spätfrost

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
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fritze
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spätfrost

Beitrag von fritze »

ich habe gerade in der wettervorhersage gelesen, dass wir nächste woche noch einmal mit drei bis vier nächten frost bis
-5 grad erwarten. ich habe zwar so einiges über spätfrost jetzt schon hier gelesen und auch ein paar schlechte erfahrungen gemacht, trotzdem würde ich mich dem thema gerne mal genauer widmen.

ich habe unterschiedliche bäume.

frische yamadori- kiefern vom letzten herbst,
kleine shohin, teilweise gerade erst umgetopft,
sehr empfindliche arten ( dreispitz, eiben, hainbuchen...),
beistellpflänzchen ( auch zum teil gerade erst gepflanzt ), usw.

teilweise habe ich diese, in einem ungeheizten gewächshaus eingegraben, andere nur mit laub bedeckt, überwintert.
gefühlsmäßig würde ich die pflanzen, die gerade am austreiben sind und die, die blüten haben, für sehr empfindlich halten. auch die, die ich gerade umgetopft habe.

nimmt eigentlich die winterhärte mit dem ausreifen des austriebs wieder zu? also eine pflanze, die im märz ausgetrieben hat und im mai noch mal frost bekommt, ist die dann wieder geschützter oder greade nicht?

oder eine pflanze, die im märz umgetopft wurde, hat die im mai schon wieder so stabile wurzeln, dass ihr der frost nichts mehr anhaben kann?

ich rede jetzt nicht von Dauerfrost über einen längeren Zeitraum, sondern über das, was wir in meiner gegend nächste Woche zu erwarten haben. nachts bis -5 grad, tags bis +8 grad etwa.
liebe grüße
christian

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manuu29
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Re: spätfrost

Beitrag von manuu29 »

also ich bin mit frisch umgetopften bzw. treibenden baeumen sehr vorsichtig


sicherlich kommt es auf die art an aber sicher ist sicher bei MIR kommt bei nachtfösten alles rein was am austreiben oder frisch umgetopft ist




gruss manuu
wenn die die reinwollen die die rauswollen nicht rauslassen,können die die rauswollen die die reinwollen nicht reinlassen (ganz logisch oder)
MarcoW

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Beitrag von MarcoW »

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Zuletzt geändert von MarcoW am 05.01.2014, 06:16, insgesamt 1-mal geändert.
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fritze
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Re: spätfrost

Beitrag von fritze »

hallo,

da habe ich anderes gehört und leider letztes jahr im winter eine verloren.
gerade Hainbuchen sollen da sehr zickig sein.

ein wurzelgeflecht wird doch dadurch frostempfindlich, dass an ihm rumgeschnippelt wird.
es wird doch aber nur so viel geschnitten, dass mit den verbleibenden wurzeln die pflanze gut überleben kann.
an vielen feinen wurzeln wir auch beim umtopfen gar nichts weggeschnitten.

was ist es dann genau, was die schlechter werdende frostverträglichkeit ausmacht? die frischen schnittstellen, oder die ganzen wurzeln durch das umtopfen kleine risse und andere wunden abbekommen haben?
liebe grüße
christian

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klauso
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Re: spätfrost

Beitrag von klauso »

MarcoW hat geschrieben:
Hainbuchen sind sowas von unempfindlich, ich hab letztes Jahr ein frisch getopfte Hainbuche vergessen reinzustellen dann kam der Frost(im Februar glaub ich??) und der hat nichts ausgemacht,
die ist willig wieder ausgetrieben…..
Ich würde das natürlich nicht nochmal machen aber nur mal so gesagt das die schon was abkönnen!
Marco,

da hast Du wahnsinniges Glück gehabt. Hainbuchen gehören für mich (wenn sie mal am austreiben sind) zu den sehr frostempfindlichen heimischen Bäumen. Die größten Verluste meiner AK-Kollegen der letzten Jahre waren Hainbuchen. Und das durch meistens Spätfrost.

Mein ungarischer Meister sagte einmal, dass Spätfröste bis ungefähr -2 Grad von den meisten heimischen Arten vertragen wird. Ausgenommen davon sind die frisch getopften Bäume. Da sollte man sehr vorsichtig sein.

Letztes Jahr habe ich bei einem sehr späten Nachtfrost Anfang Mai an einigen einheimischen Bäumen einen durch den Frost vorgenommenen, nichtgewollten Blattschnitt erlebt (sämtliche Blätter wurden schwarz). Bis auf eine Hainbuche ist mit dem kommenden 2. Neuaustrieb alles heil geblieben. Geschwächt hat das einige Pflanzen. Das Wachstum war das ganze Jahr über gehemmt. Was mich damals wunderte, ist dass meine Weisdorne die Blätter behalten haben. Weisdorne gelten nicht unbedingt als die frosthärtesten Kameraden.

Christian, ich war früher risiko- und experimentierfreudiger. Zwischenzeitlich werden meine Bäume lieber eine Stufe besser geschützt als eine Stufe zu wenig. Wir sollten uns alle auf extremere Wetterlagen einstellen. So kann auch weniger Schlimmes mit unseren Bäumchen passieren.
MarcoW

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Beitrag von MarcoW »

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Zuletzt geändert von MarcoW am 05.01.2014, 06:15, insgesamt 1-mal geändert.
MarcoW

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Beitrag von MarcoW »

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Zuletzt geändert von MarcoW am 05.01.2014, 06:14, insgesamt 1-mal geändert.
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klauso
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Re: spätfrost

Beitrag von klauso »

MarcoW hat geschrieben:Aber warum hat meine dann völlig unbeeindruckt davon ganz normal ausgetrieben ohne irgendeinen Schaden??? *kopfkratz*
Marco,

Das kann dir wohl niemand richtig beantworten ohne zu mutmaßen. Hast halt glück gehabt....
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Re: spätfrost

Beitrag von Erim »

Von wegen nicht empfindlich.
Alle 5 Hainbuchen haben die Spätfröste im Vorjahr nicht überlebt.
Alle 5 wurden vorher umgetopft.
Ganz einfach - nie wieder Hainbuchen.
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AlexDuerr
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Re: spätfrost

Beitrag von AlexDuerr »

Hallo miteinander,
meine Erfahrung bei Hainbuchen ist die, dass bei der Überwinterung im freien schon eine extreme Frosttoleranz vorhanden ist. Überwintert man im Kalthaus wird es durch den früheren Austrieb schon deutlich schwieriger.
Hat die Hainbuche mal getrieben, wird es bereits mit geschwollenen Knospen bei Frost gefährlich.
LG Alex
Viele Grüße Alex
:-D
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bonsaiheiner
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Re: spätfrost

Beitrag von bonsaiheiner »

Bin ganz bei Klaus, Erim und Alex,

zusätzlicher Hinweis: Wenn dann noch austrocknender Wind (Stichwort: Frühlingssturm) hinzukommt, sieht´s ganz mies aus.
Im letzten Frühjahr sind dadurch sogar einige Ginnala-Jungpflanzen, die nicht umgetopft worden waren, hops gegangen und denen sagt man ja die höchste Frosthärte unter den Laubbäumen überhaupt nach. Warmer Januar, -17 Grad Ende Februar und dann Sturm bringt selbst den Feuerahorn ohne Winterschutz um.

@ Erim: Warum keine Hainbuchen mehr? Für Pflegefehler ist die Pflanze nicht verantwortlich!

Beste Grüsse,
Heiner
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fritze
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Re: spätfrost

Beitrag von fritze »

dass ich höllisch aufpassen muss, ist mir schon klar.

aber so genau verstanden hab ich es trotzdem noch nicht.
bei spätfrost,
was passiert bei einem beschnittenen Wurzelwerk anderes als bei einem nicht beschnittenen?
was passiert mit wurzeln der Hainbuche anderes als bei wurzeln einer völlig frostunempfindlichen mugo zum Beispiel?
was passiert bei einer schon im austrieb befindlichen pflanze anderes als bei einer, die noch Winterruhe hat?
liebe grüße
christian

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zopf
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Re: spätfrost

Beitrag von zopf »

Hallo
Das Beschneiden der Wurzeln ruft einen Wachstumsimpuls hervor,
der Baum kommt in die Gänge.
Das Blatt, vor allen Dingen der Neuaustrieb, hat keinen Schutzmechanismus gegen Frost,
daher das Schwarzwerden. Die "Blattadern" die das Blatt mit Wasser verorgen
werden durch Frost zerstört, je jünger das Blatt, je empfindlciher
Die Unterschiede bei Wurzeln kann man am besten anhand von Eibenwurzeln sehen.
Wenn das Wurzelwachstum einsetzt sind es prall, mit Wasser gefüllte, Wurzeln,
die bei zu tiefem Frost "aufplatzen" können.
mfG Dieter
grüsse an die bewohner von melmac
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klauso
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Re: spätfrost

Beitrag von klauso »

Christian,

ein etwas laienhafter Versuch einer Erklärung:

Nach dem Umtopfen ist der ganze Mechanismus der Pflanze gestört und dadurch geschwächt. Die Pflanze kann sich gegen den Spätfrost schlechter "verteidigen" und vertrocknet noch schneller. Die Mugo und viele Nadelgehölze haben harzigen Saftfluss. Das erhöht die Frostresistenz enorm zum zuckrigen Saftfluss. Im Winter machen alle heimischen Pflanzen einen Saftrückzug und sind somit fast nur noch im Wurzelwerk "frostempfindlich". Hat eine Pflanze erst getrieben, steht die Pflanze im Frühjahr voll im Saft, platzen bei Frost förmlich die Saftbahnen/Zellen. Die Pflanze muss schaden nehmen. Sorry, besser kann ich das nicht erklären.
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bonsaiheiner
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Re: spätfrost

Beitrag von bonsaiheiner »

Hall Christian,

ich stelle mir das so vor:

Eine Pflanze umzutopfen und ihr einen erheblichen Anteil ihres Wurzelwerks zu "rauben", stellt für sie einen erheblichen Schock dar. Die Pflanze "merkt", dass ihr erhebliche Anteile ihrer lebenswichtigen Basis abhanden gekommen sind. Sie beantwortet diese für sie als lebensbedrohlich empfundene Situation mir einem früheren Wurzelneuastrieb als wie sie es ohne Umtopfen mit Wurzelschnitt nötig gehabt hätte. Daher ist ja auch ein Umsetzen (ohne Wurzelschnitt) gefahrlos immer möglich. Die ganz jungen Wurzelhaare sind sehr empfindlich und können bei austrocknendem Wind und bei Frost die von der Abteilung oberhalb des Substrates (da bereits aktiv oder gar ausgetrieben) gemeldeten Befehle zur höheren Leistung nicht befolgen. Daher handelt es sich weniger um Erfrieren, eher um ein Vertrocknen.

Bei den diversen Arten gibt´s da noch genetische Unterschiede, scheint wohl besonders für Koniferen zu gelten.

Aber vielleicht können unsere Chefbotaniker da noch Genaueres zu sagen, wenn das nicht sowieso schon gepostet wurde, ich jetzt aber nicht gefunden habe.

Beste Grüsse,
Heiner
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