Zur Ethik bei Yamadori

Ausstellungen, Workshops, Arbeitskreise, Events u. -Organisationen, Reisen, Besuchen in Bonsai-Gärten und Töpferstuben.
Gesperrt
emma zojer
Beiträge: 5
Registriert: 21.06.2009, 14:19

Zur Ethik bei Yamadori

Beitrag von emma zojer »

Admin: Abgetrennt von diesem Thread
Sehr geehrter Herr Torf!
Mit großem Entsetzen mussten wir feststellen,dass sie über das ´bff` Yamadorijäger in Kärnten suchen. Ich an Ihrer Stelle würde solche Aufrufe in der Öffentlichkeit unterlassen ! Ich mache Sie darauf aufmerksam, das Nötige bereits veranlasst zu haben (Polizei und Bergwacht) .Sollten Sie -oder wer immer auch- bei der Yamadorijagd erwischt werden, - unsere Behörden werden mit Sicherheit den richtigen Schritt setzen !!!
h.e.
Jan Torf
Beiträge: 29
Registriert: 15.11.2012, 06:52

Re: Bonsai in Kärnten / Slowenien?

Beitrag von Jan Torf »

Ach Gott, ach Gott, welche Aufregung!

Ich hatte schon überlegt, ob ich dieses Wort verwenden soll....
So war das nicht gemeint. Ich suche halt Leute, die sich über Besuch in ihrem Bonsaigarten freuen würden. Da wird sicher auch der ein oder andere legal mit Ausgrabegenehmigung "gejagte" Yamadori rumstehen....

Bitte jetzt nicht wieder die Yamadoridebatte vom Zaune brechen, es sind keine Raubzüge geplant *daumen_new*
Wenn im Wald ein Baum umfällt und niemand ist da der es hört, macht's dann ein Geräusch?
Benutzeravatar
Robert S.
Freundeskreis
Beiträge: 9783
Registriert: 28.03.2005, 07:09
Wohnort: München
Kontaktdaten:

Re: Bonsai in Kärnten / Slowenien?

Beitrag von Robert S. »

Jan Torf hat geschrieben: Bitte jetzt nicht wieder die Yamadoridebatte vom Zaune brechen, es sind keine Raubzüge geplant *daumen_new*
Hallo Jan,
unabhängig davon, wie Du es gemeint hast.
Ich denke die Yamadoridebatte ist längst überfällig. Allerdings in sachlicher Form, unter Beteiligung möglichst vieler und vor allem nachhaltig.
Denn immer wieder, in regelmäßigen Abständen, wird hier im Forum von Beobachtungen / Aktionen berichtet die nicht nur nicht ok, sondern auch strafbar sind. Den moralischen Aspekt, ob und wie man einen respektvollen Umgang gegenüber der Natur pflegt, kann man da auch noch gerne ins Feld führen.

Wie kann, soll, muß so eine Debatte also geführt werden?

- Muß sie überhaupt geführt werden, oder geht es 99% derer, die Bonsai betreiben am Popo vorbei, wenn Raubbau beim Yamadorisammeln betrieben wird?

- Bringt es etwas wenn sich 99% an einen, noch zu definierenden, Kodex halten und das restliche eine Prozent halt dann "absahnt"?

- Kann man überhaupt einen Kodex aufstellen und werden sich die Leute dran halten?

- Muß es soweit kommen, dass Leute angezeigt werden?

So. Das sind fürs erste meine mehr oder weniger provokanten Einwürfe zu dem Thema.
Ich bin gespannt, ob sich überhaupt jemand für das Thema interessiert.
Und eine Bitte. Wenn nun wirklich eine Diskussion zustande kommen sollte - Die Sache ist es wert sachlich debattiert zu werden, auch wenn dem einen oder anderem nachvollziehbar die Hutschnur hochzugehen droht.

Servus,
Robert
Jan Torf
Beiträge: 29
Registriert: 15.11.2012, 06:52

Re: Bonsai in Kärnten / Slowenien?

Beitrag von Jan Torf »

Lieber Robert,
unabhängig davon, ob die Yamadoridiskussion es wert ist, hier noch ein weiteres Mal geführt zu werden: warum muss denn mein thread dafür missbraucht werden? Ich fahre in den Urlaub und habe einfach nur gefragt, wo in Kärnten außer in Seeboden Bonsai zu sehen sind (gerne auch Yamadori bei Privatleuten).
Wenn das schon zuviel ist, möchte ich Dich bitten, diesen Thread zu schließen. Ich habe keine Lust, meine harmlose Anfrage hier missbrauchen zu lassen.
Wenn im Wald ein Baum umfällt und niemand ist da der es hört, macht's dann ein Geräusch?
Benutzeravatar
Robert S.
Freundeskreis
Beiträge: 9783
Registriert: 28.03.2005, 07:09
Wohnort: München
Kontaktdaten:

Re: Ethik bei Yamadori

Beitrag von Robert S. »

Hallo Jan,

es war nicht meine Absicht Deinen Thread zu mißbrauchen. Er war lediglich Anlaß das Problem zu thematisieren.
Ich habe den Thread nun aufgeteilt und die gewünschte Yamadoridiskussion in die Szene verschoben.

Servus,
Robert
Benutzeravatar
mohan
Administrator
Beiträge: 14855
Registriert: 19.12.2003, 20:02
Wohnort: OWL / NRW / Germany

Re: Zur Ethik bei Yamadori

Beitrag von mohan »

Wer im BFF von Yamadori jagen und sammeln spricht, wer Yamadoris oder Gebiete zeigt, oder in anderen Zusammenhängen von Yamadoris berichtet wird sich zukünftig ganz verstärkt auf die Finger gucken lassen und vielleicht auch Fragen beantworten müssen.

Das Thema ist sowas von heikel und die Realität um die Yamadorisammelindustrie ist traurig und beschämend für die ganze Szene.
Benutzeravatar
schmieda
Freundeskreis
Beiträge: 7614
Registriert: 11.09.2005, 02:53
Wohnort: Leipzig

Re: Zur Ethik bei Yamadori

Beitrag von schmieda »

Hallo

Ich bin schon der Meinung, das dieses Thema regelmäßig mal diskutiert werden sollte.
Sicher kann es Bonsai, so wie wir es kennen, ohne Yamadori nicht geben, das möchte bestimmt auch keiner. Es ist aber eine Frage der Art und Weise, wie man Yamadori betreibt und in welchen Massen.
Die Bonsaiwelt bleibt ja nicht stehen. Ohne es jetzt belegen zu können gibt es sicher mehr Bonsaianer als vor 10 Jahren, darunter mehr gewerbliche als vor 10 Jahren. Das Interesse / der "Bedarf" ist größer (durch die mediale Präsenz wird der HabenWillVirus ja auch ständig gefüttert) und wird auch durch mehr Verkäufer gestillt. Alles kein Problem, wenn sich jeder an bestimmte "Spielregeln" hält. Leider bekommt man durch den "Buschfunk" öfter mal gruselige Geschichten zu hören. Und dabei spielt für mich nicht mal vordergründig eine Rolle, ob Genehmigungen vorliegen oder nicht, wenn großflächig Bäume aus dem Boden gerissen werden.
Aber ich möchte die Diskussion nicht schon in eine gewisse Richtung drängen....

Zu Roberts Fragen...
1. Ja
2. Ja, es bringt etwas
3. Man kann ihn aufstellen (im Forum gab es ja schon Ansätze), alles weitere kann man nur hoffen
4. Ja! Wenn es belegbar ist auf jeden Fall. Das können aber nicht die Leute machen, die nur den "Buschfunk" abhören.
Gruß
Frank :)

++++ Gießen: Hessischer Botaniker findet heraus, wie Pflanzen länger leben ++++
olli.w.
Beiträge: 2301
Registriert: 08.12.2005, 17:58
Wohnort: Mittelmosel

Re: Zur Ethik bei Yamadori

Beitrag von olli.w. »

Das Thema ist sowas von heikel und die Realität um die Yamadorisammelindustrie ist traurig und beschämend für die ganze Szene.[/quote]

Diesen Satz kann man nur unterstreichen !

Jan, und JA eine Diskussion über die Art und Weise des Sammeln´s von Yamadori´s ist es immer Wert das man darüber spricht und es in das Bewußtsein hebt!

Gruß Olli
Mosel-Riesling !
Benutzeravatar
Mac Best
Beiträge: 1091
Registriert: 27.06.2008, 15:49
Wohnort: Brandenburg a.d.H.

Re: Zur Ethik bei Yamadori

Beitrag von Mac Best »

1. Es gibt einen gewaltigen Unterschied, ob ganze Landstriche systematisch leergegraben werden - oder ein, zwei Bäume der Natur entnommen werden
2. Wie hinterlasse ich den Ausgrabungsort
3. WO grabe ich WELCHEN Baum aus

Nicht nur einmal hörte man, ganze Bergkämme wurden MIT Genehmigung abgeerntet. Ist es mit einer Genehmigung kein Raubbau an der Natur mehr?

Auf die Debatte bin ich gespannt - und auf den Kodex noch mehr. Wenn wir dann durch sind mit dem Thema, macht jeder weiter wie bisher....
Sich von Konsumgeilheit und Medialer Dauerbeschallung verführen zu lassen, liegt in den eigenen Händen, wer mitmacht, PECH GEHABT !!!
olli.w.
Beiträge: 2301
Registriert: 08.12.2005, 17:58
Wohnort: Mittelmosel

Re: Zur Ethik bei Yamadori

Beitrag von olli.w. »

[quote="Mac Best"]1. Es gibt einen gewaltigen Unterschied, ob ganze Landstriche systematisch leergegraben werden - oder ein, zwei Bäume der Natur entnommen werden


Demnach wäre ein roden von "Yamadori"-Flächen ein Frevel, das entnehmen von einer Pflanze am gleichen Standort O.K.,auch wenn keine Genehmigung vorliegt ?

Olli
Mosel-Riesling !
Benutzeravatar
Heike_vG
Beiträge: 24312
Registriert: 04.09.2005, 20:30
Wohnort: Norddeutschland
Kontaktdaten:

Re: Zur Ethik bei Yamadori

Beitrag von Heike_vG »

Ohne Genehmigung kann grundsätzlich nicht OK sein.
Traurig ist es aber schon, wenn auch mit Genehmigung in manchen Fällen Raubbau betrieben wird.

Ich denke, dass sehr viele Bonsailiebhaber und Naturfreunde verantwortungsvoll und anständig handeln. Wie in so vielen anderen Bereichen auch sind es dann diejenigen, die vor lauter Gier und Profitstreben keine Skrupel mehr kennen und mit ihrem Treiben am Ende auch allen anderen die Sache verderben.

Wie die Yamadori-Angelegenheit z.B. in Japan verlaufen ist, wo die Shimpaku-Wacholder von Yamadori-Jägern in der Natur ausgerottet wurden, kann man gerne nochmal nachlesen: http://www.bonsai-fachforum.de/secretJuniper_index.php Ein unglaublich spannender Artikel, finde ich.
Leider ist dort nicht genügend eingegriffen worden, zum Schutz der Natur. Aber das waren auch noch andere Zeiten. Heutzutage darf da gar nichts mehr gesammelt werden, wo es für die Wacholder schon zu spät ist, für andere Arten immerhin noch nicht.

LG, Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland
Benutzeravatar
klauso
Beiträge: 2359
Registriert: 18.01.2004, 14:29
Kontaktdaten:

Re: Zur Ethik bei Yamadori

Beitrag von klauso »

Hallo zusammen,

Auch ich finde eine sachliche diskussion notwendig. Gerade um auch zukünftig die schönen berglandschaften geniesen zu können. Dazu folgendes.

Wie weit soll dieser kodex gehen? Mir fallen auf anhieb 5, sagen wir einmal harmlos "sammler" ein, die in einem jahr so viel "ware" sammeln, wie manch bonsaifreund in seinem ganzen sammlerleben nicht. Man hört, dass das nicht selten ohne genehmigung geschieht. Soll ich dann bei diesen "sammlern" noch "ware" kaufen? Wenn ich das tue unterstütze ich eigentlich doch den raubbau, oder? Mir fällt da eine entscheidung schwer!

Weiter muss ich mich fragen, wie es gehen kann in naturschutzgebieten, was ja in den meisten gebieten der fall ist, eine ausgrabegenehmigung zu bekommen? Selbst der bauer der in solchen gebieten land besitzt, kann darum keine genehmigung erteilen. Und die zuständige behörde wird keine genehmigung erteilen. Also wage ich mal folgende behauptung, 99 % aller ausgrabungen in naturschutzgebieten, das sind bestimmt die halben alpen in österreich, italien und der schweiz geschehen illegal. Das ist traurig!

Schauen wir doch einmal nach japan, siehe hierzu den bericht den ich meine es war thierry oder heike im forum über die yamadoriwachholder eingestellt haben. Die gibt es in japan in der natur nicht mehr, weil alle abgesammelt wurden.

Eine lösung für dieses thema sehe ich nicht, solange der kommerzielle gedanke im vordergrund steht. Noch ein paar zahlen.

Ein yamadorihandler sammelt 200-300 bäume im jahr. Wenn das nur 25 weitere händler in europa tun, werden jedes jahr 5000-7500 bäume gesammelt.

Ein privater yamadorisammler sammelt im jahr 10-15 bäume. Wenn das in europa 1000 leute machen, werden 10000-15000 bäume gesammelt.

Ich verzichte jetzt darauf das auf 10-20 jahre hochzurechnen. Ich weiß nur, dass auf jahrhunderte hinaus ein großer schaden an der natur entsteht. Wie kann das gelöst werden? Wer darf und wer darf nicht? Hat yamadori überhaupt zukunft? Wir haben da ein problem, egal ob mit oder ohne genehmigung. Das thema ist sehr komplex....
Benutzeravatar
mohan
Administrator
Beiträge: 14855
Registriert: 19.12.2003, 20:02
Wohnort: OWL / NRW / Germany

Re: Zur Ethik bei Yamadori

Beitrag von mohan »

Gerade in der letzten Woche führte ich mehere Telefonante mit verstörten Personen, die über diesen Frevel Bericht erstatteten.
Ein kleiner Auszug:

U.a. hat in Frankreich die Polizei kürzlich einen Dieb aus dem Ausland erwischt, der mit einem LKW vollbeladen mit Yamadoris unterwegs war. Es hat sich herausgestellt, dass alle Bäume ohne Genehmigung ausgegraben wurden!
Ein Augenzeuge sah wie ein bekannter Gestalter vor wenigen Wochen in den franz. Alpen Bäume ohne Genehmigung ausgrub und sich versteckte als er merkte dass er beobachtet wird.
Hochprämierte Bäume auf zum Teil internationalen Ausstellungen wurden vom Standort aus einem österreichischen Schutzgebiet von einem Anwohner dieses Gebietes wiedererkannt.
In diesem Schutzgebiet gibt es inzwischen über 5000 Löcher.
Uns wurden sogar Roß und Reiter genannt. Viele Namen, viele sehr bekannte Namen.
Der Yamadoriklau/-abbau nimmt teilweise schon Formen des organisiertes Verbrechens an : es geht um viel Geld und oft sind es kein Einzelpersonen, sondern ganze Gruppen die daran beteiligt sind.
Z.B. eine Person (ein "Kundschafter") sucht die Gebiete, eine weitere Person gräbt die Bäume aus (alleine oder mit Hilfe) und weitere Personen kümmern sich um das Beladen und das Wegfahren der Bäume.

Alle sollten sich bewusst sein, dass indem sie Yamadoris aus solchen bzw. ungewissen Quellen kaufen, decken nicht nur diese Missstände, sondern sie unterstützen sie sogar! Das ist meine persönliche Meinung.

Was kann das BFF tun?
Nun, wir diskutieren noch darüber aber den Telefonpartnern haben wir geraten Beweise zu sammeln, aufzupassen, die Behörden zu informieren und auch den Mut zu haben Personen anzuzeigen.
Benutzeravatar
Heike_vG
Beiträge: 24312
Registriert: 04.09.2005, 20:30
Wohnort: Norddeutschland
Kontaktdaten:

Re: Zur Ethik bei Yamadori

Beitrag von Heike_vG »

Mir fehlen die Worte. :shock:
Hier im norddeutschen Flachland, wo sich höchstens Stadt-Yamadori und Findlinge aus land- und forstwirtschaftlichen oder Baugebieten finden, bin ich wohl zu weit weg von den Bergen, um eine Ahnung vom Ausmaß dieser Machenschaften zu haben.
mohan hat geschrieben:Alle sollten sich bewusst sein, dass indem sie Yamadoris aus solchen bzw. ungewissen Quellen kaufen, decken nicht nur diese Missstände, sondern sie unterstützen sie sogar!
Ein sehr wichtiger Punkt. *daumen_new* Ich werde die Stände mit Yamadori auf den großen Veranstaltungen zukünftig auch noch mit anderen Augen betrachten.

LG, Heike
Ein halber Schritt in die richtige Richtung ist oftmals ein Reinfall...

AK Hamburg & Umland
Benutzeravatar
HeikeV
Beiträge: 1716
Registriert: 01.08.2013, 18:50

Re: Zur Ethik bei Yamadori

Beitrag von HeikeV »

Heike_vG hat geschrieben:
Ein sehr wichtiger Punkt. *daumen_new* Ich werde die Stände mit Yamadori auf den großen Veranstaltungen zukünftig auch noch mit anderen Augen betrachten.


Absolut !!

Aber wie erkennt denn so ein blauäugiger Anfänger wie ich, ob es sich um einen Yamadori aus oben beschriebenen dubiosen Quellen handelt ? Stehen alle Yamadori unter General-Verdacht, oder gibt es Ausnahmen ? Auf Nachfrage wird mir ja wohl jeder Händler eine rührende Geschichte auftischen. Nur, wie überprüfe ich die ?
Taten geht das Wort voraus,
Worten die Gedanken.
Gesperrt