hier zwar mein erster Post, aber passiv verfolge ich das Forum schon seit mehreren Jahren.
Erstmal eine tiefe Verbeugung vor der engelsgleichen Geduld, mit der auch der x-te blätterverlierende Ficus hier Zuwendung findet! Das ist wirklich inspirierend und Respekt würdig!
Weiter so!
Theoretisch beschäftige ich mich schon seit vielen Jahren mit der Materie Bonsai, allerdings habe ich erst seit einem Jahr die Vorraussetzungen, ein paar Außenstellplätze zu bieten und mich somit auch mal an die Praxis zu wagen.
Genug der Vorrede, in einem (sehr empfehlenswerten!) Berliner Pflanzen-Reste-Markt, in dem für minimalste Preise die ungewollten Übrigbleibsel der Baumärkte etc. verkauft werden, habe ich einen bemitleidenswerten Fukientee gefunden, dessen ich mich für ganze 1,90 € entschied, anzunehmen.
Sicher bekommt man immer wieder überall den guten Rat, so etwas nicht zu machen, da es insbesondere für Anfänger nicht lohnenswert ist, und die hässliche Schlangenform habe ich auch nie unterstützen wollen. Letztendlich bewog mich dazu, ihn doch mitzunehmen, dass er trotz des jämmerlichen Zustands bereits wieder dabei war, fleißig auszutreiben und die S-Form durch eine anständige Verjüngung doch immerhin eine der besseren ist.
Außerdem - "Unterlassene Hilfeleistung ist ein Straftatbestand"
Meine Erste-Hilfe-Maßnahmen:
- ordentlich gewässert (er war staubtrocken)
- Blattläuse (oh ja, leider erst zu Hause bemerkt) erfolgreich mit milden Mitteln bekämpft
- eingewachsene, verrostete Drahtreste möglichst vorsichtig entfernt
- an einem windgeschützen, halbschattigen Platz an die Sonne gewöhnen
- viel, viel Ruhe und Wellness
Außerdem gibt es, wie unten auf den Bildern zu sehen, eine riesige Kappungswunde, die natürlich nicht ordentlich versorgt wurde. Ein Großteil des Stumpfes hing noch faulig darin, außerdem hat ein cleverer Chinese einfach die alte Rinde darüber gelegt und einen Draht drum gewickelt, um die Stelle zu verdecken. Somit hat auch das Holz darunter angefangen zzu gammeln. Diese Stelle habe ich möglichst ordentlich bereinigt und alles faulige Holz entfernt. Jetzt sieht man zwar für sicher viele Jahre diese unschöne Wunde, aber die Überwallung hat ja schon begonnen.
Nun zu meinen eigentlichen Fragen:
Ob man es glaubt, oder nicht, aber der wackere Fuki will gerne blühen! Er hat zwar auch einige Blätterknospen gebildet, aber er bringt auch neue Blütenansätze hervor. Sollte man ihn damit gewähren lassen, oder die Blüten lieber frühzeitig entfernen, damit er seine volle Kraft in die Regeneration und Blattbildung steckt?
Was noch dazu kommt, steckt er ja, wie man auf den Bildern sieht, in einem ganz normalen Plastikblumentopf. Ich habe ihn so bekommen! Meine Sorge ist, dass durch das doch sehr reichliche und sicher nicht gute "Substrat" (eine Art Blumenerde-Sand-Mischung, wie es scheint) die Wurzeln zu faulen anfangen, bis die reguläre Zeit zum Umtopfen gekommen ist. Ich habe ihn mal vorsichtig rausgehoben und auch ein bisschen von der oberen Erdschicht gelöst, und es scheint, dass der Stammteil unter der Erde sogar schon ziemlich im Mitleidenschaft gezogen ist.
Also, Notfall-Umtopfen? In eine Trainingsschale mit viel Akadama? Die alte Erde (täusch ich mich, oder riecht sie muffig?) vorsichtig ausspülen, vergammelte Wurzeln entfernen und dann Daumen drücken?
Und, last but not least - wenn hier allgemein PRO Notfall-Umtopfen gestimmt wird bzw. auch für die Zukunft - was haltet ihr davon, Ansicht 1 als Vorderseite zu nehmen?
Die Schlangenform wäre dann optisch abgeschwächt, und die olle Schnittwunde verschwindet förmlich.
Schonmal vielen Dank im Vorraus für eure Tipps, und einen schönen sonnigen Sonntag!
Christina
Hier noch die Bilder nach den o.g. Erste-Hilfe-Maßnahmen. Von dem vorherigen Zustand gibt es keine, die wären auch zu traurig.
