Winterschnitt am Bergahorn - Saft tritt aus

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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Tobias S.
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Winterschnitt am Bergahorn - Saft tritt aus

Beitrag von Tobias S. »

Hallo zusammen,

ich beobachte das Forum schon eine ganze Weile. Bisher habe ich mich aber nie zu Wort gemeldet. Jetzt aber...

Mit Bonsai beschäftige ich mich schon einige Jahre, allerdings habe ich in den vergangenen Jahren einige Fehler gemacht, indem ich einfache Regeln nicht beachtet habe, was nur zu einem mäßigen Erfolg führte. Nun möchte ich die Sache mal etwas professioneller angehen.

Eigentlich hatte ich vor heute einige meiner Bäume kräftig wieder in Form zu schneiden. Normalerweise hätte ich das getan, sobald der Frühling vor der Tür steht und das Interesse wieder wächst. Aber dies sollte man ja eigentlich nur tun, wenn sie sich in der Ruhephase befinden. Ich dachte der ideale Zeitpunkt wäre jetzt. Aber das scheint nicht so zu sein.

Eben habe ich den ersten schnitt an meinem Bergahorn angesetzt. Aber was sehe ich? Der Pflanzensaft tritt wie nichts Gutes aus der wunde heraus.

Habe ich den richtigen Zeitpunkt schon verpasst? Oder kommt er erst noch? Oder sollte ich den Saft einfach ignorieren und weitermachen, die Wunden aber gut verschließen? Anschließend wollte ich die Pflanzen natürlich Frostfrei überwintern.

Besten Dank!
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Honey
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Re: Winterschnitt am Bergahorn - Saft tritt aus

Beitrag von Honey »

Hallo Tobias,

ich vermute, das liegt einfach an dem zu warmen Winterwetter.
Klingt so, als hätte der Ahorn Frühlingsgefühle und steht bereits wieder im Saft. Am sichersten du überwinterst den Ahorn zwar so kühl wie möglich, um einen frühzeitigen Austrieb möglichst zu vermeiden, aber dennoch frostfrei - Ahorne reagieren sehr empfindlich auf Spätfröste.
Den Rückschnitt kannst du auch im Frühjahr noch vornehmen, nachdem die Knospen zwar bereits angeschwollen sind, aber der Baum noch nicht ausgetrieben hat. In dieser Phase gibt es einen Zeitpunkt, an dem der Saftfluss ebenfalls noch/wieder geringer ist.
Persönlich mache ich große Schnitte gleich im Herbst nach dem Blattfall, aber immer 1-2 Internodien länger um bei einer möglichen Rücktrocknung nicht gleich den ganzen Ast zu ruinieren.
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Tobias S.
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Re: Winterschnitt am Bergahorn - Saft tritt aus

Beitrag von Tobias S. »

Hallo Honey,

kann ich denn im Frühling auch noch ins alte Holz zurückschneiden und eine "Rückknospung" an der Stelle erwarten? Ich habe nämlich vor den Ahorn um 10-15 cm zu kürzen und die Kronenspitze komplett neu aufzubauen. Die unteren Äste sind schon ganz schön, nur hat der Stamm im oberen Bereich eine schlechte Verjüngung.
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Honey
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Re: Winterschnitt am Bergahorn - Saft tritt aus

Beitrag von Honey »

Normalerweise kannst du sowas bis zum 2. Austrieb im Juni/Juli machen. Lass beim Rückschnitt am besten einen Stumpf stehen, der dann zurücktrocknen wird. So siehst du genau, wo der Baum seine Saftbahnen erhält und dort kannst du dann gezielt nacharbeiten.
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bem_0
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Re: Winterschnitt am Bergahorn - Saft tritt aus

Beitrag von bem_0 »

Hallo Thobias,
generell ist es keine gute Idee, an Laubbäumen in der Ruhezeit größere Schnitte am Stamm oder an Ästen vorzunehmen.
In dieser Zeit ist die Abwehr des Baumes gegen eindringende Schadpilze in die Schnittstelle (Abschottung) am geringsten. Auch weiß man, dass Schnitte kurz vor der Wachstumsphase wesentlich schneller und besser verheilen.
Den Rückschnitt würde ich in den März verschieben. Der dabei entstehende Verlust an Pflanzensaft schadet dem Baum in der Regel nicht.
Dünne Äste kannst du auch jetzt zurück schneiden. Aber immer 1 Knospenpaar weniger, als beabsichtigt. Den entgültigen Schnitt dann auch wieder kurz vor dem Öffnen der Knospen.

Also Schere ruhig halten, Ruhephase heißt nicht ohne Grund Ruhephase.

Grüße aus dem Westerwald
Dietmar,H
Mei klane Bem,
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sylvan_spirit
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Re: Winterschnitt am Bergahorn - Saft tritt aus

Beitrag von sylvan_spirit »

Vor ein Paar Wochen hatte ich beim einem Feldahorn ebenfalls einen starken Saftaustritt beobachtet. Würde es ebenfalls auf den warmen Winter zurückführen.

Zudem hatte ich im Herbst keinen Wurzelschnitt durchgeführt und in eine grössere Schalle umgesetzt. Vermutlich hat, das zwischen Krone und Wurzeln entstandene Ungleichgewicht, den stärkeren Saftaustritt verstärkt. Es waren eher kleinere Schnitte und neue, sauber aufgetragene Wundpaste hat den Austritt gestoppt.

Bei größeren Schnitten sollte man sich berücksichtigen in welcher Gestaltungsphase der Baum sich befindet. In der Aufbauphase eines jungen Baums würde man einen stärkeren Austrieb/ Wachstum anregen wollen. Deswegen würde ich im Winter kürzen und einen Stummel stehen lassen. Die gespeicherte Nährstoffe teilen sich dann auf wenigere Knospen, was stärkeren Austrieb fördert. Anschließend mit Wundpaste versorgen, um Saftaustritt oder -rückfluss/ Austrocknung vorzubeugen. Um Wundheilung anzuregen, würde ich im Frühling oder spätestens Frühsommer sauber nachschneiden und erneut mit Paste versorgen.

Befindet sich der Baum jedoch in der Verfeinerungsphase, möchte man starken Austrieb, evt. größere Blätter oder Verlust von Feinverzweigung vermeiden. Dann würde man nach dem Anschwellen der Knospen oder gar im Frühsommer kappen und mit Wundpaste versorgen. Durch den Verlust von angeschwollenen Knospen oder bereits belaubten Ästen, geht dem Baum aber einige Energie baden. Dank fachgerechten Pflege steckt ein gesunder Baum den Energieverlust in der Regel gut weg.

Gruß, Waldgeist
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