Frage an die Biologen?

Alles andere was zu Bonsai passt.
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Andreas Ludwig
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Beitrag von Andreas Ludwig »

Vielleicht

– ist es von Vorteil, die Blattflächen zu reduzieren, wenn die Abend- und Morgenwinde wehen

– ist es besser, keinen Morgentau in der Blüte zu haben, der alles verpappt

– ist das eine Nebenerscheinung, durch Turgorveränderungen hervorgerufen, die in anderen Zusammenhängen praktisch sind

– ist es ganz was anderes

Finds raus. Kriegst einen Preis dafür, ganz sicher.

«Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde als wir uns in unserer Schulweisheit träumen lassen».
:wink:
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flu
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Beitrag von flu »

Tom E. hat geschrieben:Soweit ich weiss klappen die Ihre Blätter aber auch Abends zusammen... Mit Regen hat dies doch nichts zu tun, gell?
Angenommen die Regenwahrscheinlichkeit ist nachts genau so hoch wie tags, dann ist es doch von Vorteil, nachts (also den halben Tag) seine Blätter geschlossen zu halten, ganz unabhängig davon, ob es wirklich regnet oder nicht. Tagsüber können sie ihre Blätter ja nicht schließen, da muss assimiliert werden.
Andreas Ludwig hat geschrieben:Vielleicht

– ist es von Vorteil, die Blattflächen zu reduzieren, wenn die Abend- und Morgenwinde wehen.
Das denke ich eher nicht. Wind steigert die Transpiration und diese wird nachts genauso benötigt wie tags.
- ist es besser, keinen Morgentau in der Blüte zu haben, der alles verpappt.
vor allem den Pollen - hört sich schlüssig an.
– ist das eine Nebenerscheinung, durch Turgorveränderungen hervorgerufen, die in anderen Zusammenhängen praktisch sind
In welchen anderem Zusammenhang? Das löst unsere Frage nicht sondern verlagert das Problem allenfalls.
– ist es ganz was anderes
Die Option lässt sich leider nie 100% ausschließen.
«Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde als wir uns in unserer Schulweisheit träumen lassen».
:wink:
Andreas, meine Träume sind zum Glück nicht von Schulweisheiten geprägt sondern durch und durch surreal, fantastisch und frei. Aber dieser Ausspruch zielt ja eher darauf ab, der Naturwissenschaft abzusprechen, alle Naturerscheinungen rational erklären zu können. Ich denke doch, dass wir das können, da auch Gott sich an seine eigenen Naturgesetze hält.
Die Tatsache, dass er sie geschaffen hat und uns den Verstand gegeben hat sie zu erkennen spricht doch dafür, dass er uns Naturwissenschaftlern so zu sagen den Ball zuspielt. :D
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Andreas Ludwig
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Beitrag von Andreas Ludwig »

flu hat geschrieben:Aber dieser Ausspruch zielt ja eher darauf ab, der Naturwissenschaft abzusprechen, alle Naturerscheinungen rational erklären zu können. Ich denke doch, dass wir das können, da auch Gott sich an seine eigenen Naturgesetze hält.
Nix sprech ich ab. Ich hoffe sogar, dass noch ganz viel rational erklärt werden kann. Aber ich sehe partout nicht ein, warum man immer so tun soll, als wäre man schon soweit. Zum Wissen gehört nun mal, dass man auch etwa weiss, was man halt (noch) nicht weiss. Es kann einem nur ein Zacken aus der Krone fallen, wenn man meint, eine tragen zu müssen…
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holgerb
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Beitrag von holgerb »

Sehr interessantes Thema.

Zum Regen, speziell für Mimosa, lass mich einwerfen, daß diese von Regenwald bis Trockene Savanne vorkommen.
Zudem habe ich gelesen, daß M. pudica die Blätter auf Berührung zusammenrollt.
Dazu zwei Gedanken und zunächst eine Frage, nämlich wie stark die Blätter gerollt werden, so richtig zu einer Schnecke.
Wenn ja ist der erste Gedanke auf jeden Fall Blödsinn:
1. Gedanke:
Die Stomata ( Schließzellen, ich hätte jetzt fast was anderes mit Schließ geschrieben) befinden sich an der Unterseite des Blattes. Wie Ulf ausgeführt hat wird auch nachts transpiriert. Der T.-Sog ist aber nicht so stark, da ja keine Sonne scheint, aber vielleicht ist es ja windig: Durch die Windbewegung rollt sich das Blatt und die Stomata werden in eine exponiertere Stellung gebracht und es wird verhindert das Blätter ich gegenseitig (wind-)schattieren => höherer Transpirationssog. Vielleicht habe ich aber auch gerade verwirrtes Zeug geschrieben und es ist ein Fraßschutz?:
2. Gedanke:
Ein Tier, daß Mimosenblätter frißt,berührt die Blätter, die sich daraufhin zusammenrollen. Damit fehlt durch die Formänderung der Reiz für das Tier und es zieht hungrig von dannen. (Oh Gott, hab ich das wirklich geschrieben, ich muß ja jetzt schon lachen :lol: :lol: :lol: )

Gruß

Holger

(Die Sonne, zwei Tage in knaller Sonne Rasenflächen erstellen, da wird die Birne zu Brei und der Rücken zur Röstfläche)
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flu
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Beitrag von flu »

Hi Holgeb,

Mimosa pudica und noch ein paar andere Atren von Mimosa können ihre Blätter nicht nur nachts zusammen klappen sondern auch auf termische oder taktile Reize hin. Die Blätter werden dabei, wie bei der "Schlafstellung" einfach nur zusammengeklappt (nicht gerollt).

Vor der Berührung:
Bild

Nach der Berührung:
Bild
1. Gedanke:
Die Stomata (...) befinden sich an der Unterseite des Blattes. Wie Ulf ausgeführt hat wird auch nachts transpiriert. Der T.-Sog ist aber nicht so stark, da ja keine Sonne scheint, aber vielleicht ist es ja windig: Durch die Windbewegung rollt sich das Blatt und die Stomata werden in eine exponiertere Stellung gebracht und es wird verhindert das Blätter ich gegenseitig (wind-)schattieren => höherer Transpirationssog.
Hmm, da stellt sich mir die Frage, warum eine vertikale Blattstellung die Stomata stärker exponiert als eine horizontale? Der Wind muß ja einfach nur über die blattunterseiten streichen und die Dunstglocke, die sie umgibt
mit sich reißen.
2. Gedanke:
Ein Tier, daß Mimosenblätter frißt,berührt die Blätter, die sich daraufhin zusammenrollen. Damit fehlt durch die Formänderung der Reiz für das Tier und es zieht hungrig von dannen.
Fraßschutz wird bei M. pudica auch als der Selektionsvorteil dieses Bewegungsphänomens gewertet. Die Pflanze macht damit also eine Art Mimikri und erscheit dem Herbivoren wie vertrocknet und wenig appetitanregend.
BildBildBild
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Thomas P.
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Beitrag von Thomas P. »

Tom E. hat geschrieben: Um noch mal auf die Mimosen zu sprechen zu kommen... Soweit ich weiss klappen die Ihre Blätter aber auch Abends zusammen... Mit Regen hat dies doch nichts zu tun, gell?
Nein, aber mit Sonne.
Am Tag müssen die Blätter geöffnet sein für die Photosythese, nachts ist das nicht nötig.
Außerdem, ist die Sonne weg kommt die Feuchtigkeit.
Tom E. hat geschrieben: Ach..., warum falten Seerosen eigentlich ihre Blüten zusammen wenn's Dunkel wird??? Auch so eine Frage.... :o
Am Tag könnte jemand kommen, um sie zu bestäuben, nachts jemand, der daran herumfrißt.
Viele Grüße
Thomas Pallmer

Bonsai-Wandkalender 2019
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holgerb
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Beitrag von holgerb »

HA!
Fraßschutz wird bei M. pudica auch als der Selektionsvorteil dieses Bewegungsphänomens gewertet. Die Pflanze macht damit also eine Art Mimikri und erscheit dem Herbivoren wie vertrocknet und wenig appetitanregend.
Und ich dachte schon, neun Stunden Sonne hätten meinen Kopf gedünstet.

Aber die Fotos zeigen, daß der erste Gedanke nicht so ganz richtig war...

Gruß

Holger
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