Umgestaltung einer Mädchenkiefer

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Walter Pall
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Umgestaltung einer Mädchenkiefer

Beitrag von Walter Pall »

Das ist ein Artikel, der für das Magazin des Bonsaiclub Deutschland geschrieben wurde. Es handelt sich um den Baum, der in der Masterclass beschrieben wurde. Ich setze den Artikel jedoch absichtlich ins allgemeine Forum.

Umgestaltung einer Mädchenkiefer
von Walter Pall

walter-pall.de

Mädchenkiefern sind in Deutschland sehr beliebt, mehr noch als Schwarzkiefern.
Leider sind diese Bäume in Mitteleuropa nicht sehr beständig. Es gibt sehr viele Bonsaienthusiasten, die die Baumart nicht lange halten können. Die Gründe sind unbekannt. Aber es ist Tatsache, dass ein sehr hoher Prozentsatz früher oder später zu schwächeln beginnt. Einige Nadelbüschel werden hell grün statt wie vorher dunkel- bis blaugrün. Dann werden es immer mehr und einige sind dann gelb. Bei den gelben sterben die Nadeln ab und diese Ästchen sind dann tot. Es folgen immer mehr. Der Baum stirbt langsam von unten nach oben. Viele meinen, es handelt sich um eine Pilzerkrankung. Fungizide nützen jedoch leider nicht. Nach spätestens drei Jahren ist der Baum dann endgültig erledigt oder wegen ganz großer Schäden wertlos. Das trifft ganz besonders Sämlinge, also solche Mädchenkiefern, die auf eigenen Füßen stehen. Die meisten importieren Pfropfungen auf Schwarzkiefer sind etwas härter. Trotzdem gibt es einige Gärtner, die über viele Jahre kein Problem mit der Baumart haben. Bei genauem Hinsehen machen die aber auch nichts anderes als der Rest.

Ich selbst habe in ca. dreißig Jahren wohl mehr als zwei Dutzend Mädchenkiefern verloren ohne zu wissen warum. Die Baumart war dann lange Zeit für mich tabu. Eines Tages erhielt ich in einem Großtausch die hier gezeigte Kiefer. Ich fand sie deutlich besser als die allermeisten, die hierzulande zu sehen sind.. Tatsächlich war es ein Baum, der in Italien gegen stärkste Konkurrenz schon viel Preise gewonnen hatte. Der Baum sah auch sehr gesund aus, für eine Mädchenkiefer allemal. Trotzdem hatte ich gemischte Gefühle; ich wollte es jedoch noch einmal wissen.

Der Baum kam im September 2009 zu mir und war überall blaugrün. Er wurde im Freien ohne großen Schutz überwintert, weil ich wusste, dass Mädchenkiefern das sehr gut aushalten, ja geradezu mögen. Ab Anfang April wurde, wie bei allen anderen Bäumen kräftig mineralisch mit hohem Stickstoffanteil gedüngt. Der Baum sprach sehr gut darauf an. Im Mai wurde dann mit einer Hand voll getrocknetem Hühnermist gedüngt. Gegen Ende Mai wurde dann eine Seite das Baumes hell grün. Mir schwante ganz schlimmes. Ähnliches hatte ich bei Zirbelkiefern erlebt, die ja auch fünfnadelig sind, also nahe verwandt mit der Mädchenkiefer. Die Zirbelkiefer hatte ich erfolgreich mit zusätzlichem Spezialdünger behandelt, der sehr viele ganz seltene Mineralien enthielt, die nicht in allen Düngern vorhanden sind. Ein Bonsaifreund gab mir den Tipp, noch zusätzlich mit viel Eisen zu düngen. Ja wie - mit Eisen? Nun, es gibt im Fachhandel ganz dünn gemahlenes Eisenpulver, das speziell für Düngung angeboten wird und gar nicht viel kostet. Mangels genauer Anweisungen streute ich zwei Esslöffel voll auf die Erdoberfläche der Mädchenkiefer und dasselbe auch bei meinen Zirbelkiefern. Das Eisen wurde danach beim Gießen eingewaschen. Tatsächlich - drei Wochen später wurde alles wieder dunkel grün. Seither mache ich das dreimal in jeder Vegetationsperiode und unbedingt eine Woche nach kräftiger organischer Düngung. Dasselbe geschieht bei mir übrigens auch mit allen Azaleen. Auch da mit großem Erfolg.

Meine Theorie: die Bäume wollen kräftig gedüngt werden und lieben organischen Dünger. Um das Düngeangebot auch gut abzuarbeiten, benötigen sie einige oder mehrere der sehr seltenen Mineralien im Boden. In Mitteleuropa fehlt meistens dieser Anteil. Deshalb sterben, ja man kann wirklich sagen, krepieren so viele Mädchenkiefern langsam an Mangelerscheinungen. In einigen Gärten, entweder im Boden oder im Wasser sind diese geforderten Substanzen zufällig enthalten und da gedeihen die Bäume sehr gut, ohne dass der Besitzer eine Ahnung hat warum. Durch zusätzliche Düngung mit seltenen Mineralien und insbesondere Eisen kann man diesen Mangel beheben.Das ist natürlich eine Theorie. Aber nun ist das bei mir schon drei Jahre sehr gut gegangen, was sonst immer, in jedem einzigen Fall, zu schleichendem Tod geführt hat. Da könnte wohl was dran sein.

Zusätzlich zu lebensbedrohenden Mangelerscheinungen scheint mir noch ein anderer Grund für das Schwächeln von Mädchenkiefern vor zu liegen. Wenn sie importiert werden, stehen sie ausnahmslos in reinem Akadama. Das tut ihnen erst einmal gut, birgt aber eine große Gefahr. Das Akadama zerfällt, wenn es nass ist und tiefen Temperaturen ausgesetzt wird. Selbst im Glashaus frieren Wurzelballen bei uns im Winter regelmäßig ein, im Freien sowieso. Dadurch wird nach zwei bis drei Jahren das Akadama ein hartes, dichtes Pulver, das bei Nässe patzig wie Lehm ist und kaum Luft and die Wurzeln lässt. Wenn man die Bäume dann umtopft, ist da ein Wurzelballen, der hart wie Zement ist. Viele trauen sich nicht, den Wurzelballen auf zu brechen und setzen den Baum mit dem fast ganz intakten festen Ballen wieder in die Schale. Das wird dann immer schlimmer und eines Tages ersticken die Wurzeln. Wenn der Baum dann kränkelt, ist jedes Umtopfen mit starker Ballenlockerung gefährlich und kann dem Baum dann den Rest geben. Also wird es unterlassen. Was man dann auch macht, es kann zum Tod führen.

Mein Rezept dagegen ist, es auf keinen Fall so weit kommen zu lassen und so bald wie möglich den Baum aus der Schale zu nehmen und den Wurzelballen vorsichtig auf zu brechen. So viel Akadama wie möglich sollte entfernt werden. Ich würde jedoch auf keinen Fall mit dem scharfen Wasserstrahl arbeiten, sondern bloß mit einem stumpfen Stöckchen oder glattem Metallstift. Dann sollte auf keinen Fall wieder Akadama eingefüllt werden, sondern Substrat, das fest ist und sich nicht zersetzen kann. Das ist dann z.B. Bims, Lavasplit, Blähton und ähnliches. Ich gebe dann 15 bis 20 % groben Torf dazu für Bäume, die eher feuchten Boden wollen, wie die Mädchenkiefer.

Neben der gärtnerischen Herausforderung sind Mädchenkiefern auch künstlerisch anspruchsvoll. Bei den auf Schwarzkiefer stehenden ist oft die Propfstelle problematisch. Der Übergang von Schwarz- zu Mädchenkiefer erfolgt zu abrupt und wirkt unharmonisch. Leider kann man davon ausgehen, dass sich dieser Fehler nicht beheben lässt; im Gegenteil, er wird langsam schlimmer. Deshalb ist es ganz wichtig, bei der Auswahl des Baumes keine Kompromisse ein zu gehen. Die Krone ist regelmäßig traditionell geformt: Alle Äste sind waagrecht, die Etagen wirken wie dichte Wolken, der Aufbau ist regelmäßig nach 'Vorschrift'. Das Ergebnis ist, dass der Baum eben wie ein 'Bonsai' aussieht, also künstlich, im schlimmsten Fall richtiggehend unnatürlich und einer wie der andere. Nun, das ist selbstverständlich Geschmackssache. Wer sich eine solche Mädchenkiefer anschafft, der mag das wohl. Aber man muss es nicht mögen. Es ist durchaus möglich, den Baum zu 'naturalisieren', wie man an meinem Beispiel sieht.

Als ich den Baum erhielt, dachte ich zuerst, ich sollte ihn so lassen wie er war - ein deutlich 'gemachter', künstlicher Baum mit kräftigen pudelartigen Astetagen, die ganz waagrecht standen - künstlich zweifellos, aber trotzdem gut und so typisch traditionell. Allerdings war das überhaupt nicht mein Geschmack. Für mich war das sicher kein Kunstwerk, sondern gutes Handwerk, eher 'konstruiert', stereotyp, einer aus einer Serie von tausenden. Damit wollte ich nicht zufrieden sein. Irgend wann habe ich mich dann entschlossen, die Vorderseite drastisch zu ändern und zu versuchen, die Krone viel natürlicher zu gestalten. Die Äste wurden nach unten gebogen, die wolkenartigen Astetagen aufgelöst und die gesamte Krone durchsichtig gemacht. Das Ziel war es, einen deutlich älter und reifer aussehenden Baum zu erhalten. Der Betrachter mag selbst entscheiden, ob mir das gelungen ist.
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Bild 1: 2009-09:Die Mädchenkiefer war einige Jahre im Besitz von Mauro Stemberger in Italien. Dort hat sie einige große Preise gewonnen. Im Rahmen eines Großtausches fand sie im September 2009 den Weg in meinen Garten. Trotz großer Bedenken habe ich noch einmal den Versuch gewag
Bild 1: 2009-09:Die Mädchenkiefer war einige Jahre im Besitz von Mauro Stemberger in Italien. Dort hat sie einige große Preise gewonnen. Im Rahmen eines Großtausches fand sie im September 2009 den Weg in meinen Garten. Trotz großer Bedenken habe ich noch einmal den Versuch gewag
Bild 2: 2009-09: Der Baum hat einem mächtigen Stamm mit charaktervoller Borke, nicht nur im Teil, der von der Schwarzkiefer stammt, sondern auch in den Mädchenkieferästen. Die Krone ist dicht und beeindruckend. Die Pfropfstelle ist nicht sichtbar. Was soll man da noch besser machen, außer den Baum zu säubern?
Bild 2: 2009-09: Der Baum hat einem mächtigen Stamm mit charaktervoller Borke, nicht nur im Teil, der von der Schwarzkiefer stammt, sondern auch in den Mädchenkieferästen. Die Krone ist dicht und beeindruckend. Die Pfropfstelle ist nicht sichtbar. Was soll man da noch besser machen, außer den Baum zu säubern?
Bild 3: 2009-09: Säubern ist in der Tat die erste Aktion. Alle alten Nadeln werden sorgfältig entfernt. Bei den größeren Nadelbüscheln wird auch noch etwas von den neuen Nadeln ausgezupft. So sind dann die Büschel alle fast gleich groß. Kleine, abgestorbene Äste und Stummel werden entfernt. Das ist Routinearbeit im Spätsommer. Lena ist ganz glücklich dabei.
Bild 3: 2009-09: Säubern ist in der Tat die erste Aktion. Alle alten Nadeln werden sorgfältig entfernt. Bei den größeren Nadelbüscheln wird auch noch etwas von den neuen Nadeln ausgezupft. So sind dann die Büschel alle fast gleich groß. Kleine, abgestorbene Äste und Stummel werden entfernt. Das ist Routinearbeit im Spätsommer. Lena ist ganz glücklich dabei.
Bild 4: 2009-09: Jetzt sieht das schon recht beeindruckend aus. Bei der Bearbeitung hat sich herausgestellt, dass der Jin nicht echt ist, sondern bloß in ein großes Loch wo ein sehr dicker Ast abgeschnitten wurde, eingeklebt. Die Mädchenkiefer wirkt sehr klassisch und ausgewogen, aber nicht langweilig, wie so viele, durch d
Bild 4: 2009-09: Jetzt sieht das schon recht beeindruckend aus. Bei der Bearbeitung hat sich herausgestellt, dass der Jin nicht echt ist, sondern bloß in ein großes Loch wo ein sehr dicker Ast abgeschnitten wurde, eingeklebt. Die Mädchenkiefer wirkt sehr klassisch und ausgewogen, aber nicht langweilig, wie so viele, durch d
Bild 5: 2009-09: Nun wird der Baum sorgfältig von allen Seiten studiert. Die Verjüngung des Stammes ist sehr gut, das Nebari ist vielleicht etwas zu wenig herausgearbeitet. Der Aufbau der Äste ist auch von der Seite sehr gut. Die Schale ist deutlich zu eng.
Bild 5: 2009-09: Nun wird der Baum sorgfältig von allen Seiten studiert. Die Verjüngung des Stammes ist sehr gut, das Nebari ist vielleicht etwas zu wenig herausgearbeitet. Der Aufbau der Äste ist auch von der Seite sehr gut. Die Schale ist deutlich zu eng.
2009-09-NSC_8387v.jpg (65.44 KiB) 3059 mal betrachtet
Bild 6: 2009-09: Auch von hinten macht die Mädchenkiefer eine gute Figur. Die Etagen sind klassisch horizontal aufgebaut und wirken wie schwebende Wolken. Der Baum ist sehr gesund, was in Europa leider nicht immer der Fall ist bei alten Mädchenkiefern.
Bild 6: 2009-09: Auch von hinten macht die Mädchenkiefer eine gute Figur. Die Etagen sind klassisch horizontal aufgebaut und wirken wie schwebende Wolken. Der Baum ist sehr gesund, was in Europa leider nicht immer der Fall ist bei alten Mädchenkiefern.
Bild 7: 2010-05: Nach langem Betrachten des Baumes  scheint nun diese Ansicht deutlich besser zu ein, als die 'richtige' Vorerdseite. Man fragt sich, ob das nicht schon einmal die Vorderseite war  und warum dann der Baum anders eingetopft wurde. Der Grund könnte  sein, dass die oberen Äste mächtig auf den Betrachter zu kommen, was man auf dem Foto nicht erkennen kann. Das stört aber nur einen Puristen.
Bild 7: 2010-05: Nach langem Betrachten des Baumes scheint nun diese Ansicht deutlich besser zu ein, als die 'richtige' Vorerdseite. Man fragt sich, ob das nicht schon einmal die Vorderseite war und warum dann der Baum anders eingetopft wurde. Der Grund könnte sein, dass die oberen Äste mächtig auf den Betrachter zu kommen, was man auf dem Foto nicht erkennen kann. Das stört aber nur einen Puristen.
Bild 8: 2011-04: Der Entschluss ist gefasst, die Vorderseite wird geändert. Im Frühjahr 2011 wurde dann versucht, den Baum gegen den Uhrzeigersinn in der Schale zu drehen. Das gelang jedoch nur sehr mäßig. Da stehen mächtige Wurzeln im Wege, die man nicht so einfach kürzen kann. Beim nächsten mal muss die Schale deutlich größer sein. Das Ganze sieht jedoch trotzdem schon ein wenig besser aus.
Bild 8: 2011-04: Der Entschluss ist gefasst, die Vorderseite wird geändert. Im Frühjahr 2011 wurde dann versucht, den Baum gegen den Uhrzeigersinn in der Schale zu drehen. Das gelang jedoch nur sehr mäßig. Da stehen mächtige Wurzeln im Wege, die man nicht so einfach kürzen kann. Beim nächsten mal muss die Schale deutlich größer sein. Das Ganze sieht jedoch trotzdem schon ein wenig besser aus.
Bild 9: 2011-09: Im Herbst 2011, zwei Jahre nach Erhalt war es dann so weit. Die Mädchenkiefer wurde zu 100 % gedrahtet. Die klassischen waagrechten 'Wolken' wurden zugunsten von naturnahen, herabhängenden Ästen aufgegeben.  Der falsche Jin wurde entfernt; das Loch mit Borke so überklebt, dass man es nur sieht, wenn man weiß, dass es da ist.
Bild 9: 2011-09: Im Herbst 2011, zwei Jahre nach Erhalt war es dann so weit. Die Mädchenkiefer wurde zu 100 % gedrahtet. Die klassischen waagrechten 'Wolken' wurden zugunsten von naturnahen, herabhängenden Ästen aufgegeben. Der falsche Jin wurde entfernt; das Loch mit Borke so überklebt, dass man es nur sieht, wenn man weiß, dass es da ist.
Bild 10: 2011-09: Von der neuen Vorderseite aus gesehen, wirkt der Baum nun viel beeindruckender, älter und mächtiger. Die Stammbewegung kommt schön heraus, die Krone hat eine starke Fließrichtung nach rechts. Auch das Nebari wirkt besser von dieser Seite.
Bild 10: 2011-09: Von der neuen Vorderseite aus gesehen, wirkt der Baum nun viel beeindruckender, älter und mächtiger. Die Stammbewegung kommt schön heraus, die Krone hat eine starke Fließrichtung nach rechts. Auch das Nebari wirkt besser von dieser Seite.
Zuletzt geändert von Walter Pall am 29.01.2013, 10:09, insgesamt 2-mal geändert.
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Aber bitte nicht unbedingt mit mir.

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Re: Umgestaltung einer Mädchenkiefer

Beitrag von Walter Pall »

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Bild 11: 2012-03: Im zeitigen Frühjahr war der Zeitpunkt fürs Umtopfen gekommen. Die alte Schale aus Japan war recht gut, aber nicht nur wegen der Neupositionierung, sondern auch aus ästhetischer Sicht zu klein.  Die neue Schale von John Pitt wirkt etwas mächtig, wenn der Baum probehalber in der alten Position eingepflanzt wird.
Bild 11: 2012-03: Im zeitigen Frühjahr war der Zeitpunkt fürs Umtopfen gekommen. Die alte Schale aus Japan war recht gut, aber nicht nur wegen der Neupositionierung, sondern auch aus ästhetischer Sicht zu klein. Die neue Schale von John Pitt wirkt etwas mächtig, wenn der Baum probehalber in der alten Position eingepflanzt wird.
Bild 12: 2012-03: So sieht das nun deutlich besser aus. Der Wurzelballen wurde ganz sorgfältig teilweise aufgelöst. Mit einem glatten Metallstift wurde viel altes steinhartes Akadama entfernt. Blähton mit etwas Torfzusatz wurde sorgfältig eingearbeitet.
Bild 12: 2012-03: So sieht das nun deutlich besser aus. Der Wurzelballen wurde ganz sorgfältig teilweise aufgelöst. Mit einem glatten Metallstift wurde viel altes steinhartes Akadama entfernt. Blähton mit etwas Torfzusatz wurde sorgfältig eingearbeitet.
Bild 13: 2012-03: Beim Einsetzen in die neue Schale wurde darauf geachtet, dass der Baum um zwei Zentimeter höher gesetzt wurde. Dadurch kommen schöne Oberflächenwurzeln zu Tage, die unter der Substratoberfläche schlummerten. Die Struktur der Schale reflektiert die Borke.
Bild 13: 2012-03: Beim Einsetzen in die neue Schale wurde darauf geachtet, dass der Baum um zwei Zentimeter höher gesetzt wurde. Dadurch kommen schöne Oberflächenwurzeln zu Tage, die unter der Substratoberfläche schlummerten. Die Struktur der Schale reflektiert die Borke.
Bild 14: 2012-04: Die meisten würden einen so wertvollen Baum im Winter gut schützen, damit ihm ja nichts passiert. Mädchenkiefern sind Hochgebirgsbäume, die ähnlich wie unsere Bergkiefern große Kälte sehr gut ertragen. Ich denke, sie brauchen sogar einen harten Winter und lasse den Baum ungeschützt an der Hausmauer stehen. Auch den Katastrophenwinter 2011/12 hat er so munter überlebt.
Bild 14: 2012-04: Die meisten würden einen so wertvollen Baum im Winter gut schützen, damit ihm ja nichts passiert. Mädchenkiefern sind Hochgebirgsbäume, die ähnlich wie unsere Bergkiefern große Kälte sehr gut ertragen. Ich denke, sie brauchen sogar einen harten Winter und lasse den Baum ungeschützt an der Hausmauer stehen. Auch den Katastrophenwinter 2011/12 hat er so munter überlebt.
Bild 15: 2012-09: Jetzt wirkt die Mädchenkiefer 'fertig'. Der ganze Baum ist zwar noch immer gedrahtet, er erscheint aber nicht mehr frisch gestaltet. Nachdem die Nadeln vom Vorjahr gezupft waren, präsentiert er sich sehr elegant trotz seines mächtigen Stammes. Das Nebari ist jetzt sehr schön und die Schale passt gut. Nun muss bloß noch der unterste linke Ast noch etwas zulegen.
Bild 15: 2012-09: Jetzt wirkt die Mädchenkiefer 'fertig'. Der ganze Baum ist zwar noch immer gedrahtet, er erscheint aber nicht mehr frisch gestaltet. Nachdem die Nadeln vom Vorjahr gezupft waren, präsentiert er sich sehr elegant trotz seines mächtigen Stammes. Das Nebari ist jetzt sehr schön und die Schale passt gut. Nun muss bloß noch der unterste linke Ast noch etwas zulegen.
Bild 16:  2012-09: Vor schwarzem Hintergrund wirkt jeder Baum viel dichter. Die Krone sollte dauerhaft ein wenig durchsichtig gehalten werden. Die klassischen dichten 'Wolken', die unnatürlich wirken, sollten vermieden werden. Sie machen den Baum jung, während eine transparente Krone ihn leichter und älter erscheinen lässt.
Bild 16: 2012-09: Vor schwarzem Hintergrund wirkt jeder Baum viel dichter. Die Krone sollte dauerhaft ein wenig durchsichtig gehalten werden. Die klassischen dichten 'Wolken', die unnatürlich wirken, sollten vermieden werden. Sie machen den Baum jung, während eine transparente Krone ihn leichter und älter erscheinen lässt.
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MathiasRR
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Re: Umgestaltung einer Mädchenkiefer

Beitrag von MathiasRR »

Hallo Walter,

ganz recht herzlichen Dank für deinen tollen Bericht und die klasse Bilder!

Könntest du bitte noch ein wenig näher auf die "seltenen Mineralien" und das im Fachhandel zu beziehende ganz dünn gemahlenes Eisenpulver eingehen?
Welche seltenen Mineralien sind es denn die der Mädchenkiefer vermutlich fehlen und wo kann man sie beschaffen. Ebenso das Eisenpulver. Hast du hier vielleicht einen Hersteller o.ä.?
Kann man sowas überhaupt als Privatperson kaufen?

P.S.: Was ist denn hiervon zu halten? http://www.bonsaischule.de/de/productin ... Cnger.html
Klingt ja schon mal als könne es bei Eisenmangel helfen..?
Viele Grüße
Mathias :wink:
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Walter Pall
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Re: Umgestaltung einer Mädchenkiefer

Beitrag von Walter Pall »

Der Gabi-Eisendünger ist sicher in ordnung.

Guck mal da:

http://www.italpollina.de/

und google 'Eisenpulver Dünger'
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Walter Pall
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Re: Umgestaltung einer Mädchenkiefer

Beitrag von kressevadder »

So Eisenpulver kann man vielleicht auch in der Apotheke bestellen.

Aber jetzt hab ich Angst! Ich hab mir letztes Jahr ein Shohin Mädchen gegönnt...

Danke für die Info und die tolle Doku!!!

Gruß
Manfred
Ich fordere einen BioGreenHealthGenderPoliticalCorrectness freien Tag pro Woche - Erholung muß sein!

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Thierry
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Re: Umgestaltung einer Mädchenkiefer

Beitrag von Thierry »

Beeindruckend. Sehr sogar.
*daumen_new*
Viele Grüße,
Thierry

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bonsaiheiner
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Re: Umgestaltung einer Mädchenkiefer

Beitrag von bonsaiheiner »

Hervorragender Bericht, Walter!

Danke dafür.
Jetzt wird mir auch klar, warum meine seit 30 Jahren gepflegte Mädchenkiefer, eine der zuletzt am Leben gebliebenen
Cleeberg-Importe (die mit der neckischen Plombe und dem Begleitpass ausgelieferten) das Zeitliche gesegnet hat. Leider kommt Dein Bericht 2 Jahre zu spät.Bei Deinem letzten Somertreffen hatte ich sie noch in Attenham gezeigt.
Es ist zum Heulen!

Grüsse.
Heiner
Zuletzt geändert von bonsaiheiner am 29.01.2013, 17:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Bonsai-Fips
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Re: Umgestaltung einer Mädchenkiefer

Beitrag von Bonsai-Fips »

Hallo Walter
Toller Bericht, herzlichen Dank!
Die neu gestaltete Krone gefällt mir um Welten besser; wenn die Krone wie hier "etwas durchsichtig" gehalten wird, hat dieser Baum auch ohne "Wolken" bessere, natürlichere, Negativbereiche.. "Wolken" erinnern mich immer einwenig an "Formgehölze", meine bescheidene Meinung.

Gruss, Fips
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Bonsai-Paul
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Re: Umgestaltung einer Mädchenkiefer

Beitrag von Bonsai-Paul »

kressevadder hat geschrieben:So Eisenpulver kann man vielleicht auch in der Apotheke bestellen.
Im Gartenbau, Zierpflanzenbau und Gemüsebau wird sequestren verwendet. Das sollte
problemlos im Netz bestellt werden können.
Grüße Paul

Auch ein Bonsai träumt von Größe
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akamazu
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Re: Umgestaltung einer Mädchenkiefer

Beitrag von akamazu »

Hallo Walter

Sehr schöne Dokumentation.
WIe du schon sagtest sehen diese pudelartigen Laubpolster sehr künstlich aus, wohlgemerkt nicht schlecht.
Ich muss dann immer an diese weißen Perücken denken die die vornehmen Leute in der Rokoko Zeit trugen.
Steht man vor so einem Baum, wenn er denn richtig schön grün ist, hat man oft den Eindruck
es handle sich um einen Plastikbonsai.
Also mir gefällt die "Anpassung" von dir besser.

Gruß Ralf
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Bonsai-Paul
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Re: Umgestaltung einer Mädchenkiefer

Beitrag von Bonsai-Paul »

Klasse Bericht *daumen_new*

Durch den neuen Schwung der Äste und die Grünreduktion wirkt der Baum für mich
viel mächtiger und interessanter.

Wo mein Blick auf denn ersten Bildern immer am Toten Ast hängen blieb, ist es nach der Überarbeitung ganz anders. Da gibt es was zu entdecken, mein Auge sucht quasi am ganzen
Baum nach Details.

Hat Spaß gemacht zu lesen...

Ich hatte ja fest vor das Seminar "Potenzial erkennen" in Remscheid zu besuchen. Nur haben wir genau zu diesem Zeitpunkt in der Gärtnerei Saison. So ist es mir leider nicht möglich zu kommen, da es von München aus für einen kurzen Besuch zu weit ist.
Grüße Paul

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Re: Umgestaltung einer Mädchenkiefer

Beitrag von Heike_vG »

Hallo Walter,

Deine Mädchenkiefer sehe ich immer wieder sehr gerne, sie ist ein herrliches Stück. *lieb*

Sehr interessant finde ich die Sache mit dem Eisendünger. Da ich gerade eine neue Mädchenkiefer habe, deren Laub gerne eine etwas kräftigere Farbe haben könnte, würde es mich interessieren, ob es Sinn macht, ihr den Eisendünger auch jetzt im Winter zu verabreichen oder bis zum Frühjahr warten muss. Was denkst Du, Walter?
Der Baum steht im frostfrei gehaltenen Gewächshaus.

Liebe Grüße,

Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

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Thierry
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Re: Umgestaltung einer Mädchenkiefer

Beitrag von Thierry »

Wenn Walter mir in seinem Thread einen kleinen Hinweis erlaubt :
Walter Pall hat geschrieben:Die klassischen waagrechten 'Wolken' wurden zugunsten von naturnahen, herabhängenden Ästen aufgegeben.
Zu diesem Thema, gibt es bei den franz. Kollegen von "Esprit de Goshin" (ein französisches Bonsaiforum), einen tollen Fachartikel :

http://www.espritsdegoshin.fr/bonsai-pr ... feres.html

Text ist auf französisch aber die Bilder sollten selbsterklärend sein.

LG,
Thierry
Viele Grüße,
Thierry

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klauso
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Re: Umgestaltung einer Mädchenkiefer

Beitrag von klauso »

Walter,

was will man hier mehr schreiben, als sehr geil *daumen_new* Ganz tolle Doku!!

Der Baum sieht auf den Bildern größer aus, als er in Wirklichkeit ist. Normalerweise ist es umgekehrt.
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Walter Pall
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Re: Umgestaltung einer Mädchenkiefer

Beitrag von Walter Pall »

Heike,

ich denke, Du kannst jetzt bereits mit Eisen düngen. ich wäre jetzt aber etwas sparsamer als später in der aktiven Periode.
Meine Beiträge und Bäume dürfen gerne kritsch beurteilt und diskutiert werden.
Aber bitte nicht unbedingt mit mir.

mit freundlichen Grüßen
Walter Pall
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