Meistens geht es gut

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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zopf
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Meistens geht es gut

Beitrag von zopf »

Hallo
Sehr leicht wird man dazu verleitet Maßnahmen,
die 2-3 Jahre keine Verluste nach sich gezogen haben,
als recht sicher zu betrachten.
Leider zeigen Unsere Bäumchen sich öfters in einem besseren Licht
als es der Realität entspricht.
Man denkt das hat die letzten 2 Jahre geklappt,
also wird es weiterhin funktionieren.
Dies ist manchmal ein Trugschluss,
da Unsere Bäumchen recht nachtragend sein können.
Ein schleichendes immer schwächer werden des Bäumchens
beunruhigt zwar etwas, aber man tröstet sich damit,
das es nächtes Jahr wohl wieder erstarken wird.

Habt also bitte immer im Hinterkopf das Bäume ein "Langzeitgedächtnis" haben
und Pflege- und Gestaltungsfehler erst nach ein paar Jahren sichtbar werden.

mfG Dieter
grüsse an die bewohner von melmac
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Norbert_S
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Re: Meistens geht es gut

Beitrag von Norbert_S »

Moin Dieter

Deine vier Worte beschreiben für mich ganz gut, wie die Natur im Groben funktioniert.
In Konsequenz heißt das, dass wir beim Bonsai unnatürlich handeln müssen, um vor Schäden gefeit zu sein.
Norbert

So wie du bist, so sind auch deine Gebäude
Sullivan, 1924
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klauso
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Re: Meistens geht es gut

Beitrag von klauso »

Hallo,

Die worte von dieter kann man nur unterstreichen!! Der zeitraum, den dieter anspricht, sollte um einige jahre länger als referenz für die geeignete überwinterung gewählt werden.

Als beispiel aus der praxis (für die region badisch sibirien): im katastrophenfrühjahr 2012 hatte ich zwar keine nennenswerten verluste, es zeigte sich jedoch an ein paar pflanzen zögerliches wachstum und ein gewisses schwächeln. Ergo hatte ich über die Verbesserungsmassnahmen zur überwinterung nachzudenken. Schwächelnde pflanzen wurden dieses jahr frostfrei überwintert und in der garage (mein hauptüberwinterungsplatz) habe ich für lange harte frostperioden eine frostschutzheizung installiert. So sollte in zukunft auch bei ungünstigen wetterperioden nichts paasieren. Aber trotzdem alles in maßen, wie ungefähr so kalt wie möglich, aber so warm wie nötig.......
BonsaiSchwein
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Re: Meistens geht es gut

Beitrag von BonsaiSchwein »

Hallo zusammen

das was >Dieter< sagt klingt so wie "besser früher an später denken"
...da die folgen erst jahre später sichtbar werden könnten.

oder seh ich das jetzt falsch?
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klauso
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Re: Meistens geht es gut

Beitrag von klauso »

BonsaiSchwein hat geschrieben:Hallo zusammen

das was >Dieter< sagt klingt so wie "besser früher an später denken"
...da die folgen erst jahre später sichtbar werden könnten.

oder seh ich das jetzt falsch?
Hallo,

In bezug auf pflege- und gestaltungsmaßnahmen siehst du das richtig. Bei der überwinterung wirst du die auswirkungen im folgejahr merken, spätfolgen wie "schwächeln" können sich auch länger ziehen.
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Heike_vG
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Re: Meistens geht es gut

Beitrag von Heike_vG »

Mir fallen da spontan viele Beispiele ein.

Jemand, der mehrere Jahre seine Dreispitzahorne ungeschützt überwintert hat, was sie überlebt haben, glaubt leicht, dass das immer klappt. Dann kommt aber doch mal ein Winter mit besonders ungünstigem Wetterverlauf und besonders starkem Frost oder die Bäume haben die schweren Winter davor gar nicht so gut verkraftet... Dann sterben sie vielleicht doch. Dabei hat der Besitzer gar nichts anders gemacht und sonst hat es doch immer geklappt.

Oder etwas, was Ryan Neil in seinem Vortrag über Schwarz- und Rotkiefern erwähnte. Wenn man z.B. einer Schwarzkiefer alle alten Nadeln wegzupft, dann stirbt sie nicht gleich und sieht auch erst einmal so schön ordentlich aus. Macht man das aber mehrere Jahre hintereinander, dann schwächt man den Baum so sehr, dass er stirbt.

Wer seine Bäume nicht gründlich umtopft, nicht darauf achtet, dass im Inneren des Wurzelballens keine uralte verdichtete Zone entsteht, kriegt ebenfalls nicht sofort ein Problem, das geht nämlich einige Jahre scheinbar gut, ehe das Problem, das sich lange angebahnt hat, offensichtlich wird.

Ich habe auch schon Leute gekannt, die vom Düngen nichts hielten. Ohne oder nur mit minimalem Dünger geht es auch langsam bergab und der Baum stirbt nicht sofort.

Von der Art gibt es noch eine Menge weitere Beispiele.

Liebe Grüße,

Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland
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Andreas R.
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Re: Meistens geht es gut

Beitrag von Andreas R. »

Heike_vG hat geschrieben: Wer seine Bäume nicht gründlich umtopft, nicht darauf achtet, dass im Inneren des Wurzelballens keine uralte verdichtete Zone entsteht, kriegt ebenfalls nicht sofort ein Problem, das geht nämlich einige Jahre scheinbar gut, ehe das Problem, das sich lange angebahnt hat, offensichtlich wird.
Das kenne ich auch. Ich betreue einige Bäume, die von ihrem Besitzer schon 5-10 Jahre nicht mehr umgetopft worden sind, davor auch nicht wirklich richtig, höchstens im äußeren Bereich bissl was gemacht. Man sieht noch genau die Form des alten Topfes. Substrat ist "Bonsai-Erde" aus dem Baumarkt, inzwischen so fest dass Wasser darauf abperlt wie von einer Zeltplane. Wenn man dann umtopft kommt es eben vor, auch wenn man noch so vorsichtig ist, dass der Baum eingeht weil die Wurzeln in so miserablem Zustand sind dass die Schäden beim Entfernen des alten Substrates nicht kompensiert werden können.
Und jetzt kommt das eigentliche Problem: Wenn man dann dem Besitzer sagt, dass ein anderer Baum unbedingt umgetopft werden muss, dann heißt es "muss ich den wirklich umtopfen, der stirbt doch dann wieder".

Durch einzelne Ausfälle, die in diesem Fall ja im Endeffekt auf das falsche Verhalten zurückzuführen sind, wird das falsche Verhalten sogar noch bestätigt und weiterhin ausgeführt, also weiterhin nicht umgetopft.
Ein Teufelskreis.

Stirbt ein Baum irgendwann durch uraltes Substrat, dann ist die Ursache nicht ganz so offensichtlich. Man weiß nicht was man falsch gemacht hat und macht einfach so weiter wie vorher.
Stirbt ein Baum nach dem Umtopfen, dann ist die Ursache klar, es lag am Umtopfen. Also bekommt man Angst vor dem Umtopfen und lässt es bleiben. Aber erst dadurch wird das Umtopfen erst wirklich zur Gefahr.
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