Abgesang auf Akadama?

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Dirk K. aus L.
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Abgesang auf Akadama?

Beitrag von Dirk K. aus L. »

Hallo miteinander!

Ich der aktuellen Ausgabe der "Bonsai-Art" (Heft 117, 01/2013, S. 9) findet sich ein Artikel von Hermann Pieper mit dem Titel "Abrakadama?". Der Text gibt mir in mehrerer Hinsicht zu denken:

1. Der Titel: Er soll wohl ein Wortspiel darstellen. Aber auf welches Wort spielt er an? Auf das Verb "sich abrackern"?

"Abwrackakadama" hätte ich da treffender gefunden. Womit wir beim eigentlichen Inhalt wären.

2. Gefahr durch Frostsprengung: Dieser Aspekt, wonach zerbröselndes Akadama der Verdichtung des Substrats und damit dem Risiko der Staunässe gefährlich Vorschub leistet, ist wohl auch nicht neu. Dass aber fast so getan wird, als kenne man in ganz Japan keine Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, finde ich dann aber doch recht abenteuerlich.

3.  Dann wird noch behauptet, die Kationenaustauschkapazität (dieser Fachbegriff fällt im Artikel allerdings nicht; immerhin ist von Ionen die Rede) von Akadama sei nicht sonderlich ausgeprägt. Ferner würden organische Dünger "in reinem Akadama sehr schlecht mineralisiert." –– Gibt es dazu belastbare Forschungsergebnisse?

4.  Aufgrund der besagten Schwächen von Akadama solle sein Anteil im Gesamtsubstrat nicht mehr als 40 Prozent betragen. –– Das halte ich für sehr bedenklich. Denn ein durch Frost "gesprengtes" Akadama kann auch in geringen Mengen die Dränage durch Verschlämmung empfindlich stören.

5.  Es drängt sich hier der Eindruck auf, als sei dieser Beitrag nicht nur bonsai-gärtnerisch motiviert, sondern auch kommerziell. Denn Hermann Pieper bietet in seinem Sortiment seit dem Supergau in Japan kein Akadama mehr an.

Wie dem auch sei: Ich für meinen Teil verwende aufgrund seiner geringen mechanischen Belastbarkeit auch kein Akadama mehr. Aber es gibt hier im Forum ja Größen, die schon seit vielen Jahren dem Akadama abgeschworen haben.

Aus gutem Grund.

Grüße, Dirk
Der wahre Weg geht über ein Seil, das nicht in der Höhe gespannt ist, sondern knapp über dem Boden. Es scheint mehr bestimmt stolpern zu machen, als begangen zu werden. (Franz Kafka)
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AlexDuerr
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Re: Abgesang auf Akadama?

Beitrag von AlexDuerr »

Hallo Dirk,

es gibt aber auch noch noch Größen die auf Akadama schwören, das sollte man auch nicht vergessen.
Zudem gibt es bei Akadama erhebliche Qualitätsunterschiede.
Auch ich habe mich (vorerst) von Akadama abgewand, für Shohins werde ich aber in Zukunft wohl doch wieder Akadama oder evtl. Seramis untermischen wegen der m. E. besten Wasserspeicherung.
Viele Grüße Alex
:-D
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manuu29
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Re: Abgesang auf Akadama?

Beitrag von manuu29 »

Ich bin da ganz bei Herman


Ich habe dem zeug auch den rücken zugewandt und muss sagen das die neuen "erden" (terra Sai) echt super sind

Was letzten endlich jeder selber verwendet muss man für sich selber entscheiden

Gruss manuu
wenn die die reinwollen die die rauswollen nicht rauslassen,können die die rauswollen die die reinwollen nicht reinlassen (ganz logisch oder)
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camaju +
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Re: Abgesang auf Akadama?

Beitrag von camaju + »

Mittlerweile hat doch jeder, der sich über einen längeren Zeitraum mit der Materie befasst, sein eigenes Substrat für sich und seine Umgebung / Gegebenheiten gefunden. Der eine mit Akadama, der andere eben ohne *schulter zuck*
Dirk K. aus L. hat geschrieben:
1. Der Titel: Er soll wohl ein Wortspiel darstellen. Aber auf welches Wort spielt er an? Auf das Verb "sich abrackern"?

"Abwrackakadama" hätte ich da treffender gefunden. Womit wir beim eigentlichen Inhalt wären.
Dirk, du denkst über zuviele Ecken (meine Meinung). Da ist wohl ehe Abrakadabra gemeint. Der wohl ehr der magisch / mys­tische Aspekt gemeint, der Akadama anhängt / angedichtet wird.
Gruß Jürgen *wink*

Wer nicht mit Pflanzen und Tieren kann, kann auch nicht mit Menschen.

Ich moderiere in blau, der Rest ist nur meine Meinung
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Thierry
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Re: Abgesang auf Akadama?

Beitrag von Thierry »

Dirk K. aus L. hat geschrieben:3.  Dann wird noch behauptet, die Kationenaustauschkapazität (dieser Fachbegriff fällt im Artikel allerdings nicht; immerhin ist von Ionen die Rede) von Akadama sei nicht sonderlich ausgeprägt. Ferner würden organische Dünger "in reinem Akadama sehr schlecht mineralisiert." –– Gibt es dazu belastbare Forschungsergebnisse?
Ich wäre da sehr vorsichtig...
Es wird viel mit Fachbegriffen "herumgeworfen"...
Und diese physikalischen und chemischen Eigenschaften wurden bisher kaum untersucht...

Die einzige wissenschaftlich-fundierte Untersuchung, die es je gab, ist die vom französischen Prof. Dr. Jean-François Chamba (Dr. Phys. und begeisterter Bonsaianer).

Im Jahre 2007 hat er (für das französische Bonsaimagazin "Esprit Bonsai", 8-seitiger Bericht in der Nov-Dez. 2007 Ausgabe) die physikalischen und chemischen Eigenschaften von Bonsaisubstrate und Substratmischungen untersucht.

Untersucht wurden u.a. :
Sowohl die mineralischen Substrate wie Akadama, Seramis, Kanuma, Perlite, Pumice, Pouzzolane, usw., als auch die vegetalischen Substrate wie Torf, usw..
Und mehrere Substratmischungen (ebenso auf ihre physikalischen und chemischen Eigenschaften).

Von andere Forschungsergebnisse habe ich noch nie gehört, deshalb würde ich da sehr sehr vorsichtig sein mit zu schnelle Vorurteile!!!...
Viele Grüße,
Thierry

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Yami
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Re: Abgesang auf Akadama?

Beitrag von Yami »

Hallo,

jedes Jahr gibt es dazu eine Diskussion. Jedes Jahr gibt es neue Erden, die angeblich alles schlagen, was bisher da war.

In meiner Anfangszeit habe ich da auch mitgemacht und bin letztlich wieder zurück zu Akadama und Co. Die Gesundheit und Vitaltität meiner Bäume sind mir das wert.

Jeder kann mit seiner Erde glücklich werden, die er erfolgreich verwendet oder verkaufen möchte. Persönlich bleibe ich bei Akadama.

LG
Martin

PS.: Wer spricht eigentlich noch von Boncoco?
Frühlingstage am 06./07.04.13 - bringt eure Bäume mit!
Infos unter: http://www.bonsai-sturm.de
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Thierry
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Re: Abgesang auf Akadama?

Beitrag von Thierry »

Genau.
In der Medienbranche gibt es dafür sogar ein Begriff (ich kenne leider nur der französische Begriff...), für solche immerwiederkehrende Themen (teilweise saisonbedingte Themen), mit denen die Verläge versuchen ihre Papiere zu verkaufen...

Also :
Rien de neuf sous le soleil...
Nichts neues unter der Sonne...
;-)
Viele Grüße,
Thierry

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Anja M.
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Re: Abgesang auf Akadama?

Beitrag von Anja M. »

Ich hab Akadama nie benutzt, da es andere Sachen für mich hier einfacher und günstiger zu beziehen gibt. Warum Erde um die halbe Welt karren( CO2 und so), hier haben wir ja auch genauso gute Substrate.

Es wundert mich, daß man bei HPs Artikel den kommerziellen Hintergrund sofort mit berücksichtigt, bei den Wunderdingen, die von diversen japanischen Handelswaren berichtet werden, dieser Aspekt so gut wie gar nicht angedacht wird. In Japan möchten die in erster Linie auch nur ihre Brötchen bezahlen.
73 Anja
Berndbonsai
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Re: Abgesang auf Akadama?

Beitrag von Berndbonsai »

Ich bin kein Geldgeiler Mensch oder strebe über die Massen nach Kohle, aber
Geldverdienen will und muß in unserer Gesellschaft ja wohl jeder mehr oder weniger. Ich kann mir Vorstellen, dass Hermann Pieper natürlich sein Substrat verkaufen will, aber auch die Nachteile von Akadama sieht. Es bleibt immer noch jedem überlassen ob er es verwenden will oder nicht.
Gruß Bernd
"Da es hilfreich für die Gesundheit sein soll habe ich beschlossen glücklich zu sein" T. Fontane
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Heike_vG
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Re: Abgesang auf Akadama?

Beitrag von Heike_vG »

Akadama hat unbestritten die von Hermann in dem besagten Artikel beschriebenen Eigenschaften.
Beachtet man aber diese, so kann man ausgezeichnet mit Akadama arbeiten. Es hat nämlich auch sehr gute Eigenschaften.
In den Zeiten, wo ich noch keine Alternativen kannte, habe ich mich so gut darauf eingestellt, dass ich keine Lust mehr habe, etwas anderes zu probieren.
Ich habe die Mischungen auf Akadama-Basis für die verschiedenen Baumarten, mein Dünge- und Gießverhalten sowie meine Umtopfintervalle passend zu meinem Klima und Kleinklima über Jahre fein abgestimmt und die Bäume gedeihen prächtig, besser geht es wohl nicht.
Deswegen habe ich keine Lust auf Experimente mit anderen Substraten, die mir vielleicht ein paar Euro letztlich am für mich falschen Ende sparen würden, wenn ein Baum dadurch zu Schaden käme.

Jeder kann ja nehmen was er will, aber ich finde es unsinnig, ein altbewährtes Substrat abzuwerten.

Für mich ist das einzige ernstzunehmende Argument gegen Akadama, dass es leider um die halbe Welt transportiert wird. Andererseits, wie groß ist der Anteil der Waren aus Fernost in unseren Haushalten generell? Da kann man ja auch mal über die ganzen Elektro-, Elektronik-, Haushalts-, Textilwaren, Lebensmittel etc. nachdenken, ob man sich an deren Herkunft auch so stört. Hat nicht direkt mit Akadama zu tun, aber macht wahrscheinlich viel mehr aus als die paar Beutel Akadama, die ein Bonsaianer verbraucht. *schulter zuck*

Es fällt mir ehrlich gesagt leichter, z.B. auf ausländische Äpfel zu verzichten und stattdessen die aus meiner Region zu kaufen, als kein Akadama zu verwenden.

LG, Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland
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Thierry
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Re: Abgesang auf Akadama?

Beitrag von Thierry »

Heike_vG hat geschrieben:Ich habe die Mischungen auf Akadama-Basis für die verschiedenen Baumarten, mein Dünge- und Gießverhalten sowie meine Umtopfintervalle passend zu meinem Klima und Kleinklima über Jahre fein abgestimmt und die Bäume gedeihen prächtig, besser geht es wohl nicht.
Deswegen habe ich keine Lust auf Experimente mit anderen Substraten, die mir vielleicht ein paar Euro letztlich am für mich falschen Ende sparen würden, wenn ein Baum dadurch zu Schaden käme.
Das ist der "springende Punkt" !!!

Das "Gesamtkonzept" ist entscheidend und nicht ein alleiniges Element davon welches aus dem Kontext herausgezogen wird.

Es gibt so viele Interaktionen (physikalische/chemische/biochemische Prozesse)... u.a. Interaktionen zwischen lokale klimatische Bedingungen am Wohnort des/der Bonsaianers/in und klimatische Bedürfnisse einer Baumspezies, Kulturkonditionen (Giessen/Düngen/Umtopfen/Schneiden/usw.), lokale Licht-Verhältnisse und Licht-Bedürfnisse einer Baumart, und vieles mehr...
dass es entscheidend ist, dass jeder anhand seiner eigenen Bedürfnisse (zB: wie oft kann man giessen, wie oft und womit wird gedüngt, wie oft umgetopft wird, usw.) ein eigenes "Gesamkonzept" entwickeln muss.

Für Anfänger/in gibt es zwei Methoden, so etwas herauszufinden :

- Entweder man inspiriert sich von einem "Modell", also ein/eine Bonsaianer/in mit langjähriger Erfahrung (am besten, jemand aus seiner Gegend und mit dem man regelmässig in Kontakt ist, um aufkommende Fragen leichter klären zu können), und man versucht ihr/sein "Gesamtkonzept" zu verstehen und bei sich selbst anzuwenden. Das verlangt etwas Disziplin am Anfang (um sich an die Empfehlung der Person zu halten, die einem dabei hilft), wird aber mit der Zeit relativ schnell belohnt, da die Erfolge nicht so lange auf sich warten lassen.

- oder man baut sich sein eigenes solides Wissen auf, indem man sehr viel liesst und sehr viel ausprobiert. Diese Methode verlangt aber deutlich mehr Zeit und Geduld als die erste Methode. Und, da man sich bei dieser Methode nicht auf ein anderes "Gesamkonzept" stützt, welches seit Jahren funktioniert, ist diese Methode teilweise sehr riskant und von weitem keine Garantie für einen Erfolg!...
Heike_vG hat geschrieben:Jeder kann ja nehmen was er will, aber ich finde es unsinnig, ein altbewährtes Substrat abzuwerten.
Das halte ich persönlich auch für unsinnig (ich benutze kein Akadama...) weil jedes Substrat Vor- UND Nachteile hat.

Wenn es die Eierlegende Wollmilchsau gebe (also ein Substrat welches nur Vorteile bringt, alle Bedürfnisse befriedigt und allen Ansprüchen genügt) dann wüssten wir das schon längst!!!!
Viele Grüße,
Thierry

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Thierry
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Re: Abgesang auf Akadama?

Beitrag von Thierry »

Eine Frage, die mir in diesem Kontext viel wichtiger erscheint, ist :

Haben die heutigen Bonsaimagazine nichts interessanteres zu liefern als diese immerwiederkehrende Themen??

Wenn man sich alleine die hochwertigen Themen anschaut, welche auf diverse Internetseiten zu finden sind (u.a. hier im BFF) und für ausreichend "Artikel-Materie" sorgen könnten, fragt man sich ob manche "denkenden Köpfe" in den Verlägen nicht tatsächlich weltfremd sind...
Viele Grüße,
Thierry

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Bonsai-Bene
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Re: Abgesang auf Akadama?

Beitrag von Bonsai-Bene »

Dirk K. aus L. hat geschrieben:Hallo miteinander!

Ich der aktuellen Ausgabe der "Bonsai-Art" (Heft 117, 01/2013, S. 9) findet sich ein Artikel von Hermann Pieper mit dem Titel "Abrakadama?". Der Text gibt mir in mehrerer Hinsicht zu denken:
Soll wohl auf Abra-Kadabra hindeuten
1. Der Titel: Er soll wohl ein Wortspiel darstellen. Aber auf welches Wort spielt er an? Auf das Verb "sich abrackern"?

"Abwrackakadama" hätte ich da treffender gefunden. Womit wir beim eigentlichen Inhalt wären.

2. Gefahr durch Frostsprengung: Dieser Aspekt, wonach zerbröselndes Akadama der Verdichtung des Substrats und damit dem Risiko der Staunässe gefährlich Vorschub leistet, ist wohl auch nicht neu. Dass aber fast so getan wird, als kenne man in ganz Japan keine Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, finde ich dann aber doch recht abenteuerlich.
Aber bei weitem nicht so wie bei uns
3.  Dann wird noch behauptet, die Kationenaustauschkapazität (dieser Fachbegriff fällt im Artikel allerdings nicht; immerhin ist von Ionen die Rede) von Akadama sei nicht sonderlich ausgeprägt. Ferner würden organische Dünger "in reinem Akadama sehr schlecht mineralisiert." –– Gibt es dazu belastbare Forschungsergebnisse?

4.  Aufgrund der besagten Schwächen von Akadama solle sein Anteil im Gesamtsubstrat nicht mehr als 40 Prozent betragen. –– Das halte ich für sehr bedenklich. Denn ein durch Frost "gesprengtes" Akadama kann auch in geringen Mengen die Dränage durch Verschlämmung empfindlich stören.

5.  Es drängt sich hier der Eindruck auf, als sei dieser Beitrag nicht nur bonsai-gärtnerisch motiviert, sondern auch kommerziell. Denn Hermann Pieper bietet in seinem Sortiment seit dem Supergau in Japan kein Akadama mehr an.
Mit sicherheit ist dies "auch" kommerziell begründet aber willst du das einem Unternehmer vorwerfen? sei froh das sich Hermann & Michaela so für unser Hobby einsetzen, und diese Erde zich tausend km um die Welt karren halte ich sowie so für unzumutbar
Wie dem auch sei: Ich für meinen Teil verwende aufgrund seiner geringen mechanischen Belastbarkeit auch kein Akadama mehr. Aber es gibt hier im Forum ja Größen, die schon seit vielen Jahren dem Akadama abgeschworen haben.

Aus gutem Grund.

Grüße, Dirk
MfG Benedict

Versuche nicht wie der Meister zu sein, sondern suche nachdem was der Meister sucht!
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Anja M.
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Re: Abgesang auf Akadama?

Beitrag von Anja M. »

Thierry hat geschrieben:Eine Frage, die mir in diesem Kontext viel wichtiger erscheint, ist :

Haben die heutigen Bonsaimagazine nichts interessanteres zu liefern als diese immerwiederkehrende Themen??

Wenn man sich alleine die hochwertigen Themen anschaut, welche auf diverse Internetseiten zu finden sind (u.a. hier im BFF) und für ausreichend "Artikel-Materie" sorgen könnten, fragt man sich ob manche "denkenden Köpfe" in den Verlägen nicht tatsächlich weltfremd sind...
Sie nehmen halt, was ihnen angeboten wird, das ist weniger aufwändig als zu suchen und anzufragen.

Aber nun, wo ich das Heft hier hab, find ich durchaus interessanteres: Für mich tut's die Choenomeles-Kaskade, wobei ich Angaben zu Gestalter und Gestaltungdauer etwas vermisse.
73 Anja
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Norbert_S
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Re: Abgesang auf Akadama?

Beitrag von Norbert_S »

Moin

Manchmal kommt es halt nur auf ein Wort an.
Seine kritischen Anmerkungen bezieht Hermann auf die "ausschließliche" Nutzung von Akadama. Und da hat er einen prominenten Mitstreiter.
Peter Adams hat in seinem Buch "Bonsai with Japanese Marpels" (für mch eines der am besten aufgemachten Bonsaibücher!!) auch ausdrücklich auf die Problematik der "roten Erde" in unseren feuchtnassen Klimaten hingewiesen.

Eine wie von Heike beschriebene Mischung wird doch auch von Hermann ausdrücklich empfohlen.
Die Anmerkungen zum Umtopfen habe ich mit Freude gelesen.
Der empfohlene sich verringernde organische Substratanteil im Alterungsprozess des Baumes entspricht dem sich ändernden Bedingungen der Wurzelspitzen in Laufe des jahrelangen Vortriebs.
Das sind doch alles wertvolle Informationen eines erfahrenen Bonsai-Baumschulmeisters, auch wenn sie zum wiederholten Mal aufgekocht sind.

Wenn wir im BFF alle Wiederholungen inhaltlicher Aussagen löschen würden, dann hätten Monika und Robert wenig Daten zu sichern.

Die Umsetzung hin zu einer eigens kreierten Substratserie ist für Hermann auch besonders der unangemessenen Informationspolitik Japans nach Fukushima zu verdanken.
Da war auch der Schutz der Kunden eine Motivation.

Wer zu den eher vorsichtigen Menschen zählt, sollte zumindest beim aussieben japanischer Erden eine Mundschutz mit Feinstfilter tragen.

Für mich ist Akadama in Substratmischungen ein prima Feuchteanzeiger auf der Oberfläche und in der kleinen Fraktion ein schönes Deckmaterial.

Als Bewohner eines Landes, dessen Wohlstand zum großen Teil auf den erfolgreichen Export gegründet ist, sollten wir vielleicht etwas weniger kritisch gegenüber Materialbewegungen über große Entfernungen sein.
Norbert

So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
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