. Wäre dann noch die Frage war das neue Substrat schon vorgedüngt oder handelt es sich um ein Null-Substrat (mineralisch-Torf). Hier gilt es immer "Von nix kommt nix".
Ich würde mich gerne an WPs Rezept halten, die Bäume erst "Fett" machen das heißt ordentlich düngen und dann Topfen, schneiden etc.
Dies scheint super zu funktionieren.
Ich denke dann ist auch ein Umtopfen der Waldkiefer im August möglich (mit pfleglicher und sorgfältiger Behandlung).
WP macht das auch ab Mitte August bis Mitte Ende September wie er sagt. Seine Bäume stehen aber immer gut im Futter, das heißt vor solchen und immer riskanten Aktionen sollte man strategisch schon lange vorher richtig gedüngt haben.
Umtopfen und gleichzeitig Nadeln entfernen halte ich für sehr riskant. Kann der Baum die obere Blattmasse nicht aus den Wurzeln ernähren schmeißt er schon von alleine Nadeln ab die überflüssig sind, das sind meistens die inneren, also vom Stamm ausgehend zu den äußeren Ästen und Zweigen.
Bei den kaputten Bonsai von Hans van Meer wäre ja auch nichts zu entnadeln gewesen, da zu klein, das kann man nur an Weihnachsbäumen machen.
Gruß Ralf