Hainbuche Mehrfachstamm

Allgemeine Philosophie, Stilarten, Techniken, Vorstellung und Besprechung von Rohmaterial sowie lose Sammlung von Entwicklungs-Dokus
RoTown
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Re: Hainbuche Mehrfachstamm

Beitrag von RoTown »

Eva Warthemann hat geschrieben:Hallo Ralf!
Ich kann nur hoffen, das Du bei deinem Plan bleibst und nicht diesen radikalen Schnitt machst.
Dem Baum muß man einfach seine Krone belassen, er hat sie sich selbst vorgestaltet. Große Schnitte würden ihn nur verunstalten.
Liebe Grüße Eva Warthemann
Also wenn man nur belassen würde, was die Natur vorgestaltet, und größere Eingriffe nur verunstalten würden, könnte man sich das Thema Bonsai gleich sparen. Ich finde, viele schöne Bäume verschenken Potential, weil der Gestalter sich nicht traut weit genug zurück zu schneiden. Dann wird 10 Jahre lang gestaltet, und wenn ihnen bei Einer Besprechung gesagt wird, daß alles was sie jahrelang aufgebaut haben geschnitten werden muß, bricht für sie eine Welt zusammen. Ich persönlich versuche mir vorzustellen wie groß der Baum am Ende sein soll, und dann schneide ich auf die Hälfte davon zurück.
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Dirk K. aus L.
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Re: Hainbuche Mehrfachstamm

Beitrag von Dirk K. aus L. »

RoTown hat geschrieben: Also wenn man nur belassen würde, was die Natur vorgestaltet, und größere Eingriffe nur verunstalten würden, könnte man sich das Thema Bonsai gleich sparen. Ich finde, viele schöne Bäume verschenken Potential, weil der Gestalter sich nicht traut weit genug zurück zu schneiden. Dann wird 10 Jahre lang gestaltet, und wenn ihnen bei Einer Besprechung gesagt wird, daß alles was sie jahrelang aufgebaut haben geschnitten werden muß, bricht für sie eine Welt zusammen. Ich persönlich versuche mir vorzustellen wie groß der Baum am Ende sein soll, und dann schneide ich auf die Hälfte davon zurück.
Es ist sehr erfrischend, solche Zeilen hier zu lesen!

Gruß, Dirk
Der wahre Weg geht über ein Seil, das nicht in der Höhe gespannt ist, sondern knapp über dem Boden. Es scheint mehr bestimmt stolpern zu machen, als begangen zu werden. (Franz Kafka)
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zopf
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Re: Hainbuche Mehrfachstamm

Beitrag von zopf »

Hallo Dirk
Ein radikales Rückschneiden wie von Dir vorgeschlagen,
würde zu großen Schnittstellen führen,
die wenn überhaupt nur langsam zuwachsen würden.
Ein langsames, über Jahre führendes, Zurückentwickeln
und dann ein Neuaufbau, dürfte langfristig zu einem qualitativ besseren Baum führen.
Allerdings bedarf es jetzt schon eines klaren Entwurfs
um den Baum, im Späteren, im Hinblick auf ein idealisiert, natürliches Erscheinungsbild zu entwickeln.
mfG Dieter
grüsse an die bewohner von melmac
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raga
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Re: Hainbuche Mehrfachstamm

Beitrag von raga »

Hallo

Ich bin ja auch ein Freund von radikalen Schnitten und sicher muss der Baum etwas zurückgenommen werden aber das was du da vorschlägst Dirk sieht aus wie Kleinschneiden damit er besser in die Biotonne passt. *nene*

Gruß Ralf
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RoTown
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Re: Hainbuche Mehrfachstamm

Beitrag von RoTown »

raga hat geschrieben:Hallo

Ich bin ja auch ein Freund von radikalen Schnitten und sicher muss der Baum etwas zurückgenommen werden aber das was du da vorschlägst Dirk sieht aus wie Kleinschneiden damit er besser in die Biotonne passt. *nene*

Gruß Ralf
Erst wenn das Weibchen zetert, daß der Baum jetzt unmöglich aussieht, und vorher viel schöner war, hat man weit genug zurück geschnitten... *undwech*
zopf hat geschrieben:Hallo Dirk
Ein radikales Rückschneiden wie von Dir vorgeschlagen,
würde zu großen Schnittstellen führen,
die wenn überhaupt nur langsam zuwachsen würden.
Ein langsames, über Jahre führendes, Zurückentwickeln
und dann ein Neuaufbau, dürfte langfristig zu einem qualitativ besseren Baum führen.
Allerdings bedarf es jetzt schon eines klaren Entwurfs
um den Baum, im Späteren, im Hinblick auf ein idealisiert, natürliches Erscheinungsbild zu entwickeln.
mfG Dieter
Also jeder hat da ja seine eigene Herangehensweise. Ob ein Zurückentwickeln jedoch zu einem qualitativ besseren Baum führen würde, wage ich zu bezweifeln.
Wenn ich mir in einer Baumschule einen Ahorn besorge, der 80 cm hoch werden soll, such ich etwas in der Größenordnung zwischen 2,5 und 3 Meter, und dann stutz ich den bis auf 40 cm zusammen.
Nach ca. 10 Jahren Aufbau der Feinverzweigung kann sich so ein Baum auf Ausstellungen problemlos mit den anderen Bäumen sehen lassen.

Greetz, Marco
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camaju +
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Re: Hainbuche Mehrfachstamm

Beitrag von camaju + »

RoTown hat geschrieben: Wenn ich mir in einer Baumschule einen Ahorn besorge, der 80 cm hoch werden soll, such ich etwas in der Größenordnung zwischen 2,5 und 3 Meter, und dann stutz ich den bis auf 40 cm zusammen
Um das ganze dann nach "Vorschrift" zu gestalten/aufzubauen ? Bei diesem Baum wäre es Schade, weil er dann (ich weiß nicht wie ich es anders ausdrücken soll) einen großen Teil seiner "natürlichen Wildheit" verliert. die ihm doch ganz gut steht.
Gruß Jürgen *wink*

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Ich moderiere in blau, der Rest ist nur meine Meinung
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zopf
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Re: Hainbuche Mehrfachstamm

Beitrag von zopf »

Hallo Marco
Das der Baum im Blattkleid auf einer Ausstellung stehen kann,
glaube ich Dir unbesehen.
Wie sieht es aber in der Winteransicht aus ?
Von den "abgeschnittenen" Bäumen habe ich schon genug gesehen
und sehe Sie auch in meinem Garten.
Allerdings nicht in Deiner Qualität,
das Sie nach 10 Jahren auf einer Ausstellung stehen könnten.
Bei mir dauert es dann doch 10-15 Jahre länger.
mfG Dieter
grüsse an die bewohner von melmac
RoTown
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Re: Hainbuche Mehrfachstamm

Beitrag von RoTown »

camaju hat geschrieben:
RoTown hat geschrieben: Wenn ich mir in einer Baumschule einen Ahorn besorge, der 80 cm hoch werden soll, such ich etwas in der Größenordnung zwischen 2,5 und 3 Meter, und dann stutz ich den bis auf 40 cm zusammen
Um das ganze dann nach "Vorschrift" zu gestalten/aufzubauen ? Bei diesem Baum wäre es Schade, weil er dann (ich weiß nicht wie ich es anders ausdrücken soll) einen großen Teil seiner "natürlichen Wildheit" verliert. die ihm doch ganz gut steht.
Nicht nach Vorschrift, aber um einfach ein gesundes Verhältnis der Proportionen zu erreichen. Bei der derzeitigen Astlänge kannst Du davon ausgehen, daß mit einer angemessenen Feinverzweigung die Proportionen von Blattwerk und Stamm am Ende ein vielleicht zufriedenstellendes Bild ergeben werden, um dann jedoch das volle Potential (das bei diesem Baum ohne Zweifel vorhanden ist) auszuschöpfen, wäre ein radikaler Rückschnitt nötig.
In diesem Stadium hat man meiner Meinung die Wahl, ob man weniger schneidet, um in kürzerer Zeit ein passables Ergebnis zu erreichen, oder aber radikaler an die Sache herangeht, was mehr Zeit in Anspruch nimmt jedoch den Baum am Ende aufwerten kann.
zopf hat geschrieben:Hallo Marco
Das der Baum im Blattkleid auf einer Ausstellung stehen kann,
glaube ich Dir unbesehen.
Wie sieht es aber in der Winteransicht aus ?
Von den "abgeschnittenen" Bäumen habe ich schon genug gesehen
und sehe Sie auch in meinem Garten.
Allerdings nicht in Deiner Qualität,
das Sie nach 10 Jahren auf einer Ausstellung stehen könnten.
Bei mir dauert es dann doch 10-15 Jahre länger.
mfG Dieter
Also der Zeitraum, bis man die angestrebte Qualität erreicht hat, hängt natürlich stark vom verwendeten Ausgangsmaterial ab. Ich will nicht falsch verstanden werden, daß dieser Zeitraum mit jedem Baum umsetzbar wäre. Die entsprechende Auswahl eines geeigneten Baumes gehört mindestens ebenso dazu, wie die eigentliche Gestaltung und Pflege. Ich gebe Dir vollkommen Recht dabei, daß die Schnittstellen, die Dirk angezeichnet hat sehr große Wunden verursachen würden, welche sehr lange bräuchten, um halbwegs zu heilen. Auch würde ich den auf dem Bild links sichtbaren dicken Ast weiter oben, als von Dirk angezeichnet, kappen.
Du hast natürlich vollkommen recht, daß eine entsprechende Qualität in der Winteransicht erheblich schwieriger zu erreichen ist. Ich finde jedoch natürlich aussehende Mängel eher reizvoll, als perfekt durchgestilte Bäume.
Aber das ist nur meine Meinung.

Greetz, Marco
MerschelMarco
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Re: Hainbuche Mehrfachstamm

Beitrag von MerschelMarco »

Also in diesem konkreten Fall fände ich es außerordentlich schade, den Baum zurückzustutzen. Er bringt alle voraussetzungen mit die bestehenden Stämme zu einem schönen eleganten Baum zu verbinden.
RoTown hat geschrieben: Erst wenn das Weibchen zetert, daß der Baum jetzt unmöglich aussieht, und vorher viel schöner war, hat man weit genug zurück geschnitten... *undwech*
Greetz, Marco
@Namensvetter: Wie soll ich es diplomatisch ausdrücken? Du hast jetzt in drei aufeinanderfolgenden Beiträgen realtiv direkt Aussagen eines bedeutenden Bonsaianers nachgeplappert. Diese Ausagen sind zwar immer schön griffig, aber man sollte halt solche flapsigen Sprüche nur klopfen, wenn sie nicht zu Missverständnissen führen und am besten noch von einem selbst stammen.

Grüße,
Marco
Eva Warthemann
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Re: Hainbuche Mehrfachstamm

Beitrag von Eva Warthemann »

RoTown schreibt:
Also wenn man nur belassen würde, was die Natur vorgestaltet, und größere Eingriffe nur verunstalten würden, könnte man sich das Thema Bonsai gleich sparen. Ich finde, viele schöne Bäume verschenken Potential, weil der Gestalter sich nicht traut weit genug zurück zu schneiden. Dann wird 10 Jahre lang gestaltet, und wenn ihnen bei Einer Besprechung gesagt wird, daß alles was sie jahrelang aufgebaut haben geschnitten werden muß, bricht für sie eine Welt zusammen. Ich persönlich versuche mir vorzustellen wie groß der Baum am Ende sein soll, und dann schneide ich auf die Hälfte davon zurück.
Marco, ich gestalte seit über 30 Jahren Bonsai und ich weis sehr wohl, wann ein radikaler Schnitt notwendig ist oder nicht. Deshalb sollte man meiner Meinung nach von Fall zu Fall unterschiedlich entscheiden, wenn es um den radikalen Schnitt geht. Ich mache es auch, aber nur wenn ich keine andere Lösung finde.
Hier hat die Natur, oder eher noch der Wildverbiss, für eine Vorgestaltung gesorgt. Das macht den Baum einzigartig und man sollte diese Einzigartigkeit in der weiteren Gestaltung mit einbeziehen. Wenn man diesen 0- 8- 15-Schnitt macht verliert der Baum und jeder weitere Eingriff wird ihn zu einer voraussehbaren wohlgeformten Baumkrone bringen die nichts mehr von der ursprünglichen Wildheit des Baumes zeigt.
Das noch etwas zurückgeschnitten werden muß ist mir auch klar, aber ich vertraue Ralf das er das wohlüberlegt machen wird.
Liebe Grüße Eva Warthemann
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Norbert_S
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Re: Hainbuche Mehrfachstamm

Beitrag von Norbert_S »

Wenn man schon unseren Botschafter WP zitiert, dann schadet es auch nichts, sich seine Baumentwicklungen gerade aus Hainbuchen einmal anzusehen.
Potential, dass vorhanden ist, hat Walter noch nie abgeschnitten, wozu auch.
Der stereotype Schrei nach großem Rückschnitt ist so sinnvoll wie dauerhaftes predigen möglichst viel zu erhalten.

Bekannlich kann man ja aus allem lernen, hier wohl sehr deutlich, wer Vorstellungskraft mit der gestalterischen Pflege über Jahre in Einklang bringen kann und wer nicht.

Ralf kann ich nur beipflichten, die Masse steht, der Rest geht bei der Wüchssigkeit der Hainbuche auch in einer passenden Schale.
Immer schön am Nebari weiterarbeiten, Wurzelablaktionen und andere Maßnahmen unterstützt der Baum ja gerne.
Welche Ast dann wieweit an den Substämmen über die nächsten Jahre und Jahrzehnte gebogen, geschnitten oder nur eingekürzt wird ist heute und auch morgen nebensächlich.
Viel Wichtiger ist die Auseinandersetzung mit dem Pflanzwinkel. Aus ihm ergeben sich dann ganz von alleine die nächsten Schritte.
Ich stelle mir einen ausdruckstarken Baum mit schön sichtbaren kräftigem Nebari rundum vor, bei dem der Übergang von den kräftigen Wurzeln zu den Substämmen im Laufe der Jahre immer fließender wird, bis er zu einem Mehrfachstamm gereift ist.

Evas und Dieters Beiträge erfreuen mich immer wieder, danke dafür.

Viel Spaß bei der Entwicklung, Ralf und lass uns bitte teilhaben.
Norbert

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bonsaiheiner
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Re: Hainbuche Mehrfachstamm

Beitrag von bonsaiheiner »

Eva Warthemann hat geschrieben: Das noch etwas zurückgeschnitten werden muß ist mir auch klar, aber ich vertraue Ralf das er das wohlüberlegt machen wird.
Liebe Grüße Eva Warthemann
Ich auch!

Gruss,
Heiner
Ein Tag ohne Beschäftigung mit Bonsai ist ein verlorener Tag!
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Re: Hainbuche Mehrfachstamm

Beitrag von RoTown »

Stimmt, ich habe WP mehrfach zitiert. Liegt halt irgendwie auch daran, daß seine Aussage oftmals sehr treffend sind, und ich es wohl nicht besser ausdrücken könnte. Ich wollte hier niemand die Kompetenz in Sachen Bonsai absprechen, und wenn sich jemand auf die Füße getreten fühlt, dann möchte ich mich dafür entschuldigen. Aber das ist doch gerade beim Thema Gestaltung das Schöne an unserem Hobby. Wenn in unserem AK ein Baum besprochen wird, und alle Vorschläge zur Gestaltung machen, dann kommen immer soviele verschieden Vorschläge, wie Anwesende da sind. Letztlich ist derjenige, in dessen Obhut sich der Baum befindet der Entscheidungsträger. Und Ralf wird das schon richtig machen. Letztlich muß der Baum ja dann ihm selbst gefallen.

Greetz Marco
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Andreas R.
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Re: Hainbuche Mehrfachstamm

Beitrag von Andreas R. »

Ralf hat dieses Jahr schon einige Yamadori hier gezeigt. Das war immer gutes Material mit Potential. Ich hatte immer den Eindruck, dass die Bäume sorgfältig ausgewählt wurden und zwar mit dem Wissen dass nötig ist um zu erkennen welche Bäume einmal gute Bonsai werden können. Das ist keiner der einfach den erstbesten Baum ausgräbt den er beim Spaziergang findet.
Deshalb glaube ich auch dass Ralf für den Baum einen guten Plan hat. Er hat übrigens nie gefragt ob oder was er da noch wegschneiden soll. Er wollte uns nur den Baum zeigen und fragen welche Schale dazu passen würde.
Auf den zwei Seiten Diskussion die es inzwischen hier gibt haben genau zwei Leute Vorschläge für Schalen gemacht, sind also auf Ralfs Frage eingegangen.

Weil aber noch andere Leute als Ralf das hier lesen möchte ich auch noch etwas zu den Gestaltungsvorschlägen sagen und hoffe Ralf ist damit einverstanden dass ich das hier schreibe.
Meiner Meinung nach wäre es entsetzlich schade wenn der Baum derart zurückgeschnitten würde. Es ist zwar richtig, dass viele Leute sich nicht trauen ihre Bäume radikal genug zurückzuschneiden um ihnen die Möglichkeit zu geben ihr Potential zu entfalten. Genauso gibt es aber auch welche die gutes Material versauen indem sie zuviel wegschneiden.
Wenn das, was schon da ist, gut ist, dann ist es absolut falsch das wegzuschneiden. Wenn das was da ist schlecht ist, dann muss man es wegschneiden und darf nicht Jahre damit verschwenden das zu pflegen.
Was ich bei Ralfs Baum sehe ist aber sehr gut.
Ich würde, wenn es mein Baum wäre, nur noch zwei Schnitte machen an den beiden Stellen die mich noch ein wenig stören. Das ist einmal der recht dicke, gerade Ast am linken Substamm und dann noch der Kronenast. Beides würde ich noch etwas einkürzen wenn das geht. Genaueres kann ich aber nicht sagen ohne den Baum live zu sehen und man muss auch berücksichtigen ob da Knospen oder Zweige vorhanden sind mit denen man arbeiten kann. Wie Ralf schon geschrieben hat ist es sinnvoll auch mal auf weitere Rückknospung zu warten.

Wenn er da nächstes Frühjahr eine schöne Schale drunter macht und an der Feinverzweigung arbeitet, genauso hat er es ja auch vor, dann hat er bald einen Baum der nicht nur auf Ausstellungen mit den anderen Bäumen mithalten kann sondern sogar weit besser ist als manche der Bäume die man auf bestimmten Ausstellungen hierzulande sehen kann.
Und mit "bald" meine ich nicht 25 Jahre, auch nicht 10 Jahre sondern vielleicht nur 5 Jahre, wenn Ralf die richtigen Methoden anwendet und nichts unverhofftes dazwischen kommt.
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akamazu
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Re: Hainbuche Mehrfachstamm

Beitrag von akamazu »

Hallo Bonsaifreunde

Hier geht’s ja richtig ab und das ist gut so.
Zunächst möchte ich allen Danken für die Kommentare und möchte auch sagen das ich jede Meinung akzeptiere.
Wo fang ich jetzt an?
Jürgen: Ich bin nicht garstig. Wenn du mich kennen würdest dann wüsstest du das, ich bin ein ruhiger Zeitgenosse, das Geschriebene kommt deshalb nicht immer adäquat beim anderen an.
Entschuldigung für „sch...egal“. Das ist natürlich nicht sch...egal. Ich bin nur etwas irritiert da du nicht sagtst um welchen Stil es sich handelt.
Trotzdem möchte ich mal fragen was der Baum denn jetzt ist? Kabudachi? Korabuki? Oder...?
Jedenfals würde ich den ersten Stammansatz bis zu den Substämmen als Stamm bezeichnen und die weiteren als Äste (allenfalls Substämme). Doch würde ich sagen es handelt sich um einen Mehrfachstamm sowas wie Clump Style denn ich kann keinen der Substämme als Hauptstamm erkennen bzw. definieren. Ein Wild oder Natur oder Feld Stil Wie siehst du das?
Dirk und Rotown Marco: Das ist sehr mutig von euch, doch ich habe mir das weitere Vorgehen schon wohl überlegt.
Bonsai ist nicht nur die Anwendung von irgendwelchen Techniken. Bei den Yamadori musst du mit dem arbeiten was du hast und das ist oft nicht so wie es einem passt. Die Herausforderung besteht nun darin das Potential auszuschöpfen. Wo will der Baum hin, wie kann ich ihm helfen, was kann ich gutes für ihn tun usw.
Die meisten Yamadori sind nicht mit den feinen und eleganten Japan Bonsai die ohne Wunden wie geleckt dastehen zu vergleichen die nach den speziellen Regeln „gemacht“ bzw. herangezogen werden.
Mit Iwao Katagiri stand ich vor einem Bux und er kannte den gar nicht weil es den auch in Japan nicht gibt. Da er weder Deutsch noch Englisch sprach und ich kein Japanisch unterhielten wir uns in Zeichensprache bzw. Gestik, dies war sehr lustig und wir hatten richtig Spass. Ich sagte ihm Katagiri San das ist ein Yamadori, bei uns gibt es ganz viele davon. Er zeigte mit den Fingern an den Augen und symbolisierte Tränen, da es sowas in Japan nicht gibt bzw. verboten ist. Wieso erzähl ich das?
Yamadori zu graben verstehe ich mittlerweile als Privileg, ich mache das ausschließlich als Hobby und nicht gewerblich, die Bäume die mir gefallen verdienen meine besondere Aufmerksamkeit.
Jeder Yamadori kann uns eine eigene Geschichte erzählen, ja manschmal kommt es mir vor als wenn ich Respekt vor ihm habe. Ich kenne den Standort zur Genüge und weiß wie es dort zugeht, volle Sonnenexposition ohne Gnade, magerer Standort, Wochen ohne Wasser und wenn dann fließt es Oberirdisch zu schnell ab, im Winter eisige Winde und Fröste, dann kommt irdend ein Schwein und macht den Baum kaputt. Manschmal liege ich Stunden auf der Lauer und beobachte das Wild, es kam schon vor das ein Fuchs bis auf einen Meter an mich herankam, ihn ständig im Visier habend, die Haare im Gesicht konnte ich zählen so scharf war das, als er mich dann entdeckte erschrack er und rannte davon. Das sind Erlebnisse die hat man nicht jeden Tag. Also abschneiden will gut überlegt sein

Anbei zeige ich mal einen blinden Rückschnitt von einer Traubenkirche „Prunus serotina“ vom April diesen Jahres. Plastikschale Colani.
April 2013 Vorderseite
April 2013 Vorderseite
April  2013 Rückseite
April 2013 Rückseite
Juli 2013
Juli 2013
Erkennst du den traumhaften Stammansatz? Stamm Durchmesser 15cm ohne Stammansatz
Dies gibt ein Spitzenbaum mit den typischen Totholzbereichen.
Ihr seht also ich traue mich auch zurückzuschneiden, aber immer mit Verstand so wie es Sensai Pall auch machen würde.
Der Baum darf dieses Jahr treiben wie er Lust hat, denn ich möchte das er Kraft sammelt durch Sproß- und Wurzelwachstum, allenfals am Stammfuss zwicke ich schon mal ein paar feine Triebe ab.
Nächstes Frühjahr werden alle Trieb die ich nicht brauche entfernt und nur die Leitäste bleiben stehen und dürfen wiedrum wachsen und z.T. Dicker werden usw. usw.

Bäume mit Wunden habe ich auch.
Vorderseite
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Rückseite
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Die Wunden werden nicht immer verheilen, ob das bei diesem Baum erwünscht ist, ist Geschmacksache. In der Natur findet man das zu Hauf in den Löchern haben die Vögel die Möglichkeit zu brüten.
Zum besagten Mehrfachstamm kann ich nur sagen, das ich froh bin das ich nicht weiter zurückgeschnitten habe, denn er trieb erst gegen Juni aus und ich kann sagen das er sich nicht im Gleichgeicht befindet, die „richtige Zündung „ war noch nicht da. Also noch ist er nicht sicher übern Berg, aber ich denke das wird kein Problem darstellen.
Mit der Schalenfrage werde ich mich noch weiter beschäftigen.

Gruß Ralf
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