ich möchte euch meine Libanon-Zeder vorstellen:

Gekauft habe ich sie im April 2010. Der Händler hat sie damals vor der Übergabe noch umgetopft, seitdem steht sie in dieser Schale. Da sie durch das Umtopfen ein wenig gelitten und viele Nadeln verloren hatte, habe ich erst im Folgejahr mit ersten gestalterischen Eingriffen begonnen - ein bißchen kürzen hier und ein wenig drahten dort... und das letzte Jahr habe ich außer ein wenig "ausputzen" nicht groß damit gearbeitet. Der Stamm hat am Nebari einen Durchmesser von 3,5cm, am ersten Astansatz 3cm. Baumhöhe ist 45 rsp. 55cm (ohne/mit Schale). Gedüngt wird mit Biogold.
Nun steht für das nächste Jahr Umtopfen auf dem Plan, und ich möchte vorher noch den einen oder anderen gestalterischen Eingriff tätigen - auch die nächste Schale soll in Form und Größe dieser Veränderung angepasst sein.
Doch hier stehe ich zur Zeit auf dem Schlauch! Sehe ich den Baum wie auf dem obigen Foto, bin ich zufrieden. Ich mag diese Optik, es sieht nicht gekünstelt aus, eher natürlich. Doch schau ich mir den Baum genauer an, dann... ja dann - aber schaut selbst.
Ansicht 1:

Ansicht 2:

Ansicht 3:

Ansicht 4:

von oben:

Nebari:

Was mir gefällt und was ich gerne betonen möchte: der leicht S-förmige Stammverlauf, der in Ansicht 4 schön zu sehen ist. Ich möchte den Baum auch weiter leicht assymetrisch gestalten - das habe ich auch bei einer Suche durchs Internet bei einigen Zedern gefunden. Das Ganze dann in einer nicht mittigen Position in einer ovalen Schale... sowas schwebt mir vor. Ansicht 4 wäre damit auch mein favorisierte Vorderansicht mach Ansicht 1 (ist die aktuelle). Damit würde (imho) die Krone gut wirken, und der Knick des Stammes am Nebari (in Ansicht 3 gut zu erkennen) würde kaschiert.
Was mir nicht gefällt ist der im Verhältnis zur Baumgröße doch noch etwas dünne Stamm, der könnte gerne noch ein wenig zulegen.
Doch wie weiter vorgehen? Ich gebe zu: ich scheue große Eingriffe. Ich weiß, wenn ich von oben auf den Baum schaue, dass der hintere Ast (auch auf Ansicht 2 zu sehen) viel zu lang ist und gekürzt werden muss. Nur: der Ast hat erst dort außen Triebe. Würde ich ihn kürzen, hätte ich einen blanken Ast. Treibt es hier wieder? (Das wiederholt sich übrigens bei den anderen Ästen am untersten Ansatz: lange Stecken, die erst nach 8-10cm verzweigen und austreiben. Ist aber nicht ganz so schlimm und passt im Gesamtbild.) Doch wenn ich die Vorderansicht ändern möchte, werde ich um kürzen nicht herumkommen...
Außerdem kann ich (noch?) nicht wie erfahrene Bonsaianer den Baum im Baum erkennen - mangelnde Erfahrung, Kreativität,Vorstellungskraft? Im Workshop schaut ein Meister auf den Baum, schnipselt rechts und links und kreiert einen völlig neuen Look, dreht ihn und neigt ihn vor seinem inneren Auge und schaut in die Zukunft... das geht mir leider bislang noch ab. Ich freue mich schon wenn ich meine Bäume nur in Form halte bzw. wenn ich einen Baum verändern KANN, weil er schon nah an dem ist, was ICH sehen kann. Aber größere Schritte?
Doch bei der Zeder möchte ich nicht weiter auf der Stelle treten und würde mich deshalb freuen, wenn ihr mir mit Denkanstößen helfen könntet, den Weg für diesen Baum zu finden. Danke vorab,
Jörg




