Sorgenkind

Spezielle Baumpflege z.B. düngen, umtopfen, Erden, ein- und auswintern, Pflanzenschutz
PeWe
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Sorgenkind

Beitrag von PeWe »

Hallo Bonsai Freunde,
letztes Jahr habe ich mir zwei Mädchenkiefern zugelegt. Während es der einen offensichtlich gut geht, macht mir die Andere ziemliche Sorgen. Schon als ich sie erhielt, hatte sie sehr viele gelbe Spitzen. Deshalb wurden beide dieses Jahr aus dem Akadama-Lehm befreit und in Bimskies und Kiryu gesetzt.
Dabei fiel mir bereits auf, dass die wurzelechte (?) Kiefer kaum Wurzeln hatte. Deshalb musste ich sie auch durch abspannen (aber recht dezent) befestigen. Nachdem sie sehr schön austrieb, gabs dann auch Dünger in Form von Biogold und Eisendünger beim übersprühen. Im Lauf der letzten Wochen wurden die Nadeln immer gelber und fallen nun auch ab. Den Dünger habe ich inzwischen auch wieder entfernt, sie steht schattiert, wird regelmässig übersprüht (ohne Dünger) und wurde unter eine Plastiktüte gesetzt, um die Verdunstung gering zu halten. Wasser bekommt sie erst, wenn das Substrat gut abgetrocknet ist. Tja, leider habe ich keine Idee mehr. Da unter Euch aber einige Profis sind, hoffe ich auf Euere Erfahrung.

LG
Pit
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raga
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Re: Sorgenkind

Beitrag von raga »

schau dir mal diesen Thread an
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PeWe
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Re: Sorgenkind

Beitrag von PeWe »

Hallo Raga,

diesen Thread kenne ich, deshalb gab's ja zusätzlich Eisendünger. Anfangs schien das auch zu wirken :(

LG
Pit
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raga
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Re: Sorgenkind

Beitrag von raga »

Ich bin kein Kiefenspezi erst recht nicht für schwächelnde Mädchenkiefern in Europa. Worauf ich dich aufmerksam machen wollte ist die folgende Abschnitt
... Ab Anfang April wurde, wie bei allen anderen Bäumen kräftig mineralisch mit hohem Stickstoffanteil gedüngt. Der Baum sprach sehr gut darauf an. Im Mai wurde dann mit einer Hand voll getrocknetem Hühnermist gedüngt. Gegen Ende Mai wurde dann eine Seite das Baumes hell grün. Mir schwante ganz schlimmes. Ähnliches hatte ich bei Zirbelkiefern erlebt, die ja auch fünfnadelig sind, also nahe verwandt mit der Mädchenkiefer. Die Zirbelkiefer hatte ich erfolgreich mit zusätzlichem Spezialdünger behandelt, der sehr viele ganz seltene Mineralien enthielt, die nicht in allen Düngern vorhanden sind. Ein Bonsaifreund gab mir den Tipp, noch zusätzlich mit viel Eisen zu düngen. Ja wie - mit Eisen? Nun, es gibt im Fachhandel ganz dünn gemahlenes Eisenpulver, das speziell für Düngung angeboten wird und gar nicht viel kostet. Mangels genauer Anweisungen streute ich zwei Esslöffel voll auf die Erdoberfläche der Mädchenkiefer und dasselbe auch bei meinen Zirbelkiefern. Das Eisen wurde danach beim Gießen eingewaschen. Tatsächlich - drei Wochen später wurde alles wieder dunkel grün. Seither mache ich das dreimal in jeder Vegetationsperiode und unbedingt eine Woche nach kräftiger organischer Düngung. Dasselbe geschieht bei mir übrigens auch mit allen Azaleen. Auch da mit großem Erfolg.
Walter hat da wirklich viel Eisenpulver draufgestreut ich denke in einem ganzen Liter Eisendünger ist weniger drin. Vielleicht ist viel hilft viel und die Darreichungsform hier wirklich die Lösung. Zu bedenken ist auch, dass Pflanzen metallische Eisen nicht aufnehmen können. D.h. das Pulver muss erst zu Eisenverbindungen reagieren da es sehr fein ist wird das im feuchten Substrat sehr fix gehen. Dabei bildet sich vermutlich vorwiegend Fe2O3 aber mit Sicherheit auch andere Verbindungen die dem Baum dann ebenfalls zur Verfügung stehen. Es können bei dieser "unkontrollierten Reaktion" auch Verbindungen dabei sein die in einem industriell hergestellten Eisendünger fehlen.

Ja ich weiß das ist alles stochern im Dunkeln. Aber ich denke der Baum ist es Wert alles zu versuchen um ihn dauerhaft am Leben zu erhalten. Außerdem ist mir keine negative Auswirkung eines hohen Eisengehalts im Boden auf Pflanzen bekannt.
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PeWe
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Re: Sorgenkind

Beitrag von PeWe »

vielen Dank für den Wink mit dem Zaunpfahl :) . Ich habe natürlich nicht das Eisenpulver benutzt, sondern industriellen Eisendünger. Dann werde ich mir nächste Woche Eisenpulver besorgen und hoffen, dass das die Lösung ist.
Danke nochmals.
LG
Pit
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Frank Abbing
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Re: Sorgenkind

Beitrag von Frank Abbing »

Da die Pflanze kaum Wurzeln hat, wird sie schlecht versorgt. Düngergaben schaden dann eher, weil sie das Substrat mit Salz anreichern, was die Wasseraufnahme zusätzlich erschwert. Also sechs Wochen nicht düngen (hungern lassen fördert Wurzelwachstum), viel Giessen und erstmal schattig aufstellen.
Liebe Grüße
Frank *up*
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mano
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Re: Sorgenkind

Beitrag von mano »

Hallo,

ich hatte im März, Anfang April auch das Problem, dass einige meiner Mädchenkiefern grün/gelbe Nadeln hatten und die habe ich mit Eisenpulver wieder auf die Reihe gekriegt. Der Fall ist aber etwas anders, bei mir sitzen die Kiefern im Beet und die, welche die Probleme hatten standen einfach an einem schlechten Platz. Das Schadensbild war auch ganz anders: Die Nadeln waren allesamt in der ganzen Länge gelb/grün und sahen richtig schwach aus.
Bei Dir sind die Nadeln aber teilweise gelb und teilweise noch grün. Des weiteren sehe ich da grüne Nadeln mit gelben Spitzen und dann wieder gelbe Nadeln mit schwarzen Punkten. Deshalb würde ich mich nicht hundertprozentig auf Eisenmangel festlegen.
Wenn bei meinen Kiefern die Nadelspitzen gelb werden, gebe ich eine Prise Bittersalz - vorausgesetzt der Baum ist sonst gesund. Bei Deinem Schadensbild weiß ich aber nicht ob das ratsam wäre.
Als nächstes: Nadeln mit schwarzen Punkten könnte auch auf Kiefernschütte hindeuten.
Nur mal so zum Überlegen. Ich hoffe es kann jemand von unseren Spezialisten konkret sagen, wo das Problem liegt, es wäre schade um den schönen Baum.
Viele Grüße
Norbert

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Kränzle S.
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Re: Sorgenkind

Beitrag von Kränzle S. »

Hallo Pit,
Dieses Nadelbild kommt mir sehr bekannt vor...
Vielleicht hilft dir das :arrow: http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopi ... 7&start=30
Ich habe sie vollsonnig gestellt, so oft als möglich die Nadeln übergossen und alle 4 Wochen "kiefernbalsam" 0,5% und auch "Waldleben" gespritzt.
Was "geholfen" hat das kann ich nicht sagen, vielelicht wars nur die extra Pflege oder der Baum hätte es auch so geschafft *schulter zuck*
PeWe
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Re: Sorgenkind

Beitrag von PeWe »

Hallo Stefan,

beim Umtopfen im April habe ich zwar nahezu den kompletten Lehmklumpen entfernt (in der Hoffnung, dass sich dann am Stamm neue Wurzeln bilden können), aber die vorhandenen Wurzeln nicht geschnitten, da ich das Umtopfen möglichst schonend machen wollte. Das neue Substrat wurde dann auch direkt geimpft. Frost hatten wir seither nicht, aber auch mit der Sonne ist es nicht weit her. Somit fällt laut Wettervorhersage in Oberhausen "vollsonnig stellen" erst einmal aus. Ich werde aber Deinen Vorschlag mit der reduzierten Blattdüngung, zur Ergänzung der Eisenpulver-Düngung, wie von Norbert und Raga vorgeschlagen, aufgreifen.
@Frabbing: Vielleicht habe ich wirklich zu früh mit dem Düngen angefangen, aber meinst Du nicht, dass viel gießen und schattig stellen gerade bei geschwächtem Wurzelapparat kontraproduktiv ist?

LG
Pit
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Frank Abbing
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Re: Sorgenkind

Beitrag von Frank Abbing »

PeWe hat geschrieben:@Frabbing: Vielleicht habe ich wirklich zu früh mit dem Düngen angefangen, aber meinst Du nicht, dass viel gießen und schattig stellen gerade bei geschwächtem Wurzelapparat kontraproduktiv ist?
Viel Giessen, um den Dünger auszuwaschen und den Salzgehalt im Substrat zu regulieren. Das Giessen schadet nicht, wenn das Substrat schön durchlässig ist (so wie es eben immer sein sollte). Staunässe darf natürlich nie entstehen.
Schattig erstmal deswegen, um die Verdunstung so gering wie möglich zu halten. Das betrifft zwar eher Laubbäume, aber durchaus auch Nadelbäume.

Das sind keine Vermutungen von mir, sondern Dinge, die ich in fast 30 Jahren als Gärtner selbst beobachtet habe. Ich habe damit gute Erfahrungen gemacht.

Manche Dinge sollte man auch einfach nur mal in der Natur beobachten. Ein vollsonniger Natur-Standort für jüngere Gehölze ist eher die Ausnahme, zumindest hier in der Region. Darum ist Vollsonne nicht unbedingt zwingend besser. Ein Halbschatten (Naturstandort Waldrand z.B.) ist die Normalität.
Wir Bonsaianer haben aber die Möglichkeit der Wahl. Ich empfehle daher einen sonnigen Standort, im Hochsommer aber Halbschatten oder Schatten. Ebenso die ersten Wochen nach dem Umpflanzen mit scharfem Wurzelschnitt. :)
Liebe Grüße
Frank *up*
PeWe
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Re: Sorgenkind

Beitrag von PeWe »

danke Frank, an die erhöhte Salzkonzentration im Substrat hatte ich nicht gedacht. Ich werde Eure Tipps beherzigen und hoffen, dass mein Mädchen überlebt - ist mir nämlich ziemlich ans Herz gewachsen.
Über Erfolg oder Misserfolg werde ich Euch auf dem Laufenden halten.

LG
Pit
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Kränzle S.
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Re: Sorgenkind

Beitrag von Kränzle S. »

Bei der Standortwahl nch Umtopfaktionen hört man immer zwei Meinungen, ich denke, dass dsa Argument der Schalenerwärmung durch Sonne und dadurch bedingtes, schnelleres Wurzelwachstum ein sehr einleutendes ist. Auch bei Sylvestris und Mugos hab ich damit bisher nur gute Erfahrungen gemacht.
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Frank Abbing
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Re: Sorgenkind

Beitrag von Frank Abbing »

Liegt halt auch an der Pflanze. Hauptsächlich betrifft das üppig belaubte Laubbäume - Nadelbäume verdunsten ja weniger. Ich habe aber gute Erfahrungen damit gesammelt. So überleben oft sogar fast wurzellose Pflanzen.
Liebe Grüße
Frank *up*
TeKiller
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Re: Sorgenkind

Beitrag von TeKiller »

hallo,
ich habe auch eine kiefer, die schon länger teilweise gelbe nadelspitzen hat. ansonsten scheint sie gesund zu sein und treibt gut aus. wo genau kriegt man das eisenpulver her und wie heisst es? wenn ich eisnpulver google krieg ich nur sachen für chemie und so.
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zopf
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Re: Sorgenkind

Beitrag von zopf »

Hallo
Eine Möglichkeit ist Ferramin von Neudorff.
mfG Dieter
grüsse an die bewohner von melmac
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