Ich habe jetzt von Bonsai noch nicht sooo die Ahnung, aber ich habe dieses Jahr ein paar Samenexperimente gestartet. Zugegeben, seit mich der Floh auch gebissen hat, hege ich jetzt gewisse Bonsai-Ambitionen. Aber ich habe immer schon mit Samen rumgemacht. Mein allererster Kaktus, den ich mit meiner Mutter zusammen im zarten Alter von drei Jahren ausgesäht habe, lebt immer noch.
Zuerst habe ich hier einmal Morus Rubra, wenn ich der Samenpackung Glauben schenken darf. Ich habe die Samen nach der beiliegenden Anleitung stratifiziert und dann in diesem eisigen Frühjahr einfach vom Kühlschrank in die freie Wildbahn entlassen. Von hundert Samen sind zwei aufgegangen. Einer von den beiden hat es nur bis zu den Keimblättern geschafft, Nummer zwei hat auch Wurzeln ausgebildet und arbeitet am dritten Blattpaar. Das nächste Mal fahre ich nach Leipzig oder Berlin und hole mir Stecklinge aus den Alleen.
Da die Hoffnung zuletzt stirbt, habe ich die Torfquelltabletten mit den nicht aufgelaufenen Samen in einen Teichpflanzkorb übertragen und gieße sie regelmäßig. Vielleicht kommt nächstes Jahr ja mehr raus.

- Morus Rubra. Von 100 Samen sind zwei aufgegangen, und ein Keimling hat überlebt.
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Gossypium Arboreum war ein lange gehegter Wunsch. Ich wusste, dass die Baumwolle, die hauptsächlich einjährig und unter viel Einsatz von Pflenzenschutz- und Entlaubungsmitteln angebaut wird, auch eine baumartige und mehrjährige Wildform hat. Nur konnte ich jahrelang keine Pflanzen auftreiben. Von den sechs Samen, die ich dieses Jahr ergattert und ausgesäht habe, sind sechs aufgegangen. Ein Möchtegern-Baumwollbäumchen steht im Gewächshaus einer Freundin, die anderen fünf sind in meinen zarten Händen und erdulden alles, was das Wetter über 8°C austeilt. Vor fünf Minuten war es ein eisig kalter Starkregen.

- Gossypium Arboreum Linn., etwa 3 Monate alt und verholzt schon.
Die verkrüppelten Blätter sind einem üblen Blattlausbefall im April und Mai geschuldet. Das nasse Wetter war perfekt für die Viecher. Mittlerweile tun sich Marienkäferlarven daran gütlich. Überall hübsche rote Käferchen.
Ich überlege mir, ob ich gerade diesen Kandidaten (es ist die älteste der Pflanzen) nicht zum Bonsai erziehe. Alerdings habe ich keine Ahnung, wie der natürliche Habitus des Baums/Strauchs aussieht.
Und zuletzt war ich zu weichherzig, um diese Feldahorne beim Jäten des Flachdachs draufgehen zu lassen.

- Feldahorn (?) aus freifliegenden Samen des letzten Jahres. Sie haben den üblen Winter überlebt, und ich musste sie dann ausjäten. Mal schauen, was passiert.
- acer_campreste_2013.jpg (118.01 KiB) 1700 mal betrachtet
Besondere Methoden habe ich keine. Samen holen, im Internet recherchieren, die Ergebnisse mit der US-Forestry-Database gegenchecken und ausprobieren ...
Got a hundred thousand questions and they all begin with why...