Neulich in der Baumschule...

Für ungeklärte(!) Fragen zum Bonsai-Einstieg und den Anfangsjahren. SUCHEN, LESEN, DENKEN und nur POSTEN,
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Heike_vG
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Re: Neulich in der Baumschule...

Beitrag von Heike_vG »

Das ist ja überall in der Wirtschaft so, dass die Interessen der Produzenten und Verkäufer andere sind als die eigentlichen der Konsumenten, die man sich zu ständigen Wieder-Käufern zu erziehen sucht.
Die Leute sollen möglichst schnell ihre Autos, Elektro- und Elektronikartikel verschrotten und neue kaufen, das wahnsinnig schön machende Super-Pipapo-Shampoo schon kaufen, ehe die alte Flasche der Konkurrenz oder des Vorgängerprodukts leer ist, die Jugendlichen ihre Hilfiger-Pullis verschmähen, weil jetzt Hollister in ist u.s.w.
Warum soll das bei Pflanzen anders sein... bei einjährigen geht es ja noch, aber bei mehrjährigen und Gehölzen tut es mir immer richtig leid, wie die Lebewesen verschlissen werden. Auch wenn die Industrie das so will. (Von Tieren will ich gar nicht erst anfangen :-x )

Bonsai ernsthaft betrieben ist da ein schöner Gegenpol. Es kommt aus der Verehrung der Natur und speziell der Bäume aus der asiatischen Kultur und Religion und es hat viele für mich sehr angenehme Aspekte. Im Gegensatz zu unserem sonstigen schnellen, status- und konsumverliebten und vom Jugendwahn geprägten Leben wird bei Bonsai sichtbares Alter, die Schönheit des Unvollkommenen, gepflegte Gebrauchsspuren und langjährige Erfahrung und Geduld der dazugehörigen Leute hoch geschätzt.
Wir wollen unsere Bäume über Jahrzehnte täglich sorgsam pflegen und ihnen viel Aufmerksamkeit geben, sie reifen sehen von Jahr zu Jahr, ihre Bedürfnisse immer besser und sicherer verstehen und erfüllen und uns daran freuen, dass es eine Art Dialog mit dem Baum gibt. Ich mache einen Eingriff und er beantwortet ihn so, wie ich es erwartet und gewünscht habe, darauf reagiere ich wieder u.s.w.

Wenn jemand einen 50 Jahre gepflegten und gestalteten Bonsai nicht wertschätzen kann und mag, dann hat er noch nicht verstanden, worum es bei Bonsai eigentlich geht. Muss sicher auch nicht jeder, es gibt ja viele Möglichkeiten, sich an Pflanzen zu erfreuen.

LG, Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland
Queerkopf
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Re: Neulich in der Baumschule...

Beitrag von Queerkopf »

Hallo Heike

Ich schätze den 50 Jahre alten bonsai durchaus, nur er wäre bei anderen einfach besser untergebracht. Also ich versuche mich da mit meinen abstrakten Vorstellungen doch lieber an nicht so wertvollen Teilen. Ich werde mich den sommer mal dran machen und einiges aus der natur holen und abstossen wenn es klappt. Für mich ist ein Bonsai mehr eine Arterhaltung, man könnte sich mit ein paar gewächshäusern die gesammten Artenvielfalt aller apfelsorten auf dauer erhalten. Da muß man keine samen im ewigen Eis sammeln und dauernd erneuern und hunderte millionen verbraten. Ich mag Bonsais seit jahren und habe immer sehr schlechte randbedingungen. Fenster zur falschen seite, hatte noch nie einen Garten und wohnte meistens im keller ohne Fenster. Ich möchte halt etwas anderes von meinen Bonsais. Mir geht um ne schöne Terrarien- oder Paludariumgestaltung!Also ich kann mit lug und trug locker leben, weil es mir mehr darum geht den tieren ansprechende lebensräume zu bieten und ich finde das wiederspricht sich nicht. Ich mag starke beleuchtungen in Aquarien oder terrarien und Pflanzen gedeihen dort auch ganz gut. Warum sollte ich nicht das eine mit dem anderen Kombinieren. Für mich hat ein verhunzter gepfropfter und abgemosster Baumarktbonsai mehr potential als ein echter bonsai. Allerdings nur weil er bei mir halt anderen Kriterien standghalten muß. Mir gefällt der gedanke besonders gut wenn der stamm so dick ist das das tier sich einfach auf die rückseite des Stammes zurückziehen kann um sich sicher zu fühlen wenn ich mich vor dem terrarium bewege. Mir langt es auch wenn die krone dicht genug ist um diesen schutz zubieten, dabei ist das verhältnis der einzelenen Astdicken egal.
Bin vorhin über einen beitrag zu Tanuki gestossen und werde mich mal daran versuchen. Ich sehe da für meine Zwecke potential. Vielleicht schaffe ich es nen großen Totholzbereich in die " kronenregion" meines terrariums zu bringen den ich mit aufsitzerpflanzen besiedeln kann und es wirken zu lassen wie als wenn der "Baum" noch lebt.ich werde mal über ne ne schöne hartholzwurzel einige ficus Stecklinge arangieren. Vielleicht sieht das nach ner weile interessant aus wenn sie luftwurzeln bilden die ins wasser wachsen.und ich habe bereiche wo andere pflanzen wachsen können die eigentlich auch so leben. Ich möchte zum Beispiel den boden vollstängig überwuchern lassen. Ich züchte mir da gerade einige Teppiche aus Soleiroli a soleirolii (Bubikopf) die einen Moosersatz bilden sollen. Wie das genau laufen wird weiß ich noch nicht, weil ich eigentlich nicht möchte das sich die wurzeln der arten vermischen. ich hoffe mit mehreren ebenen aus Glas und eigener bewässerung für jede Ebene die bereiche ohne die optik zu stören zu überlagern.Auch mit den Substarten will spielen und trockene oder nahrstofflosse Bereiche schaffen damit die pflanzen nicht zu den anderen wachsenKann durchaus sein das ich mit lavasteinen oder Kiseln arbeite um bestimmte wirkungungen zu erzielen. Unterbewuchs bei eine beckenhöhe von über 1 meter und dichten kronen bewuchs wird auch noch ne sache für sich. Kann sein das ich neonröhren unten zusätzlich anbringen muß um da genug licht zu haben. und die müssen dann wieder kaschiert werden und nicht sichtbar sein. Ich denke dabei an überhängende Felsvorsprünge aus PUschaum. Vielleicht kannst du jetzt besser meine aussage verstehen warum mir ein "billiger Baumarkt Bonsai" besser ins konzept paßt als ein wertvoller Bonsai.
Ich habe noch sowas wie einen efeu der ficus Art. Den werde ich mal nen Ficus stamm rauf kriechen lassen.

cya

ps das heißt aber nicht das ich das Wissen das erreichbar ist nicht nutze oder anwenden will. Ich hab halt nur ewas anders im Sinn, ich hoffe dich stört meien ganz persöhnliche sicht auf meine bonsis nicht:
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Heike_vG
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Re: Neulich in der Baumschule...

Beitrag von Heike_vG »

Dein erster Satz lässt es schon ganz anders erscheinen. 8) Jedem das seine!

LG, Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland
ap0phis
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Re: Neulich in der Baumschule...

Beitrag von ap0phis »

Ich glaube, dann wäre aber auch der Begriff "Bonsai" nicht angebracht, sondern eher Gestaltung mit Pflanzen. Um Bonsai im strengeren Sinne geht es dann bei der Terrariengestaltung ja gar nicht.

VG, Elmar.
Man benötigt entweder viel Geld oder viel Geduld.
Queerkopf
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Re: Neulich in der Baumschule...

Beitrag von Queerkopf »

Warte mal ab was dabei rauskommt. Wenn die luftwurzeln so wuchern wie ich das von anderen Zimmerpflanzen wie der Efeutute kenne, dann gehen meine teile locker als bonsais durch. Habe heute nen zweiten aufgetrieben in der selben größe, leider wurde er gar nicht gepflegt und wucherte wohl zwei Jahre vor sich hin. Stand auch noch ungünstig und wurde wohl öfters in der geärtnerei beim gießen vergessen. Schön ist das teil nach normalen Kriterien sicherlich noch nicht, aber mal schauen wie sich das entwickelt. Ich werde mir aber auch ein paar Standartbonsais zulegen oder machen.

Ich wundere mich sowieso das sowenig kombiniert wird. Uferbäume haben doch zum Beispiel die auffälligsten und schönsten wurzeln. Flechten werden ja schon an Bonsais gehalten aber da gibt es auch viel mehr Pflanzengattungen wie farne, Bromelien Orchideen, etc die den Bäumen gar nicht schaden! Epyphytenstämme sind in der terraristik schon vor jahrzehnten gemacht worden.

In meinem ungenutzten keller kann ich das fenster aufmachen und doch einheimische Bäume überwintern. Mal schauen wie die im Innenbereich mit Kunstlicht überleben.

cya

Ps dann betone ich in Zukunft meine speziellen Bonsais wohl öfters mit anführungsstrichen. lol
ap0phis
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Re: Neulich in der Baumschule...

Beitrag von ap0phis »

Hi,

ich finde diese Arbeit prinzipiell gut, da ich auch normale Zimmerpflanzen gerne kombiniere und gestalte. Ich geb' Dir im übrigen recht, wenn alle Leute ihre Pflanzen so verhätscheln würden, wären die im Gartencenter deutlich teurer. Viele Leute machen sich daher nicht die Mühe, z. B. eine Gloxinie oder ein Hippeastrum zu überwintern.

VG, Elmar
Man benötigt entweder viel Geld oder viel Geduld.
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