Rückknospung Fächerahorn

Für ungeklärte(!) Fragen zum Bonsai-Einstieg und den Anfangsjahren. SUCHEN, LESEN, DENKEN und nur POSTEN,
wenn Du selbst KEINE ANTWORT GEFUNDEN hast
Antworten
fabiof
Beiträge: 7
Registriert: 19.06.2013, 16:03

Rückknospung Fächerahorn

Beitrag von fabiof »

Hallo liebe Bonsai-Community,

ich hätte da mal eine Frage bezüglich des Rückknospungsverhalten von Acer palmatum:
Mein noch junger Deshojo hat im unteren bereich einen Ast mit einem sehr langen ersten Internodium direkt am Stamm.
Ich möchte diesen Ast eigentlich als untersten verwenden, jedoch möchte ich ihn schon viel näher am Stamm verzweigt haben.
Ich habe festgestellt, das junge Zweige eigentlich nur zwischen Internodien Rückknospen: Ist es nun nicht möglich eine neue Knospe näher am Stamm als beim erste Internodiumsende zu erhalten?
Habe ich bessere Chancen wenn ich den Ast erst ein paar Jahre dick werden lasse, und dann zurückschneide? Ist es sozusagen möglich dass schlafende Knospen "nachrutschen"? Oder sind diese bereits jetz schon vorhanden, nicht nur auf höhe des Internodien-Endes?
Ich habe mir auch überleget den Ast abzutrennen und somit eine neue Knospung gleich am Stamm zu erzwingen, und so einen neuen untersten Ast aufzubauen. Dadurch würde dieser aber im Verhältnis zu den anderen Ästen was Dicke angeht immer "hinterherhinken", darum wäre das nicht meine erste Wahl.
Ich bin noch nicht sehr Bonsai-erfahren und wäre um Antworten / Korrekturen sehr froh!

Vielen Dank,

Grüsse Fabio
fabiof
Beiträge: 7
Registriert: 19.06.2013, 16:03

Re: Rückknospung Fächerahorn

Beitrag von fabiof »

Hmm irgendwie kriege ich hier keine Antworten... kann es sein dass meine Frage nicht verständlich genug war? Ich Poste hier mal noch ein Bild der Äste um es zu verdeutlichen und ein Bild des gesamten Baumes, vielleicht liege ich mit meinen Gestaltungsideen sowieso falsch oder jemand hat eine bessere Idee.
Kann es sein das die Verdickung am rechten Ast eine mögliche Knospe wäre? Sieht für mich wie ausgerissen aus... kann es sein das da trotzdem eine neue Knospe gebildet wird?

Vielen Dank,

mit freundlichen Grüssen
Fabio
Dateianhänge
Unterste Äste Deshojo, rechte Knospe ausgerissen?
Unterste Äste Deshojo, rechte Knospe ausgerissen?
Der Deshojo. Ich weiss er ist noch ein ziemliches Mauerblümchen ;)
Der Deshojo. Ich weiss er ist noch ein ziemliches Mauerblümchen ;)
Hans-Peter
Beiträge: 23
Registriert: 23.08.2006, 11:15

Re: Rückknospung Fächerahorn

Beitrag von Hans-Peter »

Hallo,
wenn du diesen Ast als ersten, wichtigsten Ast verwenden willst solltest du ihn schon jetzt in die entsprechende Position bringen. Und für vitales Wachstum ist ein größerer Topf hilfreich. Umsetzen kannst du jetzt noch. Nicht vergessen den Baum zu befestigen. Wenn die Grundstruktur stimmt und der Baum gesund ist kannst du schneiden und jede Menge schlafender Knospen werden austreiben. Thema Rücktrocknung beachten und lesen hilft.
Gutes Gelingen!
Benutzeravatar
Thomas L.
Beiträge: 133
Registriert: 04.02.2013, 15:11
Wohnort: Hamburg

Re: Rückknospung Fächerahorn

Beitrag von Thomas L. »

Bei meinem Deshojo habe ich aus gleichem Grund heraus, alle Triebe bis Ende Juni an besagtem Ast ungehindert wachsen lassen und dann komplett den Neuaustrieb zurück geschnitten.
Der Ast haut Knospen an allen Stammnahen Internodien raus! Das passt auf keine Kuhhaut! ;-)
Grüße aus Hamburg!
Thomas L.
Eva Warthemann
Beiträge: 3578
Registriert: 11.01.2004, 18:10
Wohnort: Kleinstadt in Sachsen/Anhalt

Re: Rückknospung Fächerahorn

Beitrag von Eva Warthemann »

Hallo Fabio!
Wenn Du den besagten Ast zurückschneiden möchtest, dann sollte die Stelle (Roter Kreis) stehen bleiben. In dem Bereich (blauer Strich) wird es keine Rückknospung geben. Da dort keine Knospenanlagen vorhanden sind.
Nur an den Stellen wo mal ein Blattpaar vorhanden war, gibt es schlafende Knospen. Das betrifft auch andere Baumarten.
Liebe Grüße Eva Warthemann
Dateianhänge
Internodien3 bearb..jpg
Internodien3 bearb..jpg (77.74 KiB) 2325 mal betrachtet
An Mitgift ist noch keiner gestorben
Mitglied im BCD
Benutzeravatar
fritze
Beiträge: 1539
Registriert: 19.08.2010, 22:13
Wohnort: bei karlsruhe
Kontaktdaten:

Re: Rückknospung Fächerahorn

Beitrag von fritze »

hallo fabio,

du kannst natürlich jetzt schon schneiden und damit versuchen , eine verzweigung aufzubauen. dann solltest du aber unbedingt auch im oberen bereich etwas tun. auf deinem bild sieht es so aus, als würden über dem besagten ast 4 äste auf einer höhe entspringen. wenn du unten schneidest und oben durchtreiben lässt, könnte über deinem ersten ast eine inverse verjüngung entstehen, die du sicher nicht willst.

etwas tiefer, direkt am knick, ist ein aststummel. diesen wirst du ja sicher entfernen und sauber bis ins gesunde holz schneiden. dann werden dort sicher auch knospen entstehen. dort könnte der erste ast doch auch passen. dann kannst du den besser verzweigten zweiten ast auf der anderen seite nehmen. der baum würde dann deutlich kleiner werden.

als grobe skizze habe ich ein bild angehängt.
viel spass mit deinem bäumchen
Dateianhänge
deshojo.jpg
deshojo.jpg (64.84 KiB) 2252 mal betrachtet
liebe grüße
christian

Instagram: krachkunst_der_fritz
fabiof
Beiträge: 7
Registriert: 19.06.2013, 16:03

Re: Rückknospung Fächerahorn

Beitrag von fabiof »

Hallo Zusammen,

Vielen Dank für die hilfreichen Rückmeldungen!
Der Ahorn wurde stark zurück geschnitten und hat bereits nach einer Woche einen haufen Knospen gebildet!
@ Eva: Danke, genau das Beantwortet meine Frage! (Leider ist an der Stelle doch keine neue Knospe gekommen :( )
@ Fritze: Danke vielmals für das kleine Virtual! Problem ist jedoch: Der "Aststummel" ist der überbleibsel der Pfropfstelle...
auch Plane ich den Deshojo einiges grösser, desshalb will ich sowieso keinen Ast so tief. (Ja ich weiss, das kann einige Jahre dauern.. kein Problem, ich habe Zeit :) )

Liebe Grüsse, Fabio
Eva Warthemann
Beiträge: 3578
Registriert: 11.01.2004, 18:10
Wohnort: Kleinstadt in Sachsen/Anhalt

Re: Rückknospung Fächerahorn

Beitrag von Eva Warthemann »

Hallo Fabio!
So schnell entwickeln sich die neuen Blattknospen nicht.
Um den Baum größer zu bekommen, sollest Du Dir überlegen ihn für ein paar Jahre in einen Teichpflanzkorb zu setzen. Das hat den Vorteil das der Ahorn genügend Platz für seine Wurzeln hat, so das er gut wachsen kann, des weiteren die feinen Wurzeln bleiben kurz und in Stammnähe.
So verfahre ich zum Beispiel mit meinen abgemoosten Fächerahörnern. Ich schau mal ob ich den Beitrag von mir finde und hänge ihn hier an.
Schau mal bitte hier rein: viewtopic.php?f=8&t=25816&p=267359&hilit=Acer+Palmatum+abgemoost
Liebe Grüße Eva Warthemann
An Mitgift ist noch keiner gestorben
Mitglied im BCD
fabiof
Beiträge: 7
Registriert: 19.06.2013, 16:03

Re: Rückknospung Fächerahorn

Beitrag von fabiof »

Hallo Eva,
genau das hatte ich auch nächsten Frühling vor.
Dazu hätte ich noch einige Fragen:
-Was genau ist der Vorteil eines TPK gegenüber einem normalen Pflanzentopf der selben grösse?
-Ziemlich weit unten hat der Stamm einen Knick, gefolgt von einem recht langen, geraden Stammstück. Ist das für die spätere Gestaltung (Ziel ist eine freie aufrechte Form) brauchbar, gibt das dem Baum also Charakter, oder wird es nur unruhig und unbalanciert wirken? (Ich weiss zwar, dass der Knick durch Dickewachstum weniger "abrupt" wirken wird mit der Zeit, bin mir aber trotzdem nicht sicher ob der gut aussieht, da es dort ja keine Äste haben wird...)
Ansonsten würde ich vor dem Umtopfen den kleinen oberhalb der Pfropfstelle abmoosen.

Vielen Dank, mit freundlichen Grüssen Fabio

(anbei noch ein kleines Update)
Dateianhänge
20.7.13 Austrieb nach starkem Rückschnitt
20.7.13 Austrieb nach starkem Rückschnitt
Eva Warthemann
Beiträge: 3578
Registriert: 11.01.2004, 18:10
Wohnort: Kleinstadt in Sachsen/Anhalt

Re: Rückknospung Fächerahorn

Beitrag von Eva Warthemann »

Hallo Fabio!
Wo genau ist denn die Propfstelle? Am Knick?
Was genau ist der Vorteil eines TPK gegenüber einem normalen Pflanzentopf der selben grösse?
Das hat den Vorteil das der Ahorn genügend Platz für seine Wurzeln hat, so das er gut wachsen kann, des weiteren die feinen Wurzeln bleiben kurz und in Stammnähe.
Im normalen Topf bilden Bäume sehr lange Wurzeln, die dann am Topfboden einen Wurzelring bilden, dieser muß beim Umtopfen entfernt werden.
Wir benötigen aber Faserwurzeln in Stammnähe.
Liebe Grüße Eva Warthemann
An Mitgift ist noch keiner gestorben
Mitglied im BCD
fabiof
Beiträge: 7
Registriert: 19.06.2013, 16:03

Re: Rückknospung Fächerahorn

Beitrag von fabiof »

Hallo Eva,

Ja die Pfropfstelle ist sozusagen der Knick (der deshojo-reiss wurde schräg in den a. Palmatum gepfropft).
Verstehe ich das richtig: im Pflanzentopf wachsen die Wurzeln viel länger, bis sie sich zu verzweigen beginnen? Im TPK kriegen wir stammnähere Verzweigung da die Wurzelspitzen früher herausragen (z.B. Im oberen Bereich).

Vielen Dank für die vielen schnellen Antworten!
Liebe Grüße Fabio
Benutzeravatar
achim73
Freundeskreis
Beiträge: 11686
Registriert: 30.07.2006, 00:53

Re: Rückknospung Fächerahorn

Beitrag von achim73 »

im tpk wachsen die wurzeln bis zum rand, veröden dort aber, da dort durch die löcher luft hinkommt. dadurch wachsen von innen her neue nach.
das hat ausserdem irgendwann den vorteil, dass diese wurzeln das nebari nach aussen ziehen.
im topf wachsen sie einfach immer innen am schalenrand entlang.

die pfropfstelle solltest du in ruhe lassen, diese pfropfung hat den intergrund, dass die ahornvarietäten auf den wurzeln der wildform wesentlich kräftiger und wüchsiger sind.
Gruss, Achim
"Der kürzeste Weg zum Glück ist der Weg in den Garten"
chinesische Weisheit
fabiof
Beiträge: 7
Registriert: 19.06.2013, 16:03

Re: Rückknospung Fächerahorn

Beitrag von fabiof »

Vielen Dank Achim, das leuchtet ein! Ein permanenter Wurzelschnitt quasi...
In dem Fall werde ich beim Umtopfen nächsten Frühling die Wurzeln so bearbeiten, um ein gutes Nebari vorzubereiten.
Macht es Sinn trotz TPK ein Stück Holz unter den Wurzelansatz zu legen?

Liebe Grüsse Fabio
Antworten