Technik von John Naka zum Verschließen großer Schnittstellen

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gmflash
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Technik von John Naka zum Verschließen großer Schnittstellen

Beitrag von gmflash »

Hallo zusammen,

mich würde interessieren ob jemand schonmal die folgende Technik (aus dem Buch von John Naka stammend) zum Verschließen größerer Schnittstellen erfolgreich angewendet hat. Ich frage deshalb, weil ich vorhabe das ganze bei einer Feldulme durchzuführen (der zu entfernende Ast dürfte zw. 2-3 cm Durchmesser haben).
i.A.a. John Naka - Bonsai Technik S. 46
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Zuletzt geändert von gmflash am 18.03.2013, 21:32, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße,
Falko
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Heike_vG
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Re: Technik von John Naka zum Verschließen großer Schnittste

Beitrag von Heike_vG »

Erfahrungen damit habe ich leider nicht. Ich denke, dass die Methode bei manchen Arten funktionieren kann, aber nur wenn man es schafft so exakt zu arbeiten, dass man das Kambium an den Rändern genau aufeinander bekommt und irgendwie sicherstellen kann, dass der Rindenlappen nicht austrocknet. Stelle ich mir relativ schwierig vor.

LG, Heike
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bonsaiheiner
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Re: Technik von John Naka zum Verschließen großer Schnittste

Beitrag von bonsaiheiner »

Hallo,

diese Wundverschlussmethode erinnert sehr stark an die der plastischen Chirurgen in der Humanmedizin. Sieht sehr elegant aus und ist brilliant, ....wenn es klappt.
Das A+O besteht darin, den Wundverschluss- hier Rindenlappen vital zu erhalten. Die Chirurgen bemühen sich, das Verschlußelement möglicht gut durchblutet zu lassen, klappt daher sehr gut mit Gesichtshaut, sogar wenn ein freies (nicht mit lebendem Gewebe mehr verbundenem)Transplantat verwendet wird. Wie Heike schon geschrieben hat, kommt es auf Einpassgenauigkeit und lebendig bleibendes Kambium an und da scheint mir doch eine Schwierigkeit zu sein. Auf jeden Fall sollte das Kambium voll im Saft stehen, also Ende Mai/Juni.
Aber einen Versuch ist es wert. Erfahrungen mit Gesichtshaut habe ich durchaus, hat auch so gut wie immer prima hingehauen, mit Rindenlappen habe ich keine Erfahrung.

Beste Grüsse,
Heiner
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Entenmann
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Re: Technik von John Naka zum Verschließen großer Schnittste

Beitrag von Entenmann »

Ebenfalls keine Erfahrung damit, aber das sieht sehr spannend aus.
Ich stelle mir je nach Baum das saubere und verletzungsfreie Abnehmen der Rinde am Ast als den schwierigsten Part vor. Die richtige Größe ist dan vermutlich eher das kleinere Problem: Erst mal so viel wie möglich Rinde als "Flicken" abtrennen, dann an den Baum anlegen und ganz exakt zuschneiden. Möglicherweise mit einem Skalpell oder einer Nagelhautschere.

Ich wünsch dir - falls du es versuchst - viel Glück und mir hier einen Erfahrungsbericht, wie es verlaufen ist.
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gmflash
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Re: Technik von John Naka zum Verschließen großer Schnittste

Beitrag von gmflash »

Das Abtrennen der Rinde sehe ich auch als problematisch. Falls die Technik überhaupt funktionieren kann, muss der Schnitt wohl sehr genau durchgeführt werden (der Vergleich mit der plastischen Chirugie von Heiner trifft hier sehr gut zu). Dabei stellt sich mir die Frage, wie die Schnitttechnik am besten umgesetzt wird.
Wäre es möglich, die Schnittstelle auch durch vier zugeschnittene Rindenlappen, wie auf dem folgenden Bild dargestellt, zu "flicken"? Oder geht dadurch der Saftfluss in den seitlichen Rindenlappen verloren?
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Falko
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gmflash
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Re: Technik von John Naka zum Verschließen großer Schnittste

Beitrag von gmflash »

Für den Fall, dass der Rindenlappen von der Unterseite des Astes kommen muss, müsste der Schnitt in etwa wie folgt aussehen...
20130319_174455.JPG
Viele Grüße,
Falko
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bonsaiheiner
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Re: Technik von John Naka zum Verschließen großer Schnittste

Beitrag von bonsaiheiner »

Hallo Falko,

mit einem spitzen Skalpell (gibt´s beim befreundeten Apotheker oder Hausarzt, der auch kleine Eingriffe macht) zuerst das Kambium vom abzuschneidenden Zweig lösen, indem Du auf der Oberseite von der Astbasis bis weit genug in den Ast hinein einschneidest. Seitlich an der Grenze Ast/Hauptstamm bogenförmig einschneiden. Dazu die Borke nach Vormarkierung tief einschneiden. Eine möglichst breite Basis unten lassen. Dann den Zweig/Ast von oben mir einer feinen Säge absägen, natürlich ohne den vorher gewonnenen Lappen aus Borke mit Kambium mit der unten liegenden Basis zu verletzten. An der Umklappstelle wird´s heikel: es muss soviel vom Holz entfernt werden, dass sich nach Umklappung der Lappen konturlos in die frische Wunde legen lässt. Die breite Basis wird die Wegnahme des Holzes unten kniffelig werden lassen. Evtl einen kleines Hohleisen aus dem Schnitzbesteck benutzen, mit dem spitzen Dremelfräser rutscht man zu leicht aus. Wenn Du sauber gearbeitet hast, könnte zuviel Lappen vorhanden sein. Den mit einer kleinen Hautschere passend zurechtschneiden.
Eine andere Möglichkeit wäre, 2 Lappen zu bilden mit Basis rechts und links. Dazu oben und unten am Ast/Zweig einschneiden und die Lappen türflügelartig in der Mitte zusammenführen. Hierbei ist aber die Entfernung des Holzes schwieriger.
Viel Glück.

Beste Grüsse,
Heiner
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gmflash
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Re: Technik von John Naka zum Verschließen großer Schnittste

Beitrag von gmflash »

Hallo Heiner,

vielen Dank für deine ausführliche Erklärung. Deine Erfahrungen als Chirurg könnte ich bei diesem Versuch gut gebrauchen. :)
Ein paar Fragen habe ich noch: Kann man den Rindenlappen irgendwie zusätzlich befestigen außer mit Bast? Die Rinde wächst ja dann bestenfalls an der Schnittstelle außen zusammen oder auch mittig? Ist der Einsatz von Wundverschlusspaste ratsam oder hindert er das Zusammenwachsen?

Viele Grüße
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raga
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Re: Technik von John Naka zum Verschließen großer Schnittste

Beitrag von raga »

Es gibt selbstverletzendes Kunststoffband. Gedacht ist das eigentlich zum Schutz von Ästen beim Drahten. Das wäre für mich hier erste Wahl es schützt vom Austrocknen und hält den Rindenlappen in Position. Sollte es doch zu nachgiebig sein kann man die Fixierung noch mit Bast oder Draht unterstützen.
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gmflash
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Re: Technik von John Naka zum Verschließen großer Schnittste

Beitrag von gmflash »

Hallo raga,

was meinst du mit "selbstverletzendem Kunststoffband"? Kannst du mir evtl. einen Link dazu schicken?
Viele Grüße,
Falko
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raga
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Re: Technik von John Naka zum Verschließen großer Schnittste

Beitrag von raga »

gmflash hat geschrieben:was meinst du mit "selbstverletzendem Kunststoffband"? Kannst du mir evtl. einen Link dazu schicken?
was ich meine findet man bei Tante G... unter "Samurai-Protektionsband" vergleichbares gibt es sich auch Nicht-Bonsaihandel. Ich hab leider keinen forumsgeeigneten Link gefunden deshalb schick ich dir einen per PN.

Gruß Ralf
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Heike_vG
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Re: Technik von John Naka zum Verschließen großer Schnittste

Beitrag von Heike_vG »

Das ist aber ein seltsamer Ausdruck!? Was hat denn das Klebeband mit Verletzungen zu tun und wie sollte es sich selbst verletzen?
Meinst Du nicht dieses Band, das unter Druck mit der nächsten Lage verklebt, das ist doch Gang und Gäbe bei Elektroarbeiten und bei Bonsai auch?

LG, Heike
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msa
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Re: Technik von John Naka zum Verschließen großer Schnittste

Beitrag von msa »

ist hier vlt. ein selbstzersetzendes Kunststoffband gemeint?
Grüsse von Mario
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raga
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Re: Technik von John Naka zum Verschließen großer Schnittste

Beitrag von raga »

msa hat geschrieben:ist hier vlt. ein selbstzersetzendes Kunststoffband gemeint?
:oops: wenn man nicht alles doppelt und dreifach kontrolliert *doh*

Geschrieben hatte ich selbstverklebend da hat dann die Rechtschreibprüfung gemeckert. Also Rechtsklick aufs Wort und die Auswahl angeschaut ... "getrennt geschrieben ... mit Bindestrich ... das nächst hat die richtige Länge und ist zusammengeschrieben, das muss es sein ..." drauf geklickt dann zu ende getippt und abgeschickt und schon hat man einen herrlich sinnentstellten Text.
Unbenannt.jpg
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Danke für die Anmerkung und ich gelobe Besserung.

Gruß Ralf
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Heike_vG
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Re: Technik von John Naka zum Verschließen großer Schnittste

Beitrag von Heike_vG »

Cool, Ralf, da habe ich jetzt wirklich gelacht! :lol:
Neulich habe ich allerdings weniger gelacht, als ich auf dem iPhone eine englische Mail tippen wollte und das deutsche Klugscheißerprogramm mir dauernd die tollsten Wörter in den Text bastelte... :roll: Zum Glück weiß ich jetzt, wie ich das ausschalten kann.

Zurück zum Thema, ich denke, dass das selbst verklebende Tape für diesen Zweck gut geeignet wäre! *daumen_new*

Liebe Grüße,

Heike
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