ich habe vor kurzem einen Acer palmatum erstanden. Höhe ca. 70cm. Ich bin total verliebt in den Baum. War ein Schnäppchen und doch für mich eine riesige Investion. Für viele ist der Baum sicherlich nicht perfekt, aber für mich strahlt er einfach das pure Leben aus
Mich stört eigentlich nur eines. Und zwar sind das die Knubbel am Stamm. Hier sind die Äste unschön entfernt worden. Gerade oben sieht das wirklich unschön aus, da der Stamm sich nicht richtig verjüngt. Er ist nicht glatt genug für mich und wirkt oben sehr jung.
Ich frage mich, ob ich es wagen kann die Knubbel mit der Konkavzange abzumildern.
Meint ihr das könnte klappen und falls ja sollte ich lieber langsam machen und nur eine Stelle behandeln oder könnte ich mehrere Stellen gleichzeitig bearbeiten?
Für Tipps wäre ich dankbar, da ich auf keinen Fall den Baum zu sehr schwächen möchte.
die ganz großen Knubbel würde ich nicht nachschneiden, die müsstest Du sehr tief ausschneiden, damit Du eine Verbesserung nach der darauf folgenden Überwallung erzielst. Das würde sehr große Wunden ergeben. Da würde ich mal ein paar Jahre warten, dann sollte das von alleine schon besser werden.
Du solltest aber solche wie die die kleineren Stellen ( im Bild rot markiert) mit einer Konkavzange sauber nachschneiden, am besten anschließend noch mit einem Skalpell oder sehr scharfen Messer die Wundränder glattschneiden. Das bringt sehr viel, und nach ein bis zwei Jahren sind solche Stellen komplett glatt verheilt. Von solchen Stellen kannst Du viele auf einmal behandeln.
Bei der obersten Spitze könnte man auch überlegen, ob man da nicht auf einen Ast absetzt, d. h. die Spitze austauscht. Man kann es nicht so gut erkennen, aber da scheinen zumindest einige Äste raus zu müssen, sonst verschlimmert sich dort das Knubbel-Problem mit der Zeit.
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Wenn im Wald ein Baum umfällt und niemand ist da der es hört, macht's dann ein Geräusch?
positiv fällt mir an diesm Ahorn auf:
1. Der gute Nebariansatz
2. Die Bewegung im unteren Stammdrittel,
und das ist schon mal das Wichtigste an einem aufzubauenden Ahorn.
Für den versierten Ahorngestalter sind die Probleme im mittleren und oberen Stammabschnitt nicht wirklich schwerwiegend, ist alles nur eine Zeitfrage. Bevor aber zur Tat geschritten wird, sollten in einem AK oder in einem Seminar zur Potentialerkennung von Erfahrenen die Weichen für die weitere Reise gestellt werden...der Baum ist es wert.
Der Vorbesitzer hat zwar einiges weggeschnitten, aber eine glückliche Hand scheint er hierbei nicht gehabt zu haben.
Beste Grüsse,
Heiner
Ein Tag ohne Beschäftigung mit Bonsai ist ein verlorener Tag!
um das wirklich gut beurteilen zu können, muss man den Baum vor sich stehen haben und auch drehen können.
Was Du auf jeden Fall machen kannst (musst), ist im oberen Bereich einen von den beiden gegenständigen Ästen rauszuschneiden (s. Bild). Der ist eh zu dick und ergibt zusammen mit dem anderen gegenständigen Ast einen dieser Knubbel, der immer dicker wird. Ich würde den nicht bis zum Stamm abschneiden, da unterhalb eine lebende Knospe zu sein scheint. Die würde ich wachsen lassen, aber nicht zu stark (pinzieren /Rückschnitt), damit der Ast nicht wieder zu dick wird, das kann viel schneller passieren, als man so denkt.
Wenn dieser neue Ast in 2 Jahren einigermaßen "sichtbar" geworden ist, kannst Du den gegenständigen auf der anderen Seite abschneiden. Der ist auch schon eher zu dick.
Wenn Du Glück hast, werden sich im Kronenbereich über die Jahre immer mal wieder Knospen bilden, aus denen Du neue, dünnere Kronenäste ziehen kannst. Dann kannst du immer nach und nach einen von den jetzt vorhandenen dicken Ästen rausschneiden und das entstehende Loch mit den neuen Ästen auffüllen.
Eventuell kannst Du die Krone auch auf einen Nebenast absetzen, den Du aber sehr stark hochbiegen müsstest.
Nach solchen starken Rückschnitten verjüngen sich die Bäume aber sehr stark und bilden an den Schnittstellen sehr wüchsige Triebe, die kaum zu kontrollieren sind und riesige Internodien machen (das Ergebnis einer solchen Aktion hast Du vor Dir).
Du solltest auch auf jeden Fall jetzt schauen, wo Du in den Kronenästen auf feinere Zweige absetzen kannst. Schneide jetzt dort, sonst werden Deine Kronenäste sehr schnell dicker und bald zum echten Problem.
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Wenn im Wald ein Baum umfällt und niemand ist da der es hört, macht's dann ein Geräusch?
Wie man auf den unteren Bildern sieht, habe ich zwei gegenständige Äste in zwei Ebenen. Also übereinander. Dort verfahre ich dann wohl genauso, oder?
Wie sollte der Schnitt denn erfolgen. Um den Stamm glatt zu bekommen muss ich ihn nach dem Entfernen des Astes, vermutlich mit dem Messer an den Kanten komplett nachschneiden, damit die Außenkontur schon einem runden Stamm entspricht, oder? Ist so eine große Fläche, dann aber nicht zu viel um vom Baum verkraftet zu werden?
Ich kann hier ja die Äste entfernen und vielleicht im Herbst, wenn die Blätter ab sind, nach den weiteren Schritten fragen. Eventuell auch in einem Arbeitskreis. Ich denke auch, dass es deutlich einfacher ist, wenn der Baum vor einem steht.
Wie man auf den unteren Bildern sieht, habe ich zwei gegenständige Äste in zwei Ebenen. Also übereinander. Dort verfahre ich dann wohl genauso, oder?
Bei zwei dicken gegenständigen Ästen einen wegschneiden. Aber den Richtigen
Bon hat geschrieben:Wie sollte der Schnitt denn erfolgen. Um den Stamm glatt zu bekommen muss ich ihn nach dem Entfernen des Astes, vermutlich mit dem Messer an den Kanten komplett nachschneiden, damit die Außenkontur schon einem runden Stamm entspricht, oder? Ist so eine große Fläche, dann aber nicht zu viel um vom Baum verkraftet zu werden?
Ich schrieb ja, bei dem wegzuschneidenen Ast die Knospe stehen lassen, also nicht bis zum Stamm wegschneiden! Auch zum Nachschneiden mit scharfen Messer habe ich mich schon geäußert. Lies doch bitte nochmal nach.
Grüße
Wenn im Wald ein Baum umfällt und niemand ist da der es hört, macht's dann ein Geräusch?
Jetzt hab ich ihn mir nochmal genauer angesehen und bin mir nicht sicher, ob das eine austreibende Knospe ist, die du da erkannt hast.
Ich warte lieber noch ein paar Tage. Nicht, dass ich hier Äste wegnehme und dann kein Ersatzast austreibt. Dann hätte ich ein riesen Loch im Baum.
Optisch glaube ich müsste, ich auf beiden Ebenen die Äste auf einer (der anderen) Seite wegschneiden. Sonst wäre hier wirklich ein großes Loch ohne potentiellen Neuaustrieb.
Auf dieser Seite hätte ich zumindest schon einen neuen Ast, der das entstehende kleinere Loch ausfüllen könnte.
Also ich weiß nicht, ob man sowas jetzt nur nach Fotos und Forum machen sollte.
Besser und sicherer wäre es, den Baum zu einem AK oder Workshop mitzunehmen und sich da in natura und 3D von erfahrenen Leuten beraten und helfen zu lassen.
LG, Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...