bei einer 1993 gesammelten kleinen Rotbuche wollte ich 2010 durch Hochdrahten eines stärkeren oberen Astes den Baum verkürzen und die Stammlinie verjüngen. Trotz konkaver Aushöhlung bildete sich unangenehm viel Kallus, sodass der Stamm sehr unansehnlich wurde. Die Buche hat mir in meinen Bonsai-Anfangsjahren viele Eigenarten verraten. Deshalb wollte ich sie nicht in die Tonne entsorgen, sondern direkt unter der Stammverdickung im oberen Drittel abmoosen.
Um es kurz zu machen: Das ging gründlich in die Hose! Es bildete sich nur Kallus, aber davon reichlich!
Aufgeben? Jetzt doch in die Tonne? --Nicht mir mir!
Getröstet habe ich mich, dass selbst japanische Bonsaiprofis ihre liebe Not mit Buchenabmoosungen hatten, nachzulesen bei frühen Ausgaben von "Bonsai-Art". Also auf ein Neues! Obwohl ich mir sicher war, bereits beim ersten Mal wirklich alles Kambium und eine gehörige Menge Holz abgeschabt zu haben, wurde alles wiederholt und dazu noch Aludraht verdrillt.
2012 tat sich im Abmoostopf nicht viel und mir schwante Böses. Im März 2013 nahm ich den Topf ab und darin fand sich wieder nur Kallus, noch mehr als beim ersten Mal, aber praktisch keine Wurzeln
Bei Wiki kann man unter "Kallus (bot.)" nachlesen, dass Kallusgewebe "totipotent" sein soll. Deshalb also mal eintopfen und hoffen.
Die erste Buche auf meiner Bank trieb wie jedes Jahr relativ früh aus, die anderen etwas später. An meinem Projekt tat sich nichts. -Geduld und Abwarten!
Seit gestern schwellen die Knospen und es zeigen sich grüne Spitzen
Gedanken über die Beschaffenheit der Wurzeln und des Nebari mache ich mir erst wieder beim nächsten Umtopfen.
Beste Grüsse,
Heiner
